16. Mai 2013

Bereit für den grossen Tag



Die Startunterlagen sind abgeholt, die Wettkampfbesprechung ist auch gelaufen und an meinem Arm befindet sich jetzt das eindeutige Kennzeichen, dass ich einer der Athleten bin, die am "härtesten Ironman in der Welt" teilnehmen werden: das nicht abnehmbare Teilnehmerarmband. Die Spannung steigt so langsam. Ich freue mich auf das Rennen, doch Wind und Wellen an den letzten beiden Tagen waren nicht ohne und fordern einiges an Respekt nicht nur für die Strecken, sondern auch für die Naturgewalten. Doch kann man irgendwo der Natur näher sein als auf einer Vulkaninsel draussen im Atlantischen Ozean? Wo rohe Naturgewalten diese mitunter karge Landschaft geformt haben und an der ein oder anderen Stelle noch heute aktive Zeichen der schlafenden Feuerberge zu beobachten sind.
Die Wetterberichte sind sich für das Wochenende noch uneins. Hoffen wir auf wenig Wellengang und milde Winde. Von mir aus kann es auch gerne etwas kühler sein und Sonne brauche ich nach den ersten Verbrennungen diese Woche auch nicht. Doch zumindest diesbzgl. kann man hier nahe der afrikanischen Küste fast sicher sein, dass diese früher oder später am Tage auf uns hinunter scheinen wird, ich habe sicherheitshalber schon mal Lichtschutzfaktor 50+ eingepackt - wasserfest natürlich. Der grosse Tag kann kommen.

15. Mai 2013

Rückkehr auf die lnsel der Feuerberge

2010 habe ich am Ironman Lanzarote teilgenommen und ihn gefinisht. Der Wettkampf gilt als "the toughest Ironman race in the world". Ich war glücklich es geschafft zu haben. Doch mit meinem Rennverlauf und dem Ergebnis war ich nicht ganz zufrieden, einiges war nicht gut gelaufen - wäre mitunter vermeidbar gewesen. So hatte ich mich gefühlt unter Wert verkauft; für die Opfer, die ich vor dem Rennen gebracht hatte, war das dann doch auch etwas enttäuschend.
2013 - 3 Jahre sind seither vergangen. Die Fehler von damals glaube ich erkannt zu haben. Inzwischen betreibe ich Triathlon zwar nur noch nebenher, doch die Erinnerung an dieses tolle Rennen ist noch frisch. Und der Wille es noch einmal zu probieren und besser zumachen - nicht die gleichen Fehler wieder. Was nicht heisst, dass ich schneller sein würde, denn dafür ist ein Ironman zu unberechenbar, zu lang und hart. Die Gesundheit muss mitspielen, die Vorbereitung passen und auch das Wetter hier. Doch ich will ankommen und sagen können "ja, das war heute ein gutes Rennen". So bin ich nun zurück auf der Insel entschlossen es nochmal zu versuchen. Heute morgen gab es schon die erste Schwimmeinheit begleitet von bunten Fischschwärmen auf dem Ironman-Kurs. Jetzt geht's gleich auf dem Rad hinaus in die heissen Lavafelder.
Lanzarote - ich bin wieder da!

24. April 2013

Tür zu schleppen

Übersetzungswerkzeuge im Internet sind immer wieder lustig. Aus dem aktuellen Beitrag auf http://www.salomonrunning.com : "Von der Haustür die jeden Trail Tür zu schleppen ist, was die meisten Trailrunner wirklich auf einer täglichen Basis."

 Das Original ist "FROM YOUR FRONT DOOR TO ANY TRAIL - Door to trail is what most trail runners really do on a daily basis."

9. April 2013

Auf 2 Rädern an der Zugspitze

So langsam wird es wärmer - der Frühling naht endlich. Oben im Gebirge ist es noch recht frisch, deshalb überbrücken wir die Zeit bis dahin mal mit einem schönen Video .. den Berg darin werde ich dieses Jahr nach bisheriger Planung mindestens einmal zu sehen bekommen.

6. April 2013

After-Sports-Refresher

Heute war mal wieder ein harter Trainingstag. Zwar waren die Einheiten nicht allzu lange, dafür aber intensiver. Ganz sicher habe ich dabei wieder einiges an Kalorien verbrannt. Nachdem eher schlichten Abendbrot, hatte ich noch Lust auf etwas Süsses. Nur doof, dass ich mir selbst nach all den schönen Winterschleckereien für die nächste Zeit erst mal eine weitgehende Askese was alle möglichen süssen Leckereien angeht aufoktroyiert habe. Doch so ganz ohne Belohnung sollte der Tag nicht enden, aus der Not heraus wurde ich deshalb erfinderisch.

