Triathlon und anderer Ausdauersport

26. Februar 2012

Erste Vereinsausfahrt des Jahres

Dieses Wochenende habe ich meine ersten Rennradkilometer des Jahres gefahren. Im Wald war es mir mit dem Bike wegen einiger Eisflächen noch zu gefährlich. Heute habe ich mich dann zum ersten Mal bei der sonntäglichen Vereinsausfahrt meinem neuen Radsportverein angeschlossen. Das lief soweit ganz gut, ich konnte gut mithalten und auch am Berg war ich gut dabei. Die letzten Kilometer zurück in den Ort habe ich mir allerdings gespart und bin lieber direkt heimgefahren, hatte ich doch sowieso mehr Kilometer als alle anderen zu fahren. Am Ende standen mir 80 Kilometer mit einem Schnitt von 28,3 km/h zu Buche. Von der Distanz her für diese Jahreszeit gerade noch akzeptabel. Im Grunde genommen haben sich aber bestimmte Klischees bestätigt: mit Tempo vom Start weg, dann mit Volldampf in den Berg und vor dem Gipfel ohne Ansage ein Ausscheidungsfahren .. . In einer kleinen Gruppe ist das ja in Ordnung, aber wenn man sowas im Verein jede Woche abzieht, braucht man sich nicht zu wundern, wenn der Nachwuchs fehlt! Dabei hatte ich wirklich gehofft, dass es in diesem Verein doch etwas besser wäre .. .

Nun die Jungs waren soweit ok - Frauen war keine dabei (bei der Fahrweise wundert mich das aber nicht wirklich), deshalb fahre ich sicher mal wieder mit, ein gutes Training war es allemal. Aber mich dünkt ein richtiger Radsportler werd' ich nimmer.

15. Februar 2012

Von der Vierburgenstadt nach Heidelberg

Der Winter 2012 ist wirklich ungewöhnlich: war bis in den Januar von einem klassischen Winter in unseren Breitengraden noch keine Spur, so bibberte zuletzt halb Europa unter Rekordminusgraden. Auch die Schneemengen in den Alpen sind derzeit rekordverdächtig. Hier im Rhein-Neckar-Dreieck findet man indes nicht einmal in den Höhenlagen nennenswerte Schneemengen. Nachdem ich zuletzt sehr viel gelaufen bin, wollte ich am vorletztes Wochenende eigentlich mal wieder Radfahren gehen, doch bei morgendlichen Temperaturen von -12°C und noch weniger war es mir dafür etwas zu kalt und ich entschloss mich doch mal wieder laufen zu gehen.
Vierburgenstadt Neckarsteinach
Mein neues Saisonhighlight den Transalpine im Kopf fiel mir eine Strecke ein, die ich mir vor einiger Zeit mal zusammengebastelt und auf mein GPS hochgeladen hatte: die Einfachstrecke von der Vierburgenstadt Neckarsteinach im Neckartal bis nach Heidelberg. So nutze ich am Sonntag dann das herrliche Wetter und machte mich auf den Weg ins Neckartal. Als ich vor die Tür trat der erste Schock .. *brrrr* war das kalt!!! In der Eiseskälte brauchte meine Uhr dann auch noch ungewöhnlich lange, bis sie das Satellitensignal gefunden hatte. Als ich dann endlich loslief, hatte ich gerade noch 10 Minuten Zeit für eine Strecke von über 2 Kilometern bis der Zug am Bahnhof abfuhr. Das fing ja toll an! Es war eisig und der kalte Wind schmerzte besonders im Gesicht. Auf die Sekunde genau kam ich am Bahnhof an - der Rest des Tages konnte ich nun defintiv entspannter angehen. Das am Nordufer des Neckar in einer Flussscheife gelegene Neckarsteinach ist vor allem wegen seiner vier Burgen bekannt. Sie stammen aus der Zeit zwischen 1100 und 1230, trohnen oberhalb des Ortes am Hang und sind von weithin sichtbar. Von zwei der Burgen sind heute nur noch Ruinen übrig, die allerdings frei besichtigt werden können. Von dort oben hat man ein tollen Blick in das Neckartal. Meine Route führte mich heute allerdings woanders hin.

