20. Juni 2011

Letzter Formtest in der Pfalz

Der zweite Triathlon der Saison liegt hinter mir. Diesmal war es die Mitteldistanz in Maxdorf (in diesem Fall über 2-85-20 Kilometer). Der Wettkampf war geplant als letzter Formtest über die 3 Disziplinen vor meinem diesjährigen Ironman, wobei ich in Anbetracht der zeitlichen Nähe nicht mehr zu sehr an meine Grenzen gehen und insbesondere beim Laufen etwas rausnehmen wollte. Und um das vorwegzunehmen, es ist mir auch ganz gut gelungen - alles lief wie geplant. So ganz zufrieden bin ich aber trotzdem nicht. Doch von vorn.

Erstmal zum Schwimmen. Geschwommen wird in dem Badesee des Nachbarorts Lambsheim. Man kann sich die Strecke als ein grosses "M" vorstellen. Gestartet wird in 2 Gruppen vom Land. Ich war in der zweiten Startgruppe. Der Start verlief problemlos und das übliche Gekloppe zu Beginn blieb weitgehend aus. Ich fand relativ schnell zu meinem Tempo. Hinter der letzten Boje schwam ich etwas zu lange in die falsche Richtung und es dauerte, bis ich wieder zurück am Feld war. Leider ist es im Nachinein etwas schwierig einzuschätzen wie lange dieser kleine Ausflug dauerte. So kam ich bei meinen Ausstieg doch eine ganze Ecke langsamer als vor 2 Jahren an Land. So ganz kann ich mir das nicht erklären. Vielleicht hat gerade zu Beginn doch etwas der Biss gefehlt, um hier eine richtig gute Zeit zu schwimmen. Ein Vereinskamerden, der inzwischen defintiv ein schnellerer Schwimmer geworden ist, war von seiner Zeit allerdings ebenfalls negativ überrascht. Wir haben inzwischen die Vermutung, dass die Bojen dieses Jahr etwas anders gesetzt waren und wir so vielleicht etwas mehr als vor 2 Jahren geschwommen sind. Aber das ist reine Spekulation und bringt nichts weiter zu diskutieren - es ist eben auch schwer in einem See die Bojen immer identisch zu setzen.

Der erste Wechsel klappte verhältnismässig gut, die Griffe sassen und aus dem Neo kam ich auch relativ zügig heraus. Auf dem Rad hatte ich gleich von Beginn an ein gutes Gefühl, hatte einen guten "Wumms" in den Beinen und sammelte früh einige andere Athleten ein - für mich auf dem Rad eher ungewöhnlich. Die Lindemannsruh hoch hielt ich mich zurück, schliesslich hatten wir noch eine zweite Runde vor mir; trotzdem macht ich auch hier meine Plätze gut. Auf der Abfahrt fuhr ich dann die Kurven die ganz optimal, trotzdem hatte ich nicht das Gefühl dadurch viel Zeit zu verlieren. Auf der zweiten Runde die Lindemannsruh hinauf hatte ich schon etwas mehr Mühe, doch im Vergleich zur letzten Teilnahme kam ich mir noch deutlich spritziger vor. Erst nach der Abfahrt zurück an der Weinstrasse hatte ich einen kurzen Hänger. Doch als es wieder flach war, hatte ich mich wieder gefangen, hielt meine Position und bereitete mich mental schon auf die letzte Disziplin vor. Vom Gefühl her musste ich dieses Jahr schneller gefahren sein als bei meinen bisherigen Teilnahmen. Auch der zweite Wechsel verlief zwar nicht superschnell, aber ohne grosse Fehler. Beide Wechselzeiten gehen bei diesem Triathlon leider in der Endabrechnung in die Radzeit mit ein. So entsprach meine Radzeit diesem heutige Tage trotz des recht guten Gefühls fast exakt der Zeit von vor 2 Jahren. Nur schade, dass ich die Nettozeiten nicht hatte, denn so bin ich doch etwas enttäuscht vom Ergebnis

Das abschliessende Laufen war mehr ein Auslaufen. Die Zeit von vor 2 Jahren wollte ich gar nicht mehr erreichen, hatte ich damals doch noch deutlich mehr Regenerationszeit. In Anbetracht der nahen Langdistanz wollte ich mich dieses Jahr zurücknehmen und nur relativ konstant mit einem relativ zügigen Tempo durchlaufen. Leider hatte ich für den teils lockeren Untergrund im Wald die falschen Schuhe an, so schmerzten mir die Füsse mit zunehmender Laufdauer etwas. Heisser war es inzwischen auch geworden. In Summe wirkte mein Lauf auf mich deshalb zwar unrhythmisch, da ich aber gleichzeitig doch wie geplant relativ konstant durchgelaufen war, war ich letztendlich nicht unzufrieden. 

