27. Juni 2007

Quelle Challenge Roth 2007

Der Quelle-Challenge Roth 2007 war für mich wieder ein unvergessliches Erlebnis. Wer mich besser kennt, der weiss vermutlich was dieser Wettkampf mir bedeutet. Den Anderen hat sich dies vielleicht im Verlauf dieses Blogs erschlossen. Auch dieses Jahr habe ich in Roth mein Leben um eine Erfahrung bereichert. Doch nicht immer müssen die Erlebnisse so sein wie man sie erwartet – das macht ein Leben so interessant. Das Ergebnis sagt anhand der Zahlen wenig aus, der Wettkampf hatte für mich eine Dramatik wie ich sie noch nie bei einem Wettkampf erlebt habe - Licht und Schatten lagen sehr nahe beinander. Das war im wahrsten Sinne des Wortes eine Herausforderung, die sich nur schwer in Worte fassen lässt, so was kann man eigentlich nur selbst erleben. Ich werde es trotzdem mal versuchen.

Gegen Samstag Mittag trafen wir im Triathlon-Park in Roth ein. Unser erster Weg führte uns zur Einschreibung und Abholung der Startunterlagen. Im Anschluss besuchten wir die Triathlonmesse, informierten uns über neue Produkte und kauften auch einzelne Souvenirs und Teile. Als sich unsere Gruppe nach dem Shopping wieder gefunden hatte, entschlossen wir uns dazu vor dem Anmeldezelt etwas zu essen. Dort waren Imbissbuden mit Spezialitäten aus mehreren Ländern aufgebaut, ich entschloss mich für chinesische Nudeln mit Gemüse. Im Anschluss brachten wir dann unsere Fahrräder zum Bike-Checkin in die erste Wechselzone nach Hilpoltstein. Wieder zurück besuchten wir dann abends noch die Wettkampfvorbesprechung. Bis zu diesem Zeitpunkt war bei mir noch alles ohne Probleme gelaufen. Doch als wir die Besprechung dann verliessen, fühlte ich mich irgendwie unwohl und bekam ein leichtes Kopfweh. Auf der Heimfahrt kam Übelkeit hinzu. Zuhause legte ich mich erstmal auf das Bett, ich vermutete einen leichten Sonnenstich und eine kleine Flüssigkeitsunterversorgung, obwohl eigentlich beides kaum sein konnte. Es passierte aber was kommen musste. Kurz vor dem Abendessen und der abschliessenden Pastaparty – dem vermutlich wichtigsten Essen vor dem Wettkampf – hatte ich mich von einem grossen Teil des Essens in meinem Magen entledigt. Das anschliessende Abendessen fiel zwangsläufig für mich aus und mein Magen wurde bei weiteren Besuchen der Örtlichkeiten vollends geleert. Die Erinnerung an Roth 2002 war plötzlich so präsent wie lange nicht mehr. Damals sollte der Challenge meine allererste Triathlon-Langdistanz werden, doch anstatt dessen musste ich nach kurzfristiger Krankheit meine schon eingecheckten Rad- und Laufsachen am Wettkampfmorgen wieder abholen und gesundheitsbedingt heimreisen. Die Gedanken an ein DejaVu versuchte ich so gut es ging dieses Jahr zu verdrängen und richtete so gut es noch ging meine Sachen für den Wettkampfmorgen, bevor ich mich ins Bett legte – der Morgen würde zeigen, ob ich starten könnte oder nicht. Die folgende Nacht war sehr unruhig, ich versuchte viel zu trinken und musste entsprechend häufig auch raus. Eine Besserung bemerkte ich kaum. Dann am Morgen zu vereinbarten Weckzeit gingen die ersten besorgten Blicke und Fragen meiner Begleiter und Mitstreiter zu mir: „Und?“ Ich wollte es versuchen, es musste gehen. Das Frühstück ging nur schwerlich rein, ich beschränkte mich so zwangsläufig auf das notwendige Minimum. Den Rest musste ich dann eben später während des Wettkampfes in Form von Mineraliengetränken, Energiegels, -riegeln oder anderer Verpflegung zu mir nehmen. Ich versuchte mir einzureden, dass auch trotz diesen grossen Defizits ein guter Wettkampf möglich wäre. Angekommen in der Wechselzone versuchte ich mein Rad so gewissenhaft wie möglich vorzubereiten und hoffte nur, dass ich in dem Dämmerzustand am Vortag nichts vergessen hatte – ich hatte Glück, alles war da und auch meine Schwimmsachen waren komplett. Von der tollen Stimmung im Umfeld bekam ich wegen meines Zustandes diesmal nur wenig mit. Mir schien auch der Andrang an den Toilettenhäuschen in diesem Jahr besonders gross. So schaffte ich es kurz vor dem Start ins Wasser, zum Einschwimmen hatte ich keine Zeit mehr.

Dann das Startsignal, das Wasser fing augenblicklich an zu kochen. Im Gegensatz zu den Vorjahren fing es bei mir recht gut an. Gelegentlich von den Seiten ein paar Schläge waren normal. Dann nach ca. 400 Metern ein Gefühl wie ich es in all den Jahren Triathlon noch nicht erlebt habe: ein Beklemmungsgefühl als ob ich keine Luft mehr bekommen würde. Fast panisch schwamm ich von der Mitte des Kanals an das nahe Ufer und versuchte den Reissverschluss meines Triathlon-Tops unter dem Neoprenanzug zu öffnen. Mit Wehmut schaute ich nach meinem relativ guten Start den anderen hinterher. Ich bin mir nicht sicher wie lange ich da stand: 30 Sekunden, vielleicht auch ein wenig mehr. Nachdem sich meine Aufregung gelegt hatte, versuchte ich den anderen hinterher zu schwimmen und in meinen Rhythmus zu kommen. So richtig gelingen wollte mir das nicht und auch die Kraft für einen kraftvollen Zug fehlte – Ursache war sicher die fehlende Ernährung. Ich versuchte das Beste daraus zu machen, solche Probleme waren ja schon vor dem Start abzusehen. Selten hatte ich solche Schwierigkeiten während des Schwimmens wie dieses Mal, gegen Ende hatte ich kaum noch Kraft und wirklich Schwierigkeiten noch einen halbwegs ordentlichen Zug hinzubekommen. Ob mich schon einer der Vereinskameraden aus den folgenden Gruppen überholt hatte? Mit einer Schwimmzeit von 1:06:40 hatte ich meine Zielzeit von unter 1 Stunde zwar weit verfehlt, konnte aber in Anbetracht der Umstände zufrieden sein. Für die zweite Disziplin befürchtete ich trotzdem wenig Gutes.

Die ersten Kilometer auf dem Rad versuchte ich die Ruhe zu bewahren und nicht zu schnell anzugehen. Er rollte überraschenderweise relativ gut. Sogar am ersten 10%-Anstieg, an dem ich letztes Jahr ziemlich ernüchtert meine Radschwäche feststellen musste, kam ich recht gut hinauf. Dann kamen der erste flachere Teil, mit einem Tempo knapp über 32 km/h versuchte ich es rollen zu lassen ohne dabei zu übertreiben. Leider hatte ich wieder einen sehr grossen Druck auf der Blase, der letztendlich nach 32 Kilometern zu einer ersten kurzen Zwangspause führte. Den längsten und steilsten Anstieg der Runde - den Kalvarienberg - kam ich im Anschluss dann recht ordentlich hoch. Der folgende Abschnitt ist für seine Winde bekannt, doch die waren in der ersten Runde noch nicht zu spüren und sollten erst in der zweiten Runde kommen. Nach 59,8 Kilometern merkte ich dann wie sich unter meinem Sattel etwas verschoben hatte, Ich versuchte das Problem zu ertasten: der Schlauchreifen hatte sich gelöst und baumelte jetzt mit der Satteltasche auf einer Seite. Also ein zweiter Zwangsstopp. Leider brauchte ich fast zwei Minuten bis ich den Riemen gelockert und das Problem beseitigt hatte, der Reifen verschwand in meiner Tasche. Zum Glück kam in Folge dann bald der Solarer Berg. Der Frust war augenblicklich vergessen – die Stimmung war riesig. Wie auf Flügeln flog ich den Hügel hinauf und konnte sogar einige überholen, denen der Abschnitt sichtlich mehr Probleme bereitete. Doch dann zu Beginn der zweiten Runde das nächste Missgeschick: bei einer leichten Bodenwelle löste sich der Schwamm aus meiner Lenkerflasche, so was darf normalerweise nicht passieren und so etwas ist mir auch noch nicht vorher passiert. Ich war genervt aufgrund all dieses Pechs, doch noch versuchte ich ruhig zu bleiben und überlegte wie ich die Flasche abdecken und weiter nutzen konnte. Kurzerhand klebte ich einen Energieriegel über das Loch. Der hielt auch einige Kilometer bis er bei einer weiteren Unebenheit kurzerhand in der Flasche landete. Dann musste ich eben so weiterfahren. Von nun an bekamen mein Rad, meine Radbrille und ich mit jeder weiteren Bodenwelle eine Ladung klebriges Isogetränk ab. Zudem schmeckte das Zeug mit dem Riegel ziemlich gewöhnungsbedürftig, hatte eine körnige Konsistenz und war schwer durch das Röhrchen zu saugen. Am Seligenstädter Berg ging dann nichts mehr, ich war fertig mit den Nerven und einem Zusammenbruch sehr, sehr nahe – ich hätte in diesem Moment heulen können und fuhr den Buckel nur noch langsam hoch. Selbst die Hände der Kinder konnte ich nicht mehr wie sonst üblich abklatschen, war einfach nur noch mit mir selbst beschäftigt. Rückblickend betrachtet vermute ich, dass ich hier auch die ersten Symptome eines Hungerast hatte. Auf den nächsten recht flachen Kilometern konnte ich mich mit einem relativ konstanten aber guten Tempo meine Nerven wieder etwas beruhigen, neuen Mut fassen und versuchte mir mit Gels wieder Energie zuzuführen. Nach dem Kalvarienberg wollte ich es wissen – wenn heute noch etwas „gehen“ sollte, dann musste ich langsam loslegen. Und siehe da, offensichtlich hatte ich noch mehr Reserven als viele andere, die mich in den Stunden zuvor überholt hatten, denn nun zog ich wieder an ihnen vorbei. Das Problem mit der Lenkerflasche löste ich so, dass ich sie leer liess und zukünftig nur noch aus den Flaschen an den Verpflegungsstellen trank. Bis zur zweiten Wechselzone hatte ich so nun zumindest wieder einige Plätze gutgemacht, die ich vorher verloren hatte. Es beruhigte mich kurz vor der 2.Wechselzone einen anderen Triathleten wieder zu sehen, der mit mir schon gemeinsam aus der 1.Wechselzone kam. So ganz schlecht, konnte ich also nicht gewesen sein. Auch ein Blick auf meine Uhr zeigte beim zweiten Wechsel mit 5:39 Stunden im Vergleich zum Vorjahr eine deutlich bessere Zeit.

