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14. Januar 2013

Über die Höhen der Bergstrasse

Den Winter nutze ich gerne für lange Dauerläufe. Gerne erkunde ich dabei die Region, lerne neue Orte, Wege und Sehenswürdigkeiten kennen. Nicht immer muss es sich dabei um einen Rundkurs handeln. Wenn man seine Route geschickt plant, dann kommt man relativ schnell mit dem öffentlichen Nahverkehr zu einem Ort in der Region oder von dort wieder zurück nach Heidelberg. Dieses Wochenende habe ich mich für eine längere Strecke über die Berge an der Bergstrasse bis nach Weinheim entschieden. Von dort kommt man relativ schnell mit der Linie 5 des RNV wieder zurück ins Heidelberger Stadtzentrum.

HD-Altstadt vom Ob. Philosophenweg
Startpunkt der Route ist die Haltestelle Bergstrasse am nördlichen Heidelberger Neckarufer. Auf dem Albert-Überle-Weg, den auch Heidelberger Halbmarathon und Triathlon nutzen, führt die Route hinauf zum Philosophenweg. Doch anstatt dort länger zu verweilen oder entlang zu laufen geht es über die Bismarcksäule hinauf in den Wald. Über den weniger bekannten Oberen Philosophenweg und den Brandplattenweg kommt man zum Aussichtpunkt "Fuchsrondell". Über den trailigen Zollstockweg arbeitet man sich hoch bis zur "Hochstrasse", einem gut ausgebauten Forstweg auf der Bergkuppe. Auf ihr laufen wir vorbei an der Holdermannseiche bis zum Stickelsplatz, wo sich mehrere Wege treffen.
Siebenwege
Nun geht die Route weiter bergauf auf den Oberen Jagdhausweg. Erst als der Jagdhaus-Fussweg abzweigt und es wieder etwas bergab geht, kann man kurz etwas verschnaufen. Doch nicht lange, dann führt der Untere Jagdhausweg wieder leicht bergauf. Wir kommen an einen weiteren Platz auf dem viele unterschiedliche Waldwege aufeindertreffen. In der Mitte steht ein Stein mit Richtungsmarkierungen: der Ort nennt sich "Siebenwege". Es geht weiter auf Forstwegen erst bergauf in den Wald, etwas später dann wieder bergab und mehr in Richtung Rheintal. Über Forstwege kommt man durch das Brenkenbachtal und das Mantelbachtal zur Schauenburg oberhalb von Dossenheim.
Schauenburg
Blick von der Schauenburg
Laut der Hinweistafel vor der Burgruine war die erste Erwähnung der Anlage im 12. Jahrhundert. Im Laufe der Jahre stellten die Schauenberger einen Bischof in Speyer und einen Abt in Lorsch. Die Burg wurde dann später im Krieg von Pfalzgraf Siegfried dem Siegreichen im 15. Jahrhundert zerstört und diente den Dossenheimern später zum Sammeln von Baumaterial. Die heutigen Überreste wirken fast unscheinbar, eine Grösse der ganzen Anlage wie sie auf der Hinweistafel zu sehen ist, hätte man da kaum noch vermutet. Nun geht es auf einem verblockten Pfad wieder steil bergauf. Nach einigen Schlenkern kommt man zum Startplatz für hiesigen Gleitschirmflieger. Von der Plattform hat man einen tollen Ausblick über die Rheinebene. Leider war die Sicht heute nicht ganz so gut, sonst hätte man wahrscheinlich bis hinüber zum Pfälzer Wald und bis zum Donnersberg blicken können. Hinter dem Startplatz führte mich die Route zum alten Schriesheimer Steinbruch.
Schriesheimer Steinbruch
Leider musste ich feststellen, dass kein öffentlicher Weg durch das Areal führt. So musste ich mich erstmal neben den Steinbruch durch den Wald weiter nach oben arbeiten, bis ich das Areal oberhalb passieren konnte. Beim nächsten Mal würde ich ab der Strahlenburg gleich einen Weg suchen, der nach hier oben führt; zwangsläufig müsste man dann aber auch die Sackgasse auslassen, die zum Gleitschirmstartplatz führt. Wenn man dann oberhalb des Steinbruchs den höchsten Punkt des Ölbergs passiert hat, geht es auf einem schmaleren Trail hinunter in Richtung Schriesheim. Man kommt nach einiger Zeit an das Blockhaus an der Schwedenschanze: von hier hat man ebenfalls einen schönen Blick auf die umliegenden Berge, Schriesheim und die Bergstrasse. Vin hier geht der Pfad weiter in engen Serpentinen über Wurzeln und Steine bergab. Kurz nachdem man einen breiteren Forstweg erreicht hat öffnet sich dann der Wald, man kommt an einen Weinberg und kann auf einer der nordwestlichen Flanke des Ölbergs die Strahlenburg über dem Ort Schriesheim thronen sehen.
Strahlenburg
Mit dem Bau der Burg wurde Im Jahre 1235 begonnen. Als Baumaterial für die Festungsanlage wurden Porphyr und der Granit verwendet, die u.a. auch in den banachbarten Steinbrüchen abgebaut wurden. Wann die Burg dann genau zerstört wurde, ist noch nicht geklärt - vermutlich im Zeitraum zwischen 1470 und 1500. Der Weg hinunter würde in den Ort führen. Meine Route führt aber wieder zurück hinauf in den Wald. Auf einem Forstweg geht es wieder ein Stück hinauf in das Tal des Kanzelbachs. Hier sollte man sich de Kräfte gut einteilen und nicht seinen letzten Körner verschiessen, denn noch mindestens ein weiterer anstrengender Anstieg wird nach dem kurzen Lauf durch das Tal noch folgen! Hinunter in den Talgrund geht es auf gut zu laufenden, flüssigen Trails. Nach einem kurzen Asphaltstück an der recht stark befahrenen Talstrasse geht es hinüber auf die Nordseite des Tals. Hier zweigt das "Weite Tal" ab, Schilder weisen hier auch den Weg hinein zum Naturfreundehaus. Der folgende Anstieg ist mühsam. Das einsame Tal zieht sich erst moderat, dann immer steiler nach oben. Viel zu sehen gibt es nicht, der Forstweg ist mässig spannend, dafür ist man hier ungestört und kann die Natur geniessen. Oben angekommen trifft man dann auf einen kleinen Asphaltweg. Dieser führt wieder leicht bergab zur Ursenbacher Höhe. Einsam liegt der Ort Ursenbach umrahmt von den grünen Odenwaldhügeln etwas unterhalb. Nach Überquerung der Strasse führt die Route hinüber auf den Steinberg.
Steinberg
Auf der höchsten Kuppe des Steinbergs befinden sich zahlreiche Felsen aus Granodiorit - teils angeordnet in Gruppen. Bei einer der Felsgruppen, der sogenannten "Keltenschanze", vermutet man, dass es sich um eine uralte Fluchtburg oder eine keltische Kultstätte handelt. Der gut zu laufende Pfad führt hinüber zum Waldparkplatz "Bildstock". Von hier geht es einige Meter auf Asphalt bergauf, bevor wieder ein kleiner Pfad von der Strasse abzweigt. Nach einem kurzen Anstieg geht es flacher weiter. An einigen den Bäumen kann man inzwischen einen roten Querbalken auf weissem Grund sehen - die Markierung für den Weitwanderweg Odenwald - Vogesen.
Blick auf den Odenwald
Die Zeichen werden uns bis nach Weinheim begleiten. Der Weg führt nun hinüber zum Bergsattel zwischen den Ortschaften Ritschweier und Kunzenbach, der Sattel wird "Kalter Hergott" genannt. Diesen Namen verdankt er dem eiskalten Wind, der hier im Herbst und Winter ungeschützt hinüberblasen kann. An einer kleinen Kreuzung trifft man auf einen alten Bildstock, vermutlich einen der ältesten im ganzen Odenwald aus dem 16. oder 17 Jahrhundert, der früher als Betsäule genutzt wurde. Um diesen Bildstock und Ort ranken sich noch zahlreiche Sagen. Ausser auf ein paar Wanderer trifft man heute aber auf nichts ausgewöhnliches. Der Weg führt nun hinüber zum Goldkopf (324m über NN), dem letzten Berg auf der heutigen Route - nun geht es nur fast nur noch bergab. Über den Oberen Gaiersbergweg läuft man hinüber zum Weinheimer Exotenwald. Dieses Arboretum wurde im Jahre 1872 gegründet. Einige der hier gepflanzten Schläge zählen zu den ältesten Vorkommen exotischer Baumarten in Deutschland. Unter den 170 Baum- und Straucharten findet man u.a Mammutbäume von bis zu 60 Metern Höhe. Am Wegesrand sieht man Schilder, die die verschiedenen Pflazen näher beschreiben. Die heutige Strecke war aber lange genug, deshalb geht es ohne eine Ehrenrunde im Exotenwald hinunter nach Weinheim.
Schlosspark Weinheim
Schloss Weinheim
Im Ort trifft man gleich zu Beginn auf das das Weinheimer Schloss. Das Schloss und sein Park stammen aus dem 15. und 16. Jahrhundert und wurde von den Kurfürsten erbaut. Im Gegensatz zu den anderen beiden auf dieser Tour besuchten Burgen wurde das Schloss nicht zerstört und beherbergt heute die Weinheimer Stadtverwaltung. Meine Strecke führt mich durch den Schlosspark und dann hinunter zum OEG-Bahnhof. Hier ist die heutige Tour nach 33 Kilometern und rund 1300 Höhenmetern zu Ende. Mit der Linie 5 kann man zurück nach Heidelberg fahren. Wer Lust hat und die Strecke im Sommer gelaufen ist, der kann sich auch in einem der Lokale oder Cafés auf dem schönen Weinheimer Marktplatz eine Erfrischung gönnen.