Ich überquerte am Bahnhof der Vierburgenstadt noch gehend die Hauptstrasse ins Neckartal, dann trabte ich langsam gen Neckar. Nach kurzer Zeit kam ich am Stauwehr an und überquerte hier den Fluss. Wer eine Kamera dabei hat, sollte hier nochmal ein paar schöne Bilder mit Fluss, Stadt und Burgen machen. Das Wasser des Flusses dampfte in der kalten Luft, durch die Schwaden schimmerten die Spiegelungen der aufgehenden Morgensonne hinauf auf das Wehr. Am anderen Ufer angekommen führte mich mein Weg ohne Umweg gleich den Berg hinauf. Ein schmaler Pfad windet sich hier am steilen Hang um den Berg herum gen Gipfel. Vom Ort war bald nicht mehr viel zu sehen - zu dicht war auch zu dieser Jahreszeit noch das Blätterdach. Ein Vorteil war heute, dass ich im Wald vor dem kalten Wind geschützt war.
Blick auf die Bergfeste Dilsberg
Immer steiler schraubte sich der Weg in kurzen Serpentinen nach oben bis ich schliesslich bei meinem ersten Zwischenziel, der Bergfeste Dilsberg, am Gipfel ankam. Die Bergfeste wurde zwischen 1150 und 1200 erbaut. Heute gehört sie als Stadtteil zum Ort Neckargemünd. Sie liegt auf fast 300.u.NN und zählte im Dreißigjährigen Krieg zu einer der am meisten umkämpften Festungsanlagen, dabei wurde sie nie militärisch erobert oder zerstört. Festungsanlage und Altstadt sind absolut sehenswert.
Neckartalpanorama
Da ich beides aber schon kannte, führte mich mein Weg ein Stück um die Stadtmauer herum, bevor es am anderen Ende des Gipfels dann auf einem asphaltierten Weg hinunter ins Tal geht. Hier bietet sich eine tolle Fernsicht ins Neckartal auf einen Teil von Neckargemünd und die dahinter liegenden Berge Neckarriedkopf und Auerhahnenkopf. Im Tal läuft man kurze Zeit auf dem Mühlweg an einen lieblichen Bach entlang und kommt dabei auch an dem alten Fachweghaus der Lochmühle vorbei.
Lochmühle am Fuss des Dilsberg
Der alte Brunnen vor dem Haus dient im Sommer sicher so manchem Wanderer zur Erfrischung - heute war er komplett zugefroren. Man ist noch nicht unten angekommen, dann macht der Weg schon wieder kehrt und führt wieder bergwärts in den nächsten Wald hinein. Von den Wegen auf diesem Anstieg bieten sich immer wieder tolle Ausblick zurück auf die Feste Dilsberg. Oben kommt man dann auf einen breiteren, gut ausgebauten Fahrweg, der einen ohne grosse Umwege wieder zurück in das nächste Tal führt. Am Talgrund sieht man die südlichen Ausläufer von Neckargemünd liegen. Wenn man mal in Neckargemünd ist, dann lohnt ein Ausflug in die Altstadt mit ihren kleinen Gassen und Fachwerkhäusern. Mein Ziel bei der Routenplanung war es allerdings den Ortschaften und ihrem Verkehr möglichst aus dem Wege zu gehen. Deshalb überquerte ich lediglich südlich vom Ort die Strasse nach Wiesenbach. Nun stand mit dem Neckargemünder Hausberg Hollmuth nur ein kleineres Hinderniss zwischen mir und dem nächsten Tal. Einst floß der Neckar in einer Flußschlinge um diesen kleinen Berg herum bis er weiter nördlich beim heutigen Ort später den Durchbruch schaffte.
Im Naturschutzgebiet
Der Berg stellt kein grosses Hinderniss dar. Man taucht immer tiefer in das Naturschutzgebiets Elsenzaue-Hollmuthang ein und ehe man sich versieht geht es auch schon wieder hinab in das namensgebende Elsenztal. Am Talgrund taucht nun die alte Walkmühle auf. In Walkmühlen wurden seit dem Hochmittelalter Stoffe veredelt. Ihre ehemalige Bedeutung ist kann man noch erahnen, allerdings sind die Gebäude heute eher runtergekommen und dienen als Übergangswohnheim. An der Mühle geht es über die Elsenz und kurz darauf auch über die meist stark befahrene