Ich weiss ja nicht was meine Ernährungsberaterin Britta aus ernährungswissenschaftlichen Gesichtspunkten heraus dazu sagen würde, aber meine neue Kreation hat Suchtpotential.
Hier mein Rezept:
  • 6 Erdbeeren
  • 2 Orangen
  • 150g Naturjoghurt
  • Etwas Vanillinzucker
Das reichte für zwei superleckere randvolle Gläser meines After-Sports-Refreshers.

Möglicherweise kann man sich das Rezept etwas vereinfachen, wenn man gleich einen Vanillejoghurt nimmt. Eine weitere sicher ebenfalls leckere Variante, die ich in Zukunft mal ausprobieren werde, wenn die (Ernte-) Zeit dafür gekommen ist, wird mit Himbeeren sein.

5. April 2013

49 Kilometer durch Wind, Regen und Schnee

Nach einer langen wettkampffreien Zeit war ich unlängst mal wieder rennmässig unterwegs. Meine Reise führte mich über die Grenze zu unseren französischen Nachbarn zu einem "schönen Traillauf" in den Vogesen: zum Trail du Petit Ballon. Von dem "schön" war an diesem Tagen aufgrund der Wetterverhältnisse nur wenig zu sehen, auf dem Petit Ballon oben war die Sicht über dem tiefen Schnee - Mitte März! - geschätze 20 Meter. Und sobald wir die verschneiten Regionen verliessen und uns in tieferen Gefilden wiederfanden regnete es dann und hatte teil knöcheltiefen Matsch. Unterwegs lernte ich 2 Läufer aus dem Stuttgarter Raum kennen, die schon letztes Jahr hier gelaufen waren. Nach ihrer Aussage war der Lauf damals nicht annähernd so hart wie dieses Mal. Ich muss eingestehen mit ungefähr einem halben Duzend kleineren Stürzen und allerlei anderen Torturen hatte ich heuer etwas Schwierigkeiten mich für den Lauf grenzenlos zu begeistern - eigentlich hatte ich ein bisschen etwas anderes erwartet. Mir war aber klar, dass das eine gute Prüfung für mich und meine Moral war, schliesslich habe ich dieses Jahr noch ganz anderes vor. Einige Male fluchte ich innerlich in mich rein, dass ich meine Stöcke im Auto gelassen hatte - die hätten mir auf dem rutschigen Untergrund mehr Hakt gegeben. Und einige Male wünsche ich mir auch ein paar griffigere Schuhe oder so ein paar "Schneeketten" für Schuhe her. Aber den anderen ging es genauso. Um mich herum viel Gerutsche und immer wieder Stürze, teil auch mit schlimmeren Folgen (Brüche). So schlug ich mich durch, so gut es ging: heil ankommen war die Devise. Und wenn man erst mal im Ziel ist, diese ganzen Torturen heil überstanden hat, dann ist es im nachhinein umso schöner. Am Ende war ich trotz der sehr wackligen Angelegenheit immer noch mit einer Zeit von 6:18 Stunden 328er im Ziel - 720 kamen an, wieviele aufgeben mussten, konnte man nicht sehen. Ursprünglich hatte ich mehr vor, aber diese Ziele hatte ich schon vor dem Lauf abgehakt. Und letztendlich bin ich auch einfach nur froh heil und gesund diesen Lauf gemeistert zu haben.

Einer war so verwegen und hat (zumindest auf den einfacheren Passagen) auch gefilmt.

14. Januar 2013

Über die Höhen der Bergstrasse

Den Winter nutze ich gerne für lange Dauerläufe. Gerne erkunde ich dabei die Region, lerne neue Orte, Wege und Sehenswürdigkeiten kennen. Nicht immer muss es sich dabei um einen Rundkurs handeln. Wenn man seine Route geschickt plant, dann kommt man relativ schnell mit dem öffentlichen Nahverkehr zu einem Ort in der Region oder von dort wieder zurück nach Heidelberg. Dieses Wochenende habe ich mich für eine längere Strecke über die Berge an der Bergstrasse bis nach Weinheim entschieden. Von dort kommt man relativ schnell mit der Linie 5 des RNV wieder zurück ins Heidelberger Stadtzentrum.

