13. Januar 2013

Haben sie Heidelberg schon bei Nacht gesehen?

Nächtlicher Blick auf Heidelberg und die Rheinebene
Dieses Jahr werden ich bei mindestens zwei Läufen auch in der Nacht unterwegs sein. Was liegt da näher als das gleich von Beginn an mal zu trainieren. Zumal es jetzt zur Winterzeit sowieso sehr früh dunkel wird, da muss man gar nicht spät loslaufen, um in die Dunkelheit zu kommen. Dieses Mal hatte ich mir einen Lauf auf unseren Hausberg, den Königstuhl, vorgenommen. Um die Wildtiere nicht zu sehr zu stören, und natürlich auch aus Sicherheitsgründen, da mir echte Trails alleine in der Dunkelheit doch etwas zu gefährlich erscheinen, blieb ich zumeist auf breiteren Forstwegen oder Strassen. Ausgerüstet mit einer hellen Stirnlampe und einer zweiten kleineren Stablampe arbeitete ich mich so Meter für Meter nach oben. An die Geräuschkulisse im Dunkeln musste ich mich erst wieder gewöhnen. Meist hört man nichts. Ab und zu ein Rascheln, das Plätschern eines Baches, vielleicht sogar kurz zwei funkelnde Augen im Taschenlampenlicht, dann kehrt schnell wieder Stille ein. Als ich dann endlich aus dem dunklen Wald heraus kam und auf die Aussichtplattform am Gipfel heraus kam, konnte ich mir ein "WOW" nicht verkneifen. Wie oft war ich nun schon hier oben? Dieser Anblick von Heidelberg war heute Nacht im leichten Schneegestüber trotzdem wieder etwas ganz besonderes.Ich machte ein paar Bilder, doch die wahre Pracht, die sich mir hier bot, konnte meine kleine Kamera nicht wirklich erfassen.
Zurück in der Stadt
Mir kam ein Lied von Reinhard Fendich in den Sinn: "Haben sie Wien schon bei Nacht gesehen? Haben sie das schon erlebt? Man sieht zwar nicht, ob die Bäume blüh'n, welche besonders beliebt." Bei diesem tollen Anblick hier und heute musste ich in Gedanken "Wien" spontan durch "Heidelberg" ersetzen. Und auch als ich schon längst auf dem Rückweg war, kam mir das Lied noch einige Male in den Sinn. Nach einem kleinen Schlenker über den Gaisberg mit weiteren tollen Ausblicken war ich nach 15 Kilometern und 1,5 Stunden wieder daheim von einem tollen, irgendwie auch abenteuerlichen Lauf. Auf jeden Fall war es mal eine schöne Abwechslung zum winterlichen Trainingsalltag ausserhalb der lärmenden Stadt eine kleine Runde in der Dunkelheit zu drehen.

22. Dezember 2012

Adventslauf im Odenwald

Das Jahr ist noch nicht um und ich habe meinen Saisonrückblick schon geschrieben. Trotzdem gibt es mal wieder einen kurzen Wettkampfbericht - für mich war das nach einer längeren Pause heute schon der Start in die neue Saison. Nach den selbst im Training doch eher durchwachsenen Ergebnissen in letzter Zeit habe ich mir eine kleine sportliche Auszeit gegönnt. Ich war zwar nicht ganz unsportlich, doch laufen war ich kaum; u.a quälten mich auch mal wieder Beschwerden in der Plantarsehne - diesmal im rechten Fuss. Die letzten Tage ging es langsam wieder besser, so konnte ich es zuletzt auch mal wieder wagen 2x die Woche laufen zu gehen. Mein Gefühl dabei war eher durchwachsen - der Trainingsrückstand war offensichtlich. Und auch beim Schwimmen schwimme ich meinen Bestleistungen noch weit hinterher. Deshalb habe mich zuletzt gefühlt wie ein "altes Eisen". Heute ergab es sich, dass ich etwas im Neckartal zu erledigen hatte. Praktischerweise fand morgens gar nicht so weit weg der Adventslauf in Schönau/ Odenwald statt. So nutze ich den Lauf für etwas Abwechslung im Trainingsalltag und ging ohne grosse Ambitionen an den Start: ein schöner Tempodauerlauf sollte es werden. Etwas nervös war ich trotzdem: zu lange war der letzte schnelle Volkslauf her - und dann noch die schlechte Form der letzten Wochen ... . Als ich in Schönau ankam stellte sich noch heraus, dass es auf der bergigen Strecke auch noch Eis und Schnee hatte - dazu regnete es .. das konnte ja lustig werden! Zum Glück hatte ich die passenden Schuhe und die passende Kleidung dabei.

