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17. Oktober 2013

Vom Mont Blanc zum Matterhorn

Inzwischen hat der jährliche Mountainbike-Alpencross schon Tradition. Nachdem uns die Routen in den Ostalpen inzwischen schon wohlbekannt sind, ging es dieses Jahr erstmals in die Westalpen. Genaugenommen war es diesmal allerdings weniger ein „Alpencross“ als vielmehr eine „-querung“. Passend zu meinem grossen Ziel dem UTMB startete die Tour in Les Houches am Mont Blanc, führte um den Berg herum und zweigte dann im Aosta-Tal gen Osten zum Matterhorn ab. So hatte ich die Möglichkeit einige der Wege, die ich einen Monat später laufen sollte, schon mal mit dem Bike zu erkunden. Natürlich hatte ich wieder meine 2 Kameras dabei, um ein paar Momente dieser MTB-Tour um Mont Blanc und Matterhorn festzuhalten. Leider sind besonders die Abfahrten etwas verwackelt, doch ein schöner Rückblick für die Erinnerung ist es allemal.


Mont Blanc - Matterhorn von ironschoch

9. April 2013

Auf 2 Rädern an der Zugspitze

So langsam wird es wärmer - der Frühling naht endlich. Oben im Gebirge ist es noch recht frisch, deshalb überbrücken wir die Zeit bis dahin mal mit einem schönen Video .. den Berg darin werde ich dieses Jahr nach bisheriger Planung mindestens einmal zu sehen bekommen.

7. März 2012

Moments of Grace

"Cars are all right on occasion, but they are not moments of grace, as bicycles are."
(Colman McCarthy)

26. Februar 2012

Erste Vereinsausfahrt des Jahres

Dieses Wochenende habe ich meine ersten Rennradkilometer des Jahres gefahren. Im Wald war es mir mit dem Bike wegen einiger Eisflächen noch zu gefährlich. Heute habe ich mich dann zum ersten Mal bei der sonntäglichen Vereinsausfahrt meinem neuen Radsportverein angeschlossen. Das lief soweit ganz gut, ich konnte gut mithalten und auch am Berg war ich gut dabei. Die letzten Kilometer zurück in den Ort habe ich mir allerdings gespart und bin lieber direkt heimgefahren, hatte ich doch sowieso mehr Kilometer als alle anderen zu fahren. Am Ende standen mir 80 Kilometer mit einem Schnitt von 28,3 km/h zu Buche. Von der Distanz her für diese Jahreszeit gerade noch akzeptabel. Im Grunde genommen haben sich aber bestimmte Klischees bestätigt: mit Tempo vom Start weg, dann mit Volldampf in den Berg und vor dem Gipfel ohne Ansage ein Ausscheidungsfahren .. . In einer kleinen Gruppe ist das ja in Ordnung, aber wenn man sowas im Verein jede Woche abzieht, braucht man sich nicht zu wundern, wenn der Nachwuchs fehlt! Dabei hatte ich wirklich gehofft, dass es in diesem Verein doch etwas besser wäre .. .

Nun die Jungs waren soweit ok - Frauen war keine dabei (bei der Fahrweise wundert mich das aber nicht wirklich), deshalb fahre ich sicher mal wieder mit, ein gutes Training war es allemal. Aber mich dünkt ein richtiger Radsportler werd' ich nimmer.

21. Januar 2012

Radbegleiter aus dem fernen Osten

Na, mal gerade wieder keiner der Freunde für eine kleine Radtour vefügbar? Dann vielleicht mal ihn hier fragen, ob er Lust hat mit auf Achse zu gehen. Er wartet sicher auch ihne zu murren, wenn es mal wieder irgendwo länger dauert.

12. Januar 2012

Vom Calima und trockenen Schotterpisten

Nachdem der letzte Urlaub doch schon einige Monate her war und ich im Herbst mich urlaubsreif fühlte, entschloss ich mich Anfang Dezember zu einem einwöchigen Kurztrip auf die Kanaren - genauer gesagt in den Süden Gran Canarias. Zuerst als abwechslungsreicher Sporturlaub inklusive Wassersport geplant, hatte sich das Thema Wassersport schon nach dem ersten Tag erledigt. Während einer MTB-Tour verlor ich in der 180°-Kurve einer Schotterstrasse die Kontrolle über mein Bike und rutschte mit der vollen Breitseite einige Meter über die trockene Steinpiste. Ausser Schürfwunden passierte mir zum Glück nicht viel, doch Arm und Bein auf der linken Seite waren beide von mehr oder minder tiefen Schürfwunden übersäht, damit war an Surfen im Salzwasser nicht mehr zu denken. Glücklicherweise erwies sich der Strand vor Maspalomas zu der Jahreszeit aber sowieso nicht gerade als tolles Surf- oder Tauchrevier. So nutze ich also auch an den Folgetagen das Tourenangebot des lokalen Veranstalters für weitere MTB-Ausflüge in das Innere der Insel.

Aufgrund des milden Klimas mit den Winden aus Afrika ist Gran Canaria ganzjährig für Biker empfehlenswert. Auch ich hatte bzgl. der Temperaturen oder gar Regen wenig auszusetzen. Wir hatten während der ganzen Woche tagsüber meist Temperaturen über der 20°C Grenze, so waren nur in den Höhenlagen mal eine Jacke oder Armlinge von Nöten. Vom Veranstalter standen meist 2 unterschiedliche Tagestouren zur Auswahl: jeweils eine Tour mit mittlerem Schwierigkeitsgrad und eine Tour, die als schwierige Trailtour angekündigt war. Auch wenn ich auf einige Bike-Erfahrung zurückgreifen kann, stellte sich für mich schnell heraus, dass mir die etwas einfacheren Touren schon vollends genügten. Der Untergrund - meist steinig, oft Schotter - war nach Wochen ohne richtigen Regen sehr trocken und lag mir gar nicht. Die etwas längeren und einfacheren Distanzen, kamen mir  ganz gelegen, wollte ich doch hauptsächlich die Insel kennenlernen und war nicht wie andere Biker auf den ultimativen Singletrail-Kick aus. So bekam ich während der Touren viele Highlights der Insel zu sehen. Neben dem höchsten Berg, dem Pico de las Nieves, kamen wir durch die Tal der tausend Palmen mit dem kleinen Ort Fataga und das Soria-Tal, an den Chira Stausee und konnten den Roque Nublo sehen. Das sogenannte "Klein-Venedig" Puerto de Mogán war ebenfalls einmal Endstation einer Tour. Es gab fast keinen Weg, von dem man nicht irgendwo einen tollen Ausblick in eines der Täler oder auf einen der Stauseen der Insel hatte. Leider wurde es in der 2ten Wochenhälfte durch den Calima, den aus der Sahara kommenden Sandwind, etwas dunstiger. Die Weitsicht war dadurch eingeschränkt, blauen Himmel und Sonne sah man nur noch vereinzelt. Wie auch bei meinen Alpencross-Touren so stellte sich auch dieses Mal bei mir über die Tage hin eine grössere Sicherheit mit meinem Gefährt ein. Vielleicht lag das auch am Bike selbst, das ein Leihrad des Veranstalters war und über die Woche hin 2 mal wechselte - beim letzten MTB machten die Bremsen den besten Eindruck und auch der Rahmen passte mir am besten. Allerdings hatte ich auch gerade damit meinen einzigen platten Reifen der Woche. Reifendefekte waren aufgrund des steinigen Untergrunds in den Bikegruppen gar nicht so selten. Den richtigen Luftdruck im Reifen zu finden war gar nicht so einfach: zu viel Druck bedeutete fehlenden Grip auf den häufigen Schotterpisten, mit weniger Luftdruck fuhr sich zwar besser allerdings war die Gefahr einen Reifendurchschlags auch grösser. Auf den Touren versuchte ich neben einigen Fotos auch immer wieder ein paar bewegte Bilder zu machen. Ein bisschen Nacharbeit war notwendig, aber hier ist es nun: mein Bike-Video Gran Canaria 2011!



