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13. Januar 2013

Haben sie Heidelberg schon bei Nacht gesehen?

Nächtlicher Blick auf Heidelberg und die Rheinebene
Dieses Jahr werden ich bei mindestens zwei Läufen auch in der Nacht unterwegs sein. Was liegt da näher als das gleich von Beginn an mal zu trainieren. Zumal es jetzt zur Winterzeit sowieso sehr früh dunkel wird, da muss man gar nicht spät loslaufen, um in die Dunkelheit zu kommen. Dieses Mal hatte ich mir einen Lauf auf unseren Hausberg, den Königstuhl, vorgenommen. Um die Wildtiere nicht zu sehr zu stören, und natürlich auch aus Sicherheitsgründen, da mir echte Trails alleine in der Dunkelheit doch etwas zu gefährlich erscheinen, blieb ich zumeist auf breiteren Forstwegen oder Strassen. Ausgerüstet mit einer hellen Stirnlampe und einer zweiten kleineren Stablampe arbeitete ich mich so Meter für Meter nach oben. An die Geräuschkulisse im Dunkeln musste ich mich erst wieder gewöhnen. Meist hört man nichts. Ab und zu ein Rascheln, das Plätschern eines Baches, vielleicht sogar kurz zwei funkelnde Augen im Taschenlampenlicht, dann kehrt schnell wieder Stille ein. Als ich dann endlich aus dem dunklen Wald heraus kam und auf die Aussichtplattform am Gipfel heraus kam, konnte ich mir ein "WOW" nicht verkneifen. Wie oft war ich nun schon hier oben? Dieser Anblick von Heidelberg war heute Nacht im leichten Schneegestüber trotzdem wieder etwas ganz besonderes.Ich machte ein paar Bilder, doch die wahre Pracht, die sich mir hier bot, konnte meine kleine Kamera nicht wirklich erfassen.
Zurück in der Stadt
Mir kam ein Lied von Reinhard Fendich in den Sinn: "Haben sie Wien schon bei Nacht gesehen? Haben sie das schon erlebt? Man sieht zwar nicht, ob die Bäume blüh'n, welche besonders beliebt." Bei diesem tollen Anblick hier und heute musste ich in Gedanken "Wien" spontan durch "Heidelberg" ersetzen. Und auch als ich schon längst auf dem Rückweg war, kam mir das Lied noch einige Male in den Sinn. Nach einem kleinen Schlenker über den Gaisberg mit weiteren tollen Ausblicken war ich nach 15 Kilometern und 1,5 Stunden wieder daheim von einem tollen, irgendwie auch abenteuerlichen Lauf. Auf jeden Fall war es mal eine schöne Abwechslung zum winterlichen Trainingsalltag ausserhalb der lärmenden Stadt eine kleine Runde in der Dunkelheit zu drehen.

11. November 2012

Ab in die Winterpause

Meine Saison ist nun zu Ende - in naher Zukunft habe ich erstmal keine Rennen mehr geplant. Vielleicht starte ich spontan bei einem Volkslauf, aber derzeit habe erstmal nichts geplant. Nachzureichen bleibt noch, dass ich Ende Oktober wieder beim Marathon Frankfurt gelaufen bin. Leider erwischte mich genau eine Woche zuvor eine Erkältung, deshalb wollte ich den Startplatz erst verkaufen. Doch als sich kein Ersatz fand, der meine Startnummer übernehmen wollte, und die Erkältungssymptome am Renntag abgeklungen waren, startete ich spontan doch. Ich ging wegen der gerade erst überstandenen Krankheit jedoch kein grosses Risiko ein und lief den Marathon nur im Wohlfühlbereich durch, ohne mich zu stressen. Für Ende Oktober war es mit einer Temperatur von gerade mal 2°C morgens am Start sehr kühl. Zumindest war es trocken und mit Auftauchen der Sonne wurde es etwas wärmer; mir lag das Wetter. Am Ende stand dann beim Einlauf in der Festhalle eine 3:28:25 Std. auf dem Zielbogen. Anfang der Saison hatte ich ja eigentlich geplant hier auf eine neue Bestzeit zu laufen, allerdings hatte sich schon Monate vorher abgezeichnet, dass dieses Unterfangen in 2012 nichts werden sollte und dann kam ja auch noch die Erkältung. So ging die Zeit aus meiner Sicht für dieses Jahr zwar absolut in Ordnung, war aber auch ziemlich uninteressant. Viel wichtiger war, dass es wiedermal ein schöner Lauf war - Frankfurt, es macht immer wieder Spass Ende Oktober durch Deine Strassen zu rennen! Ok, ich muss eingestehen .. eine Sache vermisste ich doch .. ein paar schöne Trails. Nach all den Ultra- und Trailläufen dieses Jahr kann ich mit Strassenläufen nur noch bedingt etwas anfangen.

