24. April 2011
Eine nicht ganz alltägliche Laufrunde
10. März 2011
Doppelter Winterpokal 2010/11
In den ersten Wochen liess ich es ruhig angehen. Das hing damit zusammen, dass die Winterpokale für mich wirklich als eine Motivation für den Winter waren, ich aber zu Beginn der Wertungen Ende November noch in sommerlicheren Gefilden beim Ironman in Mexiko weilte. Erst ab Mitte Dezember war ich gewillt mich näher mit den Pokalen und den zu erreichenden Zielen zu beschäftigen. Um die Weihnachtszeit war ich dann soweit, dass ich wieder halbwegs regelmässig trainieren wollte und konnte. So langsam musste ich ja auch, hatte ich mir doch für Ende Januar wieder den Lauf im Rodgau vorgenommen. Im Vergleich zu den anderen Mitbewerbern hatte ich mir zu diesem Zeitpunkt in beiden Pokalwettbewerben schon einen gehörigen Rückstand auf die Führenden eingehandelt. Obwohl ich primär ein eigenes Ziel verfolgte - nämlich einfach nur konstantes Training -, liess ich mich zu dieser Zeit doch auch durch den Rückstand auf die anderen Mitstreiter etwas motivieren, die ein oder andere Einheit mehr zu machen und fand auf diesem Wege schneller wieder zurück zu einem konstanten Training. In den Folgewochen konnte ich mich so in beiden Pokalen in den verschiedenen Wertungen vorarbeiten. Eigentlich hatte ich den Sieg in beiden Pokalwettbewerben schon abgeschrieben – zu gross waren die Rückstände. Aber bedingt durch den temporären Ausfall der bis dahin führenden Britta konnte in unserer eigenen Pokalwertung im neuen Jahr doch noch die Führung übernehmen und gab sie dann aufgrund meiner Konstanz bis zum Ende nicht mehr ab. Am Ende erreichte ich sowohl in den beiden Einzelwertungen wie auch in der Gesamtwertung die Platinmedaillie, die ich vorher noch für unerreichbar gehalten hatte. Im genannten Zeitraum hatte ich 118 Einheiten zählen können. Damit übertraf ich die Ergebnisse aus dem Vorwinter um ein Vielfaches. Trotz des Sieges fand ich es schade, dass Britta durch die Krankheit gehandicapt ihre Führung nicht mehr ernsthaft verteidigen konnte, es wäre sonst vielleicht noch ein interessanter Zweikampf geworden. Im Laufpokal der Triathleten war mein Ergebnis nicht ganz so gut. Meine besten Platzierungen waren dort jeweils ein 17ter Gesamtplatz was die zurückgelegte Distanz und Zeit betraf, immerhin stand mir so noch eine virtuelle Bronzemedaillie zu.
Im Grossen und Ganzen bin ich mit beiden Pokalen wieder sehr gut über den Winter gekommen. Dank des Laufpokals habe ich heute schon so viele Jahreslaufkilometer wie noch nie zuvor zu diesem Zeitpunkt. Glücklicherweise bin ich ohne weitere Erkältungen durch den Winter gekommen. Inwieweit da die regelmässige Bewegung und die Ernährung eine Rolle gespielt haben, lässt sich schwer beurteilen. Auf jeden Fall haben die beiden Pokalwettbewerbe ihren Zweck für mich absolut erfüllt und es sei jedem, der aktuell mit seiner Fitness hadert, angeraten nächstes Jahr ebenfalls an so einer Aktion teilzunehmen.
