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17. Januar 2011

Praxistest: Runtastic Pro Smartphone-App

In meinem zweiten Praxistest einer Lauf-App für das Smartphone habe ich das Programm Runtastic Pro in der Version 1.7.2 (unter iOS 4.2.1) unter die Lupe genommen. Die im deutschen Sprachraum programmierte App läuft auf verschiedenen Plattformen (Android, iOS, Blackberry und einige Sportuhren) und steht in mehreren Sprachen (u.a. Deutsch und Englisch) zur Verfügung. Wie Runkeeper Pro dient auch diese App zum Messen und Aufzeichnen von Zeit, Distanz, Tempo, Höhenmetern und Pulswerten bei Sportaktivitäten. Ein Trainingstagebuch, iPOD- und Facebook-Integration und noch verschiedene andere Funktionalitäten stehen ebenfalls zur Verfügung. Auch hier gibt es im Rahmen eines Webportals weiterführende Analyse-Möglichkeiten, die aber zum Teil erst gegen eine monatliche Abo-Gebühr freigeschaltet werden. Die App selbst kann man für 4,99 EUR erwerben, ich hatte das Glück sie im Rahmen einer Aktion kostenlos erwerben zu können. Die Karten werden wie bei Runkeeper auch nur in den bei GoogleMaps zur Verfügung stehenden Formaten dargestellt, sind also in ihrem Detailierungsgrad beschränkt. Eine Download-Funktionalität der Strecken im GPX-Format ist in Planung, aber aktuell noch nicht verfügbar, hier ist die Konkurrenz (noch) etwas weiter. Auch der Aktivitätenbildschirm ist nach meinem Empfinden nicht ganz so hübsch gestaltet, dafür ist er gut strukturiert und auch während des Laufens jederzeit gut abzulesen. Es kann zwischen verschiedenen Ansichten hin und her geschaltet werden. In der Hauptansicht sieht man nur Zeiten, Tempo, Distanz und Kalorienverbrauch, man kann aber beispielsweise auch in eine Kartenansicht wechseln. Als etwas unglücklich empfand ich den Schieberegler zum Pausieren und Beenden einer Aktivität - ein Druckknopf wäre nicht nur einfacher zu bedienen, sondern auch zeitlich genauer. Die Werte kann man sich unterwegs alternativ von einer "sexy  Frauenstimme" ausgeben lassen. Zur Messung der Herzfrequenz benötigt man leider ein ca. 80 EUR teures Dongle für sein Smartphone, deshalb konnte ich diese Funktionalität leider nicht testen. Einen  Überblick über die App bekommt man in dem unten angehängten Trailer. Übrigens werden vom Entwickler alternativ für andere Sportarten (Radfahren, Walking, Wintersport) optimierte Apps angeboten.

Um auch zwischen den den Apps unterscheiden zu können lief ich bei meinem ersten Test exakt die gleiche Strecke wie bei meinem Test von Runkeeper Pro mit Abschnitten unter freiem Himmel, mit Brücken, in der Stadt und schliesslich auch in einem bewaldeten Anstieg in einem schmaleren Tal. Als Referenz führte ich wieder den Forerunner 310XT mit. Der Unterschied bei der Messung des knapp 10 Kilometer langen Rundkurses lag mit 200m Metern weniger auf dem Smartphone noch innerhalb meines Toleranzbereichs, zumal ich es mit den Abschnitten in der Stadt und dem Anstieg im Wald nicht ganz einfach gemacht habe. Sehr gut war die Messung bei den Höhenmetern: der Unterschied lag bei gerade mal 2 Metern, der gemessene Wert ist durchaus realistisch. Der zweite Test erfolgte auf einem ca. 9 KiIometer langen bewaldeten Rundkurs. Der Unterschied zwischen Forerunner und der Runtastic-App lag bei gerade mal 130 mehr gemessenen Metern - besser geht's nun wirklich kaum noch! Lediglich die errechneten 140 Höhenmeter sind auf dem flachen Kurs unrealistisch. Der Stromverbrauch bei ausgeschaltetem Display lag jeweils im Rahmen. Für längere Einheiten auf dem Rad würde die App aber aus schon an anderer Stelle erwähnten Gründen nur ungern einsetzen. Die Auswertungsmöglichkeiten im zugehörigen Portal sind gut. Es sind mehrere Übersichten vorhanden, um Trainingsverlauf und -gewohnheiten, sowie Leistungsentwicklung oder Gewichtsverlauf darzustellen. Die Bearbeitungsoptionen für Strecken sind ähnlich zur Konkurrenz. Enthalten ist auch ein Diskussionsforum sowie ein Magazin, in dem Artikel zu den Themen Ernährung und Laufsport zu finden sind. Einen Shop, in dem man u.a. das Dongle für die Herzfrequenzmessung enthalten ist, gibt es ebenfalls.

Alles in allem aus meiner Sicht und gutes Gesamtpaket. Die Steckenmessung ist relativ genau, für eine vernünftige Messung der Höhenmeter habe ich noch keine passende App gefunden - das Problem ist wohl eher hardwarebedingt. Rein optisch wirken andere Apps ansprechender und übersichtlicher. Der kleine Schieberegler zum Beenden einer Aktivität ist wie schon geschrieben unpraktisch und Open Street Maps wären zur Darstellung der Strecken besser geeignet als die bisher zugrundeliegenden GoogleMaps. Der Funktionsumfang ist aber summa summarum gut. Die Unterschiede zu Runkeeper Pro sind marginal, diese App hat aktuell für mich persönlich aufgrund der recht genauen Messungen die Nase leicht vorne, wenn es darum geht einen Lauf aufzuzeichnen, falls der Forerunner gerade mal nicht griffbereit ist.