Am Ende fehlten mir wenige Sekunden, um im Gesamtergebnis wieder eine 4 vorne stehen zu haben. Da ich ohne Ambitionen gestartet war und mitunter auch genauso agiert habe, darf ich mich über das Ergebnis nicht beschweren - manch einer würde sich über so eine Zeit freuen. Doch als ich dann das Ergebnis mit den einzelnen Splitzeiten dann vor mir sah, war ich dann doch etwas ernüchtert, denn rückblickend kann ich was die Einzelergebnisse angeht mit keiner der Zeiten so richtig zufrieden sein. Ein klein Wenig habe ich mich da - auch für einen Vorbereitungswettkampf - unter Wert verkauft. Vielleicht ist das mit der misslungenen Generalprobe aber ein ganz gutes Zeichen. So werde ich bei der Langdistanz hoffentlich nicht mehr ganz so zurückhaltend agieren und auch wieder den richtigen Biss zeigen, um 3 tolle Einzelergebnisse abzuliefern.

5. Juni 2011

Dreikampf an der Kalmit

Gerade mal knapp 2 Wochen nach dem Rennsteiglauf habe ich endlich den ersten Triathlon der Saison finishen können. Beim Triathlon Mußbach über eine verlängerte olympische Distanz (1,5-42-10,4) lief noch längst nicht alles rund, aber zum Teil konnte ich im Vorfeld schon mit so etwas rechnen. Am Donnerstag vor dem Wettkampf hatte ich mich zu einer langen, harten Radausfahrt hinreissen lassen, was in Hinblick auf meinen diesjährigen Ironman schon Sinn macht, für Mußbach aber eher kontraproduktiv war. Da es mir dort aber nicht ums Ergebnis ging und ich primär Wettkampf- und Triathlonpraxis sammeln wollte, war die lange Ausfahrt schon in Ordnung. Um den Triathlon in Mußbach hatte ich bisher immer einen Bogen gemacht, weil ich die Abfahrt von der Kalmit im Wettkampf für nicht ganz ungefährlich halte. Erst letztes Jahr, als ich dort in einer Spass-Staffel als Radfahrer unterwegs war, merkte ich, dass man dort mit dem nötigen Respekt und etwas Rücksicht auf die anderen Radfahrer doch recht gut runter kommt. So stand dieses Jahr folgerichtig meine Premiere über alle drei Disziplinen auf dem Plan.

Das Schwimmen findet im Freibad in Neustadt an der Weinstrasse statt. Im Freiwasser kann ich aufgrund meiner recht guten Orientierung meist recht gute Ergebnisse erzielen, im Becken kommt meine Stärke leider nicht zum tragen, so war es auch heute. Dazu kam heute noch, dass ich mit meinen Schwimmpartnern auf der Bahn nicht so viel Glück hatte. Vermutlich sortierte ich mich auf den ersten Metern zu weit hinten ein, ich wollte nicht zu schnell angehen. So ordnete ich mich auf der Bahn an Position 4 oder 5 ein. Die beiden vor mir waren eigentlich einen Tick zu langsam, aber der Wasserschatten war mir ganz recht, um erstmal in meinen Rhythmus zu kommen. Nach 300 Metern riss mir dann doch der Geduldsfaden und ich setzte mich vor die beiden. Die beiden vor uns liegenden Athleten hatten leider schon etwas Abstand, an die war erstmal kein Rankommen mehr. Meinen beiden Mitstreitern war die kleine Tempoverschärfung offenbar ganz recht, sie hängten sich auf jeden Fall an meine Füsse und nutzen nun meinen Wasserschatten. Hinter den Wenden und später bei den Überholmanövern versuchte ich ab und zu Abstand zu gewinnen, doch das gelang mir nicht richtig. Verausgaben wollte ich mich in Hinblick auf die beiden kommenden Disziplinen auch nicht. So stieg unsere 3er Gruppe fast gleichzeitig aus dem Wasser. Der anschliessende Wechsel gelang mir recht gut, so konnte ich wenigsten hier ein paar Plätze gutmachen. 

Auf dem Rad geht es zu Beginn die Talstrasse kontinuierlich leicht ansteigend gen Lambrecht bergauf. Hier kann man noch recht gut auf dem Auflieger fahren. Über Frankeneck und Erfenstein geht es  Richtung Kalmit. Ab und zu kamen starke Radfahrer von hinten, bis Erfenstein hatte sich das Feld um mich herum etwas eingerüttelt und es gab kaum noch Überholmanöver. Dann ging es hinauf auf die Kalmit. Die beiden, die lange Zeit stark vor mir gefahren waren, schienen fast stehen zu bleiben, so überholte ich sie gleich zu Beginn des Anstiegs und sah sie bis ins Ziel auch nicht mehr. Die Kalmit rauf sortierte sich das Radfeld neu, Berge sind offenbar nicht jedermanns Sache (Frauen waren in meiner Startgruppe übrigens nicht dabei, sie hatten eine eigene Startgruppe). Meinen Beinen ging es trotz der langen Ausfahrt am Feiertag überraschend gut, so kam ich eigentlich ganz gut hoch; nur meine Schaltung lief leider nicht so ganz rund und ärgerte mich etwas. Kurz vor dem Gipfel hatte ich einen Mitstreiter gefunden, mit dem ich auf den letzten Metern das ein oder andere Wort wechseln konnte - natürlich immer im zulässigen Abstand fahrend. Auf die Abfahrt hin liess ich ihm den Vortritt: so hatte ich einen Fahrer vor mir, an dem ich mich orientieren konnte und fühlte mich als eher vorsichtiger Abfahrer nicht so gehetzt. Ans Limit ging keiner von uns beiden, dafür überholten uns 2 andere Radfahrer auf der Abfahrt nach unten. Ich liess Vorsicht walten und das war auch gut so: wie ich später im Ziel erfuhr hatte es alleine in meiner Gruppe auf der Abfahrt 2 Stürze gegeben - ich hoffe nur, dass den beiden nichts schlimmeres passiert ist. Ich riskierte nichts und kam heil unten an. Im folgenden Abschnitt folgte ein Zickzack-Kurs durch die Weinberge. Normalerweise mag ich so was gar nicht, diesmal war aber mein Vordermann eine Motivation für mich dran zu bleiben. Auf den letzten Kilometern gen Mußbach kann man dann endlich wieder länger auf dem Auflieger fahren und wieder zu seinem Rhythmus zurückfinden. Der zweite Wechsel in Mußbach ging an sich recht zügig. Doch leider hatte ich mir beim Anziehen der Socken für den Lauf einen Stein an meiner Fusssohle übersehen, was mich kurz nach der Zeitnahme zur driten Disziplin zu einen unfreiwilligen Stopp zwang, um den Stein zu entfernen. Dann ging die Post aber ab!