10. Juni 2010
Abwechslung durch den Frühjahrspokal

4. März 2010
Winterpokal 2009/10: 3. Monat
13. Januar 2010
Sport an Tagen, an denen Pudel eine Mütze bräuchten
Am vergangenen Wochenende begab es sich, dass ich mehr aus Neugierde in der Wintersportabteilung eines hiesigen Sportkaufhauses vorbeischaute. Aufgrund einer Jubliäumsaktion gab es für meine Gewichtsklasse zufälligerweise ein sehr attraktives Set-Angebot für Langlauf. Normalerweise würde es sich für so ein Experiment ja mehr anbieten, dass man erstmal irgendwo die entsprechende Ausrüstung leiht. Doch ich hatte schon mal im Internet geschaut und festgestellt, dass es kaum noch entsprechende Ausleihstation gibt – Aufgrund von Nachfrage und vielleicht auch Preisverfall haben die meisten Anbieter den Ausleihbetrieb eingestellt. Und da sowieso für den Sonntag als Option Langlauf in meinem Trainingsplan stand, ergriff ich die Chance und bin von nun an Besitzer von ein paar Langlaufskiern. Jetzt galt es nur noch eine Loipe zu finden, auf der ich üben konnte. Auch hier bietet die Rhein-Neckar-Region gute Möglichkeiten. Der Nordschwarzwald ist mit seinen Loipen um Kaltenbronn und Dobel gerade mal ungefähr 1 Stunde Fahrtzeit entfernt. Etwas näher ist das südhessische Beerfelden (ca. 45 Minuten Fahrt), wo ich unlängst erst noch mit dem Rennrad war. Die Wahl fiel aber auf das kleinste, aber auch naheste Ziel: die Loipen in Wilhelmsfeld, oberhalb von Heidelberg (ca. 15-20 Minuten Fahrt). Hier stehen 3 Loipen zur Auswahl. Die Schnee- und Loipenverhältnisse waren nach meinem Empfinden genau richtig und gut für meinen Einstieg.
Meine ersten Schritte auf Langlaufski als Training zu bezeichnen, wäre vielleicht übertrieben. Es fiel mir doch schwerer als erwartet und die blauen Flecken von ein paar Landungen im Schnee merke ich auch noch paar Tage später. Aber eine interessante Alternative ist das zukünftig allemal. Je nachdem für welche Variante des Langlauf man sich entscheidet (klassisch oder Skating), werden auch einige der Muskeln angesprochen, die man auch im Triathlon braucht. Die Bewegungsläufe bei dem von mir gewählten klassischen Stil erinnerten mich doch sehr an das Laufen und halfen mir vielleicht auch, mich der ein oder anderen Sache hierbei noch mehr bewusst zu werden – im konkreten Fall denke ich hier an den Abstoss mit dem Fussballen. Der Skatingstil spricht wohl währenddessen eher einige Muskeln und Muster des Radfahrens an. Summa summarum würde ich es nach der ersten Einheit definitiv als eine sinnvolle Alternativsportart für den Triathleten an kalten Wintertagen empfehlen. Ich selbst werde mich auf jeden Fall weiter darin üben, um besser zu werden und vielleicht auch bei einer der triathletischen Sportarten effizienter zu werden. Sollte ich mal besser werden, kann ich vielleicht auch mal an einem Wintertriathlon teilnehmen. Hat eigentlich Achim Achilles mit seiner Stockphobie schon mal Langlauf gemacht? Vielleicht würde er dann auch schneller laufen.