Nun blieb nur noch der Marathon. Zu Beginn lief ich trotz des Koppeltrainings in der Vorbereitung relativ steif los; nicht sonderlich ungewöhnlich nach 180 Kilometern auf dem Rad. Das erste Viertel des Marathons lief ich trotzdem mit einem Schnitt von 5:20 Min/ Kilometer relativ zügig und war voll in meinem Soll. Auf dem Weg zum Kanal kam mir der Sieger auf dem Ende seines Marathons entgegen. Unten am Kanal traf ich dann auch auf die deutsche Damenspitze kurz vor deren Halbmarathonmarke. Ansonsten war am Kanal noch wenig los. Ich spulte meine Kilometer so runter, fühlte mich recht gut und versuchte auch immer ausreichend zu trinken. Erst in Schwanstetten als es leicht bergauf ging und mir die Temperaturen etwas zu schaffen machten, wurde ich langsamer. Ausserdem bekam ich erste Magenkrämpfe. Erst zurück am Kanal kam ich langsam wieder in meinen Rhythmus. Der Schnitt zum Halbmarathon war mit 5:45 Min/km etwas unter meinem Plan aber durch den Puffer, den ich mir herausgearbeitet hatte, war ich noch im Soll. Die Vorstellung jetzt aber nochmal einen Halbmarathon laufen zu müssen, flösste mir Respekt ein. Ich kannte die Strecke ja und wusste, dass es nochmals vor und hinter Eckersmühlen ein Stückchen leicht hoch ging. Ausserdem krampfte sich mein Magen immer häufiger zusammen. Ich war versucht stehen zu bleiben, doch mein Wille noch einen halbwegs guten Marathon zu laufen trieb mich weiter. Wie befürchtet kam aber um Kilometer 30 herum dann mein Tiefpunkt mit einem Schnitt um 6:30 min/km. Ich versuchte so viel wie möglich zu trinken. Vermutlich hätte ich auch etwas essen sollen, aber beim Blick auf die reichhaltige Essensauswahl der Verpflegungsstellen sträubte sich etwas in mir, mein Magen wollte nicht, gelegentlich hatte ich dort immer noch leichte Krämpfe. Erst ab Kilometer 36 lief ich dann einen Schnitt unter 6 Minuten. Immer häufiger begann ich zu rechnen, ob ich die 11-Stunden-Marke bei der Gesamtzeit noch erreichen konnte. Am Kanal traf ich Sarah wieder, die uns während des ganzen Wettkampfs tatkräftig unterstützt hatte und vor allem während des Radfahrens selbst von Ort zu Ort gefahren war, um uns anzufeuern. Ihrem Blick nach schien ich nicht ganz so elend auszusehen wie ich mich fühlte – ein kurzes Abklatschen, eine kurze Aufmunterung und ich wusste, es waren nicht mehr viele Kilometer – jetzt lief es wieder. Nochmals ein banger Blick auf die Uhr: noch 30 Minuten bis zur 11-Stunden-Marke und noch 5 Kilometer zu laufen. Das klang locker machbar, aber mit diesem Schnitt? Ich rechnete 1 mal, 2 mal – unter 6 Minuten pro Kilometer musste ich bleiben, dann würde ich es schaffen, es kam vor Roth aber nochmals eine kleine Steigung für die ich Puffer brauchte. Es fiel mir zwar schwer, aber noch einmal beschleunigte ich, mein Schritt wurde länger und der Stil wieder etwas sauberer. Ein letztes Aufbäumen. Mit jedem Kilometer wurde ich flotter. Dann der Anstieg vor Roth – die letzten Kilometer. Die Schritte hinauf waren schwer, von meiner Umgebung nahm ich nicht mehr viel wahr. Ob ich zeitlich noch „drin“ war? Von oben sah mich die Freundin meines Vereinskameraden Henrik, stürmte den Hügel herunter und gleich im Anschluss mit mir lautstark anfeuernd wieder hinauf – mit so einer tollen Unterstützung musste das heute einfach klappen! Ich zog den Reissverschluss meines Triathlontops für das Zielphoto nach oben. Die letzten drei Kurven dann kam der lange Zielkanal zum extra aufgebauten Triathlon-Stadion. Noch einmal versuchte ich letzte Kräfte zu mobilisieren, aber der unwiderstehliche Zielsprint war nicht mehr möglich, trotzdem glaubte ich es geschafft zu haben. Erst im Ziel der ängstliche Blick auf die Uhr .. Ernüchterung .. Enttäuschung .. ich hatte die Zielzeit knapp verfehlt: 11:00:34 Stunden. Das konnte einfach nicht wahr sein! War ich nicht schon genug gestraft? Ich suchte Gründe, verstand die Welt nicht mehr – das war einfach nicht fair. Eine Helferin kam zu mir und fragte freundlich, ob ich sanitäre Hilfe bräuchte, sie mich stützen und in das Zelt bringen solle; ich sah vermutlich furchtbar aus. Ich wollte aber nur noch alleine sein, bedankte mich und schwankte mit unsicherem Schritt alleine weiter. Noch heute hadere ich mit der Zeit und suche nach einer Erklärung, die ich aber nie finden werde.

Hier noch ein paar Zahlen.

Platzierungen:
  • 833. gesamt von 2020 Finishern,
  • 214. bei der deutschen Meisterschaft
  • 48. in meiner Altersklasse bei der DM
Einzelplatzierungen:
  • 582. Schwimmen
  • 1056. Rad
  • 856. Laufen
Errechnetes Tempo bei den einzelnen Disziplinen:
  • 3,42 km/h Schwimmen
  • 31,81 km/h Radfahren
  • 10,2 km/h Laufen
Durchschnittliche Herzfrequenz: 139 Schläge pro Minute
Laut meiner Uhr habe ich 8330 kCal verbrannt

Das Ergebnis ist natürlich recht erfreulich und gerade in Hinblick auf die besonderen Umstände fast sensationell. Trotzdem wäre wesentlich mehr möglich gewesen. Zu gerne hätte ich einmal eine Zeit gemacht, die meinen wahren Möglichkeiten entsprochen hätte, doch es sollte nicht sein. Rückblickend war es trotz allem ein toller Wettkampf: sehr gut organisiert, sehr freundliche Helfer, eine tolle Stimmung und auch das Wetter spielte mit. Für mich hatte der Wettkampf vor allem gegen Ende hin eine Spannung sondergleichen, doch auch für die Zuschauer muss besonders die Frauenkonkurrenz recht spannend gewesen sein.
Der Quelle-Challenge 2007 in Roth hat wieder mal gezeigt, dass er ein ganz besonderer Triathlon ist. Danke an alle, die zum Gelingen dieser tollen Triathlonveranstaltung beigetragen haben! Danke an alle mit denen ich dort war und einen tollen Tag hatte! Danke auch an Euch, die Ihr alle diesen Bericht und vielleicht noch andere Artikel in diesem Blog gelesen habt!

26. Juni 2007

Zusammenfassung der Trainingseinheiten 2007 vor dem QCR

Bevor ich das bisherige Trainingsjahr 2007 nochmal kurz mit ein paar Zahlen und Worten zusammenfasse, will ich nicht vergessen die Trainingseinheiten der letzten Woche zu erwähnen. Montags setzte ich mich nochmal für eine kurze Ausfahrt über 31 flache Kilometer auf das Rad, am Samstag rollen wir ebenfalls nochmals nur wenige Kilometer um unsere Unterbringung. Bei vergleichsweise zügigem Tempo war mein Puls relativ niedrig, was ich in diesem Fall als ein gutes Zeichen hinsichtlich meines Trainingsstandes interpretierte. 2 mal war ich dann noch unter der Woche je 20 Minuten locker schwimmen, einmal im Neoprenanzug. Ebenso war ich noch 2 mal laufen. Mittwochs ein kurzes Lauftechniktraining über 25 Minuten und direkt nach der Anreise nach Roth am Freitag noch rund 10 Minuten langsamer Trab zur Auflockerung der Beine.

Nachdem ich im April schon einen Zwischenstand meines Trainings berichtet habe, hier nun eine abschliessende verkürzte Zusammenfassung meiner Trainingseinheitenstatistiken im Jahr 2007 für die 3 Triathlondisziplinen vor dem Quelle Challenge Roth.

Schwimmen
  • Trainingseinheiten: 51
  • Gesamtschwimmstrecke (m): 122.450
  • Davon in Wettkämpfen (m): 4.000
  • øSchwimmstrecke/Schwimmwoche (m): 4898
Radfahren
  • Trainingseinheiten: 47
  • Gesamtradstrecke (km): 3322,43
  • Davon in Wettkämpfen (km): 423,30
  • øRadstrecke/Radwoche (km): 144,45
  • Längste Radausfahrt (km): 265,00
Laufen
  • Trainingseinheiten: 64
  • Gesamtlaufstrecke (km): 884,07
  • Davon im Wettkämpfen (km): 133,10
  • øLaufstrecke/Laufwoche (km): 35,36
  • Längste Lauftrainingsstrecke (km): 34,00
Allgemein
  • Gesamttrainingszeit: 294:03:17 Std.
  • øTrainingszeit/Woche: 11:45:32 Std.
  • øTE/Woche (ohne Sonst.): 6,5 Einheiten
In der Gesamttrainingszeit ist neben den 3 Disziplinen auch das Kraft- und Gymnastiktraining im Frühjahr enthalten. Dafür fehlen (natürlich) bei der Angabe der Radstrecke mögliche Kilometer, die ich auf dem Spinningrad zurückgelegt habe.

Insgesamt habe ich in allen drei Disziplinen weniger Trainingsumfänge erreicht als ich ursprünglich angepeilt hatte. Besonders im Frühjahr wurde ich durch häufigere Erkältungen – meist durch Unachtsamkeit selbst verschuldet – immer wieder zurückgeworfen und konnte zu dieser Zeit nicht kontinuierlich aufbauen. Zum Glück gelang es mir die Ausfälle durch ein effektiveres Training im Mai und Juni zu kompensieren und bin abschliessend betrachtet doch noch rechtzeitig zu einer für mich zufriedenstellenden und guten Form gekommen. Ein Vergleich zu den Vorjahren ist schwierig. Jedes Jahr bringt neue Überraschungen, jede Vorbereitung birgt neue Unwägbarkeiten. Bei einigen Details habe ich mich jedoch gefühlsmässig verbessert. Vor allem auf dem Rad habe ich daran gearbeitet mich zu verbessern und habe das Gefühl, es ist mir auch gelungen. Das Ergebnis von Maxdorf war schon recht erfreulich, obwohl ich dort noch relativ zurückhaltend gefahren bin. Meine von einigen als gewagt bezeichneten Experimente wie der 50 km-Lauf im Januar, die Flandernrundfahrt im April, die drei Liga-Starts im Mai und die Mitteldistanz zwei Wochen vor Roth haben sich eher positiv auf meine Form ausgewirkt. Lediglich der Lauf im Januar hatte kurzfristig einen kontraproduktiven Effekt. Mit etwas mehr Regenerationszeit wäre aber auch der Lauf unproblematisch gewesen. Abschliessend betrachtet würde ich die Vorbereitung also als gelungen bezeichnen.