B45 ins Elsenztal. Hinter der B45 führt die Route durch eine kleine Röhre unter dem angrenzenden Bahndamm hindurch. Nun kommt ein etwas unangenehmerer Abschnitt. Unangehm deshalb, weil auf dem folgenden Anstieg einige Dornensträucher über dem Weg querliegen. Wer nicht unbedingt rennen muss, sollte hier vielleicht besser mal ein paar hundert Meter gehen, um sich an den zahlreichen Dornen nicht die Beine oder Kleidung aufzureissen. Im Vergleich zu den bisher recht ruhigen und beschaulichen Abschnitten ist es hier durch den Verkehrslärm aus dem Tal auch kurzzeitig etwas lauter. Doch nicht lange: bald macht der Weg eine Kurve und biegt in das ruhige Hilsbachertal ab. Am eher verschlafenen Ort Waldhilsbach vorbei führt der Weg am Hilsbach entlang stetig bergauf. Der Bach war an diesem Tage in grossen Teilen zugefroren, nur zwischendurch gab es kleinere offene Löcher, durch die man das Wasser unter den Eisflächen ins Tal plätschern sehen konnte.
Der vereiste Hilsbach
Immer tiefer dringt der Weg nun in den Wald vor, Spaziergänger trifft man hier nun noch selten an. Vorbei an Grossem und Kleinem Roßbrunnen kommt man dann auf den Alten Hilsbacher Weg - eine gute ausgebaute Waldautobahn, die vom Ort Waldhilsbach hinauf zum Königstuhl, meinem nächsten Etappenziel, führt. Der Weg wurde hier von der Stadt Heidelberg als "Via Naturae" gekennzeichnet. Mit zahlreichen Bildtafeln am Wegesrand versucht man hier den Menschen den Wald als Teil der natürlichen Lebensgrundlage zu erklären und näherzubringen. An den Bäumen fielen mir auch wieder ein weiss-blaues "N" auf, dass ich schon am Anfang meiner Tour im Wald bei Dilsberg häufiger gesehen hatte. Später zuhause stellte ich fest, dass es sich hierbei um das Zeichen des Neckarsteig handelte: einem vom Deutschen Wanderverband zertifizierten Qualitätswanderweg. Grundsätzlich finde ich den Neckarsteig eine gute Idee. Das Neckartal mit all seinen Sehenswürdigkeiten und herrlichen Landschaften touristisch immer noch viel zu schlecht repräsentiert und braucht sich wahrlich nicht hinter Mosel oder Rheintal zu verstecken. Wenn ich mir allerdings die Streckenführung des Neckarsteig genauer anschaue, so ist die Routenführung an einigen Stellen aus meiner Sicht nicht ganz so gut gewählt. Diese Einschätzung teile ich inzwischen mit einigen Bekannten, die sich auch schon andere Teile des Wanderwegs gen Bad Wimpfen angeschaut haben. Die Vermutung liegt nahe, dass man auf einigen Abschnitten bei der Wegesführung den Interessen von Wirtschaftsvertretern oder Stadtverwaltung entgegen gekommen ist. Das sollte einen trotzdem nicht davon abhalten sich diesen im Grossen und Ganzen sicher sehr schönen Wanderweg in Neckartal mal anzusehen - ich werde auch noch versuchen die weiteren Abschnitte bei einem weiterem Lauf oder einer Biketour zu erkunden. Aber nun zurück zu meinem Lauf. Am Hilsbacher Weg angekommen geht es weiter bergauf. Es dauert nicht mehr lange bis man in den Heidelberger Märchenwald am Märchenparadies eintaucht, gerade am Wochenende ist hier sonst immer viel los, an diesem Tage war es wohl aufgrund der kalten Temperaturen doch eher ruhig. Am Märchenparadis vorbei kommt man dann zur Aussichtsplattform am Königstuhl - für mich DAS Highlight vieler Touren auf Heidelbergs Hausberg.
Blick vom Königstuhl