8. Januar 2010
Winterpokal 2009/10: 2. Monat
7. Dezember 2009
Start des Fitness-Winterpokal 2009/10
Soweit sich das beobachten lässt und was man aus unseren Gesprächen bisher so mitbekommt, so scheint der Pokal bei allen 4 Teilnehmern seine Ziel nicht verfehlt zu haben. Die Motivation öfter mal draussen eine Runde zu drehen oder zumindest mal ein paar Gymnastikübungen zu machen, ist offenbar bei allen eher vorhanden als das in den Vorjahren der Fall war. Ich für meinen Teil habe ungefähr bspw. nach der Hälfte des Monats gesehen, dass ich im Vergleich eher weniger Gymnastik gemacht habe, obwohl ich es gerade in der Wintermonaten als für sinnvoll erachte. So kamen zuletzt dann doch mehr entsprechende Einheiten dazu. Insgesamt mir lässt sich über den November hin bei mir eine klare Zweiteilung feststellen. Während ich in der ersten Hälfte eher weniger gemacht habe, so kann man gegen Ende des Monats hin doch eine deutliche Steigerung durch Wiederaufnahme bzw. Intensivierung der Kernsportarten feststellen. Dementsprechend heterogen stellt sich auch die Balkengrafik mit den unterschiedlichen Sportarten dar. Für den Dezember erwarte ich demzufolge anteilsmässig gesehen ein deutliches Wachstum der Balken für Laufen und Schwimmen. Auch das Radfahren wird sicher eine stärkere Rolle spielen.22. Juni 2007
Ein paar Gedanken kurz vor dem Wettkampf
Es gibt zwei Fragen, die sich Triathleten vor einem Wettkampf, immer wieder stellen, eine konnte der Veranstalter diese Woche überraschend früh beantworten, die andere ist noch nicht ganz geklärt. Mitte der Woche wurde bekannt gegeben, dass definitiv mit Neopren geschwommen werden kann. Normalerweise kann ja bei zu warmen Wassertemperaturen ein Neoprenverbot ausgesprochen werden und nach den letzten Meldungen ist die Temperatur des Main-Donau-Kanals knapp unterhalb der kritischen Grenze. Nun gab der Veranstalter bekannt, dass in dem Kanal die Möglichkeit bestünde ggf. Kaltwasser zuzuführen und damit die Temperatur auf jeden Fall auf das erlaubte Mass herabzusenken. Gut ist die Entscheidung vorallem für all diejenigen, die nicht so gut schwimmen können und die positiven Eigenschaften des Neoprens deswegen gut gebrauchen können und auch für diejenigen, die schon im Wasser neue (persönliche) Bestzeiten anpeilen. Die zweite Frage nach dem Wetter ist noch offen. Momentan sieht es recht durchwachsen aus. Ich persönlich hoffe nur, dass es bis nach dem Radfahren trocken bleibt. Sollte das Regenrisiko zu gross werden, muss ich überlegen nochmals die Laufräder zu wechseln, da ich den damit zu verwendenden Spezialbremsbelägen bei Nässe nicht allzu sehr vertraue.
Ansonsten werden wir entgegen der ursprünglichen Planung nun vermutlich doch schon einen Tag früher - also heute abend – nach Roth anreisen. Durch diese Massnahme wollen wir den Zeitdruck aus dem Samstag nehmen und in der letzten richtigen Nacht noch mal schön durchschlafen. Demnach wird das heute mein letzter Eintrag vor dem Wettkampf sein. Die letzten Zahlen zum vergangenen Training und natürlich auch einen ausführlichen Wettkampfbericht liefere ich nach. Zusammenfassend muss ich sagen, fühle ich mich sehr gut vorbereitet. Bei allen drei Disziplinen halte ich - wenn alles gut geht - neue persönliche Bestzeiten für recht wahrscheinlich. Die Umstände dürfen mir keinen Strich durch die Rechnung machen, an sich fühle ich mich gesund und gut vorbereitet. Meine sportlichen Ziele sind:
- etwa gleichgewichtet, deshalb hier auch zusammen
- Laufen unter 4 Stunden
- Gesamtzeit unter 11 Stunden
Noch 1 Tag und 20 Stunden bis zum Start. Rock'n'Roll!!!!