22. Juni 2007

Ein paar Gedanken kurz vor dem Wettkampf

Die kürzeste Nacht des Jahres haben wir alle hinter uns, den längsten Tag des Jahres haben ein paar Vereinskameraden und ich am Sonntag noch vor uns. Eine lange Reise mit unzähligen Stunden und Kilometern Training zu Fuss, auf dem Rad und im Wasser geht nun zu Ende. Die letzte Etappe beginnt.
Es gibt zwei Fragen, die sich Triathleten vor einem Wettkampf, immer wieder stellen, eine konnte der Veranstalter diese Woche überraschend früh beantworten, die andere ist noch nicht ganz geklärt. Mitte der Woche wurde bekannt gegeben, dass definitiv mit Neopren geschwommen werden kann. Normalerweise kann ja bei zu warmen Wassertemperaturen ein Neoprenverbot ausgesprochen werden und nach den letzten Meldungen ist die Temperatur des Main-Donau-Kanals knapp unterhalb der kritischen Grenze. Nun gab der Veranstalter bekannt, dass in dem Kanal die Möglichkeit bestünde ggf. Kaltwasser zuzuführen und damit die Temperatur auf jeden Fall auf das erlaubte Mass herabzusenken. Gut ist die Entscheidung vorallem für all diejenigen, die nicht so gut schwimmen können und die positiven Eigenschaften des Neoprens deswegen gut gebrauchen können und auch für diejenigen, die schon im Wasser neue (persönliche) Bestzeiten anpeilen. Die zweite Frage nach dem Wetter ist noch offen. Momentan sieht es recht durchwachsen aus. Ich persönlich hoffe nur, dass es bis nach dem Radfahren trocken bleibt. Sollte das Regenrisiko zu gross werden, muss ich überlegen nochmals die Laufräder zu wechseln, da ich den damit zu verwendenden Spezialbremsbelägen bei Nässe nicht allzu sehr vertraue.
Ansonsten werden wir entgegen der ursprünglichen Planung nun vermutlich doch schon einen Tag früher - also heute abend – nach Roth anreisen. Durch diese Massnahme wollen wir den Zeitdruck aus dem Samstag nehmen und in der letzten richtigen Nacht noch mal schön durchschlafen. Demnach wird das heute mein letzter Eintrag vor dem Wettkampf sein. Die letzten Zahlen zum vergangenen Training und natürlich auch einen ausführlichen Wettkampfbericht liefere ich nach. Zusammenfassend muss ich sagen, fühle ich mich sehr gut vorbereitet. Bei allen drei Disziplinen halte ich - wenn alles gut geht - neue persönliche Bestzeiten für recht wahrscheinlich. Die Umstände dürfen mir keinen Strich durch die Rechnung machen, an sich fühle ich mich gesund und gut vorbereitet. Meine sportlichen Ziele sind:
  1. etwa gleichgewichtet, deshalb hier auch zusammen
- Schwimmen unter 1 Std.
- Laufen unter 4 Stunden
  1. Gesamtzeit unter 11 Stunden
Alle Ziele sind (für mich) ambitioniert, aber bei gutem Wettkampfverlauf durchaus machbar. Drückt die Daumen!!! Vielleicht treffe ich ja auch den ein oder anderen an der Strecke wieder. Ich würde mich freuen. Gestern abend meinte mein Lauftrainer zum Abschied "Markus, das sieht gut aus, das wird was - lass es rocken!" Ja, das werde ich!!!

Noch 1 Tag und 20 Stunden bis zum Start. Rock'n'Roll!!!!

20. Juni 2007

Lagebericht in der Mitte der Wettkampfwoche

Am Wochenende ist es nun soweit, der grosse Tag rückt immer näher. Bei allen, die mit mir nach Roth fahren, merkt man deutlich eine gewisse Anspannung und teilweise Nervosität - bei dem einen mehr, beim anderen weniger. Für einige Starter ist es die erste Langdistanz, ich kenne einen, der dieses Jahr in Roth sogar seinen ersten Triathlon überhaupt macht! Andere wie ich haben nun schon einige Langdistanzen gefinisht - auch in Roth - und trotzdem kann und will ich ich eine Spannung und Vorfreude nicht verleugnen. Die Fachpresse und andere Medien sind nun auch voll mit Vorberichten. Überall wird spekuliert, wer die Favoriten sind und wie die (deutschen) Newcomer abschneiden werden? Im Internet wird es Live-Ticker zum Rennen geben, eine Internetseite hat pünktlich zur Veranstaltung ein Triathlon-TV gestartet, im "echten" TV wird natürlich auch berichtet. Auf x-athlon findet man einen Durchgangszeitenrechner, der nach Eingabe der voraussichtlichen Zwischenzeiten genau angibt, wann wer wo durchkommen sollte. Die Kommentare über diesen Triathlon sind eindeutig:
"Triathlon in Roth ist wie Tennis in Wimbledon" (Frankfurter Allgemeine)
"Best Old Race" (Prädikat inside Triathlon, USA)
"Die Triathlon-Traumfabrik" (Triathlon-Magazin)

Was ist es, dass den Triathlon in Roth so besonders macht? Um diese Frage zu beantworten, könnte man ein ganzes Buch schreiben. Hier ein paar Randinformationen und Zahlen. Die Veranstaltung wurde Mitte der 80er Jahre ins Leben gerufen, nachdem Detlef Kühnel aus Roth als einer der ersten Deutschen beim Triathlon auf Hawaii startete und die Idee im Anschluss nach Europa importierte. Schnell etablierte sich der Triathlon in Roth - damals noch unter dem Label Ironman. Die Veranstaltung zählt heute trotz der Namensänderung vor einigen Jahren neben Hawaii zu den bedeutendsten Triathlons weltweit. Dieses Jahr findet die Veranstaltung zum 20. Mal statt. Für das Wochenende sind 2.567 Einzelstarter und 520 Staffeln zu je 3 Startern aus insgesamt 44 Ländern gemeldet. Über 4000 Helfer versuchen einen reibungslosen Ablauf des Wettkampfes zu gewährleisten. Wie sieht die Versorgung der Athleten aus? Folgende Veranstalterangabe gibt es hierzu.
  • Obst: 23.000 Bananen, 2.600 Äpfel, 1.300 Orangen, 1.100 Kiwi, 500 Zitronen, 510 Melonen, 13 kg Rosinen, 15 kg Trockenobst, 50 kg Nüsse.
  • Backwaren: 1.800 Stück Reiskuchen, 5.500 Stück Kuchen, 3.000 Laugenstangen, 12.000 Brötchen
  • Sonstige Lebensmittel: 100 kg Wurst-Aufschnitt, 100 kg Rohwurst-Aufschnitt, 200 kg Käse-Aufschnitt, 2.800 Schokoriegel, 800 Packungen Waffeln, 10 kg Gemüsebrühe
  • Und für die leeren Energiespeicher: 23.500 Energieriegel, 9.000 Gel
  • 21.000 Liter Mineraldrink (werden in 100.000 Trinkbechern und in 17.000 Trinkflaschen ausgegeben), 6.000 Liter Apfelsaftschorle, 6.500 Liter Coca-Cola, 22.000 Liter Mineralwasser, 4.000 Becher Joghurt, 4.000 Becher Frischbuttermilch, 2.000 Liter Kakao, 1.000 Liter Frischmilch
Der Hammer sind jedes Jahr die über 130.000 Zuschauer an der Strecke, die diesen Tag für jeden Athleten zu einem ganz besonderen Erlebnis machen! Eine vergleichbare Atmosphäre kann man sonst selten bei irgendeiner anderen Sportveranstaltung finden - vielleicht bei einigen Pyrenäenetappen der Tour de France. Nicht umsonst kommen viele Athleten und Zuschauer immer wieder gerne in die "Triathlon-Hauptstadt Deutschlands" zurück.
Für mich persönlich hat der Triathlon in Roth noch eine weitere Bedeutung, die ihn ganz besonders macht: der Triathlon in Roth ist der Grund warum ich überhaupt Triathlon mache. Ich kann mich noch erinnern wie ich als Kind in den Nachrichten mal einen Bericht über den Triathlon in Roth gesehen habe. Damals konnte ich noch wenig damit anfangen - kannte diese Sportart nicht. Dann als ich hobbymässig mit dem Ausdauersport anfing und die ersten Marathons lief, reifte so langsam die Idee dies einmal zu machen. Roth war immer mein Ziel, hatte ich doch diesen TV-Bericht im Kopf, Hawaii war weniger interessant. Meine bisherigen Teilnahmen haben mich darin bestätigt, dass dies eine tolle Veranstaltung ist. Mein Lieblingswettkampf. Dort habe ich Höhen und Tiefen erlebt, die ich auch schonmal an anderer Stelle geschildert habe. Nachdem es letztes Jahr bei mir nicht ganz so gut lief, hoffe ich, dass dieses Jahr endlich mal alles rund läuft.

Noch 3 Tage und 7 Stunden bis zum Start.

18. Juni 2007

Kampf auf dem Rad gegen die Uhr

Zum Abschluss der Materialvorstellungen hier nun nun die ersten Photos meines Kuota Kalibur Triathlonfahrrads - meiner neuen "Waffe im Kampf gegen die Uhr". Der leichte Aero Monocoque-Carbon-Rahmen ist für Langdistanz-Triathlon-Veranstaltungen und Zeitfahren konzipiert worden. Bekannt wurde die Marke duch den Mannheimer Normann Stadler, der auf so einem Rad schon zweimal den Ironman-Weltmeistertitel auf Hawaii gewonnen hat. Ich selbst habe mich für diesen Rahmen entschieden, weil er für mich den bestmöglichen Kompromiss zwischen gutem Gewicht, Aerodynamik und vor allem Steifigkeit zu einem akzeptablem Preis bietet. Vergleichbare Modelle wären entweder teurer oder weniger steif. Mit der höheren Steifigkeit erhoffe ich mir ein sichereres weil ruhigeres, spurstabileres Fahren bei hohen Geschwindigkeiten und somit letztendlich auch eine höhere Sicherheit. Die Steifigkeit eines Rahmens wird durch Material und den Rohrdurchmesser beeinflusst. Der Laie mag sich nun fragen was der Unterschied zwischen einem Triathlon-/Zeitfahrrad und einem normalen Rennrad ist bzw. was die speziellen Eigenschaften eines solchen Fahrrads sind. Beim Zeitfahren wie auch beim Langdistanztriathlon ist das Fahren im Windschatten des Vordermanns verboten, folglich fährt der Fahrer über die komplette Dauer des Rennes im Wind. Wegen dieser besonderen Anforderung ist eine gute Aerodynamik wichtig. Der erste Schritt zu einer besseren Aerodynamik ist eine flachere Sitzposition. Hierfür kann man sich auf einen normalen Rennlenker an seinem Rennrad einen Aufsatz befestigen, bei dem die Unterarme auf den Schalen des Aufsatzes aufgelegt werden können. Etwas kompromissloser, aber auch weniger komfortabel, ist ein kompletter Aerolenker wie auf den Bilder zu sehen. Am Aerolenker sind die Schalthebel an den Enden des Aufsatzes befestigt, so muss der Fahrer selbst beim Schalten die Position nicht verlassen. Nebeneffekt der sehr flachen, aerodynamischen Sitzhaltung von Aerolenker und Aufsatz ist auch, dass sich die Oberarme nach dem Schwimmen etwas entspannen können. Die Geometrie des Rahmens trägt der speziellen Sitzhaltung und den besonderen Anforderungen Rechnung. Der Sitzwinkel ist mit 76-78 Grad etwas steiler als beim normalen Rennrad, so stossen die Oberschenkel beim Pedalieren nicht an den Oberkörper. An meinem neuen Rad besteht die Möglichkeit durch den wahlweisen Einsatz einer speziellen Sattelstütze auch den beim Rennrad üblichen 73,5° Sitzrohrwinkel einzunehmen. Weiterer Vorteil dieser speziellen Zeitfahrsitzposition soll sein, dass die Muskulatur für den anschließenden Lauf etwas weniger belastet wird. Professionelle und semiprofessionelle Triathlonräder wiegen ca. 7-9 kg, ein professionelles Rennrad ist im Vergleich dazu etwas eher leichter. Beim einem normaler Rennrad spielt das Gewicht auch eine grössere Rolle, da man damit gerade bei Rundfahrten irgendwann auch ins Gebirge muss. Triathlon- und Zeitfahrstrecken haben dagegen ein vergleichsweise flacheres Profil.
Der Sattel orientiert sich auch an an der speziellen Sitzposition, ist etwas länger als ein normaler Sattel und hat auf der Spitze ein kleines Gelkissen. Als weitere Komponenten unterscheiden sich noch die Laufräder von einem normalen Rennrad. Sie sind ebenso den aerodynamischen Anforderungen angepasst und haben in der Regel höhere Felgen und weniger Speichen als ein normales Laufrad. Diese hier sind wie der Rahmen auch aus Carbo und sehr leicht. An manchen Tritahlonrädern sind ausserdem der bzw. die Flaschenhalter hinter dem Sattel befestigt. Ich habe mich bei diesem Rad für eine normale Halterung im Rahmen entschieden, man kann die Flasche so besser erreichen und hat Platz für eine Satteltasche. Ausserdem geht man neuerdings auch davon aus, dass die Flasche im Rahmen keinen grossen aerodynamischer Nachteil gegenüber der Lösung hinter dem Sattel bietet.
Die Unterschiede zwischen einem Zeitfahr- und einem Triathlonrad sind übrigens nur marginal, Zeitfahrräder sind durch die Vorschriften des Radsportverbandes eher stärker eingeschränkt, während der Phantasie von Triathleten weniger Grenzen gesetzt werden. Mit diesem Rad könnte ich auch an Zeitfahren teilnehmen.