Für das Laufen hatte ich mir am meisten vorgenommen. Mit diesem Stopp zu Beginn hatte leider schon wertvolle Zeit verloren. Jetzt galt es noch das Beste daraus zu machen. Muskulär hatte ich überhaupt keine Probleme - das viele Koppeltraining in der Vorbereitung zeigte seine Wirkung. Ich konnte einige Läufer vor mir überholen, aber auch ich wurde von dem ein oder anderen eingesammelt. Inzwischen war es in der Mittagshitze recht heiss geworden. Ich hätte mir etwas mehr Kühlung durch mehr Wasser auf der Strecke gewünscht, gegen etwas Wasser von oben hätte ich im Moment auch nichts gehabt. Doch anstattdessen frischte der Wind auf und kam gefühlt stark von vorne. Ich versuchte mich von den Strapazen abzulenken, indem ich mich auf einen sauberen Laufstil konzentrierte. Doch als ich von einer Unterführung wieder hinauflaufen musste, hatte ich bei Kilometer 3 dann doch meinen Tiefpunkt erreicht. Für einen Moment wusste ich nicht wie ich diese 10,4 Kilometer nun ins Ziel bringen sollte. Ich blieb aber nicht stehen, sondern wechselte hochzus in den Ultraschlappschritt. Ich musste spontan an den Rennsteig und den Ultra in Rodgau denken. Ob einer der Zuschauer oder anderen Athleten merkte, dass ich ein Ultraläufer war? Oben konnte ich dann wieder flüssiger laufen. Endlich kam auch die Verpflegung: ich gönnte mir 2 Becher Flüssiges und ein Gel, danach ging es mir wieder besser. Irgendwie schaffte ich es wieder zurück zum Stadion, dort ging es dann in die zweite Runde - nochmal rund 5 Kilometer. Ich verfluchte innerlich die Hitze, die Laufstrecke, den Wind. Aber 5 Kilometer - was ist das schon? Nix  - also auf geht's! Die ersten Läufer aus meiner Gruppe begannen zu gehen. Ich sparte mir das und freute mich jeweils über die gewonnene Platzierung. Nur bei der letzten Verpflegung gönnte ich mir beim Trinken eine kurze Gehpause. Ansonsten spulte ich die Strecke so gut es ging in einem zügigen Tempo ab. So brauchte ich für das Laufen inklusive des Stopps zu Beginn etwas über 45 Minuten - nicht toll, aber in Anbetracht der Umstände war ich doch ganz zufrieden - ich hatte schon langsamere Laufsplits in der letzten Disziplin. Erfreulich war aber vorallem, dass meine Achillessehne diesmal keine Probleme bereitete.

Im Gesamtergebnis landete ich im Mittelfeld. Im Grossen und Ganzen war ich über alle 3 Disziplinen recht ausgeglichen, wobei sich meine Stärken und Schwächen auch in diesem Ergebnis widerspiegeln. Dafür dass ich ohne grosse Ambitionen angereist war, bin ich doch relativ zufrieden. Noch am Donnerstag hätte ich nie eine solche Konstanz über die 3 Disziplinen erwartet und schon beim Radfahren einen Einbruch befürchtet. Der kam nicht bzw. erst beim Laufen und da auch nur kurz. So war es summa summarum ein ordentlicher Test. Bis zu meinem Saisonhighlight ist es noch ein paar Wochen hin, um an den Feinheiten etwas zu feilen.