26. Dezember 2011

Go Wild or Go Home

Zum Abschluss eines sehr sportlichen Juli 2011 ging es wiedermal mit dem MTB über die Alpen. Diesmal fast direkt wie beim "Flug der Schwalben". Der Experte weiss bei diesen Worten schon, um welche Route es sich handelt: um die 1989 von Andi Heckmair im Magazin "BIKE" vorgestellte Tour von Oberstdorf nach Riva am Gardasee. Im Laufe der Tour sollten wir etwas von der ursprünglichen Route teils mehr teils nur kurz abweichen. So oder so sollte man diese Strecke auf jeden Fall nur mit ausreichend Kondition und fahrtechnischer Erfahrung angehen, ansonsten wird das mit dem Rad sehr hart. Alternativ könnte man die Strecke nach Aussage des "Entdeckers" übrigens auch wandern oder im Winter als Skitour durchführen. Für mich war es der nunmehr fünfte Alpencross mit dem MTB und der erste mit meinem neuen Specialized Stumpjumper FSR Elite. Wegen des Ironman Kärnten und des Rennradmarathons im Juli kam ich leider nicht so häufig dazu mit dem neuen Bike zu fahren. Kurzfristig bekam ich wenige Tage vor der Tour dann noch Probleme mit der Klemmer der Sattelstütze. Ein Austausch der Klemme half. Leider rutschte mir in der ersten Tagen der Tour die Sattelstütze dann doch noch einige Male leicht in das Sattelrohr rein, was nicht nur nervig war, sondern wegen der suboptimalen Sattelpositionen auch für meine Knie und Beine mitunter schmerzhaft. Dank der Fertigkeit unseres Guides und mit dem richtigen Schmiermittel konnten wir das Problem beheben. Folge der falschen Sattelposition in den ersten Tagen waren allerdings neben den Schmerzen in Knien und Beinen auch heftige Rückenschmerzen, die erst mit der Zeit nachliessen. Ansonsten verrichtete mein neues Rad seine Dienste mehr als vorbildlich, brachte mir im Vergleich zu den Vorjahren mit seinem Vorgänger ein gestiegenes Mass an Sicherheit in etwas schwierigeren Singletrails und somit auch mehr Fahrspass. Der Wechsel von einem klassischen 3-fach Kettenblatt vorne zu einem 2-fach, der mit dem Bikekauf verbunden war, brachte keine grossen Nachteile. Ich komme - soweit ich es möchte - immer noch jede Rampe hoch. Lediglich auf sehr schnellen Asphalt-Abfahrten tritt man irgendwann ins Leere, wenn man noch mehr beschleunigen möchte - das gleiche Phänomen also wie bei einer Kompaktkurbel am Rennrad. Mich stört es jedenfalls nicht, ich muss auf meinen Touren ja keine Rennen fahren.

1. Etappe: Oberstdorf - Dalaas/ Wald

Den Schrofenpass hinauf
Der erste Tag zeigte wettermässig wie es die nächsten Tage weitergehen sollte: es war grau, recht frisch und nach den ersten Kilometern im Rappenalptal erwartete uns dann noch ein eichter Nieselregen. Zum Glück blieb die Sicht einigemassen, so dass wir selbst beim spektakulären, aber nicht ganz ungefährlichen Pfad hoch zum Schrofenpass jederzeit eine gute Sicht auf den Weg und auch eine gute Aussicht ins Tal hatten. Der Regen liess irgendwann wieder nach, aber auf den Abfahrten war wegen der glitschigen Wege und Steine eine zusätzliche Portion Vorsicht gefordert. Der erste Teil der Heckmair-Route entspricht dem Start der ebenfalls recht bekannten "Joe-Route" von Achim Zahn ("Serac Joe"), die ich bei meinem zweiten Alpencross gefahren war. Die Wege waren mir recht bekannt und ich konnte mich deshalb auf den schwierigeren Streckenabschnitte voll auf den Weg konzentrieren und war nicht zu sehr durch das tolle Alpenpanorama abgelenkt. Ein weiteres Streckenhighlight während des ersten Tages war für mich die Fahrt durch das Formarintal mit seinem gleichnamigen Bergsee auf einer Höhe von 1.793m. Beim wettermässigen Grau, das heute herrschte, erstrahlte der See nicht ganz so blau wie bei meinem letzten Besuch. Die Abfahrt hinter dem See über das Raue Joch ist dann wieder etwas tricky. Teils konnte man ganz gut fahren, bei anderen Abschnitte zog ich lieber vor zu schieben. Letztendlich wollten wir ja alle heil in Riva ankommen. Unsere Herberge befand sich im Tal in Dalaas bzw. im etwas höher gelegenen Stadtteil Wald. Wie sich rausstellen sollte, war diese Herberge ein ziemlicher Reinfall - zumindest was das Essen anging. Es sollte zum Glück der Einzige solche Ausfall für diese Tour bleiben.

2. Etappe: Dalaas/ Wald - Klosters

Der Morgen begann ohne grosses Einrollen amtlich mit einem langen Anstieg auf den Kristbergsattel. Auch diesen Anstieg kannte ich noch, weshalb ich vorsichtig anfing, um mich langsam einzurollen. Im Hinterkopf behielt ich immer die komplette Tour bis Riva und ich wollte meine Körner nicht schon in den ersten Tagen aufbrauchen. Obwohl es so früh am Morgen noch recht kühl war, wurde mir bei den Steigungsprozenten schnell warm. Nachdem ich meine Jacke nach wenigen hundert Metern weggepackt hatte, eilte ich den anderen hinterher. Dabei fand ich einen guten Rhythmus, fuhr mich fast in sowas wie einen Rausch, überholte in kürzester Zeit die ganze Gruppe, die sich inzwischen etwas auseinander gezogen hatte, und kam schliesslich als Erster oben an. Wir waren zwar nicht bei einem Rennen, aber dieser gute Rhythmus und die Lockerheit wie ich hier hochgekurbelt war, hatten Spass gemacht! Hoffentlich würde die Form so bleiben. Oben auf dem Kristbergsattel trennen sich Joe- und Heckmair-Route, ab hier war die Strecke also neu für mich. Bevor es weiterging, gönnten wir uns allerdings erstmal noch ein zweites Frühstück - das morgens in der Herberge war wie schon erwähnt nicht der Rede wert, weshalb wir alle noch hungrig waren. Nach der Abfahrt ging es zumeist auf Asphaltstrassen über Gargellen wieder bergauf in Richtung des Schlappiner Joch. Der letzte Abschnitt bis zum Joch auf 2.202 Metern ist leider nicht mehr fahrbar, deshalb hiess es in der letzten Stunde schieben und auch mal auf den Schultern tragen. Oben lag noch ein wenig Schnee. Auf der Abfahrt wurden wir dann für die Strapazen mit der ersten längeren Sonnenphase unserer Tour belohnt. Idealerweise wartete unten in unserem Zielort Klosters ein schöner Biergarten auf uns, wo wir den Tag amtlich ausklingen lassen konnten; sozusagen zum "Après-Bike".