Der Königstuhl ist die höchste Erhebung des Kleinen Odenwalds. Je nach Wetter hat man eine tolle Sicht über Heidelberg und Mannheim weit hin ins Rheintal bis hinüber auf die pfälzer Seite mit Donnersberg, Kalmit und dem Pfälzer Wald. Unzählige Male war ich schon hier oben, doch es scheint als ob der Blick jedes Mal ein bisschen anderes ist. Auf jeden Fall war es hier oben heute aber auch bitterkalt, deshalb schnell weiter! An der Bergbahn vorbei führt mich mein Weg auf einem verblockten Singletrail gen Tal. Bis man unten beid er nächsten Waldautobahn angekommen ist, ist grösste Vorsicht geboten, denn ein falschen Schritt kann hier schnell zu einem schmerzhaften Sturz führen. Meine Route führt nun zum Arboretum 1 an der Heidelberger Sprunghöhe. Abseits des Weges stehen hier einige amerikanische Mammutbäume, die der Heidelberger Oberförster im 19ten Jahrhundert hier angepflanzt hat. Hinter dem Arboretum wartet ein kleiner aber giftiger, asphaltierter Anstieg. Oben steht der 1876 vom Heidelberger Schlossverein erbaute Gaisbergturm.
Gaisbergturm
Eine Besonderheit des unscheinbaren Turms ist, dass er ohne Mörtel oder sonstige Bindemittel gemauert wurde. Über eine Wendeltreppe mit 85 unterschiedlich geformten Stufen kann man den 13 Meter hohen Turm heute noch besteigen. Mein Weg führt links am Turm vorbei in einem kleinen, unscheinbaren Trail. Der Boden ist hier eher weich und gut zu laufen. Doch auch hier sollte man auf die umherliegenden Steinblöcke acht geben. Um den Gaisberg herum geht es nun wieder zurück ins Neckartal. Weiter unten kann man schon das Heidelberger Schloss und die Altstadt sehen. Vorher gibt es nochmal einen kurzen, giftigen Anstieg hinaus zur Molkenkur. Dieses Gebäude ist eine ehemaligen Kuranlage, dient heute als Zwischenstation der Bergbahn sowie als Hotel und Restaurant. Es wurde auf den Überresten der Oberen (oder auch Alten) Burg errichtet. Sie gilt als Vorläufer des heutigen Heidelberger Schlosses.
Heidelberger Schloss
Die Burganlage kann man heute nur noch an wenigen Überresten der Vorburg, dem ehemaligen Turmhügel und der Gräben erahnen. Der Weg zum Schloss führt durch den ehemaligen Steinbruch, das sogenannte Teufelsjoch. Hier ist es zum letzten Mal etwas trailig, ein letztes Mal Waldboden unter den Füssen. Man kommt von dem Weg knapp oberhalb des Schlosses heraus. Durch den Haupteingang geht es dann in den Schlosshof. Zu Deutschlands vermutlich berühmtester Ruine muss man eigentlich nicht mehr viel sagen. Sie diente bis zu seiner Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch die Soldaten Ludwigs XIV. dem Kurfürsten der Pfalz als Residenz. Da in der Schlossanlage immer viel los ist, geht mein Weg schnell weiter vorbei an Elisabethentor, Torturm und Pforte hinunter in den Burggraben. Während oben meist Menschenmassen unterwegs sind, trifft man hier nur noch vereinzelte Schlossbesucher an. Am gesprengter Turm vorbei kommt man auf der Ostseite am ehemaligen Glockenturm vorbei und dann hinunter in die Heidelberger Altstadt.
Heidelberger Altstadt
Durch die Gassen der Altstadt geht es zur letzten Sehenswürdigkeit der Tour, der Karl-Theodor-Brücke, besser bekannt als die Heidelberger Alte Brücke. Während das Brückentor noch aus dem Mittelalter stammt, stammt der Rest der Brücke erst aus dem 18ten Jahrhundert. Hier lohnt sich noch einmal der Blick zurück auf Schloss und Altstadt. Doch Vorsicht: an manchen Tagen kann es hier sehr voll werden und man sollte aufpassen, wo man hinläuft. Am nördlichen Neckarufer geht es dann nach Neuenheim zur Neckarwiese der Endstation der Tour.
Blick zurück auf HD
Wer bei wärmeren Temperaturen hier hinkommt, kann sich in eines der Strassencafés am Beginn der Bergstrasse setzen. Auf der Neckarwiese gibt es auch ein paar Duschen. Mir war es etwas zu kalt, deshalb ging es flux nach Hause unter die warme Dusche.