22. Mai 2011

Rennsteiglauf 2011

Vermutlich hat jeder Sportler so bestimmte Wettkämpfe, die er gerne mal machen würde, an denen er es aber aus dem ein oder anderen Grunde noch nicht geschafft hat teilzunehmen. Für mich gibt es gerade in den frühen Sommermonaten solche Rennen, da ich sie mir meist zugunsten einer optimalen Langdistanz-Triathlon-Vorbereitung verkniffen habe. Dieses Jahr liegt mein Fokus etwas anders, so konnte ich als Einstieg in die Landschaftslaufsaison erstmals am GutsMuts-Rennsteig Supermarathon in Thüringen teilnehmen.
Thüringer Wald vom Rennsteig
Der Lauf gilt mit mehr als 14.000 teilnehmenden Läufern über verschiedene Distanzen sowie einigen Wanderern als der größte Landschaftslauf Europas. Davon entfielen in diesem Jahr rund 2.000 Teilnehmer auf den Supermarathon über offiziell 72,7 Kilometer und 1490 Höhenmeter. Zur Orientierung: "der Rennsteig ist ein .. Kammweg sowie ein historischer Grenzweg im Thüringer Wald, Thüringer Schiefergebirge und Frankenwald. Außerdem ist er der älteste und mit etwa 100.000 Wanderern jährlich der meistbegangene Weitwanderweg Deutschlands." (*Wikipedia) Der erste offizielle Lauf fand im Mai 1973 statt - damals hatte ich selbst vermutlich gerade erst Laufen gelernt. Der Supermarathon führt vom Eisenacher Marktplatz gen Osten auf dem Grenzkamm entlang über Grossen Inselsberg (910m), die Ski-Arena Oberhof, grossen Beerberg (973m) nach Schmiedefeld. Ausserdem werden als Strecken noch angeboten ein so genannter Marathon (hier 43,5 km), ein Halbmarathon (21,1 km) sowie Wanderungen und Nordic Walking-Strecken (17, 35 und 50 km), Crossläufe für Kinder und Jugendliche (1 bis 9 km) sowie ein Rennsteig-Special-Cross für Menschen mit geistiger Behinderung (3,7 km). Aus den Teilnehmerzahlen und der Vielzahl angebotener Strecken kann man schon erkennen, dass es sich hier um keinen normalen Lauf handelt - der Lauf ist ein Ereignis - ein Fest - und so ist es nicht verwunderlich, dass er regelmässig in verschiedenen deutschen Laufpublikationen zu einem der beliebtesten Läufe Deutschlands gewählt wird.