3. Etappe: Klosters - S'Chanf

Unterwegs zum Scalettapass
Für die dritte Etappe stand mit dem Scalettapass über 2.600 Meter nur ein Pass auf dem Programm. Nach den zwei anstrengenderen Tagen sowas wie ein Erholungstag und bei unserer bisherigen Geschwindigkeit war sie sicher in Kürze erledigt. Deshalb entschlossen wir uns morgens noch eine kleine Extrarunde einzubauen. Anstatt durch das Tal auf unspektakulären Wegen direkt nach Davos zu rollen, machten wir einen Umweg über den Berg. Die Luft war noch ähnlich klar wie am Vorabend, deshalb hatten wir eine tolle Aussicht auf die umliegende Graubündener Berglandschaft. Die Trails waren herrlich und gut fahrbar. Die kleine Schleife hat sich auf jeden Fall gelohnt auch wenn sie nicht von Heckmair vorgesehen war. Auf der Abfahrt ereilte uns allerdings der erste Defekt der Tour, der nicht so ohne weiteres behoben werden konnte. Zum Glück schaffte wir es noch mit dem defekten Bike nach Davos ins Tal. Dort machten wir dann einen ungeplanten Zwischenstopp mit Mittagessen bis das Rad unseres Mitfahrers beim Fachhändler repariert worden war. So begann die eigentliche Etappe erst gegen 1 Uhr mittags - so langsam war dann doch etwas Eile geboten. Den ersten Streckenabschnitt im Tal konnten wir ganz gut hinter uns bringen. Wie schon häufiger auf der Tour so begegneten uns unterwegs auch hier ein paar Trailläufer. Vermutlich trainierten sie für den Swiss-Alpine Marathon am Wochenende. Der Aufstieg zum Pass kostete uns dann Kraft - hier war nichts mehr mit fahren, zu steil war der Weg. Ausserdem war gerade ein kleiner Bagger am schaffen, um aus dem schönen, ausgewaschenen Naturpfad einen breiteren Weg zu machen. Von der Baustelle weiter oben rollten immer wieder Steine herunter, Vorsicht war also geboten. Doch irgendwann ist jeder Berg mal zuende. Der Pass war oben vergleichsweise flach und weitläufig. Der Wind pfiff uns um die Ohren und wir konnten dunkle Regenwolken beobachten - sie würden an uns ausnahmsweise mal vorbeiziehen. Nach der relativ schnellen Abfahrt wartete nochmal ein kleiner Gegenanstieg im Wald mit Wurzeln und Buschwerk - fast wie daheim. Der Ort S'Chanf war mir vorher kein Begriff, die Station lohnte aber zumindest was unsere Herberge anging allemal. Hier gab es auch im Gegensatz zur letzten Unterbringung ein anständiges abendliches Mahl für uns Alpencrosser.

4. Etappe: S'Chanf - St.Caterina

Der vierte Tag hatte es in sich. Mit dem Chaschauna Pass (2.690 m) wartete gleich zu Beginn das Dach der Tour auf uns. Nachmittags folgte dann noch der Passo Alpisella (2.268 m).
Zu Beginn ging es durch ein typisches Gebirgstal auf einer Waldautobahn stetig bergauf. Um so höher wir kamen, umso lichter wurde es. Neben unserem Weg stürzte der Hang steil in die Tiefe, unten am Talboden rauschte ein Bach zu Tal. Vor dem letzten Bauernhof stiegen die Steigungsprozente nochmal stark an - der Schweiss floss mir aus allen Poren. Am Hof angekommen waren wir ziemlich geschafft doch um uns türmten sich weitere Berge auf - der Passübergang war immer noch nicht in Sicht. Von nun an wurde es in dem Hochtal noch etwas einsamer - zum Glück auch wieder etwas flacher. Als wir am Ende des Tals angekommen waren, stand ein weiterer Aufstieg von nochmal 450 Höhenmetern per Pedes auf dem Programm. Nicht ohne Grund bezeichnet Andi Heckmair seine Route als eine "hochalpine Wanderung, die man auch mit dem Rad machen kann". Allerdings war der Weg nun teilweise so, dass selbst schieben nicht mehr möglich war und wir das Rad ein ums andere Mal schultern mussten. Im Vergleich zum letzten Jahr fiel mir das Schultern des Bikes deutlich einfacher, was sicher auch dem neuen Rad zuzuschreiben war. So war unser Aufstieg dieses Jahr weniger Tortur als damals sondern eher notwendiges Übel und ganz gemäss Heckmair eine Wanderung mit Rucksack und Rad als Gepäck. Die Aussicht oben war wieder genial und die Abfahrt entschädigte für die Strapazen zuvor. Die Auffahrt zum zweiten Pass war im Vergleich zum Morgen dann geradezu einfach, allerdings regnete es mal wieder was doch schwer an meiner Moral krazte. Die Laune sollte sich aber schnell wieder ändern, denn der Trail hinter dem Alpisellapass war für mich persönlich eines der Abfahrts-Highlights der ganzen Tour. Es folgte ein nicht ganz so spannender Teil auf einer fast 30 km langen, flachen Höhenschotterstrasse. Die Landschaft war schon toll doch so wolkenverhangen wollte nicht so richtig Laune aufkommen. An den Hängen konnte man Abschnitte anderer Transalp-Touren sehen, die ich in den letzten Jahren schon gefahren war. Der Regen hatte zwischendurch mal aufgehört doch am Ende des Tals kündigten sich schon die nächsten Schauer an. Wir beeilten uns, dass wir nach Bormio kamen. Die Tag hatte bis hierhin ganz schön Kraft gekostet, weswegen einige Teilnehmer vor dem letzten Anstieg nochmal ihre Vorräte auffüllen mussten. Dann ging es in Richtung unseres Tagesziels nach St.Caterina. In Anbetracht der fortgeschrittenen Zeit wichen wir vom Wanderweg auf die Strasse aus. Leider erwischte uns kurz hinter Bormio die nächste Regenwolke. Bis wir in St.Caterina angekommen waren, war jeder aus der Gruppe bis auf die Knochen nass.

5. Etappe: St.Caterina - Dimaro

Vorletzter Tag der Tour. Ohne Gnade ging es gleich auf der Fahrstrasse vom Hotel aus direkt auf den 2.621 Meter hohen Gaviapass. Ich kannte den Pass schon von der Joe-Route und teilte mir die Kräfte entsprechend gut ein. Leider war das Wetter am heutigen Tage einmal mehr eher durchwachsen, so konnten wir einige Berge hinter den Wolken und Nebelschwaden nur erahnen. Immerhin regnete es nicht so stark wie damals bei der Joe-Route. Ein Besuch des Refugio am Pass ist hier geradezu Pflicht für jeden Radler. So teilten wir uns den Gästeraum vor unserer Weiterfahrt mit 4-5 anderen Radgruppen, die ebenfalls diesen Pass heute auf dem Programm stehen hatten. An einer Trailabfahrt von Pass wird noch gebaut, deshalb blieb uns für die Abfahrt nur die Fahrstrasse. Mir machte es trotzdem Spass. Wir waren noch nicht ganz unten angekommen, da zweigte der Weg ab zum Val Di Viso ab. Die Heckmair-Route hatten wir inzwischen verlassen und waren nun wieder auf der Joe-Route. Vorteil dieser Route: die 4-stündige Schiebepassage am Passo di Campo blieb uns erspart. Am Ende des Tals erwartete uns Case di Viso, sowas wie eine Museumsbergdorf mit Steinbauten. Nochmal kurz verschnaufen, dann ging es bergauf. Pausen hatten wir bisher kaum gemacht, es rollte bei allen noch ganz gut und für den Mittag war neuer Regen angesagt. Die Wand, die wir hoch mussten, sah nicht nur steil aus - sie war es! Also nichts wie hinauf!
Trail am Lago di Pian Palu
Der Weg bergauf führt über Serpentinen und ist weitgehend gut fahrbar. Nur zwischendurch sind ein paar unangenehm steile Rampen, wo der ein oder andere dann vielleicht doch lieber absteigt und schiebt. Als ob das noch nicht genug wäre, fing es bei der Auffahrt wie befürchtet an zu regnen. Unterdessen näherten sich auch die Temperaturen mit jedem gewonnen Höhenmeter dem Gefrierpunkt und das im Sommer; so langsam wurde es unangenehm. Umso mehr freuten wir uns als wir endlich im Refugio knapp unter dem Pass angekommen waren und eine warme Mahlzeit zu uns nehmen konnten. Von hier war es dann nur noch ein kurzer aber heftiger Aufstieg die letzten 200 Meter hoch bis zur Forcellina di Montozzo (2.613 m). So schön es hier oben normalerweise ist, aber keinem von uns war nach einem langen Verbleib, so machten wir uns schnell auf die Abfahrt. Während das Hochtal oben noch weitgehend gut zu fahren ist, wird der Trail in Sichtweite des smaragdgrünen Lago di Pian Palu steil und schwierig zu fahren. Erst hinter einer Brücke, die uns über einen Bach in den Wald führte, wurde der Trail dann wieder einfacher. Immer wieder schimmert zwischen den Bäumen der See hindurch. Doch wer auf dem schmalen mit Wurzeln durchsetzen Weg nicht stürzen möchte, der sollte besser nicht so häufig ins Tal schauen. Wenn man das Ende des Trails erst erreicht hat, dann folgt der unspektakulärste Teil der Etappe. Grösstenteils auf Asphaltwegen geht es nach ins Val di Sole nach Dimaro auf Fusse der Brentadolomiten. Kurz vor dem nächsten grösseren Regenguss schafften wir dort unser Hotel zu erreichen.