10. Januar 2011

Praxistest: Runkeeper Pro Smartphone-App

Gerade über den Winter gehe ich in der Mittagspause öfter mal gerne eine Runde laufen. So bekomme ich wenigstens ein paar Sonnenstrahlen ab: morgens und abends, wenn ich zur Arbeit gehe oder wenn ich wieder zurückkomme, ist es meist schon dunkel. Zu diesem Zwecke habe ich immer ein paar Laufsachen in meinem Schrank liegen. Zur Dokumentation und Kontrolle meiner Läufe nutze ich in der Regel den Garmin Forerunner 310XT. Doch nicht immer weiss ich morgens schon, ob ich mittags laufen gehen werde. Jeden Tag möchte ich das Gerät nun auch nicht mitschleppen und so habe ich mich schon länger nach Alternativen umgesehen. Seit Dezember gehöre ich nun zu den Besitzern eines GPS-fähigen Smartphones. Für Sportler gibt es hier inzwischen eine ganze Reihe Apps; kleine Programme, die u.a. zur Trainingssteuerung und -kontrolle genutzt werden können. Einige sind schon sehr gut offline nutzbar, die volle Funktionsvielfalt bekommt man aber erst, wenn man seine Daten in einem Webinterface bearbeitet. Routenplanung oder nachträgliche Streckenbearbeitungen sind genauso möglich wie das führen von Trainingstagebüchern und detailierte Analysen der Trainingseinheiten. Selbst die Integration mit Photoanwendungen oder zu Social Networking Platformen wie bspw. Facebook oder Twitter ist bei einigen Apps möglich. Während einige Apps gratis sind, muss man bei anderen Einmalbeiträge oder Abogebühren zahlen. Bevor man sich also für eine der Apps entscheidet, sollte man sich erst mal im Klaren darüber sein 1) wofür man die App nutzen möchte und 2) wieviel man dafür ausgeben möchte. Für mich war es naheliegend zum oben beschriebenen Zwecke der Dokumentation von Läufen in der Mittagspause eine dieser Apps einmal zu testen, denn das Mobiltelefon habe ich im Normalfall immer dabei. Weiterführende Auswertungen oder ein Trainingstagebuch sind für mich weniger interessant, denn ich will nicht zu jedem Lauf oder gar Wettkampf ein doch recht sperriges Smartphone mit mir rumschleppen.

Eine inzwischen recht weit verbreitete App ist das Programm Runkeeper, das es in der "Pro"-Version bis Ende Januar kostenlos zum Download gibt. Lediglich für weiterführende Analysen mit der "Elite"-Version fallen weitere Kosten an. Die App gibt es nur in englischer Sprache und läuft zur Zeit auch nur auf den Plattformen Android (Google) und iOS (Apple). Meine Testläufe habe ich mit RunKeeper Pro Version 2.3.6.0 auf iOS 4.2.1 durchgeführt. Die App zeigt während des Laufs in grossen Ziffern die Gesamtzeit und die gelaufenen Kilometer an, etwas kleiner angezeigt wird das aktuell gelaufene Tempo und das Durchschnittstempo des Laufs sowie die verbrannten Kalorien angezeigt. Ausserdem werden die Splitzeiten in einer Balkengrafik dargestellt. An sich ein schönes Design, aber ein bisschen willkürlich erscheint die Anordnung der einzelnen Felder schon. Eine Customizing-Option habe ich nicht gefunden, die Ziffern sind während des Laufes aber zumindest sehr gut ablesbar. Wer das Display während des Laufs ausschaltet oder das Telefon nicht rausholen möchte, der kann sich Zeit, Kilometer und Durchschnittstempo von einer freundlichen aber etwas mechanisch klingenden Damenstimme unterwegs ansagen lassen. Bei meinem Läufen transportierte ich das Telefon in einer Hüfttasche; den Lautstärkeregler entsprechend eingestellt, konnte man die Ansagerin trotz Tasche gut hören. Am Arm führte ich als Referenzgerät den Forerunner mit. Testlauf 1 führte mich zu Beginn am Fluss entlang, gelegentlich musste ich unter einer Brücke durchlaufen, ansonsten gab es nichts, das ein GPS-Signal stören könnte. Im zweiten Drittel ging es dann durch das Heidelberger Häusermeer während ich im letzten Abschnitt ca. 2 Kilometer durch Wald und ein engeres Tal auf einen Berg rannte, bevor es zum Zielsprint wieder hinunter ging. Das Ergebnis verblüffte dann doch: nur 10 Meter Distanzunterschied zwischen den beiden Geräten. 10 Meter, die die App im Vergleich zum Forerunner weniger erfasst hatte. Den gleichen Unterschied hätte man vermutlich schon bekommen können, wenn man die exakt gleiche Strecke nochmal nur mit dem Forerunner gelaufen wäre. Der Blick nach dem Download der Strecke auf die Karte bestätigte den guten Eindruck, an keiner Stelle waren grosse Ausreisser erkennbar. Ein hervorragendes Ergebnis für die App, spätestens auf dem Abschnitt im bewaldeten Tal hätte schon manch normales GPS-Gerät seine Schwierigkeiten gehabt. Lediglich bei den Höhenmeter war ein signifikanter Unterschied von über 100 Höhenmetern, die Runkeeper mehr aufgezeichnet hatte. Der Forerunner selbst ist auch nicht ganz genau, aber dessen Werte kamen deutlich näher an die realistischen Werte heran. Beim zweiten Test wollte ich es dann genau wissen: ca. 90% des 9-Kilometer-Rundkurses verliefen in dichtem Wald. Wenn es Abweichungen geben sollte, dann würden die hier zu Tage treten. Auch hier registrierte die App im Resultat etwas weniger Strecke als der Forerunner - in Summe waren es 400 Meter. Entsprechend war in Relation zur gelaufenen Zeit auch das angezeigte Durchschnittstempo etwas niedriger. Auch hier zeichnete das Gerät wieder zu viele Höhenmeter auf. Die 400 Meter bei der Distanz sind nicht wenig, aber aufgrund des bewaldeten Kurses, auf dem auch manches Spezialgerät seine Grenzen gehabt hätte, aus meiner Sicht für eine so kostengünstige App (aktuell wie schon geschrieben umsonst) eine tolerierbare Abweichung. Für mich ist es somit eine sinnvolle Alternative, wenn ich mal den Forerunner nicht dabei habe. Die Bearbeitung der Strecken nach dem Lauf im Webinterface funktioniert ebenfalls problemlos, von den zahlreichen zur Verfügung stehenden Analysen kann man mit der Pro-Version allerdings nur sehr wenige ausführen. Wer auf Statistiken wert legt, muss zur teureren Elite-Version upgraden. Der Upload der Strecke zu Facebook funktionierte ebenfalls ohne Probleme. Es gäbe ausserdem noch die Möglichkeit in einem sogenannten "Streetteam" zu starten, in dem man sich dann mit den Kameraden vergleichen kann, diese Funktionalität ist für mich uninteressant, ich habe sie deshalb nicht ausprobiert. Man kann die App natürlich auch zum Radfahren oder für andere Sportarten nutzen - zur Einstellung der Sportart gibt es einen eigenen Optionspunkt. Allerdings kommen wir damit schnell zu einem der Knackpunkte einer solchen Smartphone-App: der Batterieverbrauch. Das Display sollte man wenn möglich ausschalten und nur bei Bedarf nutzen. Ich habe es testweise mal bei einem weiteren Lauf angelassen, gegen Ende des Laufs war die Batterie schon signifikant schwächer. Neben dem Display läuft ja auch die ganze Zeit der GPS-Empfänger des Geräts. Den Nutzen der App für eine längere Einheit stelle ich also etwas in Frage. Normalerweise sollte ein voll geladener Akku zwar für mehrere Stunden reichen, aber nicht immer hat man Zeit sein Telefon vorher nochmal aufzuladen. Wer nicht auf die Aufzeichnung mit dem Telefon verzichten möchte und nicht Gefahr laufen möchte gegen Ende der Einheit nicht mehr telefonieren zu können, der sollte zur Sicherheit bei längeren Radeinheiten einen portablen USB-Ersatzakku mitführen. Wenn man Kritiken zu anderen GPS-Apps liest, so ist das dort oft ähnlich; es handelt sich also wohl weniger um ein Problem dieser App. Eine Routenführung, bei der einem der weitere Streckenverlauf oder die Richtung einer vorher hochgeladenen Strecke angezeigt wird, ist mit dieser App übrigens nicht möglich. Wer so etwas möchte, der wird aber sicher auch im jeweiligen App-Store fündig. Interessant finde ich eine Funktionalität, die nur in der Elite-Version zur Verfügung steht: mit dem sogenannten "Runkeeper live" ist es möglich Aktivitäten ins zugehörige Portal RunKeeper.com zu streamen, so dass andere online die aktuelle Position und den Verlauf der Aktivität in Echtzeit mitverfolgen können. Dieses Feature könnte man bspw. bei einem Marathonlauf sehr gut nutzen, damit Freunde und Familie immer auf dem aktuellsten Stand sind.