Noch 4 Tage und 14 Stunden bis zum Start.

Wettkampfbekleidung und allgemeine Materialcheckliste

Letzte Woche ist endlich der bestellte Zweiteiler für Roth gekommen. Ein Zweiteiler besteht aus einem Top und einer Hose, die bei allen drei Disziplinen getragen werden können. Vorteil ist ganz klar - man muss zwischendurch nicht wechseln und gewinnt Zeit. Nicht jeder trägt die Teile allerdings bei allen 3 Disziplinen: auch bei den Profis sieht man immer wieder Athleten, die in der Wechselzone ihre Kleidung wechseln und den Zeitverlust in Kauf nehmen. Neben dem Zweiteiler gibt es auch Einteiler. Wie der Name schon sagt, sind ist dieser aus einem Stück - vergleichbar mit einem Badeanzug. Mit Einteilern lässt sich im Wasser besser schwimmen, sie verursachen weniger Verwirbelungen und werden deshalb besonders bei den kürzeren Distanzen immer gerne genommen. Gerade dann, wenn man keinen Neoprenanzug tragen darf ist so ein "Schwimmanzug" von Vorteil, so starten wir auch bei den Kurztriathlons in der Liga mit Einteiler. Für die Langdistanz bevorzuge ich aber den etwas luftigeren Zweiteiler.

Das Top ist sehr elastisch und eng anliegend aus atmungsaktivem und schnell trocknendem Material, hat vorne einen langen Reissverschluss und zwei Rückentaschen. Die Rad-Laufhose hat einen dünnen antibakteriellem Radeinsatz und hinten noch eine Tasche.


Manch einer, der einmal einen Triathlon gemacht hat, merkt sehr schnell, dass er in der Vorbereitung an allerhand Dinge denken muss, bevor er zum Wettkampf fährt. Schliesslich muss er Gegenstände für 3 Disziplinen und noch ein paar andere allgemeinere Dinge mit einpacken. Auch mir passiert es immer wieder, dass ich Kleinigkeiten zuhause liegen lasse. So vergass ich beispielsweise in Maxdorf mein Band zur Befestigung der Aeroflasche im Aerolenker. Kein unwichtiges Utensil, denn ohne Band bestände die Gefahr, dass die Flasche aus dem Lenker herausrutscht. Ich habe die Flasche dann übrigens provisorisch mit einem Klettband - eigentlich zur Befestigung des Zeitnahme-Chips befestigt. So habe ich mir als kleine Gedächtnisstütze eine Materialcheckliste erstellt, die von Zeit zu Zeit ergänzt wird. Nicht alle aufgeführten Gegenstände werden für jeden Wettkampf benötigt, aber zumindest habe ich sie so im Blick und vergesse davon nichts. Vielleicht hilft die Veröffentlichung dieser Liste hier auch dem ein oder anderen Rookie nicht auch wichtige Dinge für den Wettkampf zu vergessen:

Schwimmen
  • Badehose
  • Neoprenanzug
  • Schwimmbrille
  • Badekappe
  • Beutel
  • Bodyglide etc.
Radfahren
  • Fahrrad
  • Helm
  • Radtrikot
  • Radhose
  • Weste/ Regenjacke
  • Fahrradgarage
  • Radschuhe
  • Trinkflaschen
  • Aero-Bottle
  • Gummi/ Strip für Aero-Bottle
  • Radbrille
  • Luftpumpe
  • Druckmesser
  • Werkzeug
  • Mantelheber
  • Speichenschlüssel
  • Ersatzschlauch
  • Ersatzmantel
  • Energieriegel ggf. -Gel
  • Bartasche für Oberrohr
  • Tesafilm
  • Beutel
Laufen
  • Laufhemd
  • Laufhose
  • Laufschuhe
  • Strümpfe
  • Laufkäppi
  • Laufarmband
  • Beutel
  • Energiegel/ -Gel
  • Chip
Allgemein
  • DTU-Startpass
  • Ausschreibung
  • Startnummernband
  • Sicherheitsnadeln
  • Straßenkarte
  • Geld
  • Sonnencreme (wasserfest)
  • Pulsmesser
  • Uhr
  • Fotoapparat
  • Essen
  • Getränke/ Wasser
  • Handtuch
  • Badeschlappen
  • Rucksack
  • Shampoo
  • Kleidung
Noch 5 Tage und 18 Stunden bis zum Start.

17. Juni 2007

Vorletzte Trainingswoche

Nach Maxdorf gilt es sich schnell wieder zu erholen, damit ich für den grossen Tag fit bin. Ich war nach dem Triathlon weder erschöpft noch müde, insofern habe ich dort wohl alles richtig gemacht. Diese Woche das Trainingsprogramm auch ganz im Sinne des Tapering-Gedankens im Vergleich zu den Wochen zuvor sehr übersichtlich. Zweimal war ich laufen mit insgesamt knapp über 16 Kilometern - ein Lauf war ein Lauftechniktraining am Mittwoch, der zweite war Teil eines Koppeltrainings am Sonntag mit etwas über 5 Kilometern. Ich wollte einfach noch mal den Wechsel üben. Auf dem Rad sass ich diese Woche zweimal, hier kamen gerade mal noch 97 Kilometer zusammen. Beim Schwimmen waren es diese Woche auch nur 3700 Meter. Neben dem Tapering-Aspekt waren aber auch das wechselhafte Wetter und der Stress bei der Arbeit nicht ganz unschuldig daran, dass diese Woche nicht mehr zusammen kam.

Um den Kommentar von Uli zu meinem letzten Beitrag aufzugreifen: leider läuft noch nicht alles wie es sollte. Selbst in Maxdorf gab es kleinere Problemchen, die ich aber aufgrund des zufriedenstellenden Ergebnisses nicht erwähnte. Organisatorisch und materialtechnisch läuft es noch nicht rund. Besonders mit den Einstellungen auf meinem Wettkampfrad hatte ich diese Woche etwas Pech. So lockerte sich diese Woche nach ca. 10 Kilometern mein Sattel, so dass ich anhalten und das Ganze neu justieren und festschrauben musste. Das einzig Gute an dem Halt war, dass ich so im Anschluss nicht ganz so nass wurde wie wenn ich vorher weiter gefahren wäre. Die Sattelbefestigung finde ich nicht ganz optimal gelöst. Ich hoffe, in Roth passiert mir das nicht. Heute morgen wollte ich nun die Laufräder wechseln. Auch dies gestaltete sich schwieriger als erwartet. Letztendlich musste ich mit meinem "alten" Rad fahren, um heute überhaupt ein paar Kilometer zusammen zu bekommen. Eine gelungene Generalprobe sieht anders aus. Heute abend konnte ich den Umbau dank des Werkzeugs eines Vereinskameraden endlich abschliessen. Das Rad werde ich jetzt unter der Woche nochmal testen müssen. Noch 6 Tage und 6 Stunden bis zum Start.

11. Juni 2007

Erste Taperingwoche mit letztem, grossen Formtest

Die Taperingzeit hat begonnen, eigentlich müsste ich jetzt fit sein. Trotzdem hatte die vergangene Trainingswoche ihre Höhen und Tiefen. Insgesamt habe ich den Trainingsaufwand wie geplant nun runtergefahren, d.h. die Einheiten sind nicht mehr so lang wie zuletzt. Trotzdem bei den Einheiten unter der Woche oft das Gefühl nicht richtig „in die Gänge“ zu kommen und mein Leistungspotential nicht abrufen zu können. Ich vermute, dass auch ich ein Opfer der aktuellen Wetterschwankungen geworden bin, zum Ende der Woche fühlte ich mich nämlich langsam besser. Der Wettkampf am Wochenende wurde dann ein kleines, unerwartetes Highlight, aber der Reihe nach.
Unter der Woche waren Trainings- und Ruhetage relativ gleich verteilt. Erstmals seit einigen Wochen gönnte ich mir wieder 2 Tage ohne Sport. Unter der Woche lief ich bei 3 Laufeinheiten ca. 33 km, die Trainingsausfahrt mit dem Rad im Odenwald beendete ich am Feiertag relativ schlapp nach 83 km. Die beiden Schwimmeinheiten waren ebenfalls mit insgesamt 3900m auch recht kurz. Die Intensitäten habe im Gegensatz zur Dauer der Einheiten gleich belassen, d.h. bei einer Laufeinheit und auch beim Schwimmen, gab es kurze intensivere Intervalle. Mein Gefühl in Hinblick auf meine anstehenden Herausforderungen war nach den Trainingstagen durchwachsen. So sollte der Mitteldistanztriathlon am Wochenende eine letzte Standortbestimmung werden. Dabei galt es natürlich auch sich nicht mehr zu überfordern, denn bis zum grossen Ziel sind es ja noch ein paar Tage. Der Triathlon in Maxdorf zählt für mich ganz klar zu den schönsten und bestorganisierten Veranstaltungen, die ich kenne. Deshalb war es dieses Jahr für mich keine Frage, wo ich starten würde, als ich zwischen diesem und dem am gleichen Tag stattfindenden Triathlon im Kraichgau als letztem Vorbereitungswettkampf vor Roth wählen musste. Ich wurde nicht enttäuscht: die Organisation der Veranstaltung war wieder mal sehr gut, die Stimmung an der Strecke für eine solche Veranstaltung toll. Das Wetter spielte ebenfalls weitgehend mit: so waren es fast optimale Rahmenbedingungen. Schon beim abholen der Startunterlagen erfuhren wir, dass Neoprenanzüge diesmal wegen der Temperaturen verboten waren. Diese Massnahme wird zum Schutz der Athleten vor Überhitzung ergriffen, wenn die Wassertemperaturen zu hoch sind. Mir als relativ ordentlichem Schwimmer kam das Verbot ganz gelegen. Ich ging beim Schwimmen wie geplant dann auch voll an und versuchte ein optimales Ergebnis zu erzielen. Unterwegs ergab es sich dann aber doch mehrfach, dass ich andere Athleten fand, die ein ähnliches Tempo schwammen. Um nicht die ganze Zeit vorne schwimmen zu müssen, nahm ich etwas Geschwindigkeit raus, reihte mich ein und nutze ebenfalls den kräfteschonenden Wasserschatten anderer Schwimmer. Dann kam mit dem Radfahren die Disziplin, bei der ich im Vergleich zu den Vorjahren am meisten am Trainingsaufbau geändert hatte. Ich war also gespannt wie gut ich mithalten würde, ohne an meine Grenzen gehen zu müssen. Das Ergebnis war überraschend gut, das Tempo war für meine Verhältnisse relativ hoch und ich hatte auch keine konditionellen Schwierigkeiten, entsprechend verlor ich auch nicht so viele Plätze wie sonst üblich. Für die letzte Disziplin hatte ich mir eine Kilometervorgabe gegeben, die meinem geplanten Lauftempo für die Langdistanz entsprach. Schnell merkte ich, dass mir das gefühlsmässig doch etwas zu langsam war. So war ich letztendlich doch etwas flotter unterwegs behielt aber das Ziel im Auge, den Lauf möglichst konstant und ohne grosse Anstrengung zu beenden. Dies klappte ganz gut. Zwar machte auch mir am Sonntag die Sommerhitze der frühen Mittagsstunden zu schaffen, aber ich konnte aufgrund meines ökonomischen Laufs grössere Schwierigkeiten vermeiden. Im Zielkanal erlaubte ich mir dann doch noch einen kleinen Leistungstest und zog einen - wie ich am Raunen des Publikums hören konnte - offensichtlich sehr beeindruckenden Spurt durch. Eine Gesamtzeit von unter 5 Stunden verfehlte ich nur knapp, war mit dem Ergebnis jedoch sehr zufrieden Auch die Trainingswoche fand so noch einen versöhnlichen Abschluss. Noch 12 Tage .. .