Seither laufe ich nur noch gelegentlich, wenn ich Lust darauf habe und ohne Trainingsplan. 
Nächtliches Heidelberg von der Fuchsrondell-Hütte
Heute war mal wieder so ein Tag. Ich wollte meinen neuen Minimaltraillaufschuh ausprobieren - passender Weise mit Modellnamen "Minimus". Wie der Name schon erahnen lässt, ist an so einem Laufschuh nicht viel dran, so kommt das Laufen in so einem Schuh dem natürlichen Barfusslauf wieder etwas näher als das Laufen in einem herkömmlichen Laufschuh. Über meine Erfahrungen mit dem Schuh werde ich ein anderes Mal berichten, wenn ich ihn ausgiebiger testen konnte. Auf jeden Fall hatte der Testlauf heute verschärfte Bedingungen: 1. ein Minimalschuh 2. auf Waldwegen und -pfaden und 3. in der Dunkelheit des Waldes. Solange es heute hell war, schaffte ich es nicht laufen zu gehen. Doch so ein Nachtlauf hat auch seine Reize für Geist und Sinne. Wenn man zwischendurch dann noch so seltene Ausblicke wie in dem Foto oben geniessen kann, dann hat sich die Runde richtig gelohnt.

10. Januar 2012

First Things First

Heute habe ich die FTF-Regel von einem Kollegen zugeschickt bekommen. Diese kommt vermutlich nicht originär aus meinen Sportarten, lässt sich allerdings (mit einer gewissen Vorsicht) auch gut auf andere übertragen. Sicher kommt es auf das richtige Mass an, allerdings sollte das nicht zu häufig als Ausrede dienen etwas nicht zu üben.

FTF: (First Things First) Be careful when applying various tactics for optimal practice like 'optimal time' of day to train, 'optimal sequence' of training, optimal this and optimal that. Optimal is all good and nice when the difference is between doing A,B,C optimally and doing A,B,C not optimally. But... With the advice of various internet gurus and other 'Information Brokers', people fall into the trap of NOT GETTING THINGS DONE at all - with the thinking - 'This is not optimal timing/sequencing'. Here is your reality check number 
1: The elite don't make excuses and get the work done. 
2: One never has the best circumstances. NEVER... So - you are inflexible? Perhaps you should consider stretching intensely even before strength sessions. (Again, if the alternative, which is often the case, is not to stretch at all) You are weak? Perhaps you can benefit from extra volume of strength work, even under certain fatigued states. 
Be ware from the trap of 'optimal practice' and stop spreading more excuses than a pregnant nun. Apply the rule of FTF!