Inzwischen ist eine neue Version 2.4.0.0 erschienen. Hiermit können nun Herzfrequenzdaten von bestimmten Gurten gängiger Hersteller (Polar ..) aufgezeichnet werden. Der Batterieverbrauch wurde wohl auch noch etwas optimiert. Ausserdem wurden die Möglichkeiten zum Musikhören während des Laufens verbessert. Wer es braucht .. . Für zukünftige Releases dieser App wäre es wünschenswert, wenn in dem Webinterface noch auch Open Street Maps zur Verfügung stehen würden. Die bekannten Google Maps sind zwar schon ganz nett, aber gerade in Waldgebieten ist der Detaillierungsgrad dieser Karten doch eher gering. Ich werde auf jeden Fall auch nochmal andere Apps ausprobieren: vielleicht lässt sich da auch noch eine finden, die in Waldgebieten etwas genauer aufzeichnet. Aber an sich bin ich mit dieser App schon recht zufrieden und gespannt auf die nächsten Updates.

9. August 2010

Tücken einer Laufradmontage

Jetzt fahre ich schon 12 Jahre Rennrad und Mountainbike bin ich schon gefahren, als von Federgabeln noch keiner geredet hat. In der Zeit habe ich natürlich so manchen Platten gehabt und einen Grossteil davon habe ich von Beginn an auch selbst repariert. Mitunter wechsle ich vor Wettkämpfen sogar meine Laufräder und tausche dabei noch die Kassete hinten aus. Man sollte also glauben, da kann bei einer einfachen Laufradmontage hinten nicht mehr viel schief gehen .. .
Gestern habe ich mich also nach dem derzeit fast täglichen Regenguss auf mein Rennrad geschwungen. Nach ca. 7 Kilometern der erste Platten. Also wie üblich erst Sichtkontrolle nach der Ursache und nachdem ich nichts gesehen habe, nochmal mit dem Finger innen den Reifen abgefahren - nichts. Auch am Schlauch war nichts zu erkennen. Also habe ich einen neuen Schlauch aufgepumpt und bin weitergefahren. Nach weiteren ca. 2 Kilometern der nächste Platten. Diesmal fand ich auch den Glassplitter im Reifen. Zum Glück hatte ich noch einen weiteren Schlauch dabei. Also repariert und mangels weiterer Ersatzschläuche und Flickzeug aus Sicherheitsgründen heim. Etwas angesäuert.
Heute wollte ich nach Feierabend die ausgefallene Tour nachholen. Diesmal kam ich vielleicht gerade 2 Kilometer. Meine Schaltung funktionierte nicht richtig und die Bremse schlief am Laufrad. Nach einige Suche fand ich den Fehler - das Laufrad mit dem Reifen gestern hatte ich offenbar wieder falsch einmontiert. Das geht? Ja leider. Die Klemmmutter hat an diesem Rad ein Gegenstück, um das Laufrad in die richtige Position zu bringen. Das hatte ich übersehen und so sass das Rad nach meiner Montage an der falschen Stelle. Es dauerte etwas, bis ich das Problem gefunden hatte. Irgendwie hatte die Suche etwas von einem Rätsel, das es zu lösen galt. Und das zwischenzeitlich auf einer von Heidelbergs belebtesten Brücken mit sehr vielen Passanten.
2 Fehler bei Reifenwechsel nach all den Jahren mit so vielen Wechseln. Gestern war ich noch etwas genervt. Heute konnte ich schon mehr drüber schmunzeln. Man erlebt doch immer wieder etwas Neues. Rookies kann ich nur ermuntern einfache Reparaturen selbst auszuführen. Es ist einfach besser, wenn man solche Dinge  überall und jederzeit selbst beheben kann. Und wie man sieht kann man sich kaum blamieren, denn auch erfahrenere Radfahrer können mal Fehler machen.

16. Mai 2009

Neue Aerolaufräder

Letztes Jahr beim Ironman Switzerland hat es während des Radfahrens ja fast durchgehend geregnet. Bei Nässe ist die Bremswirkung von Laufrädern mit Carbonflanken leider noch bescheidener als sie sowieso schon ist. Deshalb habe ich mir dieses Jahr für den Fall der Fälle einen neuen Satz Aerolaufräder mit klassischen Aluflanken gegönnt, damit ist die Bremswirkung so wie von den klassischen Alu-Laufrädern gewohnt. Über das für und wieder solcher Laufräder kann man streiten - ich selbst habe mich lange dagegen ausgesprochen. So sind die Räder vergleichsweise teuer und der Gewichtsvorteil zu einem Laufrad aus Aluminium ist nicht mehr so gross wie bei einem reinen Carbonlaufrad. Aber wie gesagt: die Bremswirkung ist aufgrund der Alu-Flanke (insbesondere bei Nässe) besser, sie sehen schnell aus und irgendwie ist das ja auch ein kleines bisschen legales Psychodoping. Zudem kann ich hier normale Drahtreifen mit Schläuchen aufziehen und muss nicht Schlaureifen aufkleben, was ich immer einen ziemlichen Act finde.
Die ersten beiden Ausfahrten mit den neuen Laufrädern waren schon sehr vielversprechend. Das Fahrgefühl ist gut und die Bremsswirkung ist so wie erhofft.

28. Oktober 2008

Nur hässlich oder doch auch praktisch? Kompressionsstrümpfe im Sport

Im Gegensatz zu den Sportkameraden der verschiedenen Einzeldisziplinen sind Triathleten recht experimentierfreudig und versuchen gerne etwas Neues aus. Bekanntestes Beispiel hierfür ist vermutlich der 1989 erstmals von Greg LeMond bei einer Tour de France gefahrene Aero-Lenker, der auch der Experimentierfreude der Triathlon-Szene entstammte und heute in seiner modernen Form zu jeden Zeitfahrrad dazu gehört.