Nächstes Problem Startaufstellung. Wo sollte ich mich einsortieren? Heute besser weiter hinten und ggf. das Feld dann von hinten aufrollen. Schlechte Entscheidung! Auf der teils recht rutschigen Runde im Stadion schlugen einige vor mir ein sehr gemächliches Tempo an, so dass ich schnell in die schneeglatten äusseren Bahnen ausweichen musste, um zu überholen. Dann ging es nach einem kurzen flacheren Stück im Ort in den Berg. Die Geschwindigkeit der anderen Läufer versuchte ich zu ignorieren, aber spätestens auf den ersten matschigen Abschnitten lief ich ganz sicher im anaeroben Bereich. Zum Glück gab es auf dem Weg nach oben zwischendurch mal ein paar kurze flachere Passagen, wo man den Puls mal etwas runterbringen konnte. Mit Steigungsprozenten teils im zweistelligen Bereich arbeiteten wir uns nach oben. Erst nach ca. 7,3 Kilometern hatten wir schliesslich den Gipfel erreicht. Das Feld hatte sich bis dahin schon weit auseinander gezogen und es befanden sich nur noch 2 weitere Läufer ca. 20 Meter vor mir in meiner unmittelbaren Nähe. Ich beschloss erstmal an ihnen dran zu bleiben, obwohl ihr Tempo bei dem Untergrund heftig war. Die beiden schenkten sich nichts, mal griff der eine an, dann der andere. Ich schaute mir das in Ruhe von hinten an und hielt mich solange raus, bis einer der beiden abreissen zu lassen schien. Jetzt forcierte ich das Tempo und flog an ihm vorbei, um nicht den Anschluss an den Vordermann zu verlieren. Anhand der Schritte konnte ich hören, dass mein Verfolger nun versuchte an mir dranzubleiben. Deshalb forcierte ich nochmal, bis seine Schritte leiser wurden und ich mich auch wieder etwas näher an den Vordermann herangearbeitet hatte. Obwohl unser Verfolger irgendwann nicht mehr zu sehen war, hielten wir beiden das Tempo hoch; meine Platzierung wollte ich jetzt auf jeden Fall halten und keinen Platz mehr verschenken. Im Tal schloss ich auf einem Asphaltabschnitt kurz zu meinem Vordermann auf, wir wechselten ein paar Worte, dann liess ich ihn vor dem Ziel wieder laufen - den Platz vor mir hatte er sich mit seiner starken Tempoarbeit auf jeden Fall verdient und ich war mit meinem Lauf sowieso jetzt schon mehr als zufrieden. Nach etwas mehr als 1:07 lief ich ins Ziel und wurde Dritter in meiner Altersklasse (22. gesamt). Der Sieger hatte es in knapp unter einer Stunde geschafft.

Den Adventslauf kannte ich vorher noch nicht. Bisher hatte ich mich immer für einen parallel in der Pfalz stattfindenen Lauf entschieden. Hier in Schönau hat es mir heute aber deutlich besser gefallen. Die Strecke im Wald ist deutlich abwechslungsreicher als das Asphalttempogebolze in der flachen Rheinebene. Die Konkurrenz war hier zwar nicht so gross, trotzdem war meine Zeit glaube ich ganz oderntlich - der Abstand zum Sieger häkt sich zumindest im Rahmen. Auf jeden Fall lässt sich darauf aufbauen.

26. November 2012

Saisonrückblick 2012

Nachdem meine Saison nun beendet ist, wird es Zeit für einen Rückblick mein Sportjahr 2012. Dabei will ich mich auf die aus meiner Sicht interessantesten Ereignisse beschränken. 