Die Tour war wunderschön und verlangt geradezu eine Fortsetzung. Eine Fortsetzung wie schon oben erwähnt auf weiteren Teilen des Neckarsteigs, aber auch auf der nördlichen Neckarseite. Dann aber besser, wenn es wieder etwas wärmer geworden ist. Und natürlich eignet sie sich in ihrer nun erkundeten Form - vielleicht mit kleinen Modifikationen - auch für unsere Transalpinevorbereitung.

6. Februar 2012

Grosse Ereignisse werfen ihre Schatten voraus

.. deshalb will ich heute mal auf einen anderen, neuen Blog verweisen: http://rheinneckarwildcats.blogspot.com/ . Es ist unschwer zu erraten, wer dahinter steht, stehen doch oben schon die Vornamen der beiden Teammitglieder. Die nächsten Monate werde ich also teilweise parallel bloggen, aber keine Sorge: ich werde versuchen Redundanzen zu vermeiden!

28. Januar 2012

Gegen die Wand gerannt

Heute war ich wieder im Rodgau "in der Gänsbrüh" beim 50er unterwegs - mein drittes Laufereignis diesen Monat nach dem 10er in Dielheim und dem Ultragruppenlauf vor 2 Wochen. Das Frühjahr steht auf jeden Fall im Zeichen des Laufens - diese Häufung von 2 langen Kanten innerhalb nicht mal 2 Wochen ist für mich neu, aber ich war neugierig und zuversichtlich, dass ich das schaffen würde. Letztendlich sind das auch nur Trainingsläufe für die grösseren noch kommenden Herausforderungen. Jetzt kann ich sagen, ja ich kann es und auch wenn es heute nicht gerade optimal lief glaube ich nicht, dass es daran lag, dass ich in diesem Monat zu viel gemacht hätte. Aber der Reihe nach.

