Posts mit dem Label Leistungstests werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Leistungstests werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

12. März 2007

Laktattest auf der Laufbahn

Dieses Jahr unterzog ich mich erstmals nicht nur einem sondern 2 Laktattests. Mein erster Test vor wenigen Wochen auf dem Ergometer hatte bei mir ja einige Fragezeichen hinterlassen. Als sich dann kurzfristig über das Gesundheitswesen des geschätzten Arbeitgebers die Möglichkeit ergab einen weiteren Laktattest als Feldtest auf einer Laufbahn durchzuführen, entschloss ich mich kurzfristig dies auch mal auszuprobieren. Ich hatte zwar einen Laktattest schonmal auf einem Laufband gemacht, auf der Laufbahn war mir aber neu.
Unter einem Feldtest versteht man in diesem Fall konkret eine Leistungsmessung auf einer bestimmten, festgelegten Strecke wie einer Laufbahn mit steigenden Itensitäten. Dieser Feldtest wurde auf einer 400m Laufbahn durchgeführt. Die Laufgeschwindigkeit für je eine Runde wurde mir im Form einer zu erreichenden Herzfrequenz vorgegeben. Nach jeder Runde wurde der Herzfrequenzwert bestimmt, nach jeder zweiten der Laktatwert mit Hilfe der Abnahme eines Bluttropfens am Ohrläppchen. Die Laufgeschwindigkeit wurde nach jeder Blutabnahme um einen bestimmten Wert erhöht.
Vom Ergebnis her war schon aufgrund der anderen Disziplin mit zum letzten Test unterschiedlichen Ergebnissen zu rechnen, weshalb ein Profi sowieso immer mehrere Tests in
den unterschiedlichen Disziplinen durchführen.

Hier mein Ergebnis:
v [km/h] LAC [mmol/l] Puls [1/min]
6,10 1,34 108
9,30 1,50 120
11,3 1,72 136
13,5 2,33 149
15,7 3,49 162
17,0 7,58 172


Konkret heisst das laut Testauswertung, dass meine individuelle anaerobe Schwelle beim Laufen ungefähr bei einem Puls von 160 liegt, was einer Geschwindigkeit von etwas über 15 km/h entspricht.
So ganz bin ich mit den Werten nicht zufrieden. Wenn ich nach den Pulswerten meiner Wettkämpfe gehe, müsste die iANS etwas höher liegen, auch mein errechneter Maximalwert sollte höher sein. Insgesamt zeigt sich aber schon eine recht gute Grundlagenausdauer, die es in den nächsten Wochen noch zu verbessern gilt. Ab Ende des Monats kommen dann auch noch mehr Einheiten in anderen Bereichen (Tempo und Kraft) hinzu.

8. Februar 2007

Laktattest auf dem Ergometer

Gestern fand er nun statt: der verschobene Laktattest. Doch viel schlauer bin ich jetzt leider nicht. Das Ergebnis zeigt im Vergleich zu meinem Test im vergangenen Jahr Abweichungen in die ein und andere Richtung, die einen Vergleich schwierig machen. Vielleicht kann ja einer der Leser die Daten besser interpretieren.