6. Etappe: Dimaro - Riva

Der Gardasee in Sicht
Wie am Vortag ging es auch bei der letzten Etappe gleich in den Berg. Auf einer Schotterstrasse fährt man durch den Naturpark Adamello-Brenta in Richtung des recht hässlichen Wintersportortes Madonna di Campiglio. Weiter oben kann man zwischen den Bäumen immer häufiger einen Blick auf das Brentagebirge am Rande des Tals erhaschen. Den Ort Madonna Di Campiglio kann man getrost schnell durchfahren, da verpasst man nicht allzu viel. Dahinter führte uns die Route auf schmalen Waldpfaden und Schotterpisten hinüber ins viel schönere Val d'Agola. Das Idyll am gleichennamigen Bergsee weiter oben lud uns schon eher zu einer kleinen Pause ein. Es folgte der Aufstieg hoch auf den Bärenpass; ein letztes Mal war schieben angesagt. Nach kurzer Verschnaufpause geht es dann vom Bärenpass mit Highspeed weitgehend auf Schotterpiste ins Tal nach Stenico. Vom Klima her wurde es nun deutlich mediteraner. Ein letzter kaum erwähnenswerter Anstieg trennte uns jetzt noch vom Gardasee. Über einen Feldweg arbeiteten wir uns nach oben. Doch früher oder später kommt man hier auf die Strasse gen Riva. Ungefähr als wir auf die besagte Strasse kamen, fing es abermals an zu regnen. Es wäre auch ein fast ein Wunder gewesen, wenn es auf dieser Tour mal einen Tag ohne Regen gegeben hätte .. . Aber die Sicht war noch gut und so konnte wir die Panoramaabfahrt hinunter an den Gardasee trotzdem geniessen. Bis zu unserer Ankunft am See hörte der Regen dann zum Glück wieder auf. Dafür gab es dann beim obligatorischen Alpencrosser-Bad im See zur Abwechslung mal Wasser von unten. Im Ort genehmigten wir uns dann noch ein leckeres italienisches Eis - das hatten wir uns redlich verdient!

Auch wenn wir auf der Tour mit dem Wetter etwas Pech hatten, so machte mit die Route doch Spass. Konditionell und technisch anspruchsvoll bot sie alles, was man sich als MTB-Alpencrosser wünscht. Unser Guide zeigte ein ums andere Mal seine Erfahrung und führte uns sicher und mit viel guter Laune über die Alpen. So wurde es dann letztendlich doch ein schöner Sommerurlaub.

17. November 2011

Erfolg ist Teamsache

Heute mal nicht in eigener Sache.

4 Buchstaben lassen viele Ultrasportler immer noch erfürchtig gen Westen schauen: RAAM. Aus unserer Region macht sich wieder ein Sportler auf, um Amerika beim Race Across America zu erobern. Doch nicht allein, denn "Erfolg ist Teamsache". Und "mein" Mechaniker Matthias ist auch mit von der Partie. Hier der neue Trailer des Teams.

10. November 2011

Open Trails!

Nachdem sich mein sportlicher Schwerpunkt in letzter Zeit weiter mehr weg vom klassischen Triathlon weg hin zum Trailrunning und Mountainbiken verlagert, habe ich diesen Weg nun auch formal unterstrichen und darf nun verkünden, dass ich Mitglied im DIMB e.V. geworden bin. DIMB steht für "Deutsche Initiative Mountain Bike" und ist die Interessenvertretung der Mountainbiker in Deutschland. Ziel ist die Förderung des Sports, egal in welcher Ausprägung. Wer sich jetzt fragt, warum das nötig ist, der muss nur in die gesetzlichen Regelungen verschiedener Bundersländer schauen. Ich kann als Beispiel aus dem Landeswaldgesetz meines Heimatbundeslandes (LWaldG) §37 Absatz 3 zitieren: ".. Nicht gestattet sind das Reiten auf gekennzeichneten Wanderwegen unter 3 m Breite und auf Fußwegen, das Radfahren auf Wegen unter 2 m Breite sowie das Reiten und Radfahren auf Sport- und Lehrpfaden ..". Mit anderen Worten verstösst der gemeine Mountainbiker in hiesigen Wäldern ausserhalb breiter Forstautobahnen gegen geltende Gesetze. Das es auch anders geht, macht uns der linksrheinische Nachbar vor, wo in pfälzischen Wälder biken erlaubt ist und ein respektvoller Umgang zwischen Biker, Wanderern und Förstern möglich ist. Natürlich gehört dazu auch einsprechendes Verhalten der bikenden Waldnutzer, deshalb verpflichte ich mich als DIMB-Mitglied auch den folgenden Wegeregeln:
  1. Fahre nur auf Wegen.
  2. Hinterlasse keine Spuren.
  3. Halte dein Mountainbike unter Kontrolle.
  4. Respektiere andere Naturnutzer.
  5. Nimm Rücksicht auf Tiere.
  6. Plane im Voraus.
Dass dies nicht nur leere Floskeln sind, kann man u.a. erkennen, wenn man auf die Aktionen der DIMB schaut. So gab es jüngst erst eine freiwillige Sammelaktion an den Isartrails, wo man jeglichen Problemmüll aufsammelte, der sich auf den Naturwegen angesammelt hatte.
 
Das sind nur 2 Gründe, warum ich den Verein für unterstützungswürdig halte und weshalb ich beigetreten bin. Ich könnte noch mehr nennen, aber der geneigte Leser schaut sich die Seiten der DIMB besser selbst einmal an und findet sicher von selbst noch weitere Punkte und Projekte, die klar machen, warum diese Initiative sinnvoll und unterstützungswürdig ist.

21. Juni 2011

Radtouristik des Monats - ein feuchtes Vergnügen

Als Triathlet mit Zeitfahrrad hat man mitunter ein Problem. Mit der Rennfeile in der Gruppe zu fahren ist nicht ungefährlich - zumindest wenn Leute dabei sind, deren radfahrerische Künste man noch nicht so gut kennt. An vielen Zeitfahrlenkern muss man umgreifen, um von den Schalthebeln zu den Bremsen zu wechseln, deshalb ist man nicht ganz so reaktionsschnell. Ausserdem liegt man in Aeroposition weiter vorne, was ich beim Fahren in der Gruppe auch unangenehm finde. Aber was soll man machen, wenn man eine lange Tour mit dem Rad machen will - 150 Kilometer und mehr alleine durch die Gegend rollen? 'Kann mitunter sehr langweilig sein. Ich habe mich bei meiner letzten langen Ausfahrt vor der Langdistanz deshalb mal wieder zu der Teilnahme an einer Radtouristikfahrt entschlossen. Vom Breitensportportal des Bundes Deutscher Radfahrer war die RTF in Forst bei Karlsruhe mit Namen "Spargeltour" vorab sogar zur RTF des Monats gekührt worden. Was lag für mich also näher als hier mitzufahren? So musste ich mich nicht um die Verpflegung unterwegs und auch nicht um die Strecke kümmern. Ich lernte neue Strassen kennen, ohne mich zu verfahren und hatte zwischendurch auch ein bisschen Unterhaltung, so dass es nicht ganz so langweilig wurde.