Neue Wege beschritt ich im Januar bei einem Einladungs- und Gruppenlauf im fränkischen Schwabach. In überschaubarer Gruppe liefen wir rund um die Goldschlägerstadt. Ein sehr schöner Lauf mal ohne Wettkampfdruck. Das Gruppenlaufen funktionierte überraschend gut. Eine schöne Abwechslung im sonst eher tristen Winter, wenngleich wir dieses Jahr bei dem Lauf keinen Schnee hatten. Dass ich nicht mal 2 Wochen später bei dem 50er im Rodgau, dann nicht mehr ganz konstant laufen konnte, war nicht so schlimm – Rodgau ist für mich inzwischen mehr als Treff innerhalb der Ultramarathonszene denn als ein Wettkampf relevant. Den Lauf muss man nicht zu ernst nehmen. 

Im Februar gab es keine Rennen, dafür machte ich ein paar sehr schöne Läufe in Odenwald und Neckartal. Das will ich wenn möglich auch in diesem Winter wiederholen. Vielleicht bekomme ich dann auch irgendwann eine schöne Strecke für einen kleinen Einladungsultra zusammen. 

Der März begann mit der Ausbildung zum MTB-Trailscout im herrlichen, frühlingshaften Dahner Felsenland. Fahrerisch brachte es mich auf jeden Fall weiter. Die erlernten Guiding-Techniken konnte ich mangels Zeit und Gelegenheiten noch kaum einsetzen, lediglich bei unserem MTB-Alpencross im Sommer konnte ich dank meiner Ausbildung einige Male eine entsprechende Rolle übernehmen. 

Ende März ging es dann nach Paris zum 50km-Lauf und ich kam mit den Erkenntnissen zurück, dass man erstens auch in einer europäischen Metropole einen schönen, landschaftlich reizvollen Lauf stattfinden lassen kann, und zweitens, dass es Ende März in Mitteleuropa schon so warm sein kann, dass man ohne passende Vorsichtsmassnahmen einen Sonnenstich bekommen kann. 

 Im April folgte dann mein vierter Ultratraillauf der Saison im Tramuntana-Gebirge auf Mallorca. Nicht nur wegen der ca. 110 Kilometer und rund 5000 Höhenmeter eine ganz harte Nummer. Auf dem steinigen Untergrund hatte ich aufgrund einer unglücklichen Schuhwahl nach nicht mal der Hälfte der Strecke grosse Probleme überhaupt noch zu laufen. Trotzdem biss ich mich bis zum Ende durch. Das Ergebnis entsprach zwar überhaupt nicht meinen Erwartungen, trotzdem hatte ich bei diesem Lauf wieder einiges gelernt und bei idealen äusseren Bedingungen einen superschönen Lauf gefinisht. Rückblickend betrachtet war dieses Rennen für mich persönlich eines der Highlights meines bisherigen sportlichen Tuns. 6 Tage später hatte ich mich sogar wieder so weit erholt, dass ich dann noch mit akzeptabler Zeit den Halbmarathon in Heidelberg finishen und die erste längere Laufphase der Saison abschliessen konnte. 

Im Mai stelle ich mein Training auf Triathlon um und fing verstärkt mit dem Radfahren an. Anfang Juni bei einem verregneten Kurzdistanz-Triathlon in Obernai/ Frankreich zeigte sich, dass ich in der kurzen Zeit doch zu einer akzeptablen Form auf dem Rad gekommen war, wenngleich ich meine Bestzeiten noch nicht erreichte. Dann folgte die Europameisterschaft auf der Triathlon-Mitteldistanz im Kraichgau. Mein Ergebnis war in Anbetracht der kurzen Vorbereitung nicht wirklich schlecht, doch so richtig zufrieden war ich auch nicht. Gerne hätte ich in den Folgewochen noch an der ein oder anderen Sache gefeilt, doch irgendwie brauchte ich konditionell eine Pause und konnte so keine weiteren Schlüsselreize mehr setzen. Im Juli folgte dann in Roth die Europameisterschaft auf der Triathlon-Langdistanz. Auch hier bin ich mit dem Ergebnis nur zum Teil zufrieden - beim Schwimmen und Laufen hatte ich nicht das erreicht, was ich wollte. Dafür hatte ich trotz böigem, starkem Wind eine klare, neue Bestzeit auf dem Rad, während viele andere ihre Bestzeiten wegen des Windes um 5 bis 10 verfehlten. So war ich nicht unzufrieden: in gerade mal 2 Monaten hatte ich mich in meiner Problemdisziplin in einen wirklich guten Bereich vorgearbeitet. 