Doch erstmal von vorne. Die Grundvoraussetzungen, die für einen Test gegeben sein sollten, habe ich ja schon mal aufgeführt. Zwei dieser Voraussetzungen waren diesmal nur mit Einschränkungen erfüllt. Vielleicht ist das der Grund, warum mir dieser Test nicht besonders aussagekräftig in Bezug auf meinen tatsächlichen Leistungsstand erscheint. Da wäre zum einen der Punkt, dass man am Vortag möglichst keinen intensiven Sport machen sollte, da das Laktat nicht so schnell wieder abgebaut werden kann. So ganz zurückhalten wollte ich mich am Vortag aber nicht und beschloss - vermutlich aus Pflichtbewusstsein gegenüber unserer Trainerin – zumindest kurz beim Schwimmtraining zu erscheinen und ein paar Bahnen locker zu schwimmen. Ganz so locker wurde es dann doch nicht, deshalb brach ich das Training etwas früher ab, um nicht zu viel Laktat aufzubauen. Vielleicht das Schwimmen bis dahin aber schon zu viel, oder vielleicht war aber auch der 50 km Lauf vor knapp 1 1/2 Wochen der Grund – auf jeden Fall fing ich gestern mit einem höheren Laktatwert als im vergangenen Jahr an. Die zweite Voraussetzung, die nicht ganz erfüllt war, war dass ich nicht ausgeruht war. In der Nacht zuvor war ich irgendwann um 4 Uhr aufgewacht, musste an die Arbeit denken und konnte nicht mehr einschlafen. So stand ich kurz vor 5 Uhr auf, arbeitete 30 Minuten an ein paar Sachen, die mich vermutlich wach gehalten hatten. Danach ging ich wieder ins Bett und konnte tatsächlich noch etwas schlafen. Um 7 Uhr war es dann endgültig vorbei mit der Bettruhe und ich musste aufstehen. Den fehlenden Schlaf merkte ich während des ganzen Tages, von daher war mir schon klar, dass meine Leistung beim Test beeinträchtigt sein könnte. Trotzdem wollte ich es diesmal wissen und nicht wieder verschieben.

Den Test führte ich auf dem Ergometer durch. Wir begannen bei 50 Watt Widerstand und steigerten in 50er-Schritten. Bei 350 Watt musste ich leider abbrechen, weil ich mit dem Ergometer technische Probleme hatte; ich hätte aber vermutlich sowieso abbrechen müssen, weil ich schon hart an der Grenze war. In der Abbildung habe ich die Ergebnisse von 2006 und 2007 mal gegenüber gestellt.
Man kann erkennen, dass ich 2007 vom Start weg fast durchgehend höhere Laktatwerte als im Vorjahr hatte Lediglich bei 200 Watt sind beide Auswertungen gleich. Dafür ist der Puls 2007 im Vergleich meist niedriger. Meine anaerobe Schwelle bei 3,65mmol/l liegt laut dieser Auswertung mit 132 b/min einige Schläge niedriger als im Vorjahr. Dies ist der Hauptgrund, warum ich diesen Test in Frage ziehe; er entspricht überhaupt nicht meinem bisherigen Eindruck. Ein paar weitere Analysedaten habe ich noch bekommen. Meine aktuelle aerobe Leistung beträgt 237,82 W, dies entspricht 146,95% bezogen auf eine durchschnittlich trainierte Person meines Alters und Gewichts. Die relative Leistung im Vergleich zu einem Leistungssportler beträgt 73,18%. Diese letzten beiden Werte sehen recht gut aus, ich halte sie aber mehr für eine Spielerei. Was die Wattzahl angeht, war ich im Vorjahr auch etwas besser. Als Fazit aus diesem Test nehme ich mit, dass ich in den nächsten Wochen wieder verstärkt Grundlagentraining und weniger Intervalle machen werde. Mehr Schlüsse kann man wohl nicht ziehen. Die nächsten Tage werde ich erstmal ausruhen und versuchen den Schlaf nachzuholen. Dies wird ziemlich sicher die Woche mit dem bisher wenigsten Wochentrainingpensum, aber Hauptsache ist, ich bin bald wieder auf der Höhe und kann wieder gute Leistung bringen. Am Sonntag steht schliesslich auch der letzte Lauf der Rheinzaberner Winterlaufserie an.

Für März habe ich bei einem anderen Anbieter einen weiteren Laktattest vereinbart und erhoffe mir dort etwas mehr Aufschluss über meinen Leistungsstand. Der neue Test wird als so genannter Feldtest auf der Laufbahn eines Stadions durchgeführt.