Leider war das Wetter am vergangenen Sonntag nicht sonderlich gut, so fanden nur wenige Radler den Weg nach Forst und noch weniger Radler fuhren die lange Strecke von 151 Kilometern durch Kraichgau, den Naturpark Stromberg-Heuchelberg, an der Württembergischen Weinstrasse entlang und an die Deutsche Fachwerksstrasse. Viele entschlossen sich nach unzähligen Schauern an einer der Weichen zu eine der kürzeren Strecken über 80 oder 113 Kilometer zu wechseln. Auch ich spielte kurz mit dem Gedanken, doch die Langdistanz im Hinterkopf zog ich das trotz schlechtem Wetters durch und sollte nach der letzten Weiche auch mit etwas Sonnenschein und trockenen Strassen belohnt werden. So konnte ich zwar meine Regenjacke einpacken, doch dafür frischte auf der Rückfahrt der Wind auf und bliess häufig stramm von vorne. Nach fünfeinhalb Stunden Fahrtzeit war ich dann doch wieder zurück im badischen Forst. Gerade rechtzeitig, bevor sich der nächste Schauer über dem Land ergoss. Trotzdem eine sehr schöne, empfehlenswerte RTF. Hier als Ergänzung mein aufgezeichneter GPS-Track mit Streckenkarte und kurzer Beschreibung. Bilder gibt's keine - die Kamera habe ich wegen des Regens gleich zuhause gelassen.

18. November 2010

Street trials riding

Es hat zwar nichts mit Ausdauersport zu tun, aber das Sportgerät ist doch ähnlich und die Bilder sind schön anzuschauen.

14. November 2010

7000er-Marke geknackt!

Und wieder ist eine Marke geknackt! Diesmal ist die 7000-Jahreskilometer-Grenze mit dem Rad überschritten, dabei sind die Runden auf dem Spinningbike noch gar nicht mitgezählt. Dafür sind bei den Jahreskilometern sind so exquisite "Touren" wie der Ironman Lanzarote, der Dreiländergiro und meine Transalp vom Karwendel zum Monte Grappa dabei.
Wäre ich Luftlinie nach Osten gefahren, dann wäre ich kurz vor Peking, nach Süden wäre ich schon über die Grenze nach Namibia gefahren. Nach Westen hin hätte ich New York und Washington weit hinter mir gelassen und würde inzwischen durch die Kornkammer Nordamerikas radeln. Ein Radprofi würde über diese Kilometerzahl vermutlich nur müde schmunzeln, ich als Freizeitradfahrer freue mich trotzdem die Marke mal geknackt zu haben.

29. August 2010

Sommerwetter 2010

Nach einer Woche Erholungsurlaub an der Nordsee habe ich mich heute mal wieder auf den Rennradsattel geschwungen, um eine Runde im Odenwald zu drehen. Spass hat die Tour schon gemacht und am Ende sind es zwar nicht ganz 100 km geworden, allerdings hatte die Tour so schon über 1000 Höhenmeter - war also nicht ganz ohne. Doch eine Sache muss ich mal loswerden: das Wetter nervt!!!! Wann wird es denn endlich mal wieder schön - nicht nur für ein paar Minuten oder Stunden - sondern auch für eine längere Zeit? Das der Winter lang und streng war, kann vorkommen. Dass das Frühjahrstrainingslager auf Lanzarote zur Hälfte ins Wasser fiel, habe ich mal unter Pech abgehakt. Und auch die Regentage im Frühjahr sind jetzt noch nicht ungewöhnlich. Der Juli hat dann endlich mal etwas Sommer gebracht. Doch nach nicht mal einem Monat war es dann schon vorbei; seither gab es keine längere Schönwetterperiode mehr. Ich will schwer hoffen, dass September und Oktober wieder etwas besser werden, bevor uns vielleicht wieder so ein Winter erwartet. Heute habe ich irgendwann aufgehört zu zählen wie oft ich unterwegs in Regenschauer kam. Ich bin ja wirklich kein Schönwetterfahrer, aber Petrus könnte uns nach all den Wetterkapriolen ruhig mal einen schönen Spätsommer gönnen. Die Freibäder haben mit erheblichen Einbrüchen bei den Besucherzahlen zu kämpfen. Und heute konnte man auf der Tour überall noch die Spuren der letzten Unwetter erkennen. Es reicht jetzt echt! Regen ist ja mal gut. Aber zu viel muss es dann doch nicht sein.

18. August 2010

Sonntägliche Radtour im Ländle

Am Wochenende haben uns unsere Wege zu einer RTF in den Schwarzwald geführt. Wir hatten in Magstadt die Auswahl unter sage und schreibe 5 unterschiedlichen Distanzen (234/ 154/ 111/ 78/ 43 km), die längste Strecke passenderweise mit dem Namen Nordschwarzwald-Radmarathon. Wir entschieden uns aufgrund des eher schlechten Wetters, der längeren Anfahrt und der zur Verfügung stehenden Zeit für die 154 Kilometer. Leider sind die Highlights, Dobel und Kaltenbronner Wand, nur auf der Marathonstrecke dabei.  Bei der Kaltenbronner Wand handelt es sich um die Westrampe bis zur Passhöhe Schwarzmiss - im Mittelteil mit bis zu 16% Steigung -, sie ist sicher einer der spektakulärsten Anstiege im Nordschwarzwald und wurde 2005 sogar von der Tour de France befahren. Aber wir hatten auch so schon über 2000 Höhenmeter zu überwinden. Die Strecke war schön gewählt, ist sehr gut ausgeschildert und der Verkehr auf den zu befahrenden Strassen hielt sich in Grenzen. Organisatorisch machte der Veranstalter seine Sache recht gut. Die Positionierung der Verpflegungsstellen war etwas ungleichmässig, dafür war die Ausstattung derer sehr gut. Mit Ausnahme von Tee, den meine Mitfahrer schmerzlich vermisste; waren alle möglichen Kaltgetränke in ausreichender Menge zu bekommen. Im Gegensatz zu anderen RTFs war auch das Essensbuffet sehr reichhaltig, was wir vermutlich dem Radmarathon zu verdanken hatten. Ungewöhnlich war allerdings, dass man für sämtliche Speisen zahlen sollte – sogar für die gereichten Bananen. Wenigstens hier hätten wir erwartet, dass diese wie bei jeder anderen RTF im Startgeld inklusive wären, da das Startgeld keineswegs niedriger als bei anderen RTFs ist. So blieb am Ende doch nur ein gespaltener Eindruck was die Organisation anging: viel Licht, aber die Basics jeder anderen RTF, Tee und Obst, zu bezahlen geht eigentlich gar nicht. Zumindest das Wetter war besser als man nach der Wettervorsage erwarten konnte, nur ab und zu nieselte es mal leicht. So wurde es insgesamt ein gelungener RTF-Sonntag auf für uns neuer Strecke.

14. August 2010

TrailTransalp Karwendel - Monte Grappa

Im Juli ging es wieder mit dem MTB auf Alpencross. Diesmal führte uns die Route vom Karwendel über Zillertaler Alpen, Belluner Dolomiten an den Monte Grappa. Ausgeschrieben war die Tour vom Veranstalter als "TrailTransalp" und die Bezeichung war Programm: mit zahlreichen anspruchsvollen Singletrails. Gemäss Singletrail-Skala war die Tour mit S2 ausgeschrieben, tatsächlich waren aber auch einige S3-Trails dabei. Wer die beschriebene "sehr gute Kondition und absolute Bikebeherrschung" also nicht hatte, der musste ab und zu auch mal schieben oder sogar tragen. Als Belohnung erwarteten einen auf der Route dafür traumhafte Bergpanoramen auf den hochalpinen Übergängen.