Es folgte eine schöne MTB-Transalp an den Comer See. Leider hatte ich seit Anfang Juli schon stärkere Schmerzen im Fussgelenk, was mich auch hier etwas behinderte. Bis Ende Juli wurde es nicht besser. Der bange Gang zum Orthopäden brachte dann aber zum Glück Entwarnung, dass es nichts Schlimmeres war. So steigerte ich vorsichtig mein Training für den Transalpine-Run. Dieser führte uns im September von Ruhpolding in einer grossen Schleife über 320 km und 15.000 hm an die 3 Zinnen nach Sexten. Mein Fussgelenk hielt, ich kam durch und hatte nach dem Lauf in Mallorca ein zweites Highlight, von dem ich sicher noch sehr lange zehren werde. Nur schade, dass es mein Laufpartner Michael nicht ebenfalls ins Ziel geschafft hat. Auf der letzten Etappe zeigte er, dass er aus den ersten Tagen etwas gelernt hatte und da noch mehr gegangen wäre. 

Nach dem Transalpine folgte dann Anfang Oktober die Erstausgabe des Pfalztrail. Ich hatte ihn relativ spontan eingeschoben. nachdem mir klar wurde, dass ein dezidiertes Marathontraining für den Saisonabschluss sowieso nicht mehr möglich war. Nach einem forschen Beginn fehlten mir nach hinten raus dann doch etwas die Körner, die nach dem langen Etappenlauf in den Alpen offenbar doch nicht ganz wieder aufgefüllt waren. Nicht ganz so eklatant, doch ebenfalls offensichtlich baute ich dann auch beim Saisonabschlussrennen in Frankfurt auf den letzten der 42,195 Kilometer ab. 

Die Saison habe ich damit beendet und der Körper bekommt seither seine längst überfällige aktive Pause. Sicher waren einige Resultate in Rennen anderer Jahre besser als in diesem Jahr. Man kann sich auch fragen, ob weniger nicht mehr gewesen wäre. Doch ich bin für meinen Teil mit dem in diesem Jahr erreichten sehr zufrieden. Für mich ist Sport immer noch in erster Linie Spass, Ablenkung, Fitness und manchmal auch Abenteuer. Paris, Mallorca, Roth und der Transalpine-Run waren dieses Jahr vieles von dem, vielleicht manchmal auch noch ein wenig mehr. Ich habe dieses Jahr vieles erreicht, von dem ich vor Jahren kaum zu träumen gewagt hätte. So war die Saison 2012 für mich eine ganz besondere. So macht Sport Spass – und das Leben auch!

18. November 2012

Treppenlauf extrem

Beginn der Himmelsleiter
Seit Jahren liegt sie weitgehend unbeachtet im Heidelberger Stadtwald und zieht sich vom Heidelberger Schloss bis hinauf auf den Königstuhl: die Heidelberger Himmelsleiter. Meist trifft man hier nur Wanderer, die auf dem direktesten aller Wege aus der Altstadt oder vom Schloss hoch auf Heidelbergs Hausberg wollen oder von ihm hinunter kommen. Die unregelmässige Sandsteintreppe aus dem Jahre 1844 beginnt oberhalb des Schlosses am Parkplatz in einer Kehre des Molkenkurwegs. Hier kann man auch eine Wegmarke des Qualitätswanderwegs "Neckarsteig" finden. Die Treppe führt über mehr als 1200 sehr ungleiche Stufen 270 Meter hinauf auf den 567,8 Meter hohen Gipfel.