Leider war das Wetter nur abschnittsweise gut. Trotzdem hatte man immer wieder tolle Ausblicke über den Odenwald. Die Strecke ist zu grossen Teilen auf Waldwegen, der Asphaltanteil bleibt auf ein Minimum beschränkt. Der Anteil echter Trails liegt aber vermutlich auch nur bei ca. 5% - die machen aber Spass und geben einen Einblick darin, was im Odenwld möglich ist. Mit knapp 1300 auf mehreren Anstiege gut verteilte Höhenmetern sollte man sich die Strecke gut einteilen. Auch sollte man genügend Verpflegung dabei haben: Brunnen habe ich unterwegs nur wenige gesehen, Kioske, Tankstellen oder Supermarkte gibt es auch nicht - die Strecke verläuft weitgehend abseits bewohnter Gebiete im Wald.

13. Januar 2013

Haben sie Heidelberg schon bei Nacht gesehen?

Nächtlicher Blick auf Heidelberg und die Rheinebene
Dieses Jahr werden ich bei mindestens zwei Läufen auch in der Nacht unterwegs sein. Was liegt da näher als das gleich von Beginn an mal zu trainieren. Zumal es jetzt zur Winterzeit sowieso sehr früh dunkel wird, da muss man gar nicht spät loslaufen, um in die Dunkelheit zu kommen. Dieses Mal hatte ich mir einen Lauf auf unseren Hausberg, den Königstuhl, vorgenommen. Um die Wildtiere nicht zu sehr zu stören, und natürlich auch aus Sicherheitsgründen, da mir echte Trails alleine in der Dunkelheit doch etwas zu gefährlich erscheinen, blieb ich zumeist auf breiteren Forstwegen oder Strassen. Ausgerüstet mit einer hellen Stirnlampe und einer zweiten kleineren Stablampe arbeitete ich mich so Meter für Meter nach oben. An die Geräuschkulisse im Dunkeln musste ich mich erst wieder gewöhnen. Meist hört man nichts. Ab und zu ein Rascheln, das Plätschern eines Baches, vielleicht sogar kurz zwei funkelnde Augen im Taschenlampenlicht, dann kehrt schnell wieder Stille ein. Als ich dann endlich aus dem dunklen Wald heraus kam und auf die Aussichtplattform am Gipfel heraus kam, konnte ich mir ein "WOW" nicht verkneifen. Wie oft war ich nun schon hier oben? Dieser Anblick von Heidelberg war heute Nacht im leichten Schneegestüber trotzdem wieder etwas ganz besonderes.Ich machte ein paar Bilder, doch die wahre Pracht, die sich mir hier bot, konnte meine kleine Kamera nicht wirklich erfassen.
Zurück in der Stadt
Mir kam ein Lied von Reinhard Fendich in den Sinn: "Haben sie Wien schon bei Nacht gesehen? Haben sie das schon erlebt? Man sieht zwar nicht, ob die Bäume blüh'n, welche besonders beliebt." Bei diesem tollen Anblick hier und heute musste ich in Gedanken "Wien" spontan durch "Heidelberg" ersetzen. Und auch als ich schon längst auf dem Rückweg war, kam mir das Lied noch einige Male in den Sinn. Nach einem kleinen Schlenker über den Gaisberg mit weiteren tollen Ausblicken war ich nach 15 Kilometern und 1,5 Stunden wieder daheim von einem tollen, irgendwie auch abenteuerlichen Lauf. Auf jeden Fall war es mal eine schöne Abwechslung zum winterlichen Trainingsalltag ausserhalb der lärmenden Stadt eine kleine Runde in der Dunkelheit zu drehen.

18. November 2012

Treppenlauf extrem

Beginn der Himmelsleiter
Seit Jahren liegt sie weitgehend unbeachtet im Heidelberger Stadtwald und zieht sich vom Heidelberger Schloss bis hinauf auf den Königstuhl: die Heidelberger Himmelsleiter. Meist trifft man hier nur Wanderer, die auf dem direktesten aller Wege aus der Altstadt oder vom Schloss hoch auf Heidelbergs Hausberg wollen oder von ihm hinunter kommen. Die unregelmässige Sandsteintreppe aus dem Jahre 1844 beginnt oberhalb des Schlosses am Parkplatz in einer Kehre des Molkenkurwegs. Hier kann man auch eine Wegmarke des Qualitätswanderwegs "Neckarsteig" finden. Die Treppe führt über mehr als 1200 sehr ungleiche Stufen 270 Meter hinauf auf den 567,8 Meter hohen Gipfel.

Blick vom Königstuhl in die Rheinebene
Vor Jahren habe ich zu einem Geburtstag ein Buch über Laufstrecken in und um Heidelberg geschenkt bekommen; als eine Strecke war auch die Himmelsleiter aufgeführt. Aus meiner Sicht ziemlich absurd und solange ich hier am Berg unterwegs war, habe ich auch nie einen Läufer auf der schwierigen Sandsteintreppe laufen sehen. Auch mir war das für eine normale Laufeinheit zu anstrengend. Laufen kann man auf der Treppe sowieso nur schwer: steil ziehen sich die Stufen hinauf, laut pocht der Puls schon nach den ersten Schritten bergauf, zu sehr muss man auf den unregelmässigen Stufen auch aufpassen, wo man hintritt. Und gerade jetzt im Herbst sind die Stufen durch Feuchtigkeit und Blätter gefährlich, die Gefahr abzurutschen ist nicht gering. Lediglich in der Vorbereitung auf den Transalpine-Run bin ich über den oberen etwas leichter zu laufenden Teil zwischen Blockhausweg und der Aussichtsplattform gerannt - meist mit Trailstöcken, um mir etwas mehr Sicherheit und Stabilität zu geben. Dieser Tage rückt die Himmelsleiter nun gleich doppelt in den Fokus der Läufer. Am 2. Dezember wird hier ein Benefizlauf der Heart-Racer-Teams stattfinden. Bei dem Lauf spendet jeder Teilnehmer so viel er möchte, für die ersten 100 Teilnehmer, die oben ankommen spendet ein weiterer Sponsor jeweils 10 Euro - die Zeit ist egal. Ziel ist es einem behinderten Jungen einen Rennrolli zu finanzieren. Start ist um 10 Uhr. Also kommt alle zahlreich und unterstützt diese Aktion! Die Himmelsleiter rückt noch wegen einer weiteren Laufveranstaltung in den Blickpunkt: am 27. Oktober 2013 soll hierüber der erste Heidelberger Trail-Marathon führen. Jenseits der 34-Kilometermarke wird dieser Streckenabschnitt eine echte Härteprüfung. Wer es hier hoch schafft, der wird oben auf der Aussichtsplattform des Königstuhls bei gutem Wetter mit einem grandiosen Blick weit über die Rheinebene bis hinüber zum Pfälzer Wald belohnt.