Der Lauf in Dudenhofen ist wie schon einige Male berichtet kein typischer Landschaftslauf und hat mehr gemein mit einem Strassenlauf. In 10 Runden über je fünf Kilometer dreht man auf weitgehend flachem Kurs seine Runden über gut präparierte Feld- und Waldwege - teils auf asphaltiert. Die leichten Wellen, die der Kurs hat, sind kaum der Rede wert. So kann man ab Start nahezu konstant ein Tempo laufen. Ich konnte mich heute nur schwer einschätzen und hatte sehr unterschiedliche Vorstellungen von dem was zu erreichen war. Für realistisch schätzte ich eine Zeit um die 4:20 Std. Trotzdem wollte ich zügig starten und in Richtung einer Sub 4 anlaufen auch auf die Gefahr hin später einzugehen - ein bisschen Tempohärte kann nicht schaden und wo soll man das trainieren, wenn nicht bei so einem Lauf? Den ersten Kilometer absolvierte ich in 4:45 Min - ziemlich genau mein Wunschtempo. Danach hatte ich mich aus dem Feld frei gelaufen und konnte nun recht konstant mein Tempo anschlagen. Es fanden sich schnell zwei Mitstreiter, die gleich schnell unterwegs waren. In der Gruppe lief es sich einfacher als alleine, so blieben wir zusammen. Beim Blick auf die Uhr musste ich allerdings feststellen, dass wir noch schneller geworden waren als nach dem Start und einiges unter meinem Zieltempo liefen. Ich wollte aber nicht abreissen lassen, die beiden konnten mir in den Feldern einen guten Windschatten geben und so eine Schicksalsgemeinschaft beflügelt. Die erste Verpflegung liessen wir aus. So ganz wohl war mir dabei nicht, aber ich wollte die beiden nicht verlieren. Nach 9 Kilometern war ich dann plötzlich doch alleine - was war passiert? Die beiden hatten hinter mir laufend den Abschnitt im Wald genutzt um auszutreten. So musste ichnun wieder alleine weiterkämpfen. Dummerweise begannen nun die ersten Überrundungen. Die Strecke war mit um 1000 Teilnehmern mitunter recht voll und nicht jede Gruppe achtete auf überholende Läufer von hinten. Auch war nun nicht mehr immer laufen auf der Ideallinie möglich. Das Laufen wurde fortan schwieriger und ich wurde zwangsläufig ein wenig langsamer. Einmal war auch ich austreten und hatte insgeheim die Hoffnung wieder meine 2 Mitstreiter zubekommen. Als ich wieder auf der Strecke war, war aber weder von ihnen noch von meinen anderen Bekannten etwas zu sehen. Also lief ich weiter mein Tempo. Bei der Hälfte an der 25-Kilometermarke war ich mit ca. 1:56:20 Std. sehr gut in meinem Zeitkorridor und hatte sogar noch etwas Puffer, um nach hinten ein wenig langsamer zu werden. Nochmals 25 Kilometer in dem Tempo hinzulegen würde schwierig werden, aber warum sollte ich jetzt bewusst langsamer machen und das grosse Ziel ohne jeden Anlass gefährden? Also weiter - zackig! Bei Kilometer 27 hörte ich dann einen mir bekannten Schritt von hinten näher kommen - meine beiden Begleiter waren wieder da! "So schnell wirst Du uns nicht los!" Fortan ging es nun wieder gemeinsam weiter. Kurz vor dem Ende der 30-Kilometermarke machte sich plötzlich mein Magen bemerkbar - ich bekam Hunger - das war kein gutes Zeichen! Bis zur nächsten Verpflegung waren es noch ca. 1,5 Kilometer, so lange musste ich noch durchhalten. Wir hatten gerade die 30 Kilometer passiert, da hatte ich das Gefühl, dass irgendetwas gar nicht mehr stimmte, verringerte augenblicklich das Tempo und liess meine beiden Begleiter ziehen. Kaum war ich alleine, wechselte ich ins Gehen oder blieb soweit ich mich erinnere sogar stehen .. so ganz kann ich mich an diese Momente nicht mehr erinnern. Es war, als ob bei mir ein Stecker gezogen worden war. Ich kann mich nicht erinnern so einen Moment schon einmal erlebt zu haben. Sollte hier Schluss sein? Ich holte mein Notgel aus der Tasche und setzte mich langsam wieder gehend in Bewegung, um der Verpflegung näher zu kommen. Soweit ich mich erinnern kann, war es mehr ein Schwanken als ein gradliniges Fortbewegen. Bis zur Verpflegung war es noch ein knapper Kilometer - das musste ich schaffen! Ich kann mich an den Abschnitt kaum noch erinnern, aber dort angekommen schaufelte ich alles Mögliche in mich rein: erst die Getränke - 4 oder 5 Becher Tee (lecker!), Wasser (mit Kohlensäure *bäh*) und ausnahmsweise auch 1 oder 2 Becher Cola, um meinen Kreislauf mit dem Koffein und Zucker in die Gänge zu bringen. An die Verpflegung kann ich mich interessanterweise besonders gut erinnern - es war wie eine Erlösung! Ich nahm mir 3 salzige Kekse, ein paar Bananenstückchen, eine Fruchtschnitte und noch ein paar weitere Sachen. Dann setzte ich mich langsam wieder in Bewegung. Die 4 Stundenmarke konnte ich vergessen, das war klar - aber ankommen wollte ich. Nach und nach überholten mich einige meiner Bekannten. Ich versuchte gar nicht erst dranzubleiben. So langsam versuchte ich mich wieder zu einem besseren 5-Minuten-Schnitt vorzuarbeiten, aber es fiel mir unendlich schwer. An der nächsten Verpflegung griff ich abermals ähnlich fleissig zu, die Nahrungsaufnahme hatte mir bei letzten Mal auf jeden Fall geholfen. Der Schnitt wurde sukzessive besser, aber ich war weit weg von dem Tempo, dass ich auf den ersten 30 Kilometern gelaufen hatte. Die Marathonmarke passierte ich bei 3:40 Std. Eine Zeit, auf die ich lange hinarbeiten musste, um sie bei einem Marathon mal zu knacken. Und heute erlebe ich so einen dramatischen Einbruch und laufe das trotzdem, als ob es nichts wäre! Manchmal muss ich über meine sportliche Entwicklung immer noch staunen .. . Ich versuchte mir einen Plan zurecht zu legen wie ich die letzten Kilometer ins Ziel laufen würde. Bei der letzten Verpflegung wollte ich mich nochmal vernünftig ernähren, um Energie für die letzten Kilometer zu haben - ich fühlte mich inzwischen wieder stark genug am Ende nochmal zu alter Stärke zurück zu finden. Bei Kilometer 47 hatte ich ein letztes Mal einen kurzen Durchhänger, doch dann ging es ab. Ich wurde immer schneller und überholte zahlreiche Läufer. Den letzten Kilometer lief ich erstmals seit meinem Einbruch wieder klar unter 5 Minuten - folgen oder überholen konnte mich jetzt keiner mehr. Warum konnte es nur nicht die ganze Zeit so laufen? Das wäre eine Zeit geworden .. .