14. Mai 2007
Rekom-Woche mit Meisterschaft und Liga am Wochenende
Eine weitere Trainingswoche und der zweite Ligawettkampf sind Geschichte. Nach dem kleinen Einbruch in der Vorwoche versuche ich mich diese Woche noch etwas zu erholen, am Wochenende stand dann die Baden-Württembergische Meisterschaft im Swim & Run auf dem Programm, die gleichzeitig der 2.Ligawettkampf für unser Team darstellte. Der Regenerationsaspekt der Trainingswoche wurde durch die äusseren Umstände noch etwas unterstützt: das Wetter war durchwachsen und das Schwimmtraining fiel teilweise wegen einer Veranstaltung aus. Ein weiterer Punkt war die Motivation, die nach all den Umfängen der vergangenen Zeit auch einen kleinen Durchhänger erlebte. Problem: gerade jetzt sind die entscheidenden Trainingswochen in Hinlick auf Roth - noch etwas über einen Monat bis zu meinem Saisonhöhepunkt sollte ich jetzt nicht mehr schludern. Also fuhr ich das Training nur leicht herunter und versuchte meinen Kopf mit kleinen Trainingsvariationen frei zu bekommen. Dienstags beim Schwimmtraining waren die Zeiten der 400m-Tests recht gut. Mittwoch auf der Laufbahn dann ebenfalls ein paar 400m-Intervalle, auch hier kam ich nahe an meine Bestzeit heran. Donnerstag bin ich dann erstmals seit dem Trainingslager wieder im Neo geschwommen. Freitag entschloss ich mich dann kurzfristig dazu anstatt dem eingeplanten Rennradtraining zu einer netter Tour mit dem Mountainbike. Nach dem Ruhetag am Samstag fühlte ich mich wieder fit. Leider war die Nacht auf Sonntag nicht so gut, weshalb ich Sonntag dann etwas unausgeschlafen in Waiblingen anreiste.
Mein letzter Swim & Run lag nunmehr 5 Jahre zurück. Damals in Stuttgart-Feuerbach zahlte ich viel Lehrgeld und machte bei meinem ersten Mehrdisziplinen-Wettkampf so ziemlich alles falsch was möglich war; diesmal sollte es besser laufen. Man konnte damit rechnen, dass die Konkurrenz wieder recht stark war, trafen doch Liga und BaWü-Meisterschaft hier aufeinander. Es wurde in mehreren Startgruppen gestartet, standen im Schwimmbad doch nur 5 Bahnen zur Verfügung, wobei sich 2 Mannschaften je eine Bahn teilen mussten. Kälteschutzanzüge (=Neopren) waren nicht erlaubt. In der 1. Disziplin lief es dann leider nicht so gut wie erhofft, ordneten wir uns doch etwas falsch ein. Bis sich die Gruppe sortiert hatte, hatten unser Team etwas den Anschluss verloren. Bei mir lief es recht ordentlich, als wirklich gute Leistung würde ich das noch nicht einordnen. Wir hatten uns irgendwann mit dem Tempo arrangiert und sparten uns die Körner für das Laufen. Ziemlich geschlossen kamen wir nach 17 Minuten und 1000 Metern aus dem Wasser. Mein Wechsel war ganz ordentlich. Ich wagte es ohne Strümpfe in den Schuhen zu laufen, anno 2002 in Feuerbach hatte ich mir dabei ebenfalls auf 8,1 km noch beide Füsse blutig gelaufen. Zu Beginn der Laufstrecke lief es bei mir richtig gut - ich konnte einige Konkurrenten überholen. Die Schuhe sassen zwar nicht richtig fest, aber das sollte mich erstmal nicht stören. In 3 Runden ging es durch die schöne Waiblinger Auenlandschaft nahe dem Freibad. Leider bekam ich nach kurzer Zeit Seitenstechen. Ich versuchte ruhig zu atmen, doch wie sollte das gehen bei dem hohen Lauftempo? Eben überholte ich noch einen Läufer, dann wurden die Seitenstechen zu stark - ich musste anhalten und versuchte tief durchzuatmen. Den Stopp nutze ich um meine Schuhe fester zu ziehen. Dann versuchte ich langsam wieder anzulaufen. Die Seitenstechen waren immer noch da, aber das musste gehen, schliesslich war ich für das Team unterwegs, war derzeit unser Bestplatzierter und wollte das beste für unser Team rausholen. Während der kurzen Pause war ich natürlich wieder überholt worden, die Plätze wollte ich schnell wieder gut machen. Obwohl ich immer noch ein leichtes Seitenstechen hatte, lief es sich nach der Pause deutlich besser. Langsam wurde mir heiss, ich hatte Durst. Doch die Runde war nicht so lange, von daher musste ich nicht lange auf die nächste Wasserstation warten. Mit einer Laufzeit von 31:47 Minuten kam ich ins Ziel, das entspricht einer Pace von rund 3:55 Min/km. Ich kann mich an keine Matte nach der Wechselzone erinnern, deshalb müsste in der Zeit auch der Wechsel inklusive sein. Von daher war das tatsächliche Tempo vermutlich noch deutlich höher.