11. November 2012

Ab in die Winterpause

Meine Saison ist nun zu Ende - in naher Zukunft habe ich erstmal keine Rennen mehr geplant. Vielleicht starte ich spontan bei einem Volkslauf, aber derzeit habe erstmal nichts geplant. Nachzureichen bleibt noch, dass ich Ende Oktober wieder beim Marathon Frankfurt gelaufen bin. Leider erwischte mich genau eine Woche zuvor eine Erkältung, deshalb wollte ich den Startplatz erst verkaufen. Doch als sich kein Ersatz fand, der meine Startnummer übernehmen wollte, und die Erkältungssymptome am Renntag abgeklungen waren, startete ich spontan doch. Ich ging wegen der gerade erst überstandenen Krankheit jedoch kein grosses Risiko ein und lief den Marathon nur im Wohlfühlbereich durch, ohne mich zu stressen. Für Ende Oktober war es mit einer Temperatur von gerade mal 2°C morgens am Start sehr kühl. Zumindest war es trocken und mit Auftauchen der Sonne wurde es etwas wärmer; mir lag das Wetter. Am Ende stand dann beim Einlauf in der Festhalle eine 3:28:25 Std. auf dem Zielbogen. Anfang der Saison hatte ich ja eigentlich geplant hier auf eine neue Bestzeit zu laufen, allerdings hatte sich schon Monate vorher abgezeichnet, dass dieses Unterfangen in 2012 nichts werden sollte und dann kam ja auch noch die Erkältung. So ging die Zeit aus meiner Sicht für dieses Jahr zwar absolut in Ordnung, war aber auch ziemlich uninteressant. Viel wichtiger war, dass es wiedermal ein schöner Lauf war - Frankfurt, es macht immer wieder Spass Ende Oktober durch Deine Strassen zu rennen! Ok, ich muss eingestehen .. eine Sache vermisste ich doch .. ein paar schöne Trails. Nach all den Ultra- und Trailläufen dieses Jahr kann ich mit Strassenläufen nur noch bedingt etwas anfangen.

Seither laufe ich nur noch gelegentlich, wenn ich Lust darauf habe und ohne Trainingsplan. 
Nächtliches Heidelberg von der Fuchsrondell-Hütte
Heute war mal wieder so ein Tag. Ich wollte meinen neuen Minimaltraillaufschuh ausprobieren - passender Weise mit Modellnamen "Minimus". Wie der Name schon erahnen lässt, ist an so einem Laufschuh nicht viel dran, so kommt das Laufen in so einem Schuh dem natürlichen Barfusslauf wieder etwas näher als das Laufen in einem herkömmlichen Laufschuh. Über meine Erfahrungen mit dem Schuh werde ich ein anderes Mal berichten, wenn ich ihn ausgiebiger testen konnte. Auf jeden Fall hatte der Testlauf heute verschärfte Bedingungen: 1. ein Minimalschuh 2. auf Waldwegen und -pfaden und 3. in der Dunkelheit des Waldes. Solange es heute hell war, schaffte ich es nicht laufen zu gehen. Doch so ein Nachtlauf hat auch seine Reize für Geist und Sinne. Wenn man zwischendurch dann noch so seltene Ausblicke wie in dem Foto oben geniessen kann, dann hat sich die Runde richtig gelohnt.

15. Februar 2012

Von der Vierburgenstadt nach Heidelberg

Der Winter 2012 ist wirklich ungewöhnlich: war bis in den Januar von einem klassischen Winter in unseren Breitengraden noch keine Spur, so bibberte zuletzt halb Europa unter Rekordminusgraden. Auch die Schneemengen in den Alpen sind derzeit rekordverdächtig. Hier im Rhein-Neckar-Dreieck findet man indes nicht einmal in den Höhenlagen nennenswerte Schneemengen. Nachdem ich zuletzt sehr viel gelaufen bin, wollte ich am vorletztes Wochenende eigentlich mal wieder Radfahren gehen, doch bei morgendlichen Temperaturen von -12°C und noch weniger war es mir dafür etwas zu kalt und ich entschloss mich doch mal wieder laufen zu gehen.
Vierburgenstadt Neckarsteinach
Mein neues Saisonhighlight den Transalpine im Kopf fiel mir eine Strecke ein, die ich mir vor einiger Zeit mal zusammengebastelt und auf mein GPS hochgeladen hatte: die Einfachstrecke von der Vierburgenstadt Neckarsteinach im Neckartal bis nach Heidelberg. So nutze ich am Sonntag dann das herrliche Wetter und machte mich auf den Weg ins Neckartal. Als ich vor die Tür trat der erste Schock .. *brrrr* war das kalt!!! In der Eiseskälte brauchte meine Uhr dann auch noch ungewöhnlich lange, bis sie das Satellitensignal gefunden hatte. Als ich dann endlich loslief, hatte ich gerade noch 10 Minuten Zeit für eine Strecke von über 2 Kilometern bis der Zug am Bahnhof abfuhr. Das fing ja toll an! Es war eisig und der kalte Wind schmerzte besonders im Gesicht. Auf die Sekunde genau kam ich am Bahnhof an - der Rest des Tages konnte ich nun defintiv entspannter angehen. Das am Nordufer des Neckar in einer Flussscheife gelegene Neckarsteinach ist vor allem wegen seiner vier Burgen bekannt. Sie stammen aus der Zeit zwischen 1100 und 1230, trohnen oberhalb des Ortes am Hang und sind von weithin sichtbar. Von zwei der Burgen sind heute nur noch Ruinen übrig, die allerdings frei besichtigt werden können. Von dort oben hat man ein tollen Blick in das Neckartal. Meine Route führte mich heute allerdings woanders hin.