Seit einiger Zeit kann man nun einen neuen solchen Trend in der Szene beobachten - immer mehr Triathleten laufen mit langem und nach meinem Empfinden nicht gerade hübschem Gsoggs durch die Landschaft. "Büüah sind die hässlich!" denk' ich mir und teile die Meinung mit vielen Leidensgenossen. Doch anscheinend kann nichts diesen Trend stoppen, neuerdings zieht man die Dinger nicht nur zum Laufen sondern auch zum Radfahren und Schwimmen (!!!) an! Zum Glück bin ich bisher in meinem Umfeld von den Teilen verschont geblieben,. Doch letztens bin ich in der Vorbereitung mit einem Vereinskameraden zu einem Halbmarathon gefahren und .. ihr ahnt es - er trug auch diese Teile und konnte mir überzeugend klar machen, wie gut es seinen Beinen seither während und nach langen Läufen ginge. "Pah sowas brauche ich nicht, habe schon genügend Läufe ohne gemacht" dachte ich mir und kam während des Laufs irgendwann doch ins Grübeln als sich meine Beine nach vielen Kilo- und Höhenmetern etwas schwer anfühlten. Als ich dann in Hawaii Deutschlands Beste mit den Teilen auf Platz 3 eintrudeln sah und bei mir auch noch eine Flugreise auf dem Programm stand, beschloss ich einen Selbstversuch zu wagen. Einen Tag vor dem Herbstmarathon enterte ich den Marathon-Shop, um mich bzgl. der Kompressionsstrümpfe beraten zu lassen und im Anschluss für ein Exemplar zu entscheiden.

Beim ersten Kontakt war ich etwas überrascht, kamen sie doch recht unspektakulär daher. Eigentlich sahen sie vom Material her recht normal aus und fühlten sich auch wie normale Socken an. Dünn wie normale Sportstrümpfe, aber natürlich waren sie etwas länger und beim ersten Dehntest deutlich fester - alles andere hätte aber auch überrascht. Dann der erste Tragetest. Das Anziehen war wegen der Länge und Festigkeit etwas schwieriger als normal, aber wenn man die Socken vor dem Anziehen ganz aufrollt, gibt es kaum Probleme. Angezogen dann weder ein positives noch ein negatives Gefühl - das soll wirklich etwas bringen? Erste Zweifel. Doch im Laden lasse ich mich überzeugen, die Strümpfe gleich am nächsten Tag beim Marathon zu tragen. Erst Skepsis meinerseits, denn schon einmal habe ich mir mit neuen Strümpfen bei einem Marathon blutige Füsse geholt. Dann entschloss ich das Paar gleich noch zu waschen und dann bis zum Marathon einzutragen. Am Wettkampftag vor dem Marathon konnte ich auch nach längerem Tragen im Auto und auf der Messe nichts aussergewöhnliches spüren, trotzdem entschloss ich den Test zu wagen. Beim Ausziehen der Hose war es mir schon etwas peinlich als die Strümpfe augenscheinlich wurden, aber da musste ich jetzt durch. Der Marathon lief dann mit den neuen Strümpfen im wahrsten Sinne des Wortes richtig gut - zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl schwerer Waden. Der Strumpf trug sich auch beim Lauf recht angenehm, ich hatte weder Druckschmerzen noch war mir in den Strümpfen besonders warm. Ob ich durch die Strümpfe schneller war, kann ich nicht sagen; ich glaube es eigentlich nicht. Doch die Überraschung wartete nach dem Lauf auch mich. Bis abends liess ich das Paar noch an und zog es erst zum Schlafengehen aus. Am nächsten Morgen beim Aufstehen keine Probleme - Treppensteigen .. auch kein Problem. Jetzt der finale Test: mittags zur Beinmassage. Auch der Masseur konnte keine grossen Muskelverhärtungen feststellen - selten waren meine Beine so locker und fühlten sich überhaupt nicht so an, als hätten sie erst vor wenigen Stunden einen Marathon mit vollem Tempo gelaufen. Mein Masseur konnte mir dann auch gleich noch etwas mehr Hintergründe zu den Kompressionsstrümpfen erzählen, wie damit die Durchblutung und der (Ab-) Transport von Stoffen in den Beinen gefördert werden und warum die Beine deswegen weniger müde wirken.

Mein Fazit nach diesem ersten Test: ein voller Erfolg! Für mich steht fest, dass ich zukünftig auch weiterhin lange Läufe mit den Strümpfen laufen werde. Beim Marathon gehören sie ab sofort zu meiner Standardausstattung. Bei kürzeren Läufen hatte ich eigentlich nie grosse Probleme, deshalb werde ich da weiterhin normale Socken tragen. Mit den Teilen auf dem Rennrad zu fahren und sogar zu schwimmen, kann ich mir noch nicht so richtig vorstellen. Aber vielleicht gehört auch hier nur ein bisschen Überwindung und ein weiterer positiver Selbstversuch dazu.

Noch ein paar allgemeine Informationen zum Thema. Die beiden gängigsten Marken im Sportbereich sind CEP und Bauernfeind. Deren Strümpfe sind zwar nicht günstig, aber die Modelle der preiswerteren Konkurrenz kommen laut verschiedenen Tests und Quellen im Internet (noch) nicht an die Qualität der beiden Topmarken dran. Ich habe mich deshalb für das Modell "running O2" von CEP entschieden und bin wie oben beschrieben seeehr zufrieden. Beim ersten Kauf zu beachten ist, dass man seine Wadenstärke vermessen lassen sollte, die Schuhgrösse alleine reicht für einen solchen Strumpf nicht.

20. Oktober 2008

Laufbekleidung im Dunkeln

Wie schon erwähnt bin ich gerade in der Vorbereitung für einen Herbstmarathon. Da komme ich als arbeitstätiger Steuerzahler zwangsläufig in die Situation die ein oder andere Trainingseinheit im Dunkeln absolvieren zu müssen. Das birgt auch so einige Risiken. So begab es sich beispielsweise 2005, dass erst meine Laufpartnerin und eine Woche später auch ich an der gleichen unbeleuchteten Stelle sich Bänderverletzungen zuzogen; in Folge mussten wir beide unsere geplanten Marathonläufe absagen (bei ihr besonders schade, weil es ihr erster Marathon werden sollte).