1. Etappe Seefeld – Schwaz
Karwendel
Los ging es in Seefeld. Nach einigen Kilometern entlang der Bahnlinie geht es durch das Karwendeltal zu Karwendelhaus und Hochalmsattel. Auf der ersten Abfahrt zum kleinen Ahornboden war ich teils auf groben Schotter noch etwas unsicher - wer den Grossteil des Jahres nur Rennrad fährt, der muss sich nicht wundert, wenn die Sicherheit auf unwegsamen. und lockerem Grund nicht von Beginn an da ist. Im Anschluss folgte dann der Aufstieg zur Falkenhütte. Unser Guide war recht aufmerksam und hatte meine Unsicherheit auf der Abfahrt bemerkt. Er baute beim nächsten Hüttenstopp Bremse und Schaltung an meinem Lenker dahingehend um, dass er Schalthebel und Bremsgriff gerade vertauschte. Tatsächlich ging es mit der leicht verändertern Griffposition im Anschluss besser.  Einige der anderen Teilnehmer nutzen die Pause für eine regionale Zwischenstärkung: Kaspressknödl. Zwar nicht gerade kalorienarm (u.a. aus Bergkäse und Kartoffeln) zeigte der Snack trotzdem seine Wirung und gestärkt folgte dann der zweite Teil mit weiterem Auf und Ab bis zu unserem Etappenziel in Schwaz.
Für eine erste Etappe war der Tag mit mehreren kleineren Anstiegen schon relativ anstrengend ,was allerdings auch am Gruppentempo hängen konnte. Das sollte sich zum Glück an den Folgetagen etwas normalisieren.

2. Etappe Schwaz - Mayrhofen
War der Vortag gekennzeichnet durch einen häufigen Wechsel zwischen Auf- und Abfahrten, so gab es heute auf dem Weg nach Mayrhofen mit dem Sidanjoch (2127m) nur einen grösseren Berg zu erklimmen. Bergauf wurde es mitunter so steil, dass schieben angesagt war. Dafür ging es dann auf relativ flüssigen Trails, Wald- oder Forstwegen gen Tal. Die Gruppe hatte sich inzwischen gefunden. Jeder einzelne Teilnehmer fuhr sich so langsam ein, gewann gerade auf den Abfahrten an Sicherheit und wusste wo es für ihn an welcher Position am besten zu fahren war. So stieg auch bei mir langsam der Spassfaktor, während ich am Vortag durch das vorgelegte Tempo und den Schwierigkeitsgrad der Wege doch noch etwas genervt war. Nur beim abschliessenden "Höllenritt" nach Mayrhofen hinunter zog ich es dann ab und zu doch wieder vor freiwillig zu schieben (im Netz findet man zu dem benannten MTB-Downhill zahlreiche Berichte und sogar Videos).  Unter Bikern ist der Trail bekannt, Schilder weisen den Abschnitt ausdrücklich als MTB-Strecke aus, auf dem nicht gewandert werden sollte. Unseren Zielort Mayrhofen fand ich persönlich etwas abschreckend. Unsere Herberge war in Ordnung, aber den ursprünglichen Charme eines Bergdorfes sucht man hier vergeblich. Anstattdessen reihen sich an der Hauptstrasse Partylocations und Shops aneinander.

3.Etappe Mayerhofen – Ahrntal
Am 3ten Tag stand nur ein einziger Berg zwischen uns und unserem nächsten Etappenziel. Der sollte es aber in sich haben. Unser Guide gab uns deshalb die Möglichkeit die erste Teilstrecke mit dem Bus zu fahren - keiner wollte. Wir sattelten also unsere zweirädrigen Rösser und los ging es. Durch den Zillergrund kletterten wir bis zu unserer ersten Station am Gasthof Bärenbad weitgehend auf Asphalt langsam bergauf. Zu beiden Seiten stürzten kleine Wasserfälle von den Bergen hinab und speisten den neben uns rauschenden Bach . An den Berghängen zogen sich Nadelbäume bis in die oberen Lagen empor, während unten im Tal die Küche auf ihren sattgründen Weiden grasten. Hier mit dem Bus einfach nur kurz durchzufahren wäre viel zu schade gewesen, so bereute auch keiner seine Entscheidung vom Morgen. Von Müdigkeit oder Kraftlosigkeit war (noch) keine Spur, so hatten wir sogar die Kraft zwischendurch einen steckengebliebenen Campingbus aus Morast und Gestrüpp am Strassenrand zu befreien. Nach dem Stopp am Gasthof wurde es dann etwas anstrengender: zwischen grasenden Kuherden hindurch ging es auf steiler werdenden Schotterstraßen bis zu einer kleinen, einsamen Alm. Hier war Endstation was das Fahren anging. Vor uns wartete ein endloses Felsenmeer, das es zu durchqueren galt. Nur selten wurde das Meer an Steinblöcken von kurzen Wiesen unterbrochen. Von nun an hiess es also tragen - tragen nicht nur des Rucksacks sondern auch des Bikes auf den Schultern bis zum Hundskehljoch hinauf. Zu Beginn empfand man das Tragen noch gar nicht so schlimm. Aber mit zunehmender Dauer schmerzten bei mir besonders Rücken und Ellbogen, mit denen ich immer wieder versuchte das Rad auf meinem Schultern in der richtigen Position zu stabilisieren. Dazu musste man noch aufpassen, wo man hintrat und wo der Weg weiter ging. Rund 2 Stunden dauerte das Martyrium bis wir endlich oben waren. Tröpfchenweise trudelte einer nach dem anderen hier ein, fertig waren alle mehr oder weniger. Ansonsten waren wir alleine: Wanderer verirren sich kaum in diese Ecke, da es hier oben auch keine Herberge gibt, in die man nach dem kräftezehrenden Antieg einkehren könnte. So manch einer aus unserer Gruppe würde den heutigen Anstieg auch erst noch am folgenden Tag wirklich zu spüren bekommen .. . Die Abfahrt war dann für technisch versierte Biker sicher ein Schmauss, für einige Mitglieder der Gruppe wie auch mich galt es allerdings gleich wieder zu schieben, weil der grösste Teil des diesseitigen Weges durch das Felsenmeer zu anspruchsvoll war (Level S3). Erst weiter unten bei den Almen konnte die ganze Gruppe wieder aufsitzen und weiterfahren.
Man kann sicher schon rauslesen, dass dies nicht "meine Etappe" war. Aber auch ich sollte auf den nächsten Tagen noch meinen Spass bekommen.

4. Etappe Ahrntal – Plätzwiese
Am vierten Tag stand die bis zu diesem Zeitpunkt längste Etappe mit Bergankunft im Naturpark Fanes auf dem Programm. Auf Schotterwegen und einem alten Militärpfad kurbelten wir langsam in die Höhe. Die Steigungsprozente waren so schon nicht ohne - so früh am Morgen wirkten sie aber nochmal etwas heftiger.
Hochalmen unter der Ochsenlenke
Über Almen und ein kleines Schneefeld erreichten wir dann den höchsten Punkt der Tour: der Ochsenlenke auf 2614 Metern. Von hier oben hatte man an diesem Tag einen herrlichen Rundumblick. Die Luft war relativ klar und wir konnten gut erkennen, wo uns die Wege noch hinführen würden.
In einer schnellen Abfahrt zum grossen Teil über Schotterstrassen ging es hinab nach Sand in Taufers und im Anschluss auf Radwegen gen Bruneck. Die Sonne brannte auf uns herab und das Tempo auf dem mehr oder minder flachen Abschnitt war ähnlich hoch wie am ersten Tag. In Bruneck gönnten wir uns eine Mittagspause bevor es in ähnlichem Tempo weiter durch das Pustertal ging. Es war kein Wunder, dass sich auf diesem einfacheren Abschnitt hauptsächlich die sonst eher Rennrad Fahrenden in der Gruppe vorne fanden und das Tempo machten. - unser Guide hat das schon vorhergesehen Hinten dann langsam zeigten die ersten Teilnehmer Ermüdungserscheinungen - vermutlich auch durch die anstrengende Etappe vom Vortag. Das Wasser ging in der sengenden Mittagshitze ausserdem schneller zur Neige als gewohnt und manch einer hatte seine Vorräte früh aufgebraucht. So kam  uns allen eine weitere Kaffeepause ganz gelegen.
Zum Abschluss der Etappe ging es hoch zur Hütte auf der Plätzwiese (ital. Prato Piazza). Die auf ca. 2000 Metern gelegene Plätzwiese im Naturpark Fanes-Senes-Prags ist ein Hochplateau in den Dolomiten, das umgeben ist von den Bergmassiven Hohe Gaisl, Drei Zinnen, Tofana und Monte Cristallo. Auch ich war inzwischen müde, rollte als einer der letzten los und versuchte zu Beginn des Anstiegs eher gemütlich aber konstant zu kurbeln. Der Weg war nicht zu verfehlen, so konnte jeder sein Wohlfühltempo fahren und musste sich nicht mehr an das Gruppentempo richten. Vor mir waren 2/3 der Gruppe. Nach und nach passierte ich dann doch die einzelnen Leute. Irgendwann fand ich mich dann doch wieder an der Spitze der Gruppe wieder. Obwohl wir alle den Tag über schon hart arbeiten mussten, entwickelte sich dann in der Spitzengruppe doch sowas wie ein Ausscheidungsfahren zur Bergankunft. Schon irgendwie bekloppt nach so einem langen Tag, aber es machte Spass. In Unkenntnis der verbleibenden Strecke lies ich dann aber ca. einen Kilometer vor dem Ziel von meinem letzten Begleiter abreissen, schliesslich sollten noch ein paar weitere harte Tage folgen und ich wollte nicht bei so einer Raserei meine letzten Körner lassen (in solchen Situation kommt dann doch die Vorsicht des Langdistanzler wieder durch). Die Aussicht oben auf die umliegenden Bergmassive war wieder beeindruckend. Bei unserem leckeren Abendessen draussen vor der Hütte  konnten wir sie noch einige Zeit geniessen, bevor es dann langsam dunkel wurde.