Ich überquerte am Bahnhof der Vierburgenstadt noch gehend die Hauptstrasse ins Neckartal, dann trabte ich langsam gen Neckar. Nach kurzer Zeit kam ich am Stauwehr an und überquerte hier den Fluss. Wer eine Kamera dabei hat, sollte hier nochmal ein paar schöne Bilder mit Fluss, Stadt und Burgen machen. Das Wasser des Flusses dampfte in der kalten Luft, durch die Schwaden schimmerten die Spiegelungen der aufgehenden Morgensonne hinauf auf das Wehr. Am anderen Ufer angekommen führte mich mein Weg ohne Umweg gleich den Berg hinauf. Ein schmaler Pfad windet sich hier am steilen Hang um den Berg herum gen Gipfel. Vom Ort war bald nicht mehr viel zu sehen - zu dicht war auch zu dieser Jahreszeit noch das Blätterdach. Ein Vorteil war heute, dass ich im Wald vor dem kalten Wind geschützt war.
Blick auf die Bergfeste Dilsberg
Immer steiler schraubte sich der Weg in kurzen Serpentinen nach oben bis ich schliesslich bei meinem ersten Zwischenziel, der Bergfeste Dilsberg, am Gipfel ankam. Die Bergfeste wurde zwischen 1150 und 1200 erbaut. Heute gehört sie als Stadtteil zum Ort Neckargemünd. Sie liegt auf fast 300.u.NN und zählte im Dreißigjährigen Krieg zu einer der am meisten umkämpften Festungsanlagen, dabei wurde sie nie militärisch erobert oder zerstört. Festungsanlage und Altstadt sind absolut sehenswert.
Neckartalpanorama
Da ich beides aber schon kannte, führte mich mein Weg ein Stück um die Stadtmauer herum, bevor es am anderen Ende des Gipfels dann auf einem asphaltierten Weg hinunter ins Tal geht. Hier bietet sich eine tolle Fernsicht ins Neckartal auf einen Teil von Neckargemünd und die dahinter liegenden Berge Neckarriedkopf und Auerhahnenkopf. Im Tal läuft man kurze Zeit auf dem Mühlweg an einen lieblichen Bach entlang und kommt dabei auch an dem alten Fachweghaus der Lochmühle vorbei.
Lochmühle am Fuss des Dilsberg
Der alte Brunnen vor dem Haus dient im Sommer sicher so manchem Wanderer zur Erfrischung - heute war er komplett zugefroren. Man ist noch nicht unten angekommen, dann macht der Weg schon wieder kehrt und führt wieder bergwärts in den nächsten Wald hinein. Von den Wegen auf diesem Anstieg bieten sich immer wieder tolle Ausblick zurück auf die Feste Dilsberg. Oben kommt man dann auf einen breiteren, gut ausgebauten Fahrweg, der einen ohne grosse Umwege wieder zurück in das nächste Tal führt. Am Talgrund sieht man die südlichen Ausläufer von Neckargemünd liegen. Wenn man mal in Neckargemünd ist, dann lohnt ein Ausflug in die Altstadt mit ihren kleinen Gassen und Fachwerkhäusern. Mein Ziel bei der Routenplanung war es allerdings den Ortschaften und ihrem Verkehr möglichst aus dem Wege zu gehen. Deshalb überquerte ich lediglich südlich vom Ort die Strasse nach Wiesenbach. Nun stand mit dem Neckargemünder Hausberg Hollmuth nur ein kleineres Hinderniss zwischen mir und dem nächsten Tal. Einst floß der Neckar in einer Flußschlinge um diesen kleinen Berg herum bis er weiter nördlich beim heutigen Ort später den Durchbruch schaffte.
Im Naturschutzgebiet
Der Berg stellt kein grosses Hinderniss dar. Man taucht immer tiefer in das Naturschutzgebiets Elsenzaue-Hollmuthang ein und ehe man sich versieht geht es auch schon wieder hinab in das namensgebende Elsenztal. Am Talgrund taucht nun die alte Walkmühle auf. In Walkmühlen wurden seit dem Hochmittelalter Stoffe veredelt. Ihre ehemalige Bedeutung ist kann man noch erahnen, allerdings sind die Gebäude heute eher runtergekommen und dienen als Übergangswohnheim. An der Mühle geht es über die Elsenz und kurz darauf auch über die meist stark befahrene B45 ins Elsenztal. Hinter der B45 führt die Route durch eine kleine Röhre unter dem angrenzenden Bahndamm hindurch. Nun kommt ein etwas unangenehmerer Abschnitt. Unangehm deshalb, weil auf dem folgenden Anstieg einige Dornensträucher über dem Weg querliegen. Wer nicht unbedingt rennen muss, sollte hier vielleicht besser mal ein paar hundert Meter gehen, um sich an den zahlreichen Dornen nicht die Beine oder Kleidung aufzureissen. Im Vergleich zu den bisher recht ruhigen und beschaulichen Abschnitten ist es hier durch den Verkehrslärm aus dem Tal auch kurzzeitig etwas lauter. Doch nicht lange: bald macht der Weg eine Kurve und biegt in das ruhige Hilsbachertal ab. Am eher verschlafenen Ort Waldhilsbach vorbei führt der Weg am Hilsbach entlang stetig bergauf. Der Bach war an diesem Tage in grossen Teilen zugefroren, nur zwischendurch gab es kleinere offene Löcher, durch die man das Wasser unter den Eisflächen ins Tal plätschern sehen konnte.
Der vereiste Hilsbach
Immer tiefer dringt der Weg nun in den Wald vor, Spaziergänger trifft man hier nun noch selten an. Vorbei an Grossem und Kleinem Roßbrunnen kommt man dann auf den Alten Hilsbacher Weg - eine gute ausgebaute Waldautobahn, die vom Ort Waldhilsbach hinauf zum Königstuhl, meinem nächsten Etappenziel, führt. Der Weg wurde hier von der Stadt Heidelberg als "Via Naturae" gekennzeichnet. Mit zahlreichen Bildtafeln am Wegesrand versucht man hier den Menschen den Wald als Teil der natürlichen Lebensgrundlage zu erklären und näherzubringen. An den Bäumen fielen mir auch wieder ein weiss-blaues "N" auf, dass ich schon am Anfang meiner Tour im Wald bei Dilsberg häufiger gesehen hatte. Später zuhause stellte ich fest, dass es sich hierbei um das Zeichen des Neckarsteig handelte: einem vom Deutschen Wanderverband zertifizierten Qualitätswanderweg. Grundsätzlich finde ich den Neckarsteig eine gute Idee. Das Neckartal mit all seinen Sehenswürdigkeiten und herrlichen Landschaften touristisch immer noch viel zu schlecht repräsentiert und braucht sich wahrlich nicht hinter Mosel oder Rheintal zu verstecken. Wenn ich mir allerdings die Streckenführung des Neckarsteig genauer anschaue, so ist die Routenführung an einigen Stellen aus meiner Sicht nicht ganz so gut gewählt. Diese Einschätzung teile ich inzwischen mit einigen Bekannten, die sich auch schon andere Teile des Wanderwegs gen Bad Wimpfen angeschaut haben. Die Vermutung liegt nahe, dass man auf einigen Abschnitten bei der Wegesführung den Interessen von Wirtschaftsvertretern oder Stadtverwaltung entgegen gekommen ist. Das sollte einen trotzdem nicht davon abhalten sich diesen im Grossen und Ganzen sicher sehr schönen Wanderweg in Neckartal mal anzusehen - ich werde auch noch versuchen die weiteren Abschnitte bei einem weiterem Lauf oder einer Biketour zu erkunden. Aber nun zurück zu meinem Lauf. Am Hilsbacher Weg angekommen geht es weiter bergauf. Es dauert nicht mehr lange bis man in den Heidelberger Märchenwald am Märchenparadies eintaucht, gerade am Wochenende ist hier sonst immer viel los, an diesem Tage war es wohl aufgrund der kalten Temperaturen doch eher ruhig. Am Märchenparadis vorbei kommt man dann zur Aussichtsplattform am Königstuhl - für mich DAS Highlight vieler Touren auf Heidelbergs Hausberg.
Blick vom Königstuhl
Der Königstuhl ist die höchste Erhebung des Kleinen Odenwalds. Je nach Wetter hat man eine tolle Sicht über Heidelberg und Mannheim weit hin ins Rheintal bis hinüber auf die pfälzer Seite mit Donnersberg, Kalmit und dem Pfälzer Wald. Unzählige Male war ich schon hier oben, doch es scheint als ob der Blick jedes Mal ein bisschen anderes ist. Auf jeden Fall war es hier oben heute aber auch bitterkalt, deshalb schnell weiter! An der Bergbahn vorbei führt mich mein Weg auf einem verblockten Singletrail gen Tal. Bis man unten beid er nächsten Waldautobahn angekommen ist, ist grösste Vorsicht geboten, denn ein falschen Schritt kann hier schnell zu einem schmerzhaften Sturz führen. Meine Route führt nun zum Arboretum 1 an der Heidelberger Sprunghöhe. Abseits des Weges stehen hier einige amerikanische Mammutbäume, die der Heidelberger Oberförster im 19ten Jahrhundert hier angepflanzt hat. Hinter dem Arboretum wartet ein kleiner aber giftiger, asphaltierter Anstieg. Oben steht der 1876 vom Heidelberger Schlossverein erbaute Gaisbergturm.
Gaisbergturm
Eine Besonderheit des unscheinbaren Turms ist, dass er ohne Mörtel oder sonstige Bindemittel gemauert wurde. Über eine Wendeltreppe mit 85 unterschiedlich geformten Stufen kann man den 13 Meter hohen Turm heute noch besteigen. Mein Weg führt links am Turm vorbei in einem kleinen, unscheinbaren Trail. Der Boden ist hier eher weich und gut zu laufen. Doch auch hier sollte man auf die umherliegenden Steinblöcke acht geben. Um den Gaisberg herum geht es nun wieder zurück ins Neckartal. Weiter unten kann man schon das Heidelberger Schloss und die Altstadt sehen. Vorher gibt es nochmal einen kurzen, giftigen Anstieg hinaus zur Molkenkur. Dieses Gebäude ist eine ehemaligen Kuranlage, dient heute als Zwischenstation der Bergbahn sowie als Hotel und Restaurant. Es wurde auf den Überresten der Oberen (oder auch Alten) Burg errichtet. Sie gilt als Vorläufer des heutigen Heidelberger Schlosses.
Heidelberger Schloss
Die Burganlage kann man heute nur noch an wenigen Überresten der Vorburg, dem ehemaligen Turmhügel und der Gräben erahnen. Der Weg zum Schloss führt durch den ehemaligen Steinbruch, das sogenannte Teufelsjoch. Hier ist es zum letzten Mal etwas trailig, ein letztes Mal Waldboden unter den Füssen. Man kommt von dem Weg knapp oberhalb des Schlosses heraus. Durch den Haupteingang geht es dann in den Schlosshof. Zu Deutschlands vermutlich berühmtester Ruine muss man eigentlich nicht mehr viel sagen. Sie diente bis zu seiner Zerstörung im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch die Soldaten Ludwigs XIV. dem Kurfürsten der Pfalz als Residenz. Da in der Schlossanlage immer viel los ist, geht mein Weg schnell weiter vorbei an Elisabethentor, Torturm und Pforte hinunter in den Burggraben. Während oben meist Menschenmassen unterwegs sind, trifft man hier nur noch vereinzelte Schlossbesucher an. Am gesprengter Turm vorbei kommt man auf der Ostseite am ehemaligen Glockenturm vorbei und dann hinunter in die Heidelberger Altstadt.
Heidelberger Altstadt
Durch die Gassen der Altstadt geht es zur letzten Sehenswürdigkeit der Tour, der Karl-Theodor-Brücke, besser bekannt als die Heidelberger Alte Brücke. Während das Brückentor noch aus dem Mittelalter stammt, stammt der Rest der Brücke erst aus dem 18ten Jahrhundert. Hier lohnt sich noch einmal der Blick zurück auf Schloss und Altstadt. Doch Vorsicht: an manchen Tagen kann es hier sehr voll werden und man sollte aufpassen, wo man hinläuft. Am nördlichen Neckarufer geht es dann nach Neuenheim zur Neckarwiese der Endstation der Tour.
Blick zurück auf HD
Wer bei wärmeren Temperaturen hier hinkommt, kann sich in eines der Strassencafés am Beginn der Bergstrasse setzen. Auf der Neckarwiese gibt es auch ein paar Duschen. Mir war es etwas zu kalt, deshalb ging es flux nach Hause unter die warme Dusche.