3. Mai 2011

Zwischenbericht Frühjahr 2011

In letzter Zeit habe ich mich hier etwas rar gemacht, deshalb wird es Zeit mal wieder einen kurzen Zwischenbericht abzuliefern. Die Saisonvorbereitung lief trotz eines privaten Umzugs im Vergleich zum Vorjahr nahezu optimal. Ich kann mich noch gut an das letzte Jahr erinnern, als ich mich mit einigen Ironman-Lanzarote-Startern kurz vor dem Wettkampf Mitte Mai traf. Richtig gut trainieren konnte damals vermutlich keiner, war das Frühjahr 2010 in ganz Europa doch mehr als durchwachsen. Dieses Jahr war alles anders, fast scheint es, als ob der Begriff „Aprilwetter“ nicht mehr existiert. Bis Mitte März war mein Fokus auf dem Lauftraining. Wenn ich Rad gefahren bin, dann nur mit dem Mountainbike im Odenwald. Auf Rennrad hatte ich nach den vielen Strassenkilometern im letzten Jahr schlicht und ergreifend keine Lust, ausserdem bekommt man über das Mountainbiken einfach auch mehr Fahrsicherheit als beim Rennradfahren, das technisch vergleichsweise einfach ist. Ein weiterer Grund für die wenigen Radkilometer ist auch, dass ich meinen Schwerpunkt dieses Jahr klar auf Landschaftsläufe gelegt habe und Triathlon eher nebenher als Ausgleichprogramm weiterbetreibe; Laufen alleine würde meinen Bewegungsapparat zu einseitig belasten und auch motivationstechnisch fände ich das auf Dauer etwas schwierig. So fuhr ich erst Mitte März zum ersten Mal mit dem Rennrad zur Arbeit und sammelte so meine ersten Strassenkilometer. Im April folgten dann 2 Wochen Trainingslager auf Mallorca – trainingstechnisch ein Traum, hatten wir doch die kompletten 2 Wochen weitgehend gute Trainingsbedingungen. So war ich nach kleineren Anlaufschwierigkeiten auf dem Rad in Woche 2 schon so weit, dass ich die ein oder andere Tempo- oder Kraftausdauereinheit einbauen konnte. Bis Ostern hatte ich im Jahr 2011 über 2.000 Rad-Kilometer und 1.000-Laufkilometer gesammelt. Beim Schwimmen mache ich nur noch das Standardprogramm des Vereins, hier gibt es mit 85 Jahreskilometern nichts Aussergewöhnliches zu berichten. 

Wettkämpfe habe ich schon länger keine mehr gemacht. Der letzte war der Halbmarathon in Kandel, der lief besser als erwartet. In eineinhalb Wochen steht nun der erste Triathlon auf dem Programm. In Anbetracht der langen Dinger, die ich dieses Jahr plane, eher eine Trainingseinheit. Doch nur 6 Tage später steht der längste Lauf meines bisherigen Lebens auf dem Programm. Den werde ich zwar eher locker angehen, aber die Strecke will auch erst mal gelaufen sein. Dazu demnächst mehr.

8. November 2010

Kraftausdauer am Königstuhl (mit Update)

Bei meiner Trainingseinheit heute hatte ich mal wieder eine "Begegnung der anderen Art". Eigentlich gar nicht so ungewöhnlich, für mich aber eine Premiere und situationsbedingt doch etwas dramatisch.