19. Januar 2007

Ein (verschobener) Leistungstest und seine Rahmenbedingungen

Gestern stand mein Laktatleistungstest auf dem Programm. Um den Test durchführen zu können, sollten verschiedene Rahmenbedingungen gegeben sein.
  • Man sollte gesund und in guter physischer Verfassung sein (-> Laktatmesswerte eines erkrankten Organismus wären nicht sehr aussagekräftig und letztendlich ist das ja auch ein Leistungstest!).
  • Am Tag vor dem Test sollte man kein hartes Training und keine Ernährungsexperimente durchführen (-> Tests, die nach intensiven Trainingseinheiten und/ oder kohlenhydratarmer Ernährung durchgeführt werden, würden durch niedrige Laktatwerte einen besseren Ausdauertrainingszustand vortäuschen).
  • Die Testergebnisse würden ebenfalls durch den Genuss von Alkohol am Tag vor dem Test beeinflusst.
  • Ausserdem sollte man 2 Stunden vor dem Test keine Mahlzeit mehr einnehmen und ausreichend trinken.
  • Desweiteren sollte man zum Test ausgeschlafen und auch nicht von einem langen Arbeitstag ermüdet sein.
Nach mehreren Jahren Ausdauersport sollte man davon ausgehen, dass ich all diese Regeln verinnerlicht habe. Gesund war ich, ausreichend geschlafen hatte ich, das mit der Ernährung hatte ich auch beachtet. Nur .. das mit der Erholung und dem Training am Vortag hatte ich doch glatt vergessen. Oder hatte ich es vor lauter Trainingsehrgeiz verdrängt? Genau genommen hatte ich nämlich 4 Trainingstage in Folge; am Vortag hatte ich sogar noch ein hartes Intervalltraining auf der Laufbahn absolviert (5x1000m). Mit den Trainingsergebnissen war ich ganz zufrieden, das half mir nur nichts in Bezug auf meinen anstehenden Test .. .
Am Tag des Tests merkte ich schon eine physische Müdigkeit - als erfahrener Ausdauersportler hat man ein gutes Gefühl über seine körperliche Verfassung. Mit einem etwas schlechten Gewissen ging ich ins Fitnessstudio, wo ich den Test durchführen wollte. Auf meinen Fitnesscoach musste ich noch etwas warten, deshalb ging ich an eine der Maschinen, um locker die Rumpfmuskulatur zu trainieren - auf meinen Ausdauertest, sollte das keinen grossen Einfluss haben. Doch schon bei den ersten Bewegungen merkte ich, wie schwach ich an diesem Tag war. Als dann mein Coach kam, beschlossen wir nach kurzer Rücksprache den Test auf Februar zu verschieben, das Ergebnis gestern hätte keine grosse Aussagekraft gehabt. Beim nächsten Test werde ich sicher erholter erscheinen.

10. Januar 2007

Extremleistungen im Studio

Im Winter sind die Tage draussen kurz, es ist kalt und nass. Letzteres trifft für den Winter 2006/07 bisher zwar nur bedingt zu, ich nutze die Zeit im Winter trotzdem für etwas Krafttraining im Fitnessstudio. Primäres Ziel ist es meine Rücken- und Bauchmuskulatur etwas zu stärken. Das hilft mir nicht nur für den Sport, sondern stärkt auch meine durch das viele Sitzen stark belastete Rumpfmuskulatur. Diesen Winter werden die Übungen erstmals noch durch verstärktes Waden- und Beinmuskulaturtraining ergänzt. Ich habe die Hoffnung dadurch im Sommer mehr Druck für das Zeitfahren auf die Pedale bringen zu können.
Das Wintertraining im Allgemeinen hilft mir auch immer etwas von meinen 3 Hauptsportarten abzuschalten; mal etwas anderes machen - andere Bewegungen, andere Trainingsstätten, andere Leute. Ausserdem kann man von Sportlern anderer Disziplinen vielleicht noch die ein oder andere neue Anregung bekommen, die einem auch bei der eigenen Sportart weiterhilft.