5. Etappe Plätzwiese – Alleghe
Die Nacht über hatte ich in der Gruppenunterkunft recht schlecht geschlafen - sei es wegen der Höhe oder auch wegen den Schnarchgeräuschen. Die Auswirkungen merkte ich leider erst beim losfahren - Kopfschmerzen! Jeder kleine Stein, jede Stufe hämmerte in meinen Kopf. Kopfschmerztabletten waren unterwegs natürlich Fehlanzeige. Zu allem Überdruss hatte ich nach kurzem Downhill schon meinen ersten Platten - zum Glück auch meinen einzigen auf der ganzen Tour. Der war mit der tatkräftigen Hilfe unseres Guides Bernie schnell behoben und dann ging es weiter. Weiter unten kamen wir auf dem "Bahnweg" - einer alten Eisenbahntrasse - nach Cortina di Ampezzo (u.a. Austragungsort der Olympischen Winterspiele 1956). Die Cappuccinopause im Ort hätte besser nicht besser liegen können, mein Kopf hatte etwas Zeit sich zu erholen. Danach wurde es heftig .. heftig steil! Die Schotterstrasse führte uns bis hinauf zur Hütte Croda die Lago.
Mittagspause an der Croda Die Lago
Normale Autos konnten hier kaum mehr hochfahren, hier brauchte man schon einen Jeep. Nach der Mittagspause ging es dann auf einem weniger steilen Trail hinüber zur Forcolla Ambrizzola (2227m) ebenfalls mit einem traumhaften Rundblick. An einem der höchsten Berge der Dolomiten entlang, dem Monte Pelmo, führte uns der Weg auf holprigen Pfaden und später einem Stück Strasse zum Staulanza Pass. Nach kurzer Cafépause in dem unfreundlichen Café am Pass folgte der letzte Aufstieg zum nicht mehr ganz so hohen Col die Baldi. Ab hier ging es dann auf flüssigen aber auch steilen Trails nur noch bergab zum nächsten Etappenziel am Lago di Alleghe. Das Kopfweh war inzwischen besser geworden, trotzdem fühlte ich mich noch nicht wieder ganz so fit. So kam es, dass ich in einem steinigen Trail kurz vor unserem Ziel etwas die Kontrolle verlor was den einzigen unfreiwilligen Abgang der Tour zur Folge hatte. Ausser ein paar kleinen Schrammen passierte aber zum Glück nichts weiter. Das war nicht so ganz mein Tag, aber letztendlich schaffte ich es dann doch gut ins Ziel.

6. Etappe Alleghe – Feltre
In Alleghe ging es morgens früh los, denn der Wetterdienst hatte wieder hohe Temperaturen angekündigt und die erste Hälfte unserer Strecke führte grösstenteils über schattenfreie Strassen. Aus der Region Trentino-Südtirol fuhren wir immer weiter nach Venetien hinein was man nicht nur an der sich verändernden Achitektur erkennen konnte - kam man vorher mit Deutsch noch halbwegs durch, so wurde hier durchweg italienisch gesprochen. Der erste Teil des Tages verlief soweit dann recht unspektakulär. Die Sonne brannte mit fortschreitender Stunde immer unerbärmlicher auf uns hinab und zu allem Überdruss für manchen Teilnehmer nahmen die Steigungsprozente auch immer mehr zu. Nach dem Mittagessen ging es dann hinauf zu den Hochalmen am Passo d'Alvis. Eigentlich ist der Weg hinauf noch fahrbar doch in der sengenden Mittagshitze entschlossen sich einige von uns abschnittsweise lieber zu schieben. Auf den Almen angekommen bot sich uns nochmal ein herrliches Bergpanorama. Die Berge rundherum sind nicht mehr ganz so kalkweiss wie man es noch weiter nördlich vorfindet; hier gibt es schon deutlich mehr grün. Auf der Alm tollten ein paar Maultiere herum. Die letzten Meter zum Pass hinauf durften wir dann unser Bike wahlweise wieder schultern oder schieben. Die Belohnung für den Aufstieg folgte dann auf der anderen Seite: ein kilometerlanger Downhill wie man ihn nur selten findet. Der obere Teil ist etwas heikel: der schmale Weg ist zwar grösstenteils fahrbar und nicht steil .. aber der Hang ist es! Man muss keine Höhenangst haben, um hier sehr vorsichtig zu werden. Neben uns fiel der Hang unvermindert in die Tiefe. Für einen versierten Biker ist der Weg sicher kein Problem, wer nicht ganz so sicher ist, der sollte hier besser an einigen Stellen schieben und insbesondere in den Kurven aufpassen. Erst ab dem nächsten Plateau wird es dann für alle wieder etwas einfacher zu fahren. So kamen wir dann irgendwann hinunter zum Lago della Stua. Von hier war es nicht mehr weit nach Feltre. Den Ort kannte ich bisher nicht. Mit seinen über 20.000 Einwohnern ist er allerdings gar nicht mehr so klein wie man denken mag. Und insbesondere die historische Altstadt mit Häusern aus der Renaissance und ihren sehenswerten Sgraffitoverzierungen ist absolut sehenswert; sie erinnert schon sehr stark an Venedig. Auch das Klima war an diesem Tage schon sehr mediteran. Auf den Strassen war am heutigen Tage ein Fest. Überall waren kleine Attraktionen aufgebaut und besonders die Kinder hatten auch zu später Stunde noch ihren Spass.