In diesem Jahr war nun auch endlich ich mal mit von der Partie.
Inzwischen spielte auch meine Achillessehne wieder halbwegs mit und ich hatte erste Testläufe weitgehend schmerzfrei absolvieren können. Anreise und Akkreditierung für den Supermarathon erfolgten am Vortag in Eisenach am Marktplatz. Schon kurz nach meiner Ankunft machte ich auf der Suche nach dem Einschreibebüro Bekanntschaft mit den ersten Einheimischen, die ich nach dem Weg fragte. Und um das gleich vorweg zu nehmen, die Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit, die ich hier erfuhr, setzte sich über das ganze Wochenende hin fort; diese Wesenszüge sucht man in vielen andere Regionen Deutschlands leider vergeblich. Als Unterkunft hatte ich mir das Gemeinschaftsquartier in einer Schule ausgesucht. Leider trat der ungünstige Fall eines ziemlich lauten Scharchers ein, so war in der Nacht nicht viel mit Schlafen. Morgens gab es dann ein sehr spärliches Frühstück, das ich vor dem Lauf noch mit zwei Riegeln ergänzte. Auf dem Marktplatz in Eisenach angekommen, traf ich dann einige Bekannte Gesichter wieder. Für einen Landschaftslauf gerade von dieser Länge war es ungewöhnlich voll, man kam sich fast schon wie bei einem Stadtmarathon vor. Der Start erfolgte dann pünktlich um 6 Uhr. Nach einem kurzen Lauf durch Eisenach führte unser Weg dann hinauf in den Thüringer Wald. Ich liess es sehr locker angehen. Zum einen war ich durch die Verletzungszeit nur suboptimal vorbereitet und wollte meine Sehne nicht zu sehr beanspruchen. Zum anderen sollte dieser Lauf für mich ja auch nur eine Zwischenstation oder Vorbereitungslauf für weitere schöne Wettkämpfe während der Saison sein. Im Anstieg ärgerte ich mich dann trotz meiner lockeren Herangehensweise etwas über andere Teilnehmer. Ich habe ja Respekt vor jedem Läufer, der so eine Strecke auf sich nimmt - egal wie schnell er dabei ist. Aber hier im ersten Anstieg, der gar nicht mal so übermässig steil und sogar asphaltiert war, gingen schon die Ersten. Das ist von mir aus völlig in Ordnung. Aber es zeugt von keinem besonders guten Sportsgeist sich dann so weit vorne im Feld aufzustellen und dann im Anstieg die schnelleren dahinter folgenden Läufer zu behindern! Und wo wir gerade bei sportlicher Fairness sind: unterwegs liefen wir bis Oberhof an vielen Teilnehmern der Nordic Walking-Strecken vorbei. Leider konnten wir Läufer auch hier ein paar Nordic Walking-Teilnehmer beobachten, die es mit den Regeln ihres Sports nicht allzu genau nahmen und einzelne Abschnitte eher laufend mit den Stöcken in der Hand tragend zurücklegten. Ich bin ja kein Nordic Walker, aber solchen Teilnehmern würde ich empfehlen zukünftig lieber solchen Veranstaltungen fern zu bleiben und lieber wieder für sich alleine zu walken, denn dann betrügen sie auch niemanden. Unser Lauf führte uns von Eisenach fast stetig bergauf, bis man bei Kilometer 25,5 den Gipfel des grossen Inselsberg mit einer Höhe von 910 Metern passierte.
Es folgt ein steiles Gefälle grösstenteils auf Asphalt, auf dem man in kürzester Zeit 200 Höhenmeter wieder vernichtet. Danach geht es in Wellen weiter. Auf jeden Fall musste man aufmerksam sein, denn immer wieder gab es Passagen über Wurzelpfade oder steinige Trails und mit der Zeit konnte man manchem Teilnehmer Stürze ansehen. Auf einem der etwas steileren Bergabtrails erwischte es auch einen Läufer vor mir. Zum Glück konnte er sich gut abrollen und er lief fast unvermittelt wieder weiter. Auch ich stolperte das ein oder andere Mal, aber zum Glück blieb ich von Stürzen verschont. Die Verpflegung unterwegs liess wenig Wünsche offen, wobei man am Rennsteig weniger auf die klassische Sporternährung setzt als vielmehr auf Obst, belegte Brote und Haferschleim. Einige Teilnehmer störten sich daran, dass das gereichte Wasser Kohlensäure hatte, ich kam mit ihm trotzdem ganz gut zurecht. Vom Haferschleim hielt ich mich fern, weil ich nicht wusste, wie ich ihn vertragen würde. Dafür gönnte ich mir schon ab der zweiten Verpflegung regelmässig ein paar Bananenstückchen; man sollte wissen, dass ich ansonsten um Bananen eigentlich einen weiten Bogen mache. Hier hatte ich aber einfach Lust auf die Bananen und ich wusste ja auch, dass sie in ihrer Zusammensetzung als Sporternährung sehr gut geeignet sind. Läuferisch war ich überaus gut unterwegs. Schon weit hinter der 30-Kilometer-Marke, die beim normalen Stadtmarathon bei mir häufig einen kritischen Punkt darstellt, ging es mir immer noch blendend. Als ich dann ziemlich genau bei der Hälfte der Strecke absolviert hatte, passierte dann doch, wovor ich mich lange gefürchtet hatte - die Achillessehne machte sich bemerkbar. Genauso wie sie sich bei den ersten Läufen nach meiner Verletzung gemeldet hatte: ein kurzes Stechen, das immer schlimmer wurde. Gerade rechtzeitig kam eine Verpflegungsstelle. Das gab meinem Fuss eine kurze Auszeit, bevor ich mich wieder vorsichtig in Bewegung setzte. Erst humpelnd, doch auf den Anstiegen wurde es dann wieder besser. Ungefähr bei Kilometer 41 fragte ich einen der Sanitäter nach Voltarensalbe, doch leider vergeblich. Also weiterkämpfen. Das Tempo drosselte ich - jetzt hiess es wirklich nur noch "durchkommen". Natürlich schlug sich der Ärger mit der Sehne auch weniger auf meiner Moral wieder, doch ich gab nicht auf. Irgendwann kam dann mein Kumpel Jochen von hinten, er war heuer schon zum 5ten Mal hier dabei. Ein kurzer Plausch. Dann meinte er sowas wie "Du bist super unterwegs, wenn Du weiterhin einen 6er Schnitt laufen kannst, kommst Du noch mit einer Zeit unter 8 Stunden rein". Mir war das in dem Moment ziemlich egal und ich liess ihn erstmal ziehen. Mein Blick ging immer wieder auf meine GPS-Uhr, ich rechnete immer wieder wieviele Kilometer es noch bis zum Ziel sind. Ungefähr 5 Minuten nachdem ich Jochen getroffen hatte, dachte ich mir, dass er eigentlich recht hatte und ich es wenigstens mal probieren könnte. Schliesslich würde das mein Martyrium auch etwas verkürzen, wenn ich schneller unterwegs wäre. Also versuchte ich wieder so gut es ging auf dem profilierten Kurs einen 6er Schnitt zu laufen. Nur die steilen Bergaufpassagen nutze ich zum Gehen. Ab und zu machte ich auch noch kurze Fotostopps. So kam ich relativ gut über die Kilometer 50 bis 60. Irgendwo traf ich auch wieder auf Jochen, den ich aber auf der nächsten schnelleren Passage wieder ziehen liess. Kurz danach meldete sich meine Sehne wieder verstärkt, doch so kurz vor dem Ziel wollte ich nicht mehr Aufgeben. Nach dem Grossen Beerberg (973m) ging es auch fast nur noch bergab. Nachdem uns längere Zeit ein fernes Donnern begleitet hatte, begann es zu allem Überfluss auch noch an zu regnen. Das leichte Tröpfeln zu Beginn wurde irgendwann zu einem heftigen Regenguss. Auf den Waldwegen bildeten sich schnell grosse Pfützen. Wenigstens zog das Gewitter schnell weiter.
Auf dem letzten Kilometer
Die letzten Kilometer zogen sich für mich dann doch etwas. Die Kilometermarken des Veranstalters und meine GPS-Messung zeigten inzwischen eine gewisse Abweichung. Besonders das Kilometer 70-Schild hatte ich schon längst abgeschrieben, als es dann doch noch kam. Auf einem der breiteren Waldwege hinab nach Schmiedefeld traf ich eine Mountainbikerin. Nachdem sie schon ein paar Läufer hinter mir angefeuert hatte, kamen wir beiden auf dem Weg hinab etwas länger ins Gespräch; das lenkte mich ab und tat mir gut. Kurz vor Schmiedefeld fuhr sie dann voraus: "Wir sehen uns dann im Ziel!" rief sie noch, dann war ich wieder allein unterwegs. Als ich dann nach Schmiedefeld kam und den ersten Lautsprecher hörte, kamen überschwängliche Glücksgefühle in mir hoch, dass ich es trotz der Probleme bis hier hin geschafft hatte. Leider hatte ich mich etwas zu früh gefreut, denn bis zum Ziel sollte es noch etwas sein, dass was ich gehört hatte, war nur ein Lautsprecher. Meine Uhr zeigte mir schon längst mehr als die offiziellen 72,7 Kilometer, aber mit so etwas hatte ich nach dem 70-Kilometerschild fast gerechnet. Auf einem Weg am Ortsrand liefen wir noch ein letztes Mal ein Stückchen hoch, dann kam endlich der Sportplatz. Gleich hinter der Ziellinie traf ich Jochen wieder, der offenbar noch nicht so lange hier war. Dass es auch die anderen, mit denen ich redete, heute hart empfanden, bestätigte meine Freude hier heute angekommen zu sein.