Die Tour war wunderschön und verlangt geradezu eine Fortsetzung. Eine Fortsetzung wie schon oben erwähnt auf weiteren Teilen des Neckarsteigs, aber auch auf der nördlichen Neckarseite. Dann aber besser, wenn es wieder etwas wärmer geworden ist. Und natürlich eignet sie sich in ihrer nun erkundeten Form - vielleicht mit kleinen Modifikationen - auch für unsere Transalpinevorbereitung.

7. April 2011

Was für ein Betrieb!

Gestern abend war ich läuferisch mal wieder auf dem Unteren Philosophenweg unterwegs. Wo man sonst nur Touristen, Liebespärchen oder Partyvolk - vereinzelt auch ein paar Läufer - trifft, herrschte gestern läuferischer Hochbetrieb. Auf dem Abschnitt zwischen Albert-Ueberle-Straße bis zum Haarlassweg lief man keine Minute alleine - vor und hinter einem Laufgruppen, vereinzelt auch entgegenkommend. Eigentlich stelle ich mir einen Lauf im Wald ja etwas anders vor .. etwas einsamer. So nahm ich nach ca. 3,5 Kilometern reissaus und bog auf einen der Nebenwege ab, dort hatte ich dann in der Tat meine Ruhe und schöner war es auch. Ich finde es ja gut, dass die Leute nun rausgehen und sich bewegen. Und jetzt wo der Heidelberger Halbmarathon kurz bevorsteht, braucht es einen auch nicht sonderlich zu wundern, dass er da oben so voll ist. Wirklich nicht? Naja, ich war schon etwas verwundert wie hier einige unterwegs waren. Entgegen kamen mir relativ wenige und vereinzelt traf ich sie später wieder als ich den Mausbachweg querte. Das lässt vermuten, dass einige, die hier unterwegs waren, nochmal die Strecke abliefen .. zumindest bis Ziegelhausen, wenn nicht gar die komplette Schleife. Ist das Torschlusspanik, weil sie über den Winter zu wenig getan haben oder hat denen noch keiner gesagt, dass sie 3 Tage vor dem Halbmarathon lieber etwas kürzer treten und Kraft tanken sollten? Da braucht sich nachher keiner wundern, wenn er am Samstag müde und schlapp ist. Zum Glück habe ich hier keine Bekannten rumlaufen sehen, die machen es wohl .. hoffentlich schlauer. Ich kenne wieder eine ganze Reihe Leute, die hier am Samstag unterwegs sind. Mich werdet Ihr nicht sehen, ich setze dieses Jahr mangels Lust auf den Lauf aus. Allen anderen werde ich aber am Samstag feste die Daumen drücken: Birgit, Frank & Leo, Jan, Pit, mein Kollege Michael und alle, die ich jetzt bei dieser spontanen Aufzählung vergessen habe - Ihr macht das - ideales Laufwetter, da sind Bestzeiten drin!!! Ok, Michael sollte sich vielleicht zurückhalten, der andere Sachen vor, da ist das nur ein Trainingslauf, bei dem er sich eher zurückhalten sollte. Auf jeden Fall wird es wieder ein sehr schöner Lauf werden. Have fun!

20. April 2010

Einmal Höllgrund und zurück

 Letzte Woche stand verstärkt Radfahren auf dem Programm. Passend zum Profil auf Lanzarote waren auch wieder einige Höhenmeter zu überwinden. Meine Mittwochstour führte mich schon ins Sensbachtal bei Beerfelden. Unterwegs unterhielten sich mein Mitfahrer und ich über die Radmarathons in der Region, u.a. auch über den Schwetzinger Höllgrundmarathon. Als ich am abend dann die Tour-Aufzeichnung Revue passieren liess, fiel mir auf, dass wir knapp am schönen Höllgrund-Tal vorbeigefahren waren. Kurzerhand plante ich für das Wochenende eine weitere Tour mit geänderter Anfahrt in die Region. Die Runde liess nicht nur wegen der vielen Höhenmeter bei dem herrlichen Frühlingswetter am Samstag Radfahrerherzen höherschlagen.