Wie in vielen anderen Bereichen des Lebens auch, ist es auch im Studio interessant die wahren Cracks zu beobachten. So gibt es bei den eigenen doch eher seltener gesäten Besuchen im Studio - unabhängig von Tag und Uhrzeit des eigenen Erscheinens - oft Wiedersehen mit immer wieder den gleichen Zeitgenossen und kann diese dann dabei beobachten wie sie unermüdlich mit den Grenzen von Körper und Geist kämpfen. Zu Beginn fallen sie dem ungeübten Beobachter nicht unbedingt auf und gehen im Meer der vielen Studiobesucher unter. Zudem sind die Gewichte oft verdeckt, mit denen so mancher an der Geräten hantiert. Umso grösser ist dann meist die Überraschung, wenn man dann im Anschluss an einen dieser Cracks an eines der Geräte kommt und die Gewichte sieht, die hier gerade aufgelegt sind. Bei Geräten für die Armmuskulatur versuche ich den Vergleich zu meinen eigenen Gewichten meist aus Selbstschutz zu vermeiden, würde ich doch wahrscheinlich zugleich in eine tiefe Winterdepression verfallen. Bei den Geräten für die Beinmuskulatur sieht das schon etwas anders aus, da ich als Triathlet schon recht gut trainierte Beinmuskeln habe und mich dort gut behaupten kann. So erreiche ich schon ganz beachtliche Bereiche auf der Gewichteskala. Manchmal kommt dann doch der Schock, wenn man feststellt, dass es Athleten gibt, die auch hier das obere Limit der Maschinen ausreizen können.
So ist es nicht verwunderlich, wenn man sich mal über die kleinen Erfolgserlebnisse im Fitnessstudio freut, bei denen man mal selbst seine Qualitäten zeigen kann. Bei mir ist das meist der Fall, wenn der monatliche Fitnesstest oder der etwas aufwenigere und deshalb seltenere Laktattest anstehen. Beim einfachen Fitnesstest werden solche Werte wie der BMI (Body-Mass-Index), der Fettanteil im Körper und die Herzfrequenzvariabilität gemessen. Mit einem Laktattest versucht man vereinfacht gesagt über eine Blutanalyse während sportlicher Aktivität die persönlichen Grenzwerte für eine körperliche Belastung festzustellen und damit Rückschlüsse auf vergangenen und zukünftigen Trainingsaufbau zu machen. Bei beiden Tests neigen die durchführenden Tester dazu bei mir immer in ein leichtes Staunen zu verfallen, da ich als schmaler ber gut ausdauertrainierter Sportler doch eher in die oberen Randbereiche der Testpersonen des Studios komme. Der Eindruck bestätigt sich dann nach Ausgabe des Testberichts, wenn meine Leistung in einem doch recht guten Verhältnis zu einem echten Profi gesetzt wird. Schon heute freue ich mich auf meinen nächsten Test, kann doch dann auch ich als Hobbysportler mal auf meine Leistung ein kleines bisschen stolz sein. Gestern jedoch durfte auch ich erstmals dem Laktattest eines anderen über dessen Leistung staunen. Testperson war mein Vereinskamerad und Lauftrainer Mario, den ich zufällig im Studio traf. Ich erwartete ja schon ein gutes Ergebnis, doch das was ich sah, übertraf alle meine Erwartungen. Ist der Einstieg in den Test für den Probanden noch recht einfach, so steigert sich die Belastung in Intervallen immer mehr. Am Laufband realisert man diese Steigerung durch eine Erhöhung der Laufbandgeschwindkeit. Dass jemand dabei die technischen Grenze des Testgerätes erreicht, kommt sicher eher selten vor – er schaffte das gestern und schien dabei lange Zeit nicht sonderlich angestrengt. Erst beim x-ten Intervall der höchtmöglichen auf dem Gerät einstellbaren Geschwindigkeit kam auch er an seine Leistungsgrenze. Als er vom Band stieg konnte er sich des Respekts aller diesem aussergewöhnlichen Test beiwohnenden Personen sicher sein.
Nun darf ich gespannt auf meinen nächsten Test warten. Wie weit ich wohl an diese Leistung herankommen werde? Mein letzter Test ist doch schon knapp 1 Jahr her und ich bin mir nicht sicher, wo ich heute stehe.