Summa summarum konnte ich mit dem Lauf mit Ausnahme des Zwischenstopps sehr zufrieden sein, das Schwimmen hätte noch etwas besser sein müssen. Das Ergebnis reichte für mich zu einer Platzierung im Mittelfeld der Liga, die Mannschaft fiel leider um einen Platz zurück. Der Wettkampf an sich war sehr schön und eigentlich empfehlenswert. Wäre den Organisatoren nicht ein grober Fauxpas beim Kindertriathlon passiert. Hier hatten sie einen unserer Nachwuchsathleten in der Startliste als Mädchen geführt und trotz rechtzeitiger Reklamation dies bis zum Wettkampf auch nicht verbessert. Ergebnis war letztendlich, dass der Kleine weder bei den Mädchen noch bei den Jungen starten durfte, weil man vergessen hatte ihn dorthin umzutragen. Der Junge war natürlich tiefbetrübt und umsonst nach Waiblingen gekommen. Uns war es allen unverständlich, dass sich das ansonsten ordentlich arbeitende Orga-Team hier so unflexibel und unsensibel zeigte.
Ausführlicherer Bericht bei 3athlon.
26. April 2007
Back to the roots
In Läuferkreisen wird spätestens seit dem Auftauchen eines gewissen dauergrinsenden Doktors aus dem Frankenland heftig über die Vor- und Nachteile des Vorfusslaufens diskutiert. Hierüber gibt es in der Zwischenzeit zahlreiche Studien, Artikel und Bücher – ich will das Thema deshalb nicht so weit ausführen; wer sich dafür näher interessiert wird zu diesem Begriff sicher auch im Internet schnell fündig. Ich für meinen Teil, finde den Vorfusslauf nur bedingt praktikabel: abschnittsweise laufe ich gerne mal auf dem Vorfuss, aber gerade auf längeren Strecken ist ein sauberer Stil hier nur schwer möglich. Besser finde ich da die Theorie des „natürlichen Laufens“ wie sie von dem Sportmediziner und Laufexperten Matthias Marquardt vertreten wird. In mehreren Veröffentlichungen hat er das Thema näher unter die Lupe genommen und versucht die Vorteile herauszustellen. Herausheben möchte ich hierbei das folgenden Buch:
Die Laufbibel – Das Basiswerk für gesundes Laufen
Matthias Marquardt, Christian von Loeffelholz, Björn Gustafsson
Verlag SpoMedis, Preis 24, 95 EUR
ISBN 3-936376-08-5
Für mich ist dieses Buch eines der Besten, die es zur Zeit zum Thema Laufen auf dem Markt gibt. Der Begriff „Bibel“ ist vielleicht etwas hoch gegriffen, doch werden tatsächlich sehr viele Aspekte des Laufens in diesem Buch erörtert. Auch nach dem Lesen nimmt man das Werk immer gerne mal wieder zur Hand, hat man doch ein recht umfassendes Nachschlagewerk, in dessen 15 Kapiteln auch so manche Spezialthemen zumindest am Rande mal erörtert werden. Wie der Untertitel des Buches schon andeutet, legt der Marquardt neben den üblichen Themen wie Trainings- und Wettkampfplanung, Ernährung einen besonderen Wert auf das gesunde Laufen auch durch die richtige – natürliche – Lauftechnik. Auch seine Theorien sind umstritten. In dem Buch leitet er seine Theorien aber sehr gut her und gibt praktische, anschauliche Beispiele. Für mich sind seine Schussfolgerungen somit nachvollziehbar. Ich kann dieses Buch somit nur wärmstens jedem Interessierten zur Lektüre empfehlen!