Nach dem Rennen brachten uns Busse wieder zurück nach Schmiedefeld. Es dauerte nicht lange, bis ich kurz wegschlummerte - ich war müde von dem fehlenden Schlaf und dem anstrengenden Lauf. Als ich wieder wach war, unterhielt ich mich noch etwas mit meiner Sitznachbarin. Wie Jochen war auch sie dieses Jahr zum 5ten Mal am Start. Sie fragte mich wie es mir gefallen hätte und ob ich wiederkommen würde? Gefallen hat es mir und wiederkommen? Vielleicht. Meine Erwartungen hatten sich nicht ganz erfüllt. In Anbetracht die vielen Wiederholungstäter und der tollen Berichte über den Lauf hatte ich landschaftlich etwas mehr erwartet. Tatsächlich läuft man aber zu grossen Teilen im Wald und sieht Bäume, Bäume - nichts als Bäume. Aber das ist auch das Schöne: unschöne Passagen an Strassen gibt es nicht, auch keine grauen Dörfer oder langweilige Industriegebiete; für die Dauer des Laufes taucht man ein in die Welt des Waldes mit seinem ganzen Zauber. Ausblicke auf die umliegenden Berge des Thüringer Waldes gibt es unterwegs aber leider nur wenige. Für einen Landschaftslauf waren mir ausserdem etwas zu viele Läufer unterwegs. Was den Lauf aber meiner Meinung nach auszeichnet (soweit man das nach dieser kurzen Zeit sagen kann), sind die Menschen. Die Menschen in Eisenach, die freundlichen Helfer an der Strecke und im Ziel. Ein bisschen habe ich auch für sie meinen Lauf hier zu einem erfolgreichen Ende gebracht, denn in dieser tollen Atmosphäre durfte der Lauf nur positiv enden. Sportlich gesehen war er als Vorbereitungslauf ebenfalls in Ordnung. Obwohl ich nach meinem Ermessen zu wenig lange Einheiten in der Vorbereitung absolviert hatte, hatte ich während des Laufs zu keiner Zeit das Gefühl an meine konditionellen Grenzen zu kommen. Die Saison ist noch jung - da geht noch was!

15. Mai 2011

Forst 2011 .. als Zuschauer

Mancher würde vielleicht sagen "ausser Spesen nix gewesen". Nachdem es mit meiner Achillessehne über die Woche nur marginal besser wurde, habe ich mich am Freitag schweren Herzens dazu entschlossen meine Teilnahme am Triathlon in Forst abzusagen. Ich hatte mich schon darauf gefreut: die Vorbereitung war bis dato ganz gut und Forst ist nahezu der einzige Wettkampf der Region, der ein flaches Profil hat, bei dem man besonders auf dem Rad ordentlich "drücken" kann; ein ideales Formtest also. Aber dieses Jahr hat es nicht sollen sein.

Zum Glück kann ich immer noch Radfahren - nicht mit dem Zeitfahrrad, das war mir zu riskant - vermute ich doch, dass die Beschwerden daher kommen - aber mit dem Rennrad. Nach einem ruhigen Morgen mit schönem Spaziergang auf der Neckarwiese machte ich mich am Mittag noch auf zu meiner Radrunde. Zeitlich konnte ich es noch rechtzeitig nach Forst schaffen, also packte ich meine Kamera ein, schwang mich auf mein Ross und eilte fast im Zeitfahrtempo gen Süden. Dort unten hing über den Rheintal eine dunkle Wolke. Ich konnte nur vermuten, dass es beim Ligawettkampf gerade sehr feucht zu gehen würde. Dem war wohl tatsächlich so, etwas später erfuhr ich, dass die rutschigen Strassen zu einem Unfall mit 2 Verletzten während des Mannschaftszeitfahrens geführt hatten. Als ich an der Radstrecke ankam, hatte es aufgehört zu regnen und das Ligarennen war auch schon vorbei. Gerade rechtzeitig kam ich an, denn just kam mir schon der Führende Lothar Leder entgegen. Jahrelang im Triathlon unterwegs und inzwischen sowas wie ein Triathlonurgestein ist er für mich immer noch einer der herausragenden Sportler, auch wenn seine ganz grosse Zeit inzwischen vorbei zu sein scheint. Mit dieser Leistung heute sollte er aber zeigen, dass er immer noch zu den Besten zählt, feierte er doch einen ungefährdeten Sieg. Ich musste nicht lange warten, bis mit meinem Vereinskameraden Frank das nächste bekannte Gesicht folgte - er muss heute hammermässig geschwommen sein, so weit vorne wie er hier noch war - Respekt! Aber auch die anderen aus dem Verein machten eine gute Figur, wenngleich keine herausragenden Platzierungen drin waren. Letztendlich schafften es auch alle vor dem nächsten grossen Gewitter im Ziel zu sein. Ich wartete den Guss durch das Blätterdach des Waldes geschützt ab und machte mich dann auf den Heimweg durch den Kraichgau. So kam letztendlich auch ich zu einer guten Trainingseinheit. Und nächstes Jahr bin dann vielleicht ebenfalls wieder ich am Start .. .