Auf dem Plan stand ein Koppeltraining: Radfahren und im Anschluss Laufen. Da die Wettervorhersage Regen angekündigt hatte und es draussen den ganzen Tag nass und kalt war, entschloss ich mich bei meiner Radrunde nicht zu weit zu fahren und mehr qualitativ zu trainieren. Hierzu fuhr ich mehrere Male Kraftausdauer auf den Königstuhl, jeweils immer über eine andere Auffahrt. Zuerst ging es von der Westseite über den Speyerer Hof und den Unteren Sankt-Nikolaus-Weg zu den Drei Eichen. Über Gauangeloch und Bammental ging es dann zur östlichen Auffahrt über Waldhilsbach durch den dichten Wald zum Kohlhof.  Durch die Bäume zogen schon bei der ersten Auffahrt leichte Nebelschwaden. Richtig hell wurde es heute sowieso nicht, dunkle Wolken legten einen grauen Schleier über die Landschaft. Als ich die zweite Auffahrt  abgeschlossen hatte, den Kohlhof und den Turm Posselslust hinter mir gelassen hatte, passierte es dann. Im rechten Augenwinkel konnte ich durch das Geäst zwei dunkle Schatten beobachten wie sie sich schnell der Strasse näherten. Ich vermutete zwei Rehe, war mir so etwas auf meinen Touren durch die Heidelberger Wälder doch schon häufiger vorgekommen. Würden sie und ich Kurs und Tempo beibehalten würde es zwangsläufig zur Kollision kommen, so bremste ich schon mal leicht an. Plötzlich tauchten vor den 2 Schatten aus einer Kuhle weitere dunkle Schatten auf und sprangen im nächsten Moment auf die Strasse. Da sah ich erst, dass es sich nicht um Rehe, sondern um ausgewachsene Wildschweine handelte. Gerade rechtzeitig kam ich noch zum Stehen. Nur wenige Meter vor mir rannten laut grunzend ca. 8-10 in einem Affentempo über die Strasse. Das laute Grunzen empfand ich in diesem Moment als Warnsignal - für mich oder den Rest der Rotte - das war mir nicht ganz klar. Zum Glück fühlten sie sich von mir offenbar nicht weiter bedroht, denn kurz darauf war die ganze Rotte hinter dem nächsten Busch auf der anderen Strassenseite verschwunden und stürmte durch das Laub unüberhörbar weiter den Berg hinunter. Hätte eines der Schweine mich anvisiert, hätte ich bei deren Geschwindigkeit sicher keine Fluchtmöglichkeit gehabt. Ein ausgewachsenes Wildschwein kann bis zu 50 km/h schnell laufen - so schnell hätte ich es sicher nicht geschafft das Rad zu wenden und in die entgegengesetzte Richtung zu flüchten. Ich machte nun schnell, dass ich weiterkam. Die letzte Auffahrt zum Königstuhl machte ich dann über die nördliche Auffahrt von der Heidelberger Altstadt aus bis hinauf auf den Königstuhl. Das sollte dann für das Radfahren heute reichen, nach ca. 2 1/2 Stunden war ich zuhause und schloss dann noch eine Laufeinheit an. Das Laufen ging überraschend gut, nach dem Kraftausdauertraining hätte ich etwas "schwerere" Beine erwartet, doch es lief sich von Beginn an sehr flüssig.

Insgesamt war das wieder eine sehr guter Trainingstag. Leider musste ich heute abend mit Bedauern lesen, dass einer der grössten Ausdauersportler unserer Zeit, Haile Gebrselassie, beim New Yorker Marathon verletzungsbedingt austeigen musste und nach dem Rennen seinen Rücktritt aus dem Profisport erklärte. Über Profisportler und ihre Leistungen besonders in Grenzbereichen kann man geteilter Meinung sein. Haile Gebrselassie ist aber auf jeden Fall durch seine positive Ausstrahlung und durch sein soziales Engagement in seinem Land eine Bereicherung für die Szene gewesen und für viele ein Vorbild. Auch wenn seine ganz grosse Zeit vielleicht schon vorbei ist, hätte ich ihm trotzdem einen besseren Abschluss seiner Karriere gewünscht. Ein grosser Sportler tritt heute ab - mein Respekt ist ihm auf jeden Fall sicher und ich wünsche ihm, dass er auch weiterhin als Privatmann ähnlich erfolgreich am Aufbau seines Landes mitarbeiten kann.

Update 15.11.2010:  Haile hat jetzt den Rücktritt von Rücktritt erklärt und wird seine Karriere doch fortsetzen. Geplant sind wohl Starts in Tokio und bei den Olympischen Spielen 2012 in London. So kann er vielleicht doch noch seiner Karriere ein krönendes oder zumindest ordentliches Ende geben und wir haben die Möglichkeit noch etwas länger diesen herausragenden Sportler auf der Marathonszene zu erleben.