HD-Altstadt vom Ob. Philosophenweg
Startpunkt der Route ist die Haltestelle Bergstrasse am nördlichen Heidelberger Neckarufer. Auf dem Albert-Überle-Weg, den auch Heidelberger Halbmarathon und Triathlon nutzen, führt die Route hinauf zum Philosophenweg. Doch anstatt dort länger zu verweilen oder entlang zu laufen geht es über die Bismarcksäule hinauf in den Wald. Über den weniger bekannten Oberen Philosophenweg und den Brandplattenweg kommt man zum Aussichtpunkt "Fuchsrondell". Über den trailigen Zollstockweg arbeitet man sich hoch bis zur "Hochstrasse", einem gut ausgebauten Forstweg auf der Bergkuppe. Auf ihr laufen wir vorbei an der Holdermannseiche bis zum Stickelsplatz, wo sich mehrere Wege treffen.
Siebenwege
Nun geht die Route weiter bergauf auf den Oberen Jagdhausweg. Erst als der Jagdhaus-Fussweg abzweigt und es wieder etwas bergab geht, kann man kurz etwas verschnaufen. Doch nicht lange, dann führt der Untere Jagdhausweg wieder leicht bergauf. Wir kommen an einen weiteren Platz auf dem viele unterschiedliche Waldwege aufeindertreffen. In der Mitte steht ein Stein mit Richtungsmarkierungen: der Ort nennt sich "Siebenwege". Es geht weiter auf Forstwegen erst bergauf in den Wald, etwas später dann wieder bergab und mehr in Richtung Rheintal. Über Forstwege kommt man durch das Brenkenbachtal und das Mantelbachtal zur Schauenburg oberhalb von Dossenheim.
Schauenburg
Blick von der Schauenburg
Laut der Hinweistafel vor der Burgruine war die erste Erwähnung der Anlage im 12. Jahrhundert. Im Laufe der Jahre stellten die Schauenberger einen Bischof in Speyer und einen Abt in Lorsch. Die Burg wurde dann später im Krieg von Pfalzgraf Siegfried dem Siegreichen im 15. Jahrhundert zerstört und diente den Dossenheimern später zum Sammeln von Baumaterial. Die heutigen Überreste wirken fast unscheinbar, eine Grösse der ganzen Anlage wie sie auf der Hinweistafel zu sehen ist, hätte man da kaum noch vermutet. Nun geht es auf einem verblockten Pfad wieder steil bergauf. Nach einigen Schlenkern kommt man zum Startplatz für hiesigen Gleitschirmflieger. Von der Plattform hat man einen tollen Ausblick über die Rheinebene. Leider war die Sicht heute nicht ganz so gut, sonst hätte man wahrscheinlich bis hinüber zum Pfälzer Wald und bis zum Donnersberg blicken können. Hinter dem Startplatz führte mich die Route zum alten Schriesheimer Steinbruch.
Schriesheimer Steinbruch
Leider musste ich feststellen, dass kein öffentlicher Weg durch das Areal führt. So musste ich mich erstmal neben den Steinbruch durch den Wald weiter nach oben arbeiten, bis ich das Areal oberhalb passieren konnte. Beim nächsten Mal würde ich ab der Strahlenburg gleich einen Weg suchen, der nach hier oben führt; zwangsläufig müsste man dann aber auch die Sackgasse auslassen, die zum Gleitschirmstartplatz führt. Wenn man dann oberhalb des Steinbruchs den höchsten Punkt des Ölbergs passiert hat, geht es auf einem schmaleren Trail hinunter in Richtung Schriesheim. Man kommt nach einiger Zeit an das Blockhaus an der Schwedenschanze: von hier hat man ebenfalls einen schönen Blick auf die umliegenden Berge, Schriesheim und die Bergstrasse. Vin hier geht der Pfad weiter in engen Serpentinen über Wurzeln und Steine bergab. Kurz nachdem man einen breiteren Forstweg erreicht hat öffnet sich dann der Wald, man kommt an einen Weinberg und kann auf einer der nordwestlichen Flanke des Ölbergs die Strahlenburg über dem Ort Schriesheim thronen sehen.
Strahlenburg
Mit dem Bau der Burg wurde Im Jahre 1235 begonnen. Als Baumaterial für die Festungsanlage wurden Porphyr und der Granit verwendet, die u.a. auch in den banachbarten Steinbrüchen abgebaut wurden. Wann die Burg dann genau zerstört wurde, ist noch nicht geklärt - vermutlich im Zeitraum zwischen 1470 und 1500. Der Weg hinunter würde in den Ort führen. Meine Route führt aber wieder zurück hinauf in den Wald. Auf einem Forstweg geht es wieder ein Stück hinauf in das Tal des Kanzelbachs. Hier sollte man sich de Kräfte gut einteilen und nicht seinen letzten Körner verschiessen, denn noch mindestens ein weiterer anstrengender Anstieg wird nach dem kurzen Lauf durch das Tal noch folgen! Hinunter in den