So bin ich heute mehr denn je auf Sicherheit bedacht. Ich würde diese in 2 Bereiche einteilen:, die ich mal als aktive und passive Sicherheit bezeichne. Bei der aktiven Sicherheit kommt es mir vorallem darauf an, dass ich selbst beim Laufen genug sehe und mich nicht durch einen falschen Tritt verletzte. Bei der passiven Sicherheit geht es mir mehr darum, dass ich von anderen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen werde und es zu keinem Unfall kommt. Die aktive Sicherheit spielt bei mir eine weniger wichtige Rolle. Meine einzigen Vorsichtsmassnahmen seit dem Unfall damals sind, dass ich bei Dunkelheit versuche primär auf Wegen zu laufen, die 1. meist beleuchtet sind oder 2. deren Belag soweit in Ordnung ist, so ist die Gefahr des Umknickens nicht ganz so gross.
Manche Läufer benutzen immer auch gerne eine Stirnlampe zu ihrer aktiven Sicherheit. Ich habe schon zwei solcher Lampen ausprobiert, kann mich aber aus verschiedenen Gründen nicht damit als Mittel zur Ausleuchtung der Strecke anfreunden. Somit beschränke ich mich primär auf Massnahmen für meine passive Sicherheit. Und da ist sie schon wieder - die Stirnlampe. Ich benutze sie nicht, damit sie mir den Weg leuchtet. Anstatt dessen soll sie entgegenkommenden Verkehrsteilnehmern anzeigen, dass hier jemand läuferisch unterwegs ist. Bei den anderen Teilnehmern muss es sich nicht zwangsläufig nur um Autos handeln, leider sind auch immer mehr Radfahrer in der Dunkelheit ohne Licht unterwegs (passive Sicherheit ist vielen wohl ein Fremdwort). Die Lampe trage ich seltener auf den Kopf; viel lieber spanne ich sie über meine Hüfte vor meinen Bauch. Das Gummiband ist entsprechend flexibel und dehnbar. Vorteil des Lichts auf dem Bauch ist, dass ich die Dinge um mich herum besser weil unverfälschter wahrnehmen kann, auf der Stirn verschwimmen mir die Dinge immer etwas hinter dem hellen Lichtstrahl. Nach einem ersten Versuch mit einer Lampe eines Discounters laufe ich heutzutage mit einer (3) Petzl Tikka Led Stirnlampe. Diese ist mit 70g sehr leicht, ist sehr hell und hat eine relativ lange Lebensdauer. Ausserdem funktioniert sie mit handelsüblichen Batterien. Als Beleuchtung nach hinten verwende ich (2) ein rotes Blinklicht von Brooks, dass mir letztes Jahr auf einer Marathonmesse geschenkt wurde. Auch dieses ist sehr leicht und lässt sich mit einem Magneten überall befestigen. Nur selten sieht man mich noch mit (5) Reflektorbändern laufen. Diese rutschen bei mir ständig Arme oder Beine runter. Oder sie drücken, wenn sie zu eng befestigt sind. Etwas stören sie manchmal wegen ihrer Überlänge. Viel lieber laufe ich heutzutage mit der (1) reflektierenden Jacke von Brooks. Ähnliche Modelle gibt es i.d.Z. auch von anderen Herstellern. Ich bin mit dem hier gezeigten Modell aber sehr zufrieden und laufe nicht nur bei Dunkelheit oder Regen damit. Sie ist leicht, hat eine gute Belüftung und hat viele kleine und grosse Taschen. Die (4) Reflektorweste ziehe ich auch deshalb nur noch selten an. Bei ihr nerven mich die schlackernden Enden der Befestigungsriemen etwas, die man dann umständlich verknoten muss und möglicherweise später nur schwer aufbekommt.

Darüber hinaus sind natürlich weitere reflektierende Streifen auf der Laufbekleidung von Vorteil. Solche Bekleidungsstücke gibt es von nahezu jedem Hersteller und auch in bestimmten Wochen auf den Wühltischen der einschlägigen Discountketten.

18. Juni 2007

Kampf auf dem Rad gegen die Uhr

Zum Abschluss der Materialvorstellungen hier nun nun die ersten Photos meines Kuota Kalibur Triathlonfahrrads - meiner neuen "Waffe im Kampf gegen die Uhr". Der leichte Aero Monocoque-Carbon-Rahmen ist für Langdistanz-Triathlon-Veranstaltungen und Zeitfahren konzipiert worden. Bekannt wurde die Marke duch den Mannheimer Normann Stadler, der auf so einem Rad schon zweimal den Ironman-Weltmeistertitel auf Hawaii gewonnen hat. Ich selbst habe mich für diesen Rahmen entschieden, weil er für mich den bestmöglichen Kompromiss zwischen gutem Gewicht, Aerodynamik und vor allem Steifigkeit zu einem akzeptablem Preis bietet. Vergleichbare Modelle wären entweder teurer oder weniger steif. Mit der höheren Steifigkeit erhoffe ich mir ein sichereres weil ruhigeres, spurstabileres Fahren bei hohen Geschwindigkeiten und somit letztendlich auch eine höhere Sicherheit. Die Steifigkeit eines Rahmens wird durch Material und den Rohrdurchmesser beeinflusst. Der Laie mag sich nun fragen was der Unterschied zwischen einem Triathlon-/Zeitfahrrad und einem normalen Rennrad ist bzw. was die speziellen Eigenschaften eines solchen Fahrrads sind. Beim Zeitfahren wie auch beim Langdistanztriathlon ist das Fahren im Windschatten des Vordermanns verboten, folglich fährt der Fahrer über die komplette Dauer des Rennes im Wind. Wegen dieser besonderen Anforderung ist eine gute Aerodynamik wichtig. Der erste Schritt zu einer besseren Aerodynamik ist eine flachere Sitzposition. Hierfür kann man sich auf einen normalen Rennlenker an seinem Rennrad einen Aufsatz befestigen, bei dem die Unterarme auf den Schalen des Aufsatzes aufgelegt werden können. Etwas kompromissloser, aber auch weniger komfortabel, ist ein kompletter Aerolenker wie auf den Bilder zu sehen. Am Aerolenker sind die Schalthebel an den Enden des Aufsatzes befestigt, so muss der Fahrer selbst beim Schalten die Position nicht verlassen. Nebeneffekt der sehr flachen, aerodynamischen Sitzhaltung von Aerolenker und Aufsatz ist auch, dass sich die Oberarme nach dem Schwimmen etwas entspannen können. Die Geometrie des Rahmens trägt der speziellen Sitzhaltung und den besonderen Anforderungen Rechnung. Der Sitzwinkel ist mit 76-78 Grad etwas steiler als beim normalen Rennrad, so stossen die Oberschenkel beim Pedalieren nicht an den Oberkörper. An meinem neuen Rad besteht die Möglichkeit durch den wahlweisen Einsatz einer speziellen Sattelstütze auch den beim Rennrad üblichen 73,5° Sitzrohrwinkel einzunehmen. Weiterer Vorteil dieser speziellen Zeitfahrsitzposition soll sein, dass die Muskulatur für den anschließenden Lauf etwas weniger belastet wird. Professionelle und semiprofessionelle Triathlonräder wiegen ca. 7-9 kg, ein professionelles Rennrad ist im Vergleich dazu etwas eher leichter. Beim einem normaler Rennrad spielt das Gewicht auch eine grössere Rolle, da man damit gerade bei Rundfahrten irgendwann auch ins Gebirge muss. Triathlon- und Zeitfahrstrecken haben dagegen ein vergleichsweise flacheres Profil.
Der Sattel orientiert sich auch an an der speziellen Sitzposition, ist etwas länger als ein normaler Sattel und hat auf der Spitze ein kleines Gelkissen. Als weitere Komponenten unterscheiden sich noch die Laufräder von einem normalen Rennrad. Sie sind ebenso den aerodynamischen Anforderungen angepasst und haben in der Regel höhere Felgen und weniger Speichen als ein normales Laufrad. Diese hier sind wie der Rahmen auch aus Carbo und sehr leicht. An manchen Tritahlonrädern sind ausserdem der bzw. die Flaschenhalter hinter dem Sattel befestigt. Ich habe mich bei diesem Rad für eine normale Halterung im Rahmen entschieden, man kann die Flasche so besser erreichen und hat Platz für eine Satteltasche. Ausserdem geht man neuerdings auch davon aus, dass die Flasche im Rahmen keinen grossen aerodynamischer Nachteil gegenüber der Lösung hinter dem Sattel bietet.
Die Unterschiede zwischen einem Zeitfahr- und einem Triathlonrad sind übrigens nur marginal, Zeitfahrräder sind durch die Vorschriften des Radsportverbandes eher stärker eingeschränkt, während der Phantasie von Triathleten weniger Grenzen gesetzt werden. Mit diesem Rad könnte ich auch an Zeitfahren teilnehmen.