Startpunkt der Tour durch den hinteren Odenwald ist natürlich Heidelberg. Nach einem kurzen Einrollen im Neckartal sammelt man die ersten Höhenmeter südlich des Neckars. Über den Dilsberg (ein Ausflug in den alten Stadtkern lohnt) geht es hinüber durch das Mannbachtal nach Haag. In das Neckartal geht es über eine rauschende Abfahrt nach Hirschhorn hinunter. Dort sollte man in der Fussgängerzone zur Abwechslung mal nicht ganz so auf's Tempo drücken. Die nächste Auffahrt ist gleichzeitig eine Strecke der Stoppomat-Challenge. Nach der langen Auffahrt geht es hinter Beerfelden hinüber in das relativ verkehrsarme Sensbachtal. Die Abfahrt hinab nach Gaimühle belohnt für die Strapazen und bringt Odenwald-Feeling pur. Unten angekommen hat man hoffentlich noch ein paar Körner für den Höllgrund mit seiner alten Mühle übrig - dies ist der letzte grössere Anstieg an diesem Tage. Der hat es nochmal in sich, dafür gibt es in dem einsamen Tal kaum Verkehr. Am Katzenbuckel vorbei geht es dann auf der schnellen Abfahrt hinunter nach Eberbach, hier sollte man etwas auf den Verkehr achten. Nach Heidelberg geht es dann flach zurück durch das Neckartal.

Wer gerne noch ein paar Höhenmeter mehr machen möchte, der könnte eine Schleife von Mückenloch über den Neckarhäuserhof durch das Finsterbachtal nach Haag anhängen. Am Südufer von Eberbach gibt es auch noch ein paar nette Auffahrten über die man die Heimreise antreten kann.

27. Januar 2010

A place to meet friends

Etwas off-topic, aber es gibt es nettes, neues Marketing-Video zu der Stadt mit dem heftigen Halbmarathon und dem nicht minder bekannten Heidelbergman Triathlon.

Ich find's schön hier zu wohnen. Und um auf das Thema zurück zu kommen - Ausdauersport kann man hier ebenfalls hervorragend machen, auch wenn der in dem Video etwas zu kurz kommt.

13. Januar 2010

Sport an Tagen, an denen Pudel eine Mütze bräuchten

Das Wetter macht erfinderisch oder besser: experimentierfreudig. Radfahren ist bei viel Schnee schwierig, mitunter gefährlich und vorallem: sehr kalt. Schwimmen geht, aber gerade zwischen den Jahren haben viele Schwimmbäder geschlossen. Und Laufen konnte ich meiner Verletzung auch nicht so häufig. In diversen Sportmagazinen findet man jedes Jahr wieder eine Aufstellung über sinnvolle Alternativsportarten im Winter. Ganz oben auf der Liste steht oft der Skilanglauf. Ich bin bisher nur auf Alpinski gestanden, wollte den Langlauf zwar immer mal ausprobieren, bin aber bisher noch nicht dazu gekommen.

Am vergangenen Wochenende begab es sich, dass ich mehr aus Neugierde in der Wintersportabteilung eines hiesigen Sportkaufhauses vorbeischaute. Aufgrund einer Jubliäumsaktion gab es für meine Gewichtsklasse zufälligerweise ein sehr attraktives Set-Angebot für Langlauf. Normalerweise würde es sich für so ein Experiment ja mehr anbieten, dass man erstmal irgendwo die entsprechende Ausrüstung leiht. Doch ich hatte schon mal im Internet geschaut und festgestellt, dass es  kaum noch entsprechende Ausleihstation gibt – Aufgrund von Nachfrage und vielleicht auch Preisverfall haben die meisten Anbieter den Ausleihbetrieb eingestellt. Und da sowieso für den Sonntag als Option Langlauf in meinem Trainingsplan stand, ergriff ich die Chance und bin von nun an Besitzer von ein paar Langlaufskiern. Jetzt galt es nur noch eine Loipe zu finden, auf der ich üben konnte. Auch hier bietet die Rhein-Neckar-Region gute Möglichkeiten. Der Nordschwarzwald ist mit seinen Loipen um Kaltenbronn und Dobel gerade mal ungefähr 1 Stunde Fahrtzeit entfernt. Etwas näher ist das südhessische Beerfelden (ca. 45 Minuten Fahrt), wo ich unlängst erst noch mit dem Rennrad war. Die Wahl fiel aber auf das kleinste, aber auch naheste Ziel: die Loipen in Wilhelmsfeld, oberhalb von Heidelberg (ca. 15-20 Minuten Fahrt). Hier stehen 3 Loipen zur Auswahl. Die Schnee- und Loipenverhältnisse waren nach meinem Empfinden genau richtig und gut für meinen Einstieg.

Meine ersten Schritte auf Langlaufski als Training zu bezeichnen, wäre vielleicht übertrieben. Es fiel mir doch schwerer als erwartet und die blauen Flecken von ein paar Landungen im Schnee merke ich auch noch paar Tage später. Aber eine interessante Alternative ist das zukünftig allemal. Je nachdem für welche Variante des Langlauf man sich entscheidet (klassisch oder Skating), werden auch einige der Muskeln angesprochen, die man auch im Triathlon braucht. Die Bewegungsläufe bei dem von mir gewählten klassischen Stil erinnerten mich doch sehr an das Laufen und halfen mir vielleicht auch, mich der ein oder anderen Sache hierbei noch mehr bewusst zu werden – im konkreten Fall denke ich hier an den Abstoss mit dem Fussballen. Der Skatingstil spricht wohl währenddessen eher einige Muskeln und Muster des Radfahrens an. Summa summarum würde ich es nach der ersten Einheit definitiv als eine sinnvolle Alternativsportart für den Triathleten an kalten Wintertagen empfehlen. Ich selbst werde mich auf jeden Fall weiter darin üben, um besser zu werden und vielleicht auch bei einer der triathletischen Sportarten effizienter zu werden. Sollte ich mal besser werden, kann ich vielleicht auch mal an einem Wintertriathlon teilnehmen. Hat eigentlich Achim Achilles mit seiner Stockphobie schon mal Langlauf gemacht? Vielleicht würde er dann auch schneller laufen.

30. Dezember 2009

Ganz nebenbei zum Gipfelstürmer

Im Rahmen der normalen Radausfahrten ergab es sich dieses Jahr, dass ich nebenbei noch an einem weiteren Wettbewerb teilgenommen habe – an der sogenannten Stoppomat-Challenge.  Hierbei handelt es sich um eine Gesamtwertung für ausgewählte Bergzeitfahrstrecken. Hierfür wurden jeweils am Anfang und am Ende der Strecke Stempelautomaten aufgestellt, die die jeweiligen Fahrtzeiten sekundengenau dokumentieren (Laufen und noch ein paar andere Disziplinen sind an den meisten Automaten übrigens auch möglich). Die Zeiten werden etwas zeitversetzt ins Internet übertragen, woraus sich dann Ergebnislisten für die einzelnen Teilstrecken und eine Gesamtwertung ergeben. Gewinnen kann man auch etwas, aber die meisten Teilnehmer werden das so wie ich auch eher als weitere, kleine Trainingsmotivation ansehen. Dank der Unterstützung einiger Sponsoren und ortsansässiger Radsportvereine gibt es ganze drei dieser Bergzeitfahrstrecken in der Metropolregion: in Hirschhorn, sowie an Kalmit und Königstuhl. Dieses Jahr habe ich alle 3 Strecken plus noch die Strecke am Höchsten (Bodensee) und bei Pfullingen in der Schwäbischen Alb gefahren. Durch die Summe der Ergebnisse bin ich in der Gesamtwertung unerwartet weit nach vorne gekommen (21. von 3856 Teilnehmern). Witzig, wenn man bedenkt wie so manche Zeit zustande gekommen ist. An der Kalmit hatte ich bspw. schon eine lange Anfahrt von Heidelberg über die Maxdorfer Triathlonstrecke inklusive Lindemannsruh in den Beinen, bevor es an das Zeitfahren ging. Am Höchsten musste ich gar 2 mal nacheinander hochsprinten, um eine halbwegs vernünftige Zeit zu erreichen. Bei der ersten Auffahrt hatte ich schlicht und ergreifend den Zielstempel übersehen; bei der anschliessenden zweiten Fahrt auf den Höchsten war ich dann schon entsprechend fertig, aber so schlecht war es dann wohl doch nicht. Auf jeden Fall hat die Challenge viel Spass gemacht und wenn man die Zeitfahren dann noch in eine Radtour integriert, gibt es mit der Serie nun einen Anreiz mehr mal ein paar andere Radsportgegenden abseits vom eigenen Hausberg zu erkunden.