Blick vom Königstuhl in die Rheinebene
Vor Jahren habe ich zu einem Geburtstag ein Buch über Laufstrecken in und um Heidelberg geschenkt bekommen; als eine Strecke war auch die Himmelsleiter aufgeführt. Aus meiner Sicht ziemlich absurd und solange ich hier am Berg unterwegs war, habe ich auch nie einen Läufer auf der schwierigen Sandsteintreppe laufen sehen. Auch mir war das für eine normale Laufeinheit zu anstrengend. Laufen kann man auf der Treppe sowieso nur schwer: steil ziehen sich die Stufen hinauf, laut pocht der Puls schon nach den ersten Schritten bergauf, zu sehr muss man auf den unregelmässigen Stufen auch aufpassen, wo man hintritt. Und gerade jetzt im Herbst sind die Stufen durch Feuchtigkeit und Blätter gefährlich, die Gefahr abzurutschen ist nicht gering. Lediglich in der Vorbereitung auf den Transalpine-Run bin ich über den oberen etwas leichter zu laufenden Teil zwischen Blockhausweg und der Aussichtsplattform gerannt - meist mit Trailstöcken, um mir etwas mehr Sicherheit und Stabilität zu geben. Dieser Tage rückt die Himmelsleiter nun gleich doppelt in den Fokus der Läufer. Am 2. Dezember wird hier ein Benefizlauf der Heart-Racer-Teams stattfinden. Bei dem Lauf spendet jeder Teilnehmer so viel er möchte, für die ersten 100 Teilnehmer, die oben ankommen spendet ein weiterer Sponsor jeweils 10 Euro - die Zeit ist egal. Ziel ist es einem behinderten Jungen einen Rennrolli zu finanzieren. Start ist um 10 Uhr. Also kommt alle zahlreich und unterstützt diese Aktion! Die Himmelsleiter rückt noch wegen einer weiteren Laufveranstaltung in den Blickpunkt: am 27. Oktober 2013 soll hierüber der erste Heidelberger Trail-Marathon führen. Jenseits der 34-Kilometermarke wird dieser Streckenabschnitt eine echte Härteprüfung. Wer es hier hoch schafft, der wird oben auf der Aussichtsplattform des Königstuhls bei gutem Wetter mit einem grandiosen Blick weit über die Rheinebene bis hinüber zum Pfälzer Wald belohnt.

11. November 2012

Ab in die Winterpause

Meine Saison ist nun zu Ende - in naher Zukunft habe ich erstmal keine Rennen mehr geplant. Vielleicht starte ich spontan bei einem Volkslauf, aber derzeit habe erstmal nichts geplant. Nachzureichen bleibt noch, dass ich Ende Oktober wieder beim Marathon Frankfurt gelaufen bin. Leider erwischte mich genau eine Woche zuvor eine Erkältung, deshalb wollte ich den Startplatz erst verkaufen. Doch als sich kein Ersatz fand, der meine Startnummer übernehmen wollte, und die Erkältungssymptome am Renntag abgeklungen waren, startete ich spontan doch. Ich ging wegen der gerade erst überstandenen Krankheit jedoch kein grosses Risiko ein und lief den Marathon nur im Wohlfühlbereich durch, ohne mich zu stressen. Für Ende Oktober war es mit einer Temperatur von gerade mal 2°C morgens am Start sehr kühl. Zumindest war es trocken und mit Auftauchen der Sonne wurde es etwas wärmer; mir lag das Wetter. Am Ende stand dann beim Einlauf in der Festhalle eine 3:28:25 Std. auf dem Zielbogen. Anfang der Saison hatte ich ja eigentlich geplant hier auf eine neue Bestzeit zu laufen, allerdings hatte sich schon Monate vorher abgezeichnet, dass dieses Unterfangen in 2012 nichts werden sollte und dann kam ja auch noch die Erkältung. So ging die Zeit aus meiner Sicht für dieses Jahr zwar absolut in Ordnung, war aber auch ziemlich uninteressant. Viel wichtiger war, dass es wiedermal ein schöner Lauf war - Frankfurt, es macht immer wieder Spass Ende Oktober durch Deine Strassen zu rennen! Ok, ich muss eingestehen .. eine Sache vermisste ich doch .. ein paar schöne Trails. Nach all den Ultra- und Trailläufen dieses Jahr kann ich mit Strassenläufen nur noch bedingt etwas anfangen.