Noch 4 Tage und 14 Stunden bis zum Start.

Wettkampfbekleidung und allgemeine Materialcheckliste

Letzte Woche ist endlich der bestellte Zweiteiler für Roth gekommen. Ein Zweiteiler besteht aus einem Top und einer Hose, die bei allen drei Disziplinen getragen werden können. Vorteil ist ganz klar - man muss zwischendurch nicht wechseln und gewinnt Zeit. Nicht jeder trägt die Teile allerdings bei allen 3 Disziplinen: auch bei den Profis sieht man immer wieder Athleten, die in der Wechselzone ihre Kleidung wechseln und den Zeitverlust in Kauf nehmen. Neben dem Zweiteiler gibt es auch Einteiler. Wie der Name schon sagt, sind ist dieser aus einem Stück - vergleichbar mit einem Badeanzug. Mit Einteilern lässt sich im Wasser besser schwimmen, sie verursachen weniger Verwirbelungen und werden deshalb besonders bei den kürzeren Distanzen immer gerne genommen. Gerade dann, wenn man keinen Neoprenanzug tragen darf ist so ein "Schwimmanzug" von Vorteil, so starten wir auch bei den Kurztriathlons in der Liga mit Einteiler. Für die Langdistanz bevorzuge ich aber den etwas luftigeren Zweiteiler.

Das Top ist sehr elastisch und eng anliegend aus atmungsaktivem und schnell trocknendem Material, hat vorne einen langen Reissverschluss und zwei Rückentaschen. Die Rad-Laufhose hat einen dünnen antibakteriellem Radeinsatz und hinten noch eine Tasche.


Manch einer, der einmal einen Triathlon gemacht hat, merkt sehr schnell, dass er in der Vorbereitung an allerhand Dinge denken muss, bevor er zum Wettkampf fährt. Schliesslich muss er Gegenstände für 3 Disziplinen und noch ein paar andere allgemeinere Dinge mit einpacken. Auch mir passiert es immer wieder, dass ich Kleinigkeiten zuhause liegen lasse. So vergass ich beispielsweise in Maxdorf mein Band zur Befestigung der Aeroflasche im Aerolenker. Kein unwichtiges Utensil, denn ohne Band bestände die Gefahr, dass die Flasche aus dem Lenker herausrutscht. Ich habe die Flasche dann übrigens provisorisch mit einem Klettband - eigentlich zur Befestigung des Zeitnahme-Chips befestigt. So habe ich mir als kleine Gedächtnisstütze eine Materialcheckliste erstellt, die von Zeit zu Zeit ergänzt wird. Nicht alle aufgeführten Gegenstände werden für jeden Wettkampf benötigt, aber zumindest habe ich sie so im Blick und vergesse davon nichts. Vielleicht hilft die Veröffentlichung dieser Liste hier auch dem ein oder anderen Rookie nicht auch wichtige Dinge für den Wettkampf zu vergessen:

Schwimmen
  • Badehose
  • Neoprenanzug
  • Schwimmbrille
  • Badekappe
  • Beutel
  • Bodyglide etc.
Radfahren
  • Fahrrad
  • Helm
  • Radtrikot
  • Radhose
  • Weste/ Regenjacke
  • Fahrradgarage
  • Radschuhe
  • Trinkflaschen
  • Aero-Bottle
  • Gummi/ Strip für Aero-Bottle
  • Radbrille
  • Luftpumpe
  • Druckmesser
  • Werkzeug
  • Mantelheber
  • Speichenschlüssel
  • Ersatzschlauch
  • Ersatzmantel
  • Energieriegel ggf. -Gel
  • Bartasche für Oberrohr
  • Tesafilm
  • Beutel
Laufen
  • Laufhemd
  • Laufhose
  • Laufschuhe
  • Strümpfe
  • Laufkäppi
  • Laufarmband
  • Beutel
  • Energiegel/ -Gel
  • Chip
Allgemein
  • DTU-Startpass
  • Ausschreibung
  • Startnummernband
  • Sicherheitsnadeln
  • Straßenkarte
  • Geld
  • Sonnencreme (wasserfest)
  • Pulsmesser
  • Uhr
  • Fotoapparat
  • Essen
  • Getränke/ Wasser
  • Handtuch
  • Badeschlappen
  • Rucksack
  • Shampoo
  • Kleidung
Noch 5 Tage und 18 Stunden bis zum Start.

18. Mai 2007

Material für die erste Disziplin

Für die erste Disziplin beim Triathlon gibt es wenig Materialien, die ein Athlet verwenden kann.

Die Badekappe wird in der Regel vom Veranstalter zum Wettkampf ausgegeben. Die Benutzung der ausgegebenen Badekappen ist meist Pflicht, stehen doch oft Sponsoren darauf und wird mit der Farbe auch eine gewissen Gruppenzugehörigkeit ausgewiesen. Insofern lohnt die Anschaffung für einen Wettkampf kaum. Ich habe einmal eine Badekappe mit dem Namenszug des Vereins bekommen, diese durfte ich bis heute nicht verwenden. Unterschiede gibt es hinsichtlich Grösse und verwendetem Material; bei Wettkämpfen waren sie bei mir bisher immer aus Latex. Vorteil von Latex ist, dass die Badekappe quasi auf jeden Kopf passt.