11. Mai 2011

Tendo Achillis macht Ärger

Die Saison naht unaufhörlich. Als erster (Test-) Wettkampf steht am kommenden Wochenende ein kurzer Triathlon auf dem Programm. Aus diesem Grunde habe ich vergangenen Montag nochmal eine Einheit auf dem Zeitfahrrad absolviert. Diese lief bis auf weiteres ganz gut: inzwischen habe ich mich an die geduckte Zeitfahrposition wieder gewöhnt und der Druck auf dem Pedal hat ebenfalls gestimmt. Alles in Butter könnte man denke, doch die Geschichte ist hier noch nicht zu Ende. Im Anschluss an die Radeinheit wollte ich noch eine kleine Runde laufen. Doch schon beim Loslaufen bemerkte ich ziemlich starke Schmerzen in meinem rechten Fuss - ich vermute, es handelt sich bei der betroffenen Stelle um die Achillessehne. Rückblickend betrachtet hatte ich das unterbewusst wohl schon während des Radfahrens wahrgenommen, da es aber nicht richtig schmerzhaft war oder störte, hatte ich dem Symptom keine grosse Beachtung geschenkt. Auch beim Loslaufen versuchte ich erstmal über den Schmerz hinweg zu laufen, manchmal funktioniert sowas. Ich konnte mehrere hunderte Meter auch relativ gut und zügig hinter mich bringen. Nach ungefähr einem Kilometer kam dann der Schmerz zurück und wurde immer schlimmer, bis ich nach einer Meile (1600 Meter) abbrechen und nach Hause humpeln musste. Nach der obligatorischen Dusche leitete ich gleich die Therapiemassnahmen (TENS, Voltaren und ruhig stellen) ein, die aber erstmal keine Wirkung zeigten. Erst über den gestrigen Tag im Büro wurde es langsam besser, so dass ich inzwischen wieder halbwegs schmerzfrei bin.

Nun geht es an die Ursachenforschung. Die Vermutung liegt nahe, dass es mit einer falschen Sitzposition zusammenhängen könnte. Allerdings wurde das Rad ja vor ziemlich genau einem Jahr genau auf mich abgestimmt und inzwischen habe ich zwei Ironman in der gleichen Sitzposition gefinisht. So ganz kann ich es mir nicht erklären und so kurz vor dem Wettkampf will ich an der Position eigentlich auch nichts mehr ändern. Meine Optimismus hinsichtlich des ersten Leistungstests ist inzwischen eher einer gewissen Angst gewichen. Ich glaube zwar, dass ich bis Sonntag wieder grundsätzlich schmerzfrei biken und laufen kann, fürchte aber, dass die Schmerzen vielleicht sogar während des Wettkampfs zurückkommen könnten. Den besagten Wettkampf würde ich dann womöglich abbrechen, was ich irgendwie noch akzeptieren könnte. Viel schlimmer wäre aber, wenn dadurch mein Start am Rennsteig gefährdet wäre. Im Gegensatz zum kurzen Triathlon, der mit seinem hohen Tempo ein echter Leistungstest ist, habe ich dort zwar keine Ambitionen und will nur ankommen. Aber im Gegensatz zu dem Triathlon freue ich mich auf den Lauf richtig und fände es sehr traurig, wenn ich ihn absagen oder abbrechen müsste. Dazu kommt, dass man unter den gegebenen Umständen im Training auch keine weiteren Akzente mehr setzen kann. Hoffen wir mal das Beste.