7. Etappe Feltre - Bassano del Grappa
Die letzte Etappe bestand nur noch aus der Überquerung eines Berges: des Monte Grappa (1775m). Dieser massive Gebirgsstock bildet den letzten Gipfel der Alpen vor der venezianischen Tiefebene. In den drei Piaveschlachten im ersten Weltkrieg kamen auf dem Monte Grappa und den umliegenden Bergen tausende Soldaten aus Italien und Österreich-Ungarn ums Leben. Die Spuren von damals sind heute noch allgegenwärtig. Überall findet man in den Fels gehauene Schützenlöcher, Gräben und Hänge mit Golfballmustern aus flachen Trichtern. Die Wege, auf denen man sich bewegt, sind meist nichts anderes als historische Militärpisten und Maultierpfade. Auf dem Gipfel errichtete man in den 1930er Jahren unübersehbar ein monumentales Denkmal für die Gefallenen. Das Santuario aus dem feinsten Carraramarmor hat ein Ausmaß von gut 500 Metern.
Mailtierpfade am Monte Grappa
Die Auffahrt von Norden zum Rifugio Bocchette ist durchgehend asphaltiert. Bis Chiesa Nuova ist es noch keine allzu grosse Herausforderung. Kurz dahinter erwartete uns dann aber die "Mutter aller Rampen" mit abschnittsweise 25% Steigung. So manch einer hätte sich hier zwischendurch vermutlich einen Beissring als weiteren Halt auf dem Lenker gewünscht. Natürlich war es auch heute wieder sehr heiss. So verwundert es nicht sehr, dass die Getränkevorräte manches Teilnehmers bis zum Rifugio nahezu aufgebraucht waren. Im Gegensatz zu unseren vorherigen Abschnitten sollten wir hier die wenigen Brunnen an dem Berg auch nicht zum Auffüllen der Trinkflaschen nutzen, das Wasser hier ist wohl eher schlecht. Hinter dem Refugio ging es dann auf den erwähnten Militärpisten weiter. Nach zwei Stopps am Denkmal und dem Gipfelbistro ging es dann wieder bergab zum Zielort. Eigentlich findet man rund um den Monte Grappa sehr gute Trails; ich selbst bin schon auf einer früheren Transalp einen tollen und flüssigen Trail hinuntergefahren. Heute probierten wir aber einen anderen Weg. Leider funktionierte das nicht ganz und nach mehreren Versuchen den richtigen Pfad wieder zu finden, gaben wir etwas entnervt auf und rollten mit den Rennradfahrern dann die Fahrstrasse hinunter.

Zurück bleibt auf jeden Fall ein schöner Gesamteindruck. Wir hatten ingesamt viel Glück mit dem Wetter. Die Strecke war sehenswert und so mancher Trail war wieder ein Erlebnis. Interessant war auch dieses Jahr wieder zu beobachten wie die Fahrsicherheit in unwegsamen Gelände von Tag zu Tag zunimmt. Ein Freerider oder Downhiller werde ich sicher nie, aber wenn die Wege auch wirklich fahrbar im Sinne des S2-Level sind, kann auch ich meinen Spass haben.

9. August 2010

Tücken einer Laufradmontage

Jetzt fahre ich schon 12 Jahre Rennrad und Mountainbike bin ich schon gefahren, als von Federgabeln noch keiner geredet hat. In der Zeit habe ich natürlich so manchen Platten gehabt und einen Grossteil davon habe ich von Beginn an auch selbst repariert. Mitunter wechsle ich vor Wettkämpfen sogar meine Laufräder und tausche dabei noch die Kassete hinten aus. Man sollte also glauben, da kann bei einer einfachen Laufradmontage hinten nicht mehr viel schief gehen .. .
Gestern habe ich mich also nach dem derzeit fast täglichen Regenguss auf mein Rennrad geschwungen. Nach ca. 7 Kilometern der erste Platten. Also wie üblich erst Sichtkontrolle nach der Ursache und nachdem ich nichts gesehen habe, nochmal mit dem Finger innen den Reifen abgefahren - nichts. Auch am Schlauch war nichts zu erkennen. Also habe ich einen neuen Schlauch aufgepumpt und bin weitergefahren. Nach weiteren ca. 2 Kilometern der nächste Platten. Diesmal fand ich auch den Glassplitter im Reifen. Zum Glück hatte ich noch einen weiteren Schlauch dabei. Also repariert und mangels weiterer Ersatzschläuche und Flickzeug aus Sicherheitsgründen heim. Etwas angesäuert.
Heute wollte ich nach Feierabend die ausgefallene Tour nachholen. Diesmal kam ich vielleicht gerade 2 Kilometer. Meine Schaltung funktionierte nicht richtig und die Bremse schlief am Laufrad. Nach einige Suche fand ich den Fehler - das Laufrad mit dem Reifen gestern hatte ich offenbar wieder falsch einmontiert. Das geht? Ja leider. Die Klemmmutter hat an diesem Rad ein Gegenstück, um das Laufrad in die richtige Position zu bringen. Das hatte ich übersehen und so sass das Rad nach meiner Montage an der falschen Stelle. Es dauerte etwas, bis ich das Problem gefunden hatte. Irgendwie hatte die Suche etwas von einem Rätsel, das es zu lösen galt. Und das zwischenzeitlich auf einer von Heidelbergs belebtesten Brücken mit sehr vielen Passanten.
2 Fehler bei Reifenwechsel nach all den Jahren mit so vielen Wechseln. Gestern war ich noch etwas genervt. Heute konnte ich schon mehr drüber schmunzeln. Man erlebt doch immer wieder etwas Neues. Rookies kann ich nur ermuntern einfache Reparaturen selbst auszuführen. Es ist einfach besser, wenn man solche Dinge  überall und jederzeit selbst beheben kann. Und wie man sieht kann man sich kaum blamieren, denn auch erfahrenere Radfahrer können mal Fehler machen.

11. Juni 2010

Quer durch den Kontinent

Heute will ich mal wieder auf den Blog eines anderen aussergewöhnlichen Sportlers verweisen. Michael Nehls ist gerade unterwegs beim Race across America. In Michaels Blog finden sich viele Berichte und Bilder aus der Vorbereitung und auch von unterwegs. So verrückt das ist: irgendwann würde ich das Rennen ja auch gerne mal fahren. Aber alleine schon vom finanziellen Aufwand her, scheint mir das Unternehmen derzeit nicht finanzierbar.

7. Juni 2010

Unterwegs in der "schwäbischen Toskana"

Den letzten Feiertag haben wir für eine grössere Radtour genutzt, in die wir auch die Radstrecke des neuen Triathlons in Heilbronn eingebaut haben. Auch bei diesem Rennen setzt man voll auf das in letzter Zeit immer beliebtere Konzept des Triathlons in der Stadt mit allen Vor- (Zuschauer und Stimmung) und Nachteilen (Preis). Angeboten werden 3 Distanzen. Die Homepage verspricht "Schwimmen in zentraler Innenstadtlage im Neckar, attraktive und anspruchsvolle Radstrecke durch die schwäbische Toskana, Laufen am Neckar und durch die Innenstadt (Fußgängerzone, Kaiserstrasse) mit Zieleinlauf auf dem Marktplatz." Ob das Schwimmen im Neckar bei Heilbronn für die Athleten ein Argument ist, darüber lässt sich streiten, wenn man das Gewässer sieht. Aber für das Publikum könnte der Wettkampf dort in der Tat spannend werden, weil sich die Schwimmstrecke recht gut überschauen lässt bzw. man am Ufer die Schwimmen begleiten kann.
Dafür konnten wir uns vorab schon mal von der Radstrecke überzeugen und hier hat die Homepage in der Tat nicht zu viel versprochen. Richtig flache Passagen gibt es im Heilbronner Hinterland nicht: vom Charakter her ähnlich wie der Challenge im Kraichgau führt die Route gen Westen durch die nahen Weinberge. Leider geht es auf dem Rückweg auf nahezu identischen Wegen wieder zurück in die unterfränkische Metropole. So schön die Strassen sein mögen, so wäre eine Rundtour nicht nur vom touristischen- oder Erlebnisaspekt her wünschenswert, auch könnte es mit dem Gegenverkehr auf den mitunter recht schmalen Wegen doch recht eng werden. Wir werden sehen, ob sich die jetzige Route bewährt. Die Laufrunden führen dann wieder zum grossen Teil in der Stadt um den Neckarnebenarm herum, in dem vorher geschwommen wurde. Der Weg ist flach und grösstenteils von Bäumen gesäumt, die Athleten werden besonders bei heissem Sommerwetter dankbar für den Schatten sein.

Ein vielversprechender neuer Triathlon in der Region geht hier an den Start. Wollen wir hoffen, dass er vom Publikum gut angenommen wird und sich als Event etablieren kann. Vermutlich wird es nach der Premiere an der ein oder anderen Stelle Verbesserungsbedarf geben, aber wieviele so grosse Veranstaltungen sind schon bei der Premiere perfekt gelungen?