4. Juni 2007

Letzte extensive Trainingseinheiten

Die letzte Woche war nochmal eine der vom Trainingsaufwand her aufwendigsten ausserhalb des Trainingslagers. Insbesondere das Laufen habe ich verstärkt trainiert, das regnerische Wetter spielte sicher auch eine Rolle dabei, denn Radfahren bei Regen macht mir nicht wirklich Spass, vor allem mehrere Tage aufeinander .. . So kam ich bei 5 Laufeinheiten auf über 80 Kilometer, ausserdem noch eine Radausfahrt zu 145 km und 2 Schwimmeinheiten mit nicht ganz 7000 Meter. Zu mehr war kaum Zeit und es wäre vermutlich auch nicht sinnvoll gewesen, weil die Steigerung dann vielleicht doch zu heftig gewesen wäre; das hätte mich im schlechtesten Fall wieder zurückwerfen können. Die Einheiten hatten es aber auch so in sich. Vom 34 km Lauf hatte ich ja schon berichtet, tags zuvor hatte ich noch auf der Laufbahn ein kürzeres Intervalltraining absolviert. Freitags dann beim Schwimmen 30 mal 100m schnelle Kraulintervalle nur mit kurzen Pausen. Am interessantesten dann das Sonntagstraining: ein Koppeltraining aus der schon erwähnten 145 km Radausfahrt entlang der Burgenstrasse im Neckartal und dann durch den Kraichgau mit einem Schnitt von 30 km/h - also nahe dem Wettkampftempo -, direkt im Anschluss an die Ausfahrt dann noch ein Lauf in der Ebene ebenfalls im angepeilten Marathontempo für Roth. Beides hat gut geklappt. Das Wetter am Sonntag war für die lange Einheit auch optimal, im Neckartal blies zwar zwischenzeitlich eine stramme Brise, ansonsten blieb es aber weitgehend trocken, es war nicht zu warm - so darf es in Roth gerne auch sein. Überhaupt bin ich mit der Trainingswoche ganz zufrieden und bin vom Training auch nicht zu müde. Die Grundlagenausdauer hat sich offensichtlich stabilisiert. Das ist gut so, denn nun folgen keine allzu extensiven Trainingseinheiten mehr. Die unmittelbare Wettkampfvorbereitungsphase – besser bekannt als Tapering – hat begonnen. Die Umfänge werde ich nun langsam herunterfahren. Letzter Höhepunkt wird der Triathlon in Maxdorf am nächsten Wochenende sein, den ich aber schon nicht mehr mit der vollen Intensität durchmachen werde, irgendwann während des Radfahrens werde ich "einen Gang rausnehmen". Tapering ist englisch für „Zuspitzen“, Ziel der Phase ist es komplett erholt in den Hauptwettkampf zu gehen und sich in den letzten Wochen zuvor nicht mehr zu viel zuzumuten.
Und mein Hauptwettkampf ist Roth! Der Countdown hat begonnen - nur noch 19 Tage bis zum Start.

31. Mai 2007

Benefizlauf am Weltnichtrauchertag

Am 31. Mai fand am Weltnichtrauchertag in Rot (ohne „h“) ein Benefizlauf zugunsten der Aktion Ohne Kippe der Thoraxklinik in Heidelberg statt. Für mich stand schon kurz nachdem ich von dem Lauf gehört hatte fest, dass ich hier teilnehmen würde. Schon lange hatte ich mir überlegt mal mit dem Sport für einem guten Zweck – insbesondere zur Krebsprävention und -behandlung – Geld zu sammeln. Zu der veranstaltenden Klinik hatte ich in der Vergangenheit selbst schon einen persönlichen Bezug bekommen. Ein Blick in den Kalender und die Anmeldung war unterwegs. Die Idee bei diesem Lauf war, dass pro gelaufene Runde Geld an die Kampagne ging. Wie schnell und wie viel man laufen wollte, konnte man selbst bestimmen. Selbst die Startzeit war offen. Gelaufen wurde auf den Wegen des Golfclubs St.Leon-Rot, die ich schon von anderen Läufen gut kannte. Zufälligerweise passte der Termin Ende Mai auch hervorragend in mein sportliches Vorbereitungsprogramm. Genau in diesem Zeitraum wollte ich sowieso einen längeren Lauf absolvieren.

Am Veranstaltungstag war das Wetter das fast optimal. Temperaturen etwas über 20 Grad, trocken und sonnig. Die Anfahrt war nicht gross ausgewiesen, aber ich kannte die Anlage ja schon. Um den Info- und Anmeldestand war weitere Zelte mit Verköstigungen für das leibliche Wohl aufgebaut. Zum Lauf musste man dann auf die Anlage gehen. Dort erwartete einen ein buntes Treiben: zwischen Golfern und Golfautos zogen LäuferInnen alles Couleur ihre Runden. Je Runde bekam man ein Band um den Arm, wenn man mehrere bunte Bänder gesammelt hatte, wurden diese gegen andere Bänder getauscht, die durch ihre Farbe eine gelaufene Rundenzahl kennzeichneten. Ich genoss es endlich mal nicht mit einer Startnummer bei einer Veranstaltung an den Start gehen zu müssen. Wenngleich ich Startnummern immer an einem Startnummernband befestige und mir somit meine Sportsachen nicht mit irgendwelchen Nadeln durchlöchern muss, so nerven mich diese flatternden – teils übergrossen – Blätter trotzdem immer wieder. Man kann sie eigentlich hin drehen wo man möchte, sie stören fast immer. So lief ich los – noch ohne Band um den Arm. Ziel war es möglichst lange konstant zu laufen, 28 km sollten es möglichst schon werden – alles weitere würde ich spontan entscheiden. Auf der Strecke war einiges los: schnellere Läufer, langsamere Läufer, Kinder, Jugendliche, Walker, Nordic Walker, Spaziergänger, ab und zu ein Radfahrer oder Golfwagen und .. Golfer. Ab und zu glich der Lauf einem Slalom, im Grossen und Ganzen konnte man aber frei laufen und seine Runden ziehen. Die Strecke war gut markiert, an verschiedenen Punkten sassen Posten, die aufpassten, dass man nicht falsch lief. Auf die 2 km Strecke gab es zwei Verpflegungsstände mit Wasser, 2 Sportgetränken, Riegeln und etwas Obst. Auf der zweiten Runde traf ich auf meinem Kollegen und Laufkameraden Gernot, mit ihm lief ich fortan gemeinsam. Er hatte bis zu diesem Zeitpunkt schon 6 Runden gelaufen und bereitete sich bei diesem Lauf ebenfalls für einen nahen Ultramarathon vor. Während des Laufs begegneten uns immer wieder andere bekannte Läufer aus dem Sport, der Firma oder auch Familienmitglieder. Das Tempo war durchgehend relativ konstant (um die 4:52 Min/km), die Schwankungen der verschiedenen Zwischenzeiten waren nur marginal. Bei 28 km fühlte ich mich immer noch gut – noch kein Mann mit dem Hammer wie sonst beim Marathon. Nach 30 Kilometer machten sich langsam etwas die Beine bemerkbar, 32 km war meine geplante Obergrenze, doch ich liess mich zu einer weiteren Runde überreden. Nach 34 km stieg ich dann aus, Gernot zog noch weiter seine Runden – die Marathondistanz hatte er schon lange überschritten. Ich fühlte mich immer noch relativ gut. Leider machte ich wiedermal keine Dehnübungen und so hatte ich auf dem Rückweg zum Auto doch relativ schwere Beine.

Insgesamt ein netter Lauf in familiärer Atmosphäre und ohne Zeit- oder Platzierungsdruck. Einfach aber gut organisiert und alles für einen guten Zweck – was will man mehr? Mir hat es viel Spass gemacht. Ich hoffe, es konnte viel für die Kampagne gesammelt werden und bin froh, dass auch ich einen kleinen Teil dazu betragen konnte.

Zwischenwettkampfphase

Die aufmerksamen Leser haben es schon gemerkt: die Abstände zwischen meinen Einträgen hier sind länger geworden. Das ist recht leicht erklärt: in allen Bereichen des Lebens ist momentan viel zu tun, so bleibt mir wenig Zeit für andere Sachen. Heute hat es wieder mal geklappt, also kommen wir nun zum Thema.

Wie schon berichtet habe ich an den ersten Maiwochenenden an den ersten Triathlonligawettkämpfen teilgenommen und sie als intensive Trainingseinheiten und Wechseltraining genutzt. Für die verbleibenden Wettkämpfe, die teilweise um den Termin von Roth herum liegen, sind nun andere vorgesehen. Ich kann mich also voll auf die anstehende Langdistanz konzentrieren. Als erstes habe ich meine Trainingsumfänge wieder erhöht und dafür an Intensität etwas rausgenommen. Wobei das die Intensität relativ ist: wenn ich z.B. vergleiche mit welchem Tempo ich im Winter Rennrad gefahren bin (zwischen 23 und 26 km/h) und welcher Geschwindigkeit ich jetzt immer noch locker durch die Lande brause (zwischen 26 und 32 km/h), dann gibt es da doch deutliche Unterschiede. Ähnlich verhält es sich auch bei den anderen beiden Disziplinen. Weitere Wettkämpfe als Leistungstests habe ich nun nicht mehr geplant. Ende Mai nehme ich noch an einem Benefizlauf ohne Zeitnahme oder feste Streckenlänge teil, am 10. Juni ist dann zwei Wochen vor dem Challenge meine Generalprobe beim Triathlon in Maxdorf/ Pfalz. Da dieser Triathlon eine Mitteldistanz ist (hier: 2-82-20), haben mich schon einige gefragt, ob das so knapp vor Roth nicht zu viel wäre? Ich glaube es nicht, da ich ähnliches schon mal gemacht habe und den Triathlon in Maxdorf kenne. Ich werde ihn für ein lockeres Wechseltraining nutzen und sicher nicht mehr an mein Limit gehen – Platzierung und Zeit sind mir egal, denn mein grosses Ziel ist erst zwei Wochen später.