Die Serie ist weiter am wachsen - inzwischen gibt es den ersten Automaten im Ausland. Man darf gespannt sein, wann es auch den ersten Automaten auf der deutschen Radfahrinsel Nr. 1 geben wird. Ich werde auch nächstes Jahr wieder versuchen die ein oder andere Strecke zu fahren. Vielleicht lerne ich dann auch eine der Regionen kennen, in denen ich bisher noch nicht gefahren bin.

8. November 2009

Laufstrecke: Spuren der Geschichte am Heidelberger Nordufer

Nach 2 Wochen Pause konnte ich heute endlich mal wieder schön laufen gehen. Meine Herbstrunde entwickelte sich mit zunehmender Dauer zu einem schönen Rundweg über 12 Kilometer vorbei an zahlreichen Zeugnissen der Geschichte am Heidelberger Nordufer. Hier ein kurzer Überblick, den GPS-Track mit Höhenprofil mit weiteren Details habe ich extern abgelegt. 

Vorab sei bemerkt, dass sich diese Runde genauso zum wandern oder walken eignet, mountainbiken ist aber wegen mehrerer schmaler und steiler Pfade sowie einigen Treppen nicht möglich. Wer die Strecke läuft, sollte gutes Schuhwerk und etwas Kondition für den Berg mitbringen, etwas Erfahrung im Traillauf wäre hilfreich. Was den Untergrund angeht, so hat man fast alles von Asphalt über Kopfsteinpflaster, Forststrassen und steinige Trails.

Die Tour beginnt an der Tafel, die an das römische Steinkastell aus der Zeit um um 70 n. Chr.erinnert. Zu Beginn führt die Strecke dann hinunter an den Neckar und führt am Wasser gen Osten ins Neckartal hinein. Auf der Neckarwiese und auch auf dem Plad unterhalb der Strasse ist besonders an Sonn- und Feiertagen mit vielen Menschen zu rechnen. Bei Hochwasser sind die Wege nicht zu nutzen. Wer dem ausweichen möchte, läuft dann einfach oben an der Strasse entlang. An der Hirschgasse biegt die Strecke auf einen schmalen Weg ab. Unterwegs wird der Weg recht schmal und es gibt immer mal wieder kleine steilere Abschnitte sowie ein paar Treppenstufen zu erklimmen. Der schmale Pfad endet an der Moltkehütte. Ab hier geht es auf breiteren Forstwegen weiter nach oben. Wenn man an die Schranke kommt, hat man schon die meisten Höhenmeter geschafft. In der Thingsstätte - einem Freilichttheather aus der Zeit des dritten Reichs - geht es über die Treppen der 56 Besucherreihen noch ein Stück bergauf. Oben angekommen kann man schon die Ruine des Michaelsklosters aus dem 9. Jahrhundert erkennen. Nach der Ehrenrunde durch die Anlage geht es am Rande von Kloster und dem Theater bergab zum Parkplatz an der Waldschänke. Ein Stückchen unterhalb kommt man an die Ruine des Stephansklosters. Hier hat man einen tollen Ausblick auf den Schlossberg. Etwas weiter unten zweigt die Laufstrecke dann von der Strasse ab und führt wieder in den Wald. Der Abhang ist hier neben den Wegen recht steil. Im Wald kann man Wälle einer ehemaligen keltischen Befestigungsanlage aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. erkennen. Nach einigen Minuten auf breiteren Forstwegen zweigt unvermittelt ein kleiner Pfad gen Tal ab. Hier heisst es vorsichtig sein, dass man nicht auf einem der Steine oder einer Wurzel ausrutscht. Nach einiger Zeit trifft man auf eine Plattform aus Sandstein, - die Meriankanzel in 279 Metern Höhe. Hier arbeitete Matthäus Merian als er seinen Kupferstich der grossen Stadtansicht im Jahre 1620 anfertigte. Im Tal kann man die Touristen sehen wie sie über die Alte Brücke flanieren. Der Pfad führt weiter bergab. Am unteren Ende trifft man auf den Oberen Philosophenweg, der hier wesentlich weniger frequentiert ist als der parallel verlaufende untere Weg. Am westlichem Ende trifft man auf die Bismarcksäule - einen Ausichtsturm aus dem Jahre 1903. Von der Turmspitze hat man einen tollen Ausblick auf Heidelberg und die Rheinebene. Der Laufstrecke weiter folgend kommt man unterhalb dann auf das Philosophengärtchen am Heidelberger Philosophenweg. Wer noch nicht zu müde ist, sollte seinen Blick ruhig mal rechts und links des Weges wenden, kann man hier doch allerlei exotische Pflanzen finden. Von hier führt uns die Laufstrecke wieder zurück an die Neckarwiese. Dort kommt man auch an dem Ort vorbei, wo zur Römerzeit die hölzerne Brücke über den Fluss führte; hier steht heute ein Gedenkstein. Kurz darauf ist der kleine Ausflug in die Heidelberger Geschichte dann schon beendet.

15. September 2009

Neulich nach dem Bergzeitfahren

Neulich auf dem Königstuhl: nach hartem Bergzeitfahren bin ich (noch ziemlich fertig) zur Belohnung auf die Aussichtsplattform gefahren. Habe dabei Florian kennengelernt und bin mit ihm ins Gespräch gekommen. Er war mit dem Rucksack auf den Berg gefahren, in dem sich - wie sich oben herausstellte - seine kleine aber feine Kamera verbarg. Er knipste 2 nette Bilder von mir und ein paar sehr schöne vom Sonnenuntergang. Wie sich rausstellte arbeitet er neben seinem Studium als Photograph und hat da einen Schwerpunkt auf Sportphotographie. In seinem Blog findet man aber auch allerhand andere schöne Bilder - oft auch Plätze aus der Rhein-Neckar-Region. EIne interessante Webseite mit weiteren interessanten Bildern hat er auch. Für Photographiefreunde lohnt es sich mal reinzuschauen!

24. Juni 2009

Nochmal längere Einheiten auf dem Rad

Noch 17 Tage bis zu meinem Saisonhöhepunkt. „Saisonhöhepunkt“? Also wenn es der bisherige Höhepunkt meiner bisherigen sportlichen Karriere werden sollte, hätte ich auch nichts dagegen, schliesslich habe ich so konsequent und zielgerichtet trainiert wie noch nie zuvor für eine Langdistanz. Als letzte lange Radeinheit stand nun nochmal eine lange Ausfahrt gen Süden auf dem Programm. Diese führte mich bis nach Pforzheim und durch Enzkreis, Heilbronner Land und Kraichgau zurück nach Heidelberg. Da das Streckenprofil in Roth mehr hügelig als bergig ist, suche ich mir hier auch eher vergleichbare Strecken für das Training und fahre nicht wie sonst in den Odenwald. Im Enzkreis war ich schon zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen unterwegs. Wer von Heidelberg aus mit dem Rad dorthin fahren und eine Runde drehen möchte, der braucht schon eine gute Grundlagenausdauer. Im Enzkreis wird man dann als Radfahrer mit schönen, tollen Landschaften, netten Ortschaften, viel Natur und auf den Nebenstrassen relativ wenig Verkehr belohnt. Doch sollte man Vorsicht walten lassen und sich nicht von der Landschaft zu sehr ablenken lassen, denn hinter der nächsten Kurve kann schon ein giftiger Anstieg wie beispielsweise die Maulbronner Steige in Knittlingen warten. Und wer zu spät schaltet, der muss u.U. absteigen. Leider gingen unterwegs auch so langsam meine Getränkevorräte zu neige. Zu meinem Ärgernis musste ich feststellen, dass es zwar in vielen Ortschaften immer noch den klassischen Dorfbrunnen gibt, doch an so gut wie jedem hängt auch ein Schild „Kein Trinkwasser“. Ob man Angst hat, dass die ortsansässigen Besenwirtschaften nicht genügend Gäste besuchen? Wie dem auch sei, so ist man dann aber am Wochenende und Feiertagen ziemlich aufgeschmissen, Tankstellen findet man an den Nebenstrassen auch keine. Zum Glück konnte ich mich mit den Resten in meinen Trinkflaschen bis ins Kraichgau retten, wo ich dann fündig wurde und wieder auffüllen konnte. Meine kürzere Radrunde am Folgetag führte mich nach über einem Jahr mal wieder nach Worms, wo ich die inzwischen fertiggestellte neue Rheinbrücke überqueren durfte. In Ludwigshafen ging es dann wieder zurück auf die badische Seite. Summa summarum kamen so an nur 2 Tagen alleine über 280 Radkilometer zusammen.