3. Mai 2011

Zwischenbericht Frühjahr 2011

In letzter Zeit habe ich mich hier etwas rar gemacht, deshalb wird es Zeit mal wieder einen kurzen Zwischenbericht abzuliefern. Die Saisonvorbereitung lief trotz eines privaten Umzugs im Vergleich zum Vorjahr nahezu optimal. Ich kann mich noch gut an das letzte Jahr erinnern, als ich mich mit einigen Ironman-Lanzarote-Startern kurz vor dem Wettkampf Mitte Mai traf. Richtig gut trainieren konnte damals vermutlich keiner, war das Frühjahr 2010 in ganz Europa doch mehr als durchwachsen. Dieses Jahr war alles anders, fast scheint es, als ob der Begriff „Aprilwetter“ nicht mehr existiert. Bis Mitte März war mein Fokus auf dem Lauftraining. Wenn ich Rad gefahren bin, dann nur mit dem Mountainbike im Odenwald. Auf Rennrad hatte ich nach den vielen Strassenkilometern im letzten Jahr schlicht und ergreifend keine Lust, ausserdem bekommt man über das Mountainbiken einfach auch mehr Fahrsicherheit als beim Rennradfahren, das technisch vergleichsweise einfach ist. Ein weiterer Grund für die wenigen Radkilometer ist auch, dass ich meinen Schwerpunkt dieses Jahr klar auf Landschaftsläufe gelegt habe und Triathlon eher nebenher als Ausgleichprogramm weiterbetreibe; Laufen alleine würde meinen Bewegungsapparat zu einseitig belasten und auch motivationstechnisch fände ich das auf Dauer etwas schwierig. So fuhr ich erst Mitte März zum ersten Mal mit dem Rennrad zur Arbeit und sammelte so meine ersten Strassenkilometer. Im April folgten dann 2 Wochen Trainingslager auf Mallorca – trainingstechnisch ein Traum, hatten wir doch die kompletten 2 Wochen weitgehend gute Trainingsbedingungen. So war ich nach kleineren Anlaufschwierigkeiten auf dem Rad in Woche 2 schon so weit, dass ich die ein oder andere Tempo- oder Kraftausdauereinheit einbauen konnte. Bis Ostern hatte ich im Jahr 2011 über 2.000 Rad-Kilometer und 1.000-Laufkilometer gesammelt. Beim Schwimmen mache ich nur noch das Standardprogramm des Vereins, hier gibt es mit 85 Jahreskilometern nichts Aussergewöhnliches zu berichten. 

Wettkämpfe habe ich schon länger keine mehr gemacht. Der letzte war der Halbmarathon in Kandel, der lief besser als erwartet. In eineinhalb Wochen steht nun der erste Triathlon auf dem Programm. In Anbetracht der langen Dinger, die ich dieses Jahr plane, eher eine Trainingseinheit. Doch nur 6 Tage später steht der längste Lauf meines bisherigen Lebens auf dem Programm. Den werde ich zwar eher locker angehen, aber die Strecke will auch erst mal gelaufen sein. Dazu demnächst mehr.

24. April 2011

Eine nicht ganz alltägliche Laufrunde

Unlängst im Trainingslager stand am Tag nach unserer Königsetappe ein lockerer Lauf auf dem Plan. Die Laufstrecken in Umgebung unseres Urlaubsdomiziels boten wenig Abwechslung, verliefen sie entweder an stark befahrenen Verbindungsstrassen oder im landschaftlich wenig spektakulären Küstenhinterland zwischen Fincas, Viehweiden und Pferdekoppeln meist flach dahin. Um mein Training etwas aufzulockern, entschloss ich mich an diesem Tage mein Training, um eine weitere Komponente zu erweitern und auf diese Weise etwas abwechslungsreicher zu gestalten. Neben meiner Laufuhr nahm ich an diesem Tage auch mein GPS-Gerät mit. Vor dem Lauf hatte ich mir aus dem Internet 3 Geocaches herausgesucht und durch Verbindung der 3 Positionen eine einfache 9-Kilometer-Laufroute erstellt. 

Geocaching kann man als eine moderne Art der Schnitzeljagd umschreiben: jemand versteckt vorher an selbstgewählten Punkten einen "Schatz" (= Cache), speichert die Position des Caches (möglicherweise in Zusammenhang mit einem kleinen Rätsel) im Netz und andere Leute können diese Caches dann aus dem Netz heraussuchen und versuchen zu finden. Inzwischen hat sich Geocaching über die ganze Welt verbreitet - fast überall findet man Caches. Wer die einschlägigen Suchmaschinen verwendet, wird zum Thema unzählige Seiten finden, ausserdem gibt es allerlei Bücher zum Thema. Selbst Gruppen wie der Deutsche Alpenverein bieten schon Einsteigerkurse für Geoaching an. Dabei ist Geocaching wirklich nicht so schwierig. Ich will in diesem Zusammenhang auf ein kleines Geocaching-Tutorial meiner Kollegin Britta hinweisen, wo sie die Basics ganz gut erläutert - mehr braucht man nicht zu wissen, um sich auf seine erste Schatzsuche zu begeben. Ach Moment .. sein GPS-Gerät sollte man natürlich auch bedienen können!

Zurück zur Laufrunde. Die 3 Geocaches habe ich mir bei geocaching.com herausgesucht. Natürlich habe ich meinen Lauf geloggt und im Netz zum Nachlaufen festgehalten. Natürlich habe ich die Runde auch etwas detaillierter beschrieben. Aber wie gesagt: Geocaches gibt es fast überall! Wer jetzt Interesse bekommen hat, der braucht nicht extra nach Mallorca zu reisen, sondern kann mal schauen, ob er auch paar Caches in Umgebung seines aktuellen Aufenthaltsorts - vielleicht sogar nahe seiner Hausrunde findet. Und dann nichts wie raus auf Schatzsuche!