Talgrund geht es auf gut zu laufenden, flüssigen Trails. Nach einem kurzen Asphaltstück an der recht stark befahrenen Talstrasse geht es hinüber auf die Nordseite des Tals. Hier zweigt das "Weite Tal" ab, Schilder weisen hier auch den Weg hinein zum Naturfreundehaus. Der folgende Anstieg ist mühsam. Das einsame Tal zieht sich erst moderat, dann immer steiler nach oben. Viel zu sehen gibt es nicht, der Forstweg ist mässig spannend, dafür ist man hier ungestört und kann die Natur geniessen. Oben angekommen trifft man dann auf einen kleinen Asphaltweg. Dieser führt wieder leicht bergab zur Ursenbacher Höhe. Einsam liegt der Ort Ursenbach umrahmt von den grünen Odenwaldhügeln etwas unterhalb. Nach Überquerung der Strasse führt die Route hinüber auf den Steinberg.
Steinberg
Auf der höchsten Kuppe des Steinbergs befinden sich zahlreiche Felsen aus Granodiorit - teils angeordnet in Gruppen. Bei einer der Felsgruppen, der sogenannten "Keltenschanze", vermutet man, dass es sich um eine uralte Fluchtburg oder eine keltische Kultstätte handelt. Der gut zu laufende Pfad führt hinüber zum Waldparkplatz "Bildstock". Von hier geht es einige Meter auf Asphalt bergauf, bevor wieder ein kleiner Pfad von der Strasse abzweigt. Nach einem kurzen Anstieg geht es flacher weiter. An einigen den Bäumen kann man inzwischen einen roten Querbalken auf weissem Grund sehen - die Markierung für den Weitwanderweg Odenwald - Vogesen.
Blick auf den Odenwald
Die Zeichen werden uns bis nach Weinheim begleiten. Der Weg führt nun hinüber zum Bergsattel zwischen den Ortschaften Ritschweier und Kunzenbach, der Sattel wird "Kalter Hergott" genannt. Diesen Namen verdankt er dem eiskalten Wind, der hier im Herbst und Winter ungeschützt hinüberblasen kann. An einer kleinen Kreuzung trifft man auf einen alten Bildstock, vermutlich einen der ältesten im ganzen Odenwald aus dem 16. oder 17 Jahrhundert, der früher als Betsäule genutzt wurde. Um diesen Bildstock und Ort ranken sich noch zahlreiche Sagen. Ausser auf ein paar Wanderer trifft man heute aber auf nichts ausgewöhnliches. Der Weg führt nun hinüber zum Goldkopf (324m über NN), dem letzten Berg auf der heutigen Route - nun geht es nur fast nur noch bergab. Über den Oberen Gaiersbergweg läuft man hinüber zum Weinheimer Exotenwald. Dieses Arboretum wurde im Jahre 1872 gegründet. Einige der hier gepflanzten Schläge zählen zu den ältesten Vorkommen exotischer Baumarten in Deutschland. Unter den 170 Baum- und Straucharten findet man u.a Mammutbäume von bis zu 60 Metern Höhe. Am Wegesrand sieht man Schilder, die die verschiedenen Pflazen näher beschreiben. Die heutige Strecke war aber lange genug, deshalb geht es ohne eine Ehrenrunde im Exotenwald hinunter nach Weinheim.
Schlosspark Weinheim
Schloss Weinheim
Im Ort trifft man gleich zu Beginn auf das das Weinheimer Schloss. Das Schloss und sein Park stammen aus dem 15. und 16. Jahrhundert und wurde von den Kurfürsten erbaut. Im Gegensatz zu den anderen beiden auf dieser Tour besuchten Burgen wurde das Schloss nicht zerstört und beherbergt heute die Weinheimer Stadtverwaltung. Meine Strecke führt mich durch den Schlosspark und dann hinunter zum OEG-Bahnhof. Hier ist die heutige Tour nach 33 Kilometern und rund 1300 Höhenmetern zu Ende. Mit der Linie 5 kann man zurück nach Heidelberg fahren. Wer Lust hat und die Strecke im Sommer gelaufen ist, der kann sich auch in einem der Lokale oder Cafés auf dem schönen Weinheimer Marktplatz eine Erfrischung gönnen.

Leider war das Wetter nur abschnittsweise gut. Trotzdem hatte man immer wieder tolle Ausblicke über den Odenwald. Die Strecke ist zu grossen Teilen auf Waldwegen, der Asphaltanteil bleibt auf ein Minimum beschränkt. Der Anteil echter Trails liegt aber vermutlich auch nur bei ca. 5% - die machen aber Spass und geben einen Einblick darin, was im Odenwld möglich ist. Mit knapp 1300 auf mehreren Anstiege gut verteilte Höhenmetern sollte man sich die Strecke gut einteilen. Auch sollte man genügend Verpflegung dabei haben: Brunnen habe ich unterwegs nur wenige gesehen, Kioske, Tankstellen oder Supermarkte gibt es auch nicht - die Strecke verläuft weitgehend abseits bewohnter Gebiete im Wald.