Nach der Trainingslehre komme ich nun in die Vorwettkampfphase, in der ich das Training langsam reduzieren werde. Die Umfänge werden nun heruntergefahren und dem Körper ausreichend Zeit zur Regeneration gegeben. Während der kürzeren Einheiten achtet man dann mehr darauf, dass man nochmal Akzente setzt und vielleicht nochmal an der ein oder anderen Sache feilt.

31. Mai 2009

Grosse Kurpfalzrunde

Das Training für die Langdistanz macht gute Fortschritte. Gestern habe ich meine erste Radtour über 180 Kilometer gemacht. Praktischerweise habe ich dabei die sehr schöne Radstrecke des Maxdorfer Triathlon inklusive Lindemannsruh mit einer Fahrt auf die Kalmit verbunden und mich so gleich noch beim dortigen Stoppomaten eingetragen. Die Beine hatten mit der langen Tour keinerlei Probleme, ich hätte unterwegs vielleicht nur noch etwas mehr trinken sollen. Trotzdem lief alles sehr gut - selbst beim Training heute spürte ich keine Nachwirkungen von der Tour gestern.

Die Strecke kann ich sehr empfehlen. Die Abschnitte durch Mannheim, Ludwigshafen und Frankenthal sowie später von Bad Dürkheim nach Neustadt sind wegen des Verkehrs zwar etwas stressig, jedoch werden die schlimmsten Strassen dort ausgelassen, man sieht viel und die anderen Abschnitte entschädigen dann auch wieder. Wer die Kurpfalz auf dem Rad ein bisschen kennenlernen möchte und etwas Kondition mitbringt, dem sei diese Tour empfohlen!

4. Mai 2009

Online-Radroutenplaner für die Metropolregion

Manch einer mag ihn schon kennen, aber nicht jeder konnte es bisher nutzen: für Radfahrer aus der Region, die ihre Touren mit GPS planen, wurde der Hessische Radroutenplaner um das Gebiet der Metropolregion Rhein-Neckar erweitert.

Am Computer kann man einfach Start und Ziel eingegeben und schon erscheinen Routen mit Höhenprofil, Strassen und Tipps für Sehenswürdigkeiten. Die Strecken können in verschiedenen Formaten (GPX, PCX5, OVL, KML) exportiert werden und für die einzelnen Stationen kann man sich sogar die Wettervorhersage anzeigen lassen. Ausserdem findet man Vorschläge für Themenrouten zu touristischen Zielen, MTB-Touren und Informationen zu "Bett & Bike"-Gaststätten, die vom ADFC empfohlen wurden. Die Radwege sind mit dem Schienenverkehr der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) vernetzt und man findet interessante Informationen zur Fahrradmitnahme im ÖPNV.

Die Oberfläche des Online-Werkzeugs wirkt etwas antiquiert. Für die Tourenplanung habe ich das Programm noch nicht genutzt, aber erste Tests wirken sehr vielversprechend. Inhaltlich hat man an vieles gedacht, wäre aber sicher auch noch ausbaufähig (bspw. über Informationen über Radwerkstätten, Radtouristikfahrten- oder Radreiseanbieter in der Region, etc.). Schade auch, dass der Routenplaner nicht noch für ein grösseres Gebiet wie ganz Deutschland oder sogar das Elsaß gilt.

Insgesamt eine gute Idee und eine Bereicherung für die Radler der Region. Da kann man die etwas biedere Oberfläche verkraften.

5. August 2008

Auf dem Hausberg

War mal wieder nach Feierabend mit dem Mountainbike in den Heidelberger Wäldern unterwegs. Es gibt nichts schöneres als nach einem stressigen Arbeitstag dem Trubel und der Hektik der Stadt zu entfliehen, ein bisschen in der freien Natur zu entspannen und dabei noch etwas für die Gesundheit zu tun. Eine "Lieblingsrunde" habe ich nicht, ich liebe die Abwechslung und davon hat man hier als Biker genügend. Neben schönen, breiten "Waldautobahnen" kann man auf schmaleren Trails auch mal die Fahrtechnik üben. Es bieten sich hier immer wieder tolle Ausblicke auf Heidelberg, die Rheinebene, Odenwald und Kraichgau. Natürlich gibt es auch ein paar Wege und Orte, die ich öfter befahre und besuche. Die Vegetation kommt mir auf der Südseite des Neckars etwas abwechslungsreicher vor als auf dem Heiligenberg am nördlichen Neckarufer, deshalb bin ich hier vielleicht etwas häufiger unterwegs. Die Krönung einer jeden MTB-Tour ist für mich die Aussichtplattform am 568m hohen Königstuhl. Hier kann man den Blick über die Rheinebene schweifen lassen. Auf der anderen Seite des weiten Rheintals sieht man die Haardt, den Mittelgebirgszug am Ostrand des Pfälzerwaldes. Im Süden kann man an manchen Tagen den Schwarzwald sehen, im Norden die Bergstrasse mit Heiligenberg, Weissem Stein und Hohem Nistler. Auch hat man vom Königstuhl einen tollen Blick auf Heidelberg. Neben der Aussichtplattform befindet sich die Gipfelstation der Heidelberger Bergbahn. Nur wenige Schritte entfernt befindet sich eine Falknerei und das Märchenparadis, ein kleiner Freizeitpark für kleinere Kinder mit animierten Märchengruppen und einer elektrischen Pferdeeisenbahn. In den Wald führt ein Waldlehrpfad, den ich auch gerne auf meinen Touren abschnittsweise befahre. Vom Heidelberger Schloss führt über 1200 Stufen eine Natursteintreppe hinauf zum Aussichtspunkt - übrigens eine gute Herausfoderung für jeden Bergläufer! Etwas unterhalb der Plateaus befindet sich noch eine Startrampe für Paraglider. So ist der Königstuhl gerade am Wochenende ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen, Wanderer und Sportler - Ruhesuchende sollten ihn dann eher meiden. Unter der Woche ist es deutlich ruhiger und man kann schon mal ungestört die Gedanken bei dem Blick über die Rheinebene und die Berge schweifen lassen.

Etwas hat sich dieses Jahr zu den Vorjahren noch verändert. Neuerdings wurde die Plattform mit Kies aufgefüllt und man findet hier nun auch eine Waldgaststätte mit Bierbänken. Als ich dies zum ersten Mal sah, tat mir das schon ein bisschen "weh" - in Zukunft wird es hier sicher nicht mehr ganz so ruhig sein. Andererseits ist das ein sehr schöner Platz für einen Biergarten und als Mountainbiker kann auch ich davon profitieren und mir mal zwischendurch eine kühle Apfelsaftschorle gönnen. Neben den obligatorischen Pommes oder Obatzda kann man hier auch Flammkuchen bekommen. Im Gegensatz zu ihren Vorgängern scheinen die neuen Wirte auch nicht mehr so unfreundlich gegenüber Sportlern eingestellt zu sein. In 2009 soll anstelle des bisherigen Gebäudes noch ein Luxushotel eröffnen. Es bleibt zu hoffen, dass die Beschaulichkeit diese Ortes darunter nicht noch mehr leidet. Bis dahin werde ich weiterhin immer wieder gerne hier hoch kommen und die Aussicht geniessen.