In meiner letzten Trainingswoche habe ich montags mit einer kürzeren Radtour begonnen; das Wetter war noch schön und für die nächsten Tage war schon Regen angesagt worden was sich auch bewahrheitete. Da ich nach den 3 Wettkampfwochenenden eine gewisse Müdigkeit spürte, ging ich es im weiteren Verlauf der Woche etwas kürzer an. 2 mal lief ich insgesamt nur etwas mehr als 22 Kilometer, so viel laufe ich sonst in einem Training. Beim Schwimmen machte ich ein Technik- und ein Schnelligkeitstraining. Am Sonntag machte ich dann mit einem Vereinskameraden eine längere Radausfahrt durch den Kraichgau. Die südöstlich von Heidelberg gelegene Region eignet sich sehr gut als Vorbereitung für Roth, ist sie von der Beschaffenheit her recht ähnlich zur fränkischen Seenlandschaft. Immer wieder gibt es kurze Anstiege, flach kann man nur selten länger fahren. Leider erwischten uns immer wieder während dieser Ausfahrt kleinere aber heftige Schauer. Nach dem dritten Regenguss und schon über 140 km hatten wir dann genug und haben den kürzesten Weg heim gewählt. Für die nächste Woche ist nun vor allem eine Steigerung des Laufpensums wieder geplant. Inwieweit wieder eine längere Radausfahrt möglich ist, hängt von der zur Verfügung stehenden Zeit und sicher auch zum Teil von dem relativ unbeständigen Wetter ab. Was das Trainingstempo bei den 3 Disziplinen angeht, versuche ich nun häufiger nahe an meinem geplanten Wettkampftempo für Roth zu trainieren, um mich an die Belastungen zu gewöhnen und ein Gefühl für die richtige Geschwindigkeit zu bekommen.

20. Mai 2007

Spagat zwischen Kurz- und Langdistanztraining

In der vergangenen Trainingswoche war noch einmal ein Spagat notwendig: im Ligateam für den Teamtriathlon in Forst über die Kurzdistanz (in diesem Fall: 1000m Schwimmen, 30km Rad und 8 Laufen) waren ein paar Leute ausgefallen, so musste ich einspringen. Gleichzeitig wollte ich nach den vielen intensiven aber kürzeren Einheiten der vergangenen Wochen mich nun wieder auf die nahenden längeren Distanzen vorbereiten. Ich durfte mich nur nicht zu sehr verausgaben, damit ich beim Wettkampf am Wochenende wieder fit war. Die Woche begann ich wie die Wochen zuvor bis Mittwoch mit 2 Laufeinheiten und einem Schwimmtraining. Am Donnerstag regnete es morgens wiedermal in Strömen. Doch es half nichts, wir wollten zumindest einmal für den Teamtriathlon das Mannschaftszeitfahren auf dem Rad trainieren. Einen Teamtriathlon kann man sich wie ein Mannschaftszeitfahren im Radsport vorstellen - nur dass man eben 3 Disziplinen gemeinsam zu absolvieren hat. In unserem Fall bestand das Team aus 4 Leuten, wobei die Zeit der Dritten im Ziel als Zeit des Teams gewertet wurde. So drehten wir dann am Feiertag in aller Frühe vor den Toren Heidelbergs unsere Runden. Ich hatte Mühe mitzuhalten, ob es an der Motivation oder an der Kondition lag, ist schwer zu sagen. "Aufbauend" war das Training jedenfalls nicht gerade. Nachdem wir ein paar Runden gedreht hatten, kehrten wir pitschnass nach Hause zurück. Zum späten Nachmittag hin klarte es dann auf. Ich entschloss mich spontan zu einem längeren Lauf. Die Strecke sollte nicht zu schwierig sein, so lief ich flach am Neckar entlang in der Rheinebene. Umso länger ich lief, umso besser wurde das Wetter. Die Wege waren noch nass - voller Pfützen - die Luft aber klar und nach vielen Regentagen machte es mal wieder richtig Spass bei schönem Wetter eine neue Laufstrecke zu erkunden. Die Strecke war ich vorher so noch nicht gelaufen, demnächst werde ich sie vielleicht etwas detaillierter beschreiben. Am Ende standen knapp 26 km zu Buche. Den Freitag nutze ich dann spontan als sportlichen Ruhetag und trainierte anstatt dessen am Samstag - auch hier galt es vor dem Wettkampf in Forst nichts mehr zu übertreiben. So fuhren wir flach in die Pfalz. Wie so häufig führten uns die Wegmarkierungen in die Irre, weswegen wir nach einiger Zeit genervt wieder auf die badische Seite zurückkehten und dort noch etwas weiter fuhren - immer meist locker mit nur ein paar sehr kurzen Zwischensprints.
Sonntag war es dann so weit: mein erster Mannschaftstriathlon. Den Triathlon in Forst hatte ich schon einige Male gemacht, so war mir die Strecke bekannt. Dieses Jahr hatten sie jedoch ein paar kleinere Änderungen vorgenommen. Mir persönlich kamen die Änderungen sehr entgegen. Sowohl Rad- wie auch Laufstrecke sind nach meinem Empfinden 2007 deutlich interessanter, schneller und auch sicherer geworden. Die Teams gingen im Abstand von 20 Sekunden auf die Schwimmstrecke, unser Start war um 10:40 Uhr. Eingeschwommen waren wir vorher nur kurz. Nach dem Start versuchten wir uns erstmal zu sortieren und legten dann ein sehr schnelles Tempo zur ersten Boje hin. Das konnten wir so sicher nicht bis zum Ende der Schwimmstrecke halten, wenn wir zusammen bleiben wollten .. . Und tatsächlich hatte sich unser 4er Team nach der Boje schon deutlich auseinander gezogen. Wir sammelten uns wieder und schwammen dann etwas langsamer weiter. Zwischendurch gab es einige Male ein kleines Durcheinander wenn wir einige der Schwimmer vor uns überholten. Beim Ausstieg waren wir 4 aber wieder beisammen. Der Wechsel zum Rad klappte recht gut. Die Radstrecke in Forst ist flach und schnell, eignet sich deshalb auch hervorragend für ein Mannschaftszeitfahren. Vor dem Zeitfahren hatte ich nach dem nicht ganz so guten Training von Donnerstag den meisten Respekt, ist Radfahren doch sowieso meine schwächste Disziplin. Doch es lief überraschend gut. Unser Kilometerschnitt pendelte sich trotz einem strammen Wind knapp über der 40 ein. Nach und nach überholten wir vor uns gestartete Teams. Das Tempo war hart, auch bei den anderen Gruppen konnte man beobachten wie teilweise heterogene Teams Mühe hatten zusammen zu bleiben. Auf die Laufstrecke gingen wir dann nur noch zu dritt. In der Zwischenzeit war es richtig heiss geworden - zum Glück liefen wir meist im Wald. Man merkte, dass wir nun alle zu kämpfen hatten, es wurde kaum noch geredet - jeder war mehr mit sich selbst beschäftigt und versuchte so gut es ging das Tempo zu halten. Die Kilometer zogen sich in die Länge und wollten gar nicht mehr enden. Erst als ich das Ziel sah, konnte ich nochmals meine letzten Reserven mobilisieren.
Mit dem Ergebnis waren wir ganz zufrieden, ernüchternd war trotzdem wieder zu sehen wie viel Luft noch nach oben war. Zum Vergleich: unsere erste Mannschaft schaffte auf der Radstrecke einen Kilometerschnitt von über 47 km/h und war letztendlich im Gesamtergebnis nochmal 12 Minuten schneller als wir. Mir hat der Wettkampf einen grossen Spass gemacht. Einen Triathlon im Team zu absolvieren, war eine ganz neue Erfahrung. Und einen Schnitt von 40 km/h und mehr fährt man sonst auch nicht alle Tage.
Als Ergänzung der Trainingswoche bleibt zu erwähnen, dass ich abends noch zur Erholung im See in St.Leon locker schwimmen gegangen bin.

18. Mai 2007

Material für die erste Disziplin

Für die erste Disziplin beim Triathlon gibt es wenig Materialien, die ein Athlet verwenden kann.

Die Badekappe wird in der Regel vom Veranstalter zum Wettkampf ausgegeben. Die Benutzung der ausgegebenen Badekappen ist meist Pflicht, stehen doch oft Sponsoren darauf und wird mit der Farbe auch eine gewissen Gruppenzugehörigkeit ausgewiesen. Insofern lohnt die Anschaffung für einen Wettkampf kaum. Ich habe einmal eine Badekappe mit dem Namenszug des Vereins bekommen, diese durfte ich bis heute nicht verwenden. Unterschiede gibt es hinsichtlich Grösse und verwendetem Material; bei Wettkämpfen waren sie bei mir bisher immer aus Latex. Vorteil von Latex ist, dass die Badekappe quasi auf jeden Kopf passt.

Bei der Schwimmbrille scheiden sich die Geister. Viele unterschiedliche Hersteller und Modelle sind hier auf dem Markt, klare Marktströmungen lassen sich kaum ausmachen. Während ein Teil der Athleten auf die spartanische Schwedenbrille schwört, gehen andere mit Taucherbrillen ähnlichen Modellen an den Start. Dann stellt sich noch die Frage, welche Gläser die Brille haben sollte. Für Brillenträger gibt es in vielen Dioptrienstärken vorgefertigte Schwimmbrillen. Die Gläser gibt es in unterschiedlichen Farben. Manche Brillen haben am Rand eine Silikonbeschichtung für einen besseren Sitz. Ich selbst verwende je nach Wettkampf von einem einfacheren Modell mit einer Silikonbeschichtung zwei unterschiedliche Brillen. In Hallenbädern schwimme ich mit klaren oder blauen Scheiben, während ich draussen eher eine dunkle Brille verwende, damit mich die Sonne nicht so stark blendet.

Dann gibt es noch das Thema Kleidung. Manch einer startet nur in einer Badehose. Ich ziehe in der Regel gleich die Triathlonbekleidung an. Diese trocknet schnell und kann für die folgenden Disziplinen gleich angelassen werden. Darüber werde ich vermutlich nochmal separat referieren.