Unterschied zu der Theorie zum Zahnpasta-Doc ist, dass Marquardt sich beim natürlichen Laufen nicht nur auf den Vorfusslauf beschränkt, sondern noch weitere Aspekte des gesunden Laufens einbringt – so ist sein Laufstil letztendlich das Zusammenwirken verschiedener Elemente wie Körperhaltung, Schrittlänge und -frequenz sowie Auftreten und Abstossen. Auf die einzelnen Elemente will ich jetzt nicht näher eingehen, wen es interessiert, der sollte sich das Buch kaufen. Für den Laien gibt es in dem Buch auch eine Anleitung wie man zu einem solchen natürlichen Laufstil kommt – wie man ihn trainieren kann. Und hier schliesst sich wieder der Kreis zu unserem Rasen. Erstmal die Schuhe aus! Dann raus und laufen! Das geht natürlich nicht überall. Paradebeispiel ist der Sandstrand, aber wer hat zuhause schon einen? Gut eignen sich aber auch Wiesen. Durch die Beschaffenheit einer Wiese läuft der Abrollvorgang eines Fusses unterschiedlich ab. Das Nervensystem nimmt diese Unterschiede wahr und gibt diese an die Muskulatur weiter. Doch Vorsicht: der Gewöhnungsprozess braucht seine Zeit! Das Tragen von Schuhen mit Sohlen vermindert die Reizaufnahme. Der Prozess läuft deshalb besser, wenn man ohne unnatürliche Schuhsohlen mit dem blossen Fuss auf der Wiese läuft – die sensorischen Informationen unterstützen den Lernprozess im Gehirn. Um dies zu testen rate ich das folgende Experiment mal auszuprobieren:
- Man stellt sich auf die nackten Füsse und schliesst dabei die Augen.
- Nun versucht man die Standfläche zu erfühlen. Ist es ein gleichmässiges Gefühl oder ist ein Fuss mehr belastet? Steht man mehr auf dem Vorfuss oder ist es doch eher gleichmässig der ganze Fuss?
- Dieses Gefühl bitte für den späteren Vergleich merken!
- Nun einen Fuss ca. 5 Minuten massieren. Mit dem Daumen kräftig über die Fusssohle kreisen, reiben oder etwas an den Zehen ziehen. Nicht zu viel Druck anwenden!
- Anschliessend wieder aufstellen und die Schritte 1. und 2. wiederholen.
Man wird eine Veränderung spüren. Durch die Massage wurden die Rezeptoren am Fuss stimuliert. Ein ähnliches Phänomen kann man beim Barfusslauf auf der Wiese beobachten. Die verbesserte Wahrnehmung führt zu einer Effektivitätssteigerung bei Laufmotorik und -koordination und somit auch zu einer verbesserten Lauftechnik. Deshalb machen auch wir nun immer vor einem Intervalltraining immer erst ein paar Läufe auf dem Stadionrasen. Natürlich ist das beim ersten Mal ungewohnt. Ich mag das Gefühl aber in der Zwischenzeit sehr gerne, wenn man barfüßig über den weichen Rasen läuft. Einzig der Muskelkater, der sich im Anschluss an das Training in der Wade einstellt, müsste nicht unbedingt immer sein, aber das wird sich vermutlich mit der Zeit legen.
10. Januar 2007
Extremleistungen im Studio
Das Wintertraining im Allgemeinen hilft mir auch immer etwas von meinen 3 Hauptsportarten abzuschalten; mal etwas anderes machen - andere Bewegungen, andere Trainingsstätten, andere Leute. Ausserdem kann man von Sportlern anderer Disziplinen vielleicht noch die ein oder andere neue Anregung bekommen, die einem auch bei der eigenen Sportart weiterhilft.