Seither laufe ich nur noch gelegentlich, wenn ich Lust darauf habe und ohne Trainingsplan. 
Nächtliches Heidelberg von der Fuchsrondell-Hütte
Heute war mal wieder so ein Tag. Ich wollte meinen neuen Minimaltraillaufschuh ausprobieren - passender Weise mit Modellnamen "Minimus". Wie der Name schon erahnen lässt, ist an so einem Laufschuh nicht viel dran, so kommt das Laufen in so einem Schuh dem natürlichen Barfusslauf wieder etwas näher als das Laufen in einem herkömmlichen Laufschuh. Über meine Erfahrungen mit dem Schuh werde ich ein anderes Mal berichten, wenn ich ihn ausgiebiger testen konnte. Auf jeden Fall hatte der Testlauf heute verschärfte Bedingungen: 1. ein Minimalschuh 2. auf Waldwegen und -pfaden und 3. in der Dunkelheit des Waldes. Solange es heute hell war, schaffte ich es nicht laufen zu gehen. Doch so ein Nachtlauf hat auch seine Reize für Geist und Sinne. Wenn man zwischendurch dann noch so seltene Ausblicke wie in dem Foto oben geniessen kann, dann hat sich die Runde richtig gelohnt.

7. Oktober 2012

Lauf im Pfälzer Wald

Gestern war ich mal wieder im Pfälzer Wald unterwegs, dort fand die erste Ausgabe des "Pfalztrail" statt. Um das gleich mal vorweggenommen: für eine Premiere haben die Veranstalter ihren Job organisatorisch sehr gut gemacht. Angeboten wurden mehrere Strecken bis zur "Königsdisziplin" über 69 Kilometer, für die ich mich entschied. Schon einige Male war ich im schönen Pfälzer Wald unterwegs, da konnte die Strecke für den vollen Genuss gar nicht lange genug sein. Leider wurden meine Erwartungen an den Lauf rückblickend betrachtet enttäuscht. Es fängt schon mit dem Namen an: wenn sich ein Lauf grossmundig "Trail" nennt, dann erwarte ich auch einige Trails. Tatsächlich durften wir aber geschätzt ca. 90% Forst und Wirtschaftswege laufen, Asphaltabschnitte gab es zum Glück fast keine, dies sei lobend erwähnt. Trails kamen tendentiell erst im hinteren Teil ein paar wenige. Unsere westlichen Nachbarn aus Frankreich hätten für sowas sicher nur ein müdes Lächeln, sie kann man damit wahrscheinlich nicht für einen Ausflug in die schöne Pfalz locken. Es ist zu vermuten, dass der Veranstalter möglicherweise den ein oder anderen Trailabschnitt behördlich nicht genehmigt bekommen hat. Falls dem so ist, dann kann man nur hoffen, dass er bei den Genehmigungen beim nächsten Mal mehr Erfolg hat; dann gibt es vielleicht auch mal ein paar Teilnehmer aus dem Nachbarland. Enttäuscht war ich auch etwas von der Attraktivität der Strecke, kenne ich doch schon andere wesentlich schönere Teile des Pfälzer Waldes. Des öfteren hörte man gestern bei Läufergesprächen einen Vergleich mit dem Rennsteiglauf. Der Vergleich ist naheliegend, ähneln sich die Läufe doch stark. Lediglich was die Höhenmeter angeht, ist der Lauf in der Pfalz noch etwas schwerer. Vermutlich auch deshalb war die Ausfallquote auf der Ultrastrecke recht hoch. An den recht guten Laufbedingungen lag es sicher nicht. Das Geläuf war trotz des Regens in den letzten Tagen recht gut - das Wasser versickert in den pfälzer Sandböden recht schnell, nur vereinzelt traf man auf Pfützen. Morgens um 7:30 Uhr war es am Start noch relativ frisch, doch nach den ersten Kilometern wurde sicher den meisten Läufern schnell warm. Im Laufe des Tages sollte dann häufiger mal die Sonne durch das omipräsente Blätterdach hindurchscheinen, erst am späten Nachmittag setze dann ein leichter Nieselregen ein. 