Kommen wir also nun zum wichtigsten Utensil: dem Kälteschutz- oder Neoprenanzug. Geliebt und gehasst zugleich. Gehasst, weil er recht eng sitzt und man häufiger mal Schwierigkeiten beim An- und Ausziehen haben kann. Beim Kauf eines Anzugs kann man viel falsch machen. Mein erster Anzug war bspw. zu unflexibel, ich konnte mich nicht richtig bewegen, in Folge ermüdete die Arm- und Schultermuskulatur recht schnell. Der Hals war vorne recht hoch, was mich beim Atmen störte und hinten rieb ich mir mit dem Klettverschluss regelmässig nach kurzem Tragen den Hals auf. Ein Anzug bietet aber natürlich auch Vorteile. Wie der Name schon sagt, ist der Anzug zuallererst mal ein Schutz gegen die Kälte. Gerade bei den Triathlons früh oder spät in der Saison kann das Wasser schon mal empfindlich kalt sein, dann will man nicht wirklich ohne eine Kälteschutz hinein. Der Anzug trägt aber vor allem einem ganz anderen Umstand Rechnung, weswegen ihn die Meisten gerne verwenden. Das Schwimmen hat nämlich einen ganz entscheidenden Unterschied zu den beiden folgenden Disziplinen: während die späteren Disziplinen vor allem eine gute Ausdauer und mentale Stärke verlangen, so ist beim Schwimmen mehr eine gute Schwimmtechnik und Wasserlage gefragt - Ausdauer spielt hier eher eine untergeordnete Rolle. An der Schwimmtechnik lässt sich wenig ändern, aber gerade die Wasserlage wird durch das Tragen eines Neoprenanzugs verbessert. Der "Neo" führt zu mehr Auftrieb und verhilft so zu einer höheren Wasserlage, was theoretisch zu einem geringeren Wasserwiderstand führt. Man geht davon aus, dass man - wenn alles passt - der Geschwindigkeitszuwachs mit einem Neoprenanzug zwischen 6 und 15 % betragen kann. Insofern unterstützt der Anzug durch seinen Auftrieb vor allem schlechtere Schwimmer, die sonst eher eine schlechtere Wasserlage haben.
Ich selbst schwimme mit dem Xterra Vector Pro 2. Der Anzug ist aus 1,5 bis 5mm starkem Neopren. Laut Werbung hat das Material des Anzugs einen niedrigeren Reibungskoeffizienten, weshalb es den Schwimmer auch mit weniger Widerstand durchs Wasser gleiten lässt. Ausserdem ist der Anzug sehr flexibel, weshalb ich beim schwimmen weniger Kraft aufwenden muss und meine Arme nicht so schnell müde werden wie bei meinem ersten Anzug.
Problem bzgl. der Verwendung eines Neoprenanzugs beim Triathlon ist leider noch, dass das Regelwerk zur Benutzung auf den ersten Blick recht unübersichtlich ist. Die Verwendung im Wettkampf kann abhängig von Altersklasse, Wassertemperatur und Außentemperatur erlaubt oder auch verboten werden. Deshalb kommen neuerdings so genannte Schwimmanzüge im Mode. Diese sind dann meist aus einem recht gleitfähigen Material, bieten aber in der Regel nicht den Auftrieb eines Neoprenanzugs. Ich selbst besitze bisher noch keinen Schwimmanzug, deshalb kann ich im Detail dazu noch nichts sagen.

14. Mai 2007

Rekom-Woche mit Meisterschaft und Liga am Wochenende

Eine weitere Trainingswoche und der zweite Ligawettkampf sind Geschichte. Nach dem kleinen Einbruch in der Vorwoche versuche ich mich diese Woche noch etwas zu erholen, am Wochenende stand dann die Baden-Württembergische Meisterschaft im Swim & Run auf dem Programm, die gleichzeitig der 2.Ligawettkampf für unser Team darstellte. Der Regenerationsaspekt der Trainingswoche wurde durch die äusseren Umstände noch etwas unterstützt: das Wetter war durchwachsen und das Schwimmtraining fiel teilweise wegen einer Veranstaltung aus. Ein weiterer Punkt war die Motivation, die nach all den Umfängen der vergangenen Zeit auch einen kleinen Durchhänger erlebte. Problem: gerade jetzt sind die entscheidenden Trainingswochen in Hinlick auf Roth - noch etwas über einen Monat bis zu meinem Saisonhöhepunkt sollte ich jetzt nicht mehr schludern. Also fuhr ich das Training nur leicht herunter und versuchte meinen Kopf mit kleinen Trainingsvariationen frei zu bekommen. Dienstags beim Schwimmtraining waren die Zeiten der 400m-Tests recht gut. Mittwoch auf der Laufbahn dann ebenfalls ein paar 400m-Intervalle, auch hier kam ich nahe an meine Bestzeit heran. Donnerstag bin ich dann erstmals seit dem Trainingslager wieder im Neo geschwommen. Freitag entschloss ich mich dann kurzfristig dazu anstatt dem eingeplanten Rennradtraining zu einer netter Tour mit dem Mountainbike. Nach dem Ruhetag am Samstag fühlte ich mich wieder fit. Leider war die Nacht auf Sonntag nicht so gut, weshalb ich Sonntag dann etwas unausgeschlafen in Waiblingen anreiste.

Mein letzter Swim & Run lag nunmehr 5 Jahre zurück. Damals in Stuttgart-Feuerbach zahlte ich viel Lehrgeld und machte bei meinem ersten Mehrdisziplinen-Wettkampf so ziemlich alles falsch was möglich war; diesmal sollte es besser laufen. Man konnte damit rechnen, dass die Konkurrenz wieder recht stark war, trafen doch Liga und BaWü-Meisterschaft hier aufeinander. Es wurde in mehreren Startgruppen gestartet, standen im Schwimmbad doch nur 5 Bahnen zur Verfügung, wobei sich 2 Mannschaften je eine Bahn teilen mussten. Kälteschutzanzüge (=Neopren) waren nicht erlaubt. In der 1. Disziplin lief es dann leider nicht so gut wie erhofft, ordneten wir uns doch etwas falsch ein. Bis sich die Gruppe sortiert hatte, hatten unser Team etwas den Anschluss verloren. Bei mir lief es recht ordentlich, als wirklich gute Leistung würde ich das noch nicht einordnen. Wir hatten uns irgendwann mit dem Tempo arrangiert und sparten uns die Körner für das Laufen. Ziemlich geschlossen kamen wir nach 17 Minuten und 1000 Metern aus dem Wasser. Mein Wechsel war ganz ordentlich. Ich wagte es ohne Strümpfe in den Schuhen zu laufen, anno 2002 in Feuerbach hatte ich mir dabei ebenfalls auf 8,1 km noch beide Füsse blutig gelaufen. Zu Beginn der Laufstrecke lief es bei mir richtig gut - ich konnte einige Konkurrenten überholen. Die Schuhe sassen zwar nicht richtig fest, aber das sollte mich erstmal nicht stören. In 3 Runden ging es durch die schöne Waiblinger Auenlandschaft nahe dem Freibad. Leider bekam ich nach kurzer Zeit Seitenstechen. Ich versuchte ruhig zu atmen, doch wie sollte das gehen bei dem hohen Lauftempo? Eben überholte ich noch einen Läufer, dann wurden die Seitenstechen zu stark - ich musste anhalten und versuchte tief durchzuatmen. Den Stopp nutze ich um meine Schuhe fester zu ziehen. Dann versuchte ich langsam wieder anzulaufen. Die Seitenstechen waren immer noch da, aber das musste gehen, schliesslich war ich für das Team unterwegs, war derzeit unser Bestplatzierter und wollte das beste für unser Team rausholen. Während der kurzen Pause war ich natürlich wieder überholt worden, die Plätze wollte ich schnell wieder gut machen. Obwohl ich immer noch ein leichtes Seitenstechen hatte, lief es sich nach der Pause deutlich besser. Langsam wurde mir heiss, ich hatte Durst. Doch die Runde war nicht so lange, von daher musste ich nicht lange auf die nächste Wasserstation warten. Mit einer Laufzeit von 31:47 Minuten kam ich ins Ziel, das entspricht einer Pace von rund 3:55 Min/km. Ich kann mich an keine Matte nach der Wechselzone erinnern, deshalb müsste in der Zeit auch der Wechsel inklusive sein. Von daher war das tatsächliche Tempo vermutlich noch deutlich höher.

Summa summarum konnte ich mit dem Lauf mit Ausnahme des Zwischenstopps sehr zufrieden sein, das Schwimmen hätte noch etwas besser sein müssen. Das Ergebnis reichte für mich zu einer Platzierung im Mittelfeld der Liga, die Mannschaft fiel leider um einen Platz zurück. Der Wettkampf an sich war sehr schön und eigentlich empfehlenswert. Wäre den Organisatoren nicht ein grober Fauxpas beim Kindertriathlon passiert. Hier hatten sie einen unserer Nachwuchsathleten in der Startliste als Mädchen geführt und trotz rechtzeitiger Reklamation dies bis zum Wettkampf auch nicht verbessert. Ergebnis war letztendlich, dass der Kleine weder bei den Mädchen noch bei den Jungen starten durfte, weil man vergessen hatte ihn dorthin umzutragen. Der Junge war natürlich tiefbetrübt und umsonst nach Waiblingen gekommen. Uns war es allen unverständlich, dass sich das ansonsten ordentlich arbeitende Orga-Team hier so unflexibel und unsensibel zeigte.

Ausführlicherer Bericht bei 3athlon.

7. Mai 2007

Die Saison beginnt

Die vergangene Trainingswoche verlief wegen des Brückentags etwas anders als gewohnt. Nach einer längeren Tour durch Vorderpfalz und Rheinebene am Sonntag, stand Montag ein Koppeltraining auf dem Programm. Dienstag dann nochmals eine längere Radtour im Schwarzwald. Mittwoch legte ich dann planmässig einen Ruhetag ein. Am Donnerstag war ich wieder fit wie ein Turnschuh, was mir zum Verhängnis werden sollte. Zuerst machte ich einen Tempodauerlauf mit einigen zusätzlichen Steigerungen. Abends entschloss ich mich spontan als Vorbereitung auf den Duathlon nochmal für eine lockere Einheit auf dem Rad. Doch dann machte ich einen fatalen Fehler: im Neckartal rollte es so gut, dass ich etwas übermütig wurde und in eine Art Geschwindigkeitsrausch kam. Im oberen 30er Tempobereich bretterte ich durch das Neckartal und versuchte eine neue Bestzeit auf meiner Feierabendstrecke aufzustellen. Gegen Ende war ich natürlich etwas fertig, aber das gehört bei einem Tempotraining ja dazu. Erst Freitag beim einzigen Schwimmtraining der Woche merkte ich dann, dass ich offensichtlich am Vortag zu hart trainiert und einige Körner gelassen hatte. Erst machte ich kleinere Pausen, doch dann brach ich das Training vollends ab, schliesslich galt es am Wochenende einen Duathlon erfolgreich zu absolvieren. Samstag legte ich meinen zweiten Ruhetag der Woche ein und hoffte so am Sonntag wieder halbwegs fit zu sein.

Der Duathlon in Trossingen (auf über 700m Höhe) ist relativ profiliert. Der erste Abschnitt führt über 4 Laufrunden à 2 km durch den Ort, die Radstrecke verläuft in 5 Runden mit je 9 km zum Teil auch ausserhalb des Ortes auf der Strasse Richtung Aldingen. Der zweite Lauf zum Abschluss führt dann nochmal über 2 Laufrunden durch den Ort. "Rollen" kann man es auf der Strecke kaum lassen, es hat einige Kurven, Hügel und einen Wendepunkt. Die Veranstaltung ist insgesamt ganz nett, wobei es meiner Ansicht nach noch organisatorisches Verbesserungspotential u.a. bei der Verpflegung und der Streckenführung gäbe.

Am Wettkampftag war es sonnig, relativ warm (25°C) und trocken – eigentlich nicht die schlechtesten Bedingungen. Doch leider wehte zunehmend ein böiger Wind, so musste man häufiger bergauf wie bergab gegen den Wind ankämpfen. Die erste Disziplin verlief für mich gar nicht so gut. Ich fühlte mich steif, ungelenk und fand zu keiner Zeit zu meinem Schritt – es war einfach nur anstrengend. Auf der ersten Radrunde ein ähnliches Szenario: hinweg war die Leichtigkeit aus den letzten Trainingseinheiten. Ich machte mir wirklich Gedanken wie ich diesen Trip nur vernünftig zuende bringen könnte - ich versuchte erstmal ruhig zu bleiben und mich von Runde zu Runde durchzukämpfen. Und tatsächlich mit zunehmender Dauer ging es langsam besser. Mitte der 4. Radrunde hatte ich so langsam den Eindruck, dass auch meine Muskeln mitspielen wollten – leider etwas spät, ich hatte schon zahlreiche Plätze verloren. So genau liess sich meine Position leider nicht bestimmen, da ausser den Ligastartern sich noch einige andere Athleten auf der Strecke tummelten. Der abschliessende Lauf ging dann gefühlsmässig sehr gut – keine Spur von den grossen muskulären Problemen, von denen mir vorher in bezug auf die Belastungen eines Duathlons erzählt wurde. Leider war auf der kurzen Laufstrecke nicht mehr viel Boden gut zu machen. So lief ich relativ einsam im hinteren Feld nach rund 2:17 Std. ins Ziel. Richtig zufrieden war ich mit dem Ergebnis natürlich nicht, aber unter den Umständen war am heutigen Tage nicht mehr drin. Zumindest beim Wettkampf hatte ich nichts gross falsch gemacht. Mit einer vernünftigen Vorbereitung wäre vermutlich mehr drin gewesen. Aber schliesslich ist mein oberstes Ziel die Langdistanz im Juni und diesen Duathlon habe ich mehr aus dem Training heraus gemacht. So kann man gegen die Spezialisten nicht viel erwarten – vor allem, wenn man in der Woche vorher einen solchen Trainingsfehler macht.