Wie in vielen anderen Bereichen des Lebens auch, ist es auch im Studio interessant die wahren Cracks zu beobachten. So gibt es bei den eigenen doch eher seltener gesäten Besuchen im Studio - unabhängig von Tag und Uhrzeit des eigenen Erscheinens - oft Wiedersehen mit immer wieder den gleichen Zeitgenossen und kann diese dann dabei beobachten wie sie unermüdlich mit den Grenzen von Körper und Geist kämpfen. Zu Beginn fallen sie dem ungeübten Beobachter nicht unbedingt auf und gehen im Meer der vielen Studiobesucher unter. Zudem sind die Gewichte oft verdeckt, mit denen so mancher an der Geräten hantiert. Umso grösser ist dann meist die Überraschung, wenn man dann im Anschluss an einen dieser Cracks an eines der Geräte kommt und die Gewichte sieht, die hier gerade aufgelegt sind. Bei Geräten für die Armmuskulatur versuche ich den Vergleich zu meinen eigenen Gewichten meist aus Selbstschutz zu vermeiden, würde ich doch wahrscheinlich zugleich in eine tiefe Winterdepression verfallen. Bei den Geräten für die Beinmuskulatur sieht das schon etwas anders aus, da ich als Triathlet schon recht gut trainierte Beinmuskeln habe und mich dort gut behaupten kann. So erreiche ich schon ganz beachtliche Bereiche auf der Gewichteskala. Manchmal kommt dann doch der Schock, wenn man feststellt, dass es Athleten gibt, die auch hier das obere Limit der Maschinen ausreizen können.
So ist es nicht verwunderlich, wenn man sich mal über die kleinen Erfolgserlebnisse im Fitnessstudio freut, bei denen man mal selbst seine Qualitäten zeigen kann. Bei mir ist das meist der Fall, wenn der monatliche Fitnesstest oder der etwas aufwenigere und deshalb seltenere Laktattest anstehen. Beim einfachen Fitnesstest werden solche Werte wie der BMI (Body-Mass-Index), der Fettanteil im Körper und die Herzfrequenzvariabilität gemessen. Mit einem Laktattest versucht man vereinfacht gesagt über eine Blutanalyse während sportlicher Aktivität die persönlichen Grenzwerte für eine körperliche Belastung festzustellen und damit Rückschlüsse auf vergangenen und zukünftigen Trainingsaufbau zu machen. Bei beiden Tests neigen die durchführenden Tester dazu bei mir immer in ein leichtes Staunen zu verfallen, da ich als schmaler ber gut ausdauertrainierter Sportler doch eher in die oberen Randbereiche der Testpersonen des Studios komme. Der Eindruck bestätigt sich dann nach Ausgabe des Testberichts, wenn meine Leistung in einem doch recht guten Verhältnis zu einem echten Profi gesetzt wird. Schon heute freue ich mich auf meinen nächsten Test, kann doch dann auch ich als Hobbysportler mal auf meine Leistung ein kleines bisschen stolz sein. Gestern jedoch durfte auch ich erstmals dem Laktattest eines anderen über dessen Leistung staunen. Testperson war mein Vereinskamerad und Lauftrainer Mario, den ich zufällig im Studio traf. Ich erwartete ja schon ein gutes Ergebnis, doch das was ich sah, übertraf alle meine Erwartungen. Ist der Einstieg in den Test für den Probanden noch recht einfach, so steigert sich die Belastung in Intervallen immer mehr. Am Laufband realisert man diese Steigerung durch eine Erhöhung der Laufbandgeschwindkeit. Dass jemand dabei die technischen Grenze des Testgerätes erreicht, kommt sicher eher selten vor – er schaffte das gestern und schien dabei lange Zeit nicht sonderlich angestrengt. Erst beim x-ten Intervall der höchtmöglichen auf dem Gerät einstellbaren Geschwindigkeit kam auch er an seine Leistungsgrenze. Als er vom Band stieg konnte er sich des Respekts aller diesem aussergewöhnlichen Test beiwohnenden Personen sicher sein.
Nun darf ich gespannt auf meinen nächsten Test warten. Wie weit ich wohl an diese Leistung herankommen werde? Mein letzter Test ist doch schon knapp 1 Jahr her und ich bin mir nicht sicher, wo ich heute stehe.
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