Die Uhr stoppte für mich bei 4:26 Stunden. Eigentlich keine schlechte Zeit. Mein grosses Ziel hatte ich klar verfehlt, aber unzufrieden war ich nicht. Ich war angekommen und froh, den Lauf doch über eine weite Strecke mit einem mehr als respektablen Tempo absolviert zu haben - ich war in anderen Jahren hier schon deutlich langsamer. So einen Einbruch zwischendurch muss ich aber nicht nochmal erleben. Letztendlich hatte ich es mit dem forschen Tempo und der ungenügenden Verpflegung zu Beginn aber geradezu provoziert, deshalb kann ich mich auch nicht beklagen. Spass gemacht hat es trotzdem. Ich glaube noch nie war ich so lange so weit vorne mitgelaufen. Die Organisation des Laufs liess auch diesmal wenig Wünsche offen. Es gibt sicher schönere Läufe, trotzdem komme ich immer wieder gerne hierhin zurück. Eine Sache muss ich dann aber doch noch loswerden. Auf den späteren Runden konnte man auf der Strecke immer mehr Geltüten herumliegen sehen. Aus meiner Sicht eine absolute Schweinerei! Wenn ich ein Gel benutze, dann ist es auch kein Problem die Verpackung bis zum nächsten Mülleimer mitzunehmen oder bis zum Ende des Rennens in eine separate Tasche zu stecken. Klebrige Finger kann man ablecken oder mit dem Wasser der Becher an der nächsten Verpflegung wieder sauber bekommen. Man verliert doch keine Zeit, wenn man die Tüten bis zum nächsten Mülleimer mitnimmt. Gelverpackungen gehören nicht in die Natur! Von mir aus können das die besagten Läufer bei einem Stadtmarathon machen, wo sowieso alle Wochen mal die Stadtreinigung mit der Kehrmaschine durchfährt, aber doch bitte nicht in der freien Natur! Soll der Veranstalter etwas jedes Mal nach dem Lauf die Strecke ablaufen und die Tüten aus dem Dreck aufsammeln? Und was passiert mit den Tüten, die er übersieht? Ich habe von einem anderen Läufer gehört, dass es einen solchen Umweltfrevel schon letztes Jahr beim Lauf in Sonthofen gab, da fiel es mir selbst nicht auf. Auch in Rodgau konnte ich bei meinen Mitläufern ein entsprechendes Verhalten nicht beobachten. Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass es Läufer sind, die sowieso weiter hinten laufen und bei denen es nicht ganz so auf Zeiten ankommt. Ich wünschen diesen Umweltsäuen, dass Ihnen demnächst mal jemand Plastikverpackung in den Salat schmeisst oder ein Kaugummi auf den Bürostuhl klebt! Vielleicht rächt sich auch Mutter Natur an ihnen, indem ihnen ein Vogel auf ihre offensichtlich hohle Birne scheisst - das wünsche ich ihnen wirklich!

21. Januar 2012

Radbegleiter aus dem fernen Osten

Na, mal gerade wieder keiner der Freunde für eine kleine Radtour vefügbar? Dann vielleicht mal ihn hier fragen, ob er Lust hat mit auf Achse zu gehen. Er wartet sicher auch ihne zu murren, wenn es mal wieder irgendwo länger dauert.

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