2. Mai 2007

Die neue Saison naht

Nach der ruhigeren Phase im Anschluss an das Trainingslager und an die Flandernrundfahrt habe ich Intensität und Quantität des Trainings wieder erhöht. Ich fühle mich wieder ausgeruht und bin bereit zu neuen Taten; die Trainingsergebnisse sind recht vielversprechend. Die Trainingsmethoden sind nun spezifischer auf bestimmte Anforderungen ausgerichtet. Habe ich in den vergangenen Monaten mehr darauf geachtet die Grundlagenausdauer zu erlangen, dient das Training nun mehr dazu an den Feinheiten zu arbeiten. Für die Einzeldisziplinen heisst das im Moment:

  • Schwimmen – hier trainiere ich nun verstärkt längere Einheiten mit 800 bis 100 Meter am Stück. Beim Mannschaftstraining üben wir Eigenheiten das Triathlonschwimmes wie bspw. um Bojen herum -, im Wasserschatten - oder auch über andere Schwimmer hinweg zu schwimmen.
  • Radfahren: neben den schonmal erwähnten Tempoausdauereinheiten, bin ich in den letzten Tagen auch verstärkt am Berg gefahren und habe die Kraftausdauer trainiert. Dabei fährt man mit einer niedrigeren Trittfrequenz (50-70 U/min) und einer erhöhten Herzfrequenz (80 bzw. 90% vom Max.) eine bestimmte Zeit und mit ggf. bestimmten Wiederholungen einen Berg oder Hügel hinauf. Ausserdem trete ich nach Kurven nun kurz verstärkt an, um schnell wieder auf Geschwindigkeit zu kommen – auch dies hilft mir meine radfahrspezifische Muskulatur für die Belastungen im Wettkampf zu schulen (Kraft, Schnelligkeit und muskuläre Mobilisationsfähigkeit).
  • Laufen: bei der letzten Disziplin habe ich an spezifischem Training in letzter Zeit - wie beim Radfahren auch - die Tempoausdauer trainiert. Die Intervalle auf der Bahn sind auch etwas länger geworden (zwischen 1000 und 3000m).

In der letzten Woche bin ich mit dem Training auf etwas über 15 Wochenstunden gekommen. In dieser Woche werde ich das Training nun wieder leicht herunterfahren, um mich von den letzten langen Einheiten ausreichend zu erholen. Ausserdem steht ein weiteres Novum in meiner sportlichen Laufbahn an, für das ich auch erholt sein muss: dieses Jahr sind erstmals Starts in der Triathlonliga für den Verein geplant. Die Distanzen sind kürzer als bei einer Langdistanz und es sind auch nicht immer reine Triathlons. Die Anforderungen sind also leicht unterschiedlich zu meinem Hauptwettkampf. Trotzdem kann ich sie als Aufbauwettkämpfe nutzen, kann ich doch bspw. sehr gut unter Wettkampfbedingungen die Wechsel trainieren und mein Material testen. Zudem bringen sie Abwechslung in den üblichen Trainingsalltag und stellen mal eine neue Herausforderung dar. Als erster Wettkampf steht am Wochenende ein Duathlon auf dem Programm - mein allererster überhaupt. Duathlon heisst Laufen - Radfahren - Laufen (in diesem Fall 8km - 45km - 4km). Die Kameraden haben mir schon bange gemacht - besonders der Wechsel zum zweiten Lauf soll muskulär sehr schwierig sein. Mein Ziel ist natürlich ein für den Verein möglichst gutes Resultat zu erzielen. Letztendlich gilt es aber erstmal sich auf dem neuen Terrain zurechtzufinden und anzukommen. Und welche Zielsetzungen hat unsere 2. Mannschaft für die Liga? Nun viele unserer Starter sind zum ersten Mal in der Liga am Start. Jeder wird sein Bestes geben, aber der Spass am Sport steht im Vordergrund. Am Ende der Saison werden wir schätzungsweise einen Platz im Mittelfeld inne haben. Warten wir es ab. Nähere Informationen zur Triathlonliga gibt es auf der Internetseite des Verbands.

26. April 2007

Back to the roots

Mit dem Wechsel zur Sommerzeit steht abends wieder mehr Zeit für ein Training bei Helligkeit zur Verfügung. Zu dem ist es dieses Jahr verhältnismässig früh im Jahr warm und trocken geworden. Überall blüht und spriesst es. Auch der Rasen in unseren Stadion hat schon eine richtig schöne, grüne Farbe. Fussball wird dort offensichtlich seltener gespielt, das Stadion dient vermutlich hauptsächlich den Sportstudenten und einigen Leichtathletikvereinen für ihr Training. Auch wir laufen mit dem Triathlonverein nun wieder regelmässig auf der Bahn, im Winter mussten wir leider noch mangels Beleuchtung häufiger auf beleuchtete Strassen oder Feldwege ausweichen. Die Bahn nutzen wir – wen wundert es - für das Intervalltraining. Doch auch einen weiter Teil wird gerne genutzt: der Rasen!

In Läuferkreisen wird spätestens seit dem Auftauchen eines gewissen dauergrinsenden Doktors aus dem Frankenland heftig über die Vor- und Nachteile des Vorfusslaufens diskutiert. Hierüber gibt es in der Zwischenzeit zahlreiche Studien, Artikel und Bücher – ich will das Thema deshalb nicht so weit ausführen; wer sich dafür näher interessiert wird zu diesem Begriff sicher auch im Internet schnell fündig. Ich für meinen Teil, finde den Vorfusslauf nur bedingt praktikabel: abschnittsweise laufe ich gerne mal auf dem Vorfuss, aber gerade auf längeren Strecken ist ein sauberer Stil hier nur schwer möglich. Besser finde ich da die Theorie des „natürlichen Laufens“ wie sie von dem Sportmediziner und Laufexperten Matthias Marquardt vertreten wird. In mehreren Veröffentlichungen hat er das Thema näher unter die Lupe genommen und versucht die Vorteile herauszustellen. Herausheben möchte ich hierbei das folgenden Buch:

Die Laufbibel – Das Basiswerk für gesundes Laufen

Matthias Marquardt, Christian von Loeffelholz, Björn Gustafsson

Verlag SpoMedis, Preis 24, 95 EUR

ISBN 3-936376-08-5


Für mich ist dieses Buch eines der Besten, die es zur Zeit zum Thema Laufen auf dem Markt gibt. Der Begriff „Bibel“ ist vielleicht etwas hoch gegriffen, doch werden tatsächlich sehr viele Aspekte des Laufens in diesem Buch erörtert. Auch nach dem Lesen nimmt man das Werk immer gerne mal wieder zur Hand, hat man doch ein recht umfassendes Nachschlagewerk, in dessen 15 Kapiteln auch so manche Spezialthemen zumindest am Rande mal erörtert werden. Wie der Untertitel des Buches schon andeutet, legt der Marquardt neben den üblichen Themen wie Trainings- und Wettkampfplanung, Ernährung einen besonderen Wert auf das gesunde Laufen auch durch die richtige – natürliche – Lauftechnik. Auch seine Theorien sind umstritten. In dem Buch leitet er seine Theorien aber sehr gut her und gibt praktische, anschauliche Beispiele. Für mich sind seine Schussfolgerungen somit nachvollziehbar. Ich kann dieses Buch somit nur wärmstens jedem Interessierten zur Lektüre empfehlen!

Unterschied zu der Theorie zum Zahnpasta-Doc ist, dass Marquardt sich beim natürlichen Laufen nicht nur auf den Vorfusslauf beschränkt, sondern noch weitere Aspekte des gesunden Laufens einbringt – so ist sein Laufstil letztendlich das Zusammenwirken verschiedener Elemente wie Körperhaltung, Schrittlänge und -frequenz sowie Auftreten und Abstossen. Auf die einzelnen Elemente will ich jetzt nicht näher eingehen, wen es interessiert, der sollte sich das Buch kaufen. Für den Laien gibt es in dem Buch auch eine Anleitung wie man zu einem solchen natürlichen Laufstil kommt – wie man ihn trainieren kann. Und hier schliesst sich wieder der Kreis zu unserem Rasen. Erstmal die Schuhe aus! Dann raus und laufen! Das geht natürlich nicht überall. Paradebeispiel ist der Sandstrand, aber wer hat zuhause schon einen? Gut eignen sich aber auch Wiesen. Durch die Beschaffenheit einer Wiese läuft der Abrollvorgang eines Fusses unterschiedlich ab. Das Nervensystem nimmt diese Unterschiede wahr und gibt diese an die Muskulatur weiter. Doch Vorsicht: der Gewöhnungsprozess braucht seine Zeit! Das Tragen von Schuhen mit Sohlen vermindert die Reizaufnahme. Der Prozess läuft deshalb besser, wenn man ohne unnatürliche Schuhsohlen mit dem blossen Fuss auf der Wiese läuft – die sensorischen Informationen unterstützen den Lernprozess im Gehirn. Um dies zu testen rate ich das folgende Experiment mal auszuprobieren:

  1. Man stellt sich auf die nackten Füsse und schliesst dabei die Augen.
  2. Nun versucht man die Standfläche zu erfühlen. Ist es ein gleichmässiges Gefühl oder ist ein Fuss mehr belastet? Steht man mehr auf dem Vorfuss oder ist es doch eher gleichmässig der ganze Fuss?
  3. Dieses Gefühl bitte für den späteren Vergleich merken!
  4. Nun einen Fuss ca. 5 Minuten massieren. Mit dem Daumen kräftig über die Fusssohle kreisen, reiben oder etwas an den Zehen ziehen. Nicht zu viel Druck anwenden!
  5. Anschliessend wieder aufstellen und die Schritte 1. und 2. wiederholen.

Man wird eine Veränderung spüren. Durch die Massage wurden die Rezeptoren am Fuss stimuliert. Ein ähnliches Phänomen kann man beim Barfusslauf auf der Wiese beobachten. Die verbesserte Wahrnehmung führt zu einer Effektivitätssteigerung bei Laufmotorik und -koordination und somit auch zu einer verbesserten Lauftechnik. Deshalb machen auch wir nun immer vor einem Intervalltraining immer erst ein paar Läufe auf dem Stadionrasen. Natürlich ist das beim ersten Mal ungewohnt. Ich mag das Gefühl aber in der Zwischenzeit sehr gerne, wenn man barfüßig über den weichen Rasen läuft. Einzig der Muskelkater, der sich im Anschluss an das Training in der Wade einstellt, müsste nicht unbedingt immer sein, aber das wird sich vermutlich mit der Zeit legen.

Blog-Archiv