Bei der Schwimmbrille scheiden sich die Geister. Viele unterschiedliche Hersteller und Modelle sind hier auf dem Markt, klare Marktströmungen lassen sich kaum ausmachen. Während ein Teil der Athleten auf die spartanische Schwedenbrille schwört, gehen andere mit Taucherbrillen ähnlichen Modellen an den Start. Dann stellt sich noch die Frage, welche Gläser die Brille haben sollte. Für Brillenträger gibt es in vielen Dioptrienstärken vorgefertigte Schwimmbrillen. Die Gläser gibt es in unterschiedlichen Farben. Manche Brillen haben am Rand eine Silikonbeschichtung für einen besseren Sitz. Ich selbst verwende je nach Wettkampf von einem einfacheren Modell mit einer Silikonbeschichtung zwei unterschiedliche Brillen. In Hallenbädern schwimme ich mit klaren oder blauen Scheiben, während ich draussen eher eine dunkle Brille verwende, damit mich die Sonne nicht so stark blendet.

Dann gibt es noch das Thema Kleidung. Manch einer startet nur in einer Badehose. Ich ziehe in der Regel gleich die Triathlonbekleidung an. Diese trocknet schnell und kann für die folgenden Disziplinen gleich angelassen werden. Darüber werde ich vermutlich nochmal separat referieren.

Kommen wir also nun zum wichtigsten Utensil: dem Kälteschutz- oder Neoprenanzug. Geliebt und gehasst zugleich. Gehasst, weil er recht eng sitzt und man häufiger mal Schwierigkeiten beim An- und Ausziehen haben kann. Beim Kauf eines Anzugs kann man viel falsch machen. Mein erster Anzug war bspw. zu unflexibel, ich konnte mich nicht richtig bewegen, in Folge ermüdete die Arm- und Schultermuskulatur recht schnell. Der Hals war vorne recht hoch, was mich beim Atmen störte und hinten rieb ich mir mit dem Klettverschluss regelmässig nach kurzem Tragen den Hals auf. Ein Anzug bietet aber natürlich auch Vorteile. Wie der Name schon sagt, ist der Anzug zuallererst mal ein Schutz gegen die Kälte. Gerade bei den Triathlons früh oder spät in der Saison kann das Wasser schon mal empfindlich kalt sein, dann will man nicht wirklich ohne eine Kälteschutz hinein. Der Anzug trägt aber vor allem einem ganz anderen Umstand Rechnung, weswegen ihn die Meisten gerne verwenden. Das Schwimmen hat nämlich einen ganz entscheidenden Unterschied zu den beiden folgenden Disziplinen: während die späteren Disziplinen vor allem eine gute Ausdauer und mentale Stärke verlangen, so ist beim Schwimmen mehr eine gute Schwimmtechnik und Wasserlage gefragt - Ausdauer spielt hier eher eine untergeordnete Rolle. An der Schwimmtechnik lässt sich wenig ändern, aber gerade die Wasserlage wird durch das Tragen eines Neoprenanzugs verbessert. Der "Neo" führt zu mehr Auftrieb und verhilft so zu einer höheren Wasserlage, was theoretisch zu einem geringeren Wasserwiderstand führt. Man geht davon aus, dass man - wenn alles passt - der Geschwindigkeitszuwachs mit einem Neoprenanzug zwischen 6 und 15 % betragen kann. Insofern unterstützt der Anzug durch seinen Auftrieb vor allem schlechtere Schwimmer, die sonst eher eine schlechtere Wasserlage haben.
Ich selbst schwimme mit dem Xterra Vector Pro 2. Der Anzug ist aus 1,5 bis 5mm starkem Neopren. Laut Werbung hat das Material des Anzugs einen niedrigeren Reibungskoeffizienten, weshalb es den Schwimmer auch mit weniger Widerstand durchs Wasser gleiten lässt. Ausserdem ist der Anzug sehr flexibel, weshalb ich beim schwimmen weniger Kraft aufwenden muss und meine Arme nicht so schnell müde werden wie bei meinem ersten Anzug.
Problem bzgl. der Verwendung eines Neoprenanzugs beim Triathlon ist leider noch, dass das Regelwerk zur Benutzung auf den ersten Blick recht unübersichtlich ist. Die Verwendung im Wettkampf kann abhängig von Altersklasse, Wassertemperatur und Außentemperatur erlaubt oder auch verboten werden. Deshalb kommen neuerdings so genannte Schwimmanzüge im Mode. Diese sind dann meist aus einem recht gleitfähigen Material, bieten aber in der Regel nicht den Auftrieb eines Neoprenanzugs. Ich selbst besitze bisher noch keinen Schwimmanzug, deshalb kann ich im Detail dazu noch nichts sagen.

28. Februar 2007

Typisch Triathlet!

Was unterscheidet einen Triathleten von einem konventionellen Rennradfahrer oder Läufer? Ja klar, er trainiert eben noch ein paar Disziplinen mehr. Was noch? Nun, viele Triathleten haben einen Hang beim Sport recht bunte Vögel zu sein und sind den konventionellen Athleten in Bezug auf das verwendete Material immer gerne einen Schritt voraus. Man muss sich nur einen Volkslauf oder ein Jedermannradrennen ansehen: bei einer Athletengruppe mit 50 Personen erkennt selbst der ungeübte Beobachter sofort mindestens 20-30% der in der Gruppe enthalten Triathleten. Entweder tragen sie hautenge badeanzug-ähnliche Sportbekleidung, sind bewaffnet mit einem Gurt voller Trinkflaschen und Energiegels oder verwenden als einzige ein Gummiband, an dem die Startnummer befestigt ist. Besonders auffällig sind aber auch die Farben ihres Materials. Gerade Teilnehmer der älteren Generation sieht man immer wieder in Hosen oder auf Fahrrädern mit buntem Hawaii-Blümchenmuster, dass der gemeine Athlet nicht mal seiner Herzallerliebsten zumuten würde. Ich würde lügen, würde ich behaupten, dass nicht auch ich manche der beschriebenen Charakterzüge habe.
So will ich von Zeit zu Zeit auch berichten, mit welchem Material ich in Roth dieses Jahr starten möchte. Den Anfang mache ich mit einem der wichtigsten Requisiten überhaupt.
Am letzten Samstag begab es sich, dass ich mal wieder im Sportladen unseres Vereinssponsors war. Eigentlich wollte ich an diesem Tag nur meine neue Laufbekleidung abholen, doch dann passierte es: "kennst Du schon den neuen GEL-NOOSA TRI? Der ist echt klasse!" Ich wurde neugierig, suchte ich doch sowieso noch einen Laufschuh für Roth. "Gnosa was? Zeig' mal her." Was ich dann gezeigt bekam, liess mich erstmal schmunzeln - schon lange hatte ich keinen so bunten Laufschuh mehr gesehen. Nach näherer Betrachtung erkannte ich sehr viel Ähnlichkeiten zu meinen bisherigen Wettkampfschuhen, mit denen ich immer sehr zufrieden war. Ich entschloss mich zu einem Probelauf - das bekannte Laufgefühl der anderen Schuhe war auch gleich da: gute Passform, sehr leicht und flexibel, trotz leichter Pronationsstütze. Und dann noch ein paar Features speziell für Triathleten! So ist ein Gummischnürband gleich inklusive, das erleichtert uns den Einstieg in der Wechselzone. Mit einem Zugverschluss ausgestattet verliert man mit diesen Bändern auch keine Zeit beim binden irgendwelcher Knoten. Weiterer Vorteil der Gummis ist, dass ein durch Hitze geschwollener Fuss noch die Möglichkeit hat sich nach oben auszudehnen. Bei einem normalen Schnürriemen mit fester Schnürung bekommt man oft schmerzhafte Druckstellen. Dann wäre bei dem Schuh noch eine spezielle Zunge, die auch einen schnellen Einstieg erleichtern soll. Ausserdem ist der Schuh mit einem besonderen Innenmaterial ausgestattet, dass es auch ermöglichen soll darin barfuss zu laufen. Ich selbst mache dies nur bei kurzen Distanzen, auf längere Strecken würde ich mir die Füsse trotz dem besonderem Material vermutlich blutig laufen.
Was soll ich noch sagen: den Schuh habe ich natürlich gekauft! *grins*