Ich hatte vor dem Start kleinere Probleme mit dem Magen, ging es deshalb zu Beginn relativ locker an und lief in meinem Wohlfühlbereich. Mit meinem Tempo wurde ich im Feld dann doch relativ schnell nach vorne "gespült". Bis ca. Kilometer 25 lief es bei mir blendend, dann merkte ich wie mein rechtes Bein langsam zumachte. Der Rest des Körpers folgte sehr schnell bis sich schliesslich beim Aufstieg zur Lindemannsruh auch mein Schulter- und Genick verspannt hatten. Hier oben war ich im Rahmen des alle 2 Jahre stattfindenden Maxdorfer Triathlons schon einige Male. Besonders auf der zweiten Radrunde ist der Berg immer eine echte Härteprüfung - so fertig wie heute war ich hier oben aber vermutlich noch nie! Bei der Verpflegung am Gipfellokal liess ich mir Zeit und auch beim folgenden Abstieg lief ich eher ruhig, wechselte teilweise zwischen Laufen und schnellem Wandern. Ganz langsam kamen meine Lebensgeister zurück, die Verspannungen lösten sich und ich konnte zunehmend wieder besser laufen. Innerlich zählte ich die Kilometer runter. Inzwischen konnte ich auch wieder bei Läufern, die mich einholten, dranbleiben; so hatte ich ein paar Leidensgenossen. Schritt für Schritt, Kilometer für Kilometer arbeiten wir uns näher Richtung Ziel. Der Weg zur vorletzten Verpflegung zog sich ungewöhnlich lang, so dass irgendwann bei den Meisten von uns die Vorräte aufgebraucht waren. An der Station erfuhr ich dann, dass wir wegen Waldarbeiten einen Umweg gelaufen waren und die Strecke deshalb 4-5 Kilometer länger war. Offenbar gab es diesbzgl. morgens schon eine Ankündigung bzgl. eines kleinen Umwegs, die ich nicht mitbekommen hatte (die anderen waren allerdings auch über die Länge des "kleinen Umwegs" überrascht). Meine Durchhaltemoral war in diesem Moment gebrochen. Ich lief zwar weiter, aber meine Lauflust war erstmal dahin. Erst als einer der anderen Teilnehmer auf mich wartete, weil er sich bzgl. des Weges nicht sicher war, und dann einige Zeit mit mir zusammen lief, wurde es durch die Ablenkung wieder besser. Unsere Wege trennten sich zwar irgendwann wieder, doch bei der letzten Verpflegung hängte sich dann die viertplatzierte Frau an meine Versen. Die Unterhaltung miteinander half und wir unterstützten uns gegenseitig, wenn einer von uns mal ein Tief hatte - genauso wie man es auch als Transalpine-Team machen würde. Gemeinsam schafften wir es mit einer Zeit von knapp über 9 Stunden ins Ziel. Laut meiner GPS-Uhr war die Strecke mit der Verlängerung bis dorthin 73,42 Kilometer lang und hatte 2058 Höhenmeter.
Summa summarum ist der Pfalztrail ein schöner und professionell organisierter Herbstlauf. Mir persönlich fehlen aber die Highlights, die es lohenswert machen, wiederzukommen. Mit meinem Ergebnis bin ich trotz des Einbruchs in Anbetracht der Vorbelastung durch den Transalpine-Run ganz zufrieden. Meine Sehnen haben auch gehalten, diesbzgl. war ich vorher nicht so sicher.

21. September 2012

Der perfekte Läufer

Heute mal wieder ein Filmtipp. Bei ARTE wurde gerade die Dokumentation "Die Geheimnisse des perfekten Läufers gezeigt". Den Film findet man noch in der Videothek des Senders. Aus meiner Sicht .. empfehlenswert - nicht nur für Läufer!