(Mehr Informationen zum Schuh auf der Asics Homepage)

23. Januar 2007

Sportverletzungen und Zusammenhang mit dem verwendeten Material

Dem Sport wird ja nahe gelegt, dass er sehr gesund sein soll. Es hilft gut gegen die üblichen Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Herz-Kreislaufprobleme, Diabetes und ist für Knochen und Gelenke gut. Natürlich kann man Sport auch übertreiben. Wer ambitioniert trainiert, der sollte sich bspw. auch mal mit dem Thema Übertraining auseinandergesetzt haben, um nicht in selbigen Zustand zu kommen. Und dann gibt es da noch diverse Verletzungen über die Sportler gerne klagen. Wer am Start eines Volkslaufs steht, kann von allen Seiten Wehklagen über allerlei Zipperlein hören. Da stellt sich manch einem natürlich die Frage, ob Sport tatsächlich sooo gesund ist? Das im Detail zu erörtern würde jetzt zu weit führen. Wer das untersuchen möchte, wird in der Literatur, Zeitschriften und Internet abertausende Studien und Untersuchungen finden, die dem Thema auf den Grund zu gehen versuchen. Mir selbst stellt sich die Frage nicht mehr. Wenn ich zurückblicke, so war ich bspw. als Nichtsportler wesentlich häufiger erkältet als heute. Gleichzeitig ist aber zugegebenermassen auch die Verletzungsanfälligkeit gestiegen. Wozu ich bisher noch keine Untersuchung gesehen habe ist, wie hoch der Anteil der Verletzungen ist, die erst durch den Sport offensichtlich werden, nicht aber ursächlich darauf zurückzuführen sind (wenn hier irgendwelche Sportmediziner mitlesen, dann seien sie hiermit ausdrücklich dazu aufgefordert darüber eine Untersuchung anzufertigen - wenn das überhaupt geht). Als konkretes Beispiel könnte ich da einen Sportkameraden nennen, der vermutlich jahrelang mit einer Bänderverletzung Sport betrieben hat. Erst jetzt nach Jahren haben die Ärzte die Verletzung festgestellt. Ohne den Sport hätte er die Verletzung vielleicht nie gemerkt, nur durch die sportliche Aktivität wurde sie offensichtlich. Ergänzend will ich hinzufügen, dass die Verletzung in dem konkreten Fall vermutlich nicht durch den Sport, sondern durch einen kleinen Unfall im Alltag verursacht wurde.Ich selbst laboriere auch gerade an einer zum Glück nicht ganz so dramatischen Verletzung, die aber in Läuferkreisen häufiger vorkommt und unter "Shin Splints" bekannt ist - im deutschen auch Schienbeinkantensyndrom genannt. Per Definition ist das eine Entzündung der Muskelzubehöre und der interosseous Membranen zum Schienbein auf der inneren Frontseite des unteren Beines. Die Shin Splints gehören zu den häufigsten Verletzungen eines Läufers. Konkret macht sich das Syndrom bei mir durch stechende Schmerzen während des Laufens - meist zu Beginn eines Laufes - an der genannten Stelle bemerkbar. Ursache kann eine Überlastung sein, in meinem Fall sind die Probleme aber meist auf verschlissene Schuhe zurückzuführen. Im aktuellen Fall besonders ärgerlich, da ich mir gerade erst im Herbst neue Trainingslaufschuhe gekauft habe, diese bisher nur noch nicht gelaufen bin. Bei meinem letzten Lauf am Sonntag waren die Schmerzen aber nun besonders krass, so dass der Wechsel in das neue Schuhwerk keinen weiteren Aufschub duldet. Samstag steht schliesslich auch die erste grössere sportliche Prüfung auf dem Programm: der 50 Kilometerlauf in Rodgau. Bis dahin sollten meine Schienbeine wieder gesund sein. Demzufolge werde ich sie die Woche über nicht mehr stark belasten und lieber schwimmen gehen oder mich auf das Rad setzen.

Stellt sich noch die Frage woran man merkt, dass die Schuhe verschlissen sind. Nun ich selbst habe begonnen meine Kilometer pro Schuh zu dokumentieren. Eine Gesetzmässigkeit konnte ich noch nicht feststellen. Es heisst, dass man einen Schuh 800 bis 1000 km laufen kann. Im Einzelfall auch länger. Dann kann man es noch durch einen Test der Zwischensohle überprüfen: ist sie optisch schon brüchig oder lässt sie sich leicht eindrücken, so sollte man den Schuh auch austauschen. Ich habe solche Tests bisher nicht gemacht, weshalb ich schon das ein oder andere Mal die angesprochenen Probleme mit dem Schienbein bekommen habe.

Wichtig bei jeder Verletzung ist es

  1. sie frühzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren
  2. die Ursachen herauszufinden und gfs. etwas dagegen zu tun
  3. für die Dauer der Verletzung das entsprechende Körperteil nicht unnötig weiter zu belasten
Neben den im konkreten Fall beschriebenen Schuhwerk, kann das auch auf die andere Disziplinen zutreffen. Wer bspw. auf längeren Radausfahrten körperlich Schwierigkeiten hat, sollte sich mal Gedanken über seine Sitzposition und Haltung auf dem Rad Gedanken machen.

Bisher hat es bei mir so immer recht gut funktioniert und ich bin zuversichtlich, dass die aktuellen Probleme auch bis Samstag behoben sein sollten.