3. Oktober 2010

Woche 5 der Marathonvorbereitung: letzter Feinschliff

Der Renntag naht. In der vergangenen Woche habe ich wie geplant die Trainingsumfänge heruntergefahren. Dafür war das Tempo im Schnitt höher als in den Vorwochen; Wochenziel war es, sich an das geplante Wettkampftempo zu gewöhnen. Während der kürzeren Einheiten gelang mir das recht gut. Die langen Läufe in der bisherigen Vorbereitung waren konditionell ebenfalls kein Problem. Aber ob ich das Tempo und die längere Distanz im Wettkampf in Einklang bringen und auch halten kann, da bin ich mir noch nicht so sicher. Aber eine Unsicherheit gehört immer dazu, schliesslich sind wir keine Maschinen. Und letztendlich ist der Lauf dieses Mal mit "nur" 6 Wochen spezifischer Laufvorbereitung auch sowas wie ein Experiment. Die Motivation stimmt auf jeden Fall: die Form ist annähernd so wie ich es gehofft habe, von gesundheitlichen Problemen blieb ich bisher verschont und ich freue mich einfach auf diesen für mich neuen Lauf - was will man mehr? Hoffen wir das es bis nächsten Sonntag so bleibt. In Summe sind nochmal 69 Wochenlaufkilometer zusammen gekommen. Interessant war dabei vorallem der Lauf gestern abend, als ich mangels Zeit den Tag über meinen Trainingslauf nahe der Mitternachtsstunde absolvierte. So manch ein Samstagabend-Ausflügler schaute da doch etwas verdutzt, als ich an ihm vorbeiflitzte.

26. September 2010

Woche 4 der Marathonvorbereitung: noch 2 Wochen

Die Woche war noch eine kleine Steigerung bei den Laufumfängen geplant. Nachdem es zwischendurch doch etwas mühsam ging, habe ich wieder 2 Schwimmeinheiten eingebaut (6100 Meter). Gesamt wurden es dann aber immer noch 89 Wochenkilometer; mehr als 2 Marathons - eine Entfernung an Luftlinie weit über Frankfurt oder Stuttgart hinaus. Mancheiner läuft das an einem Tag, aber seltener in dem Tempo.
In den nächsten zwei Wochen gehen die Umfänge wieder runter, damit ich für den Marathon fit bin. Jetzt habe ich das schon unzählige Male durchgespielt, aber das richtige Rezept für diese "Taperingphase" fehlt mir immer noch. Vielleicht habe ich es ja auch schon gefunden, aber diese Wochen so kurz vor dem Wettkampf sind immer von einer gewissen Unsicherheit begleitet. Deshalb muss man immer ganz besonders aufpassen, dass man sich nicht spontan zu Fehlern bei der Ernährung oder auch im Training hinreissen lässt. Diesmal ist es vielleicht einfacher, weil ich ohne ehrgeizige Zielvorgaben den Marathon doch etwas entspannter angehen kann.

19. September 2010

Woche 3 der Marathonvorbereitung: Halbzeit

Die Hälfte meines Marathonplans ist geschafft. Wie letztes Jahr habe ich als kleinen Leistungstest den langen 33 Kilometerlauf heute zum Kraichgaulauf nach Sinsheim-Rohrbach verlegt. Über den Sinn eines solchen profilierten Laufs in der Vorbereitung auf einen flachen Marathon kann man sicher streiten. Für mich ist dieser Lauf nach wie vor einer der schönsten Läufe, die ich kenne. Und die 33-Kilometer-Strecke eignet sich hervorragend für einen langen Lauf mit Verpflegung und sogar unter Wettkampfbedingungen.
HF-Kurve und Profil beim Kraichgaulauf
Der Lauf ist für mich alle mal motivierender als bspw. der flache aber relativ uninteressante Halbmarathon im Rahmen des Baden-Marathon in Karlsruhe, den ich auch einmal gemacht habe. Ich baue den Lauf im Kraichgau auch gerne als eine Art Fahrtspiel-Training im Bereich der anaeroben Schwelle in meine Trainingspläne ein - das absolviere ich eben nur im Rahmen eines Wettkampfs. Im Gegensatz zum Vorjahr, wo ich noch etwas mehr Zeit bis zum Marathon hatte, hielt ich mich heute mit dem Tempo etwas zurück und liess mich auch nicht auf irgendwelche Positionskämpfe ein. Trotzdem war ich nur wenig langsamer als damals, das lässt hoffen. Vorallem fühlte ich mich im Ziel noch deutlich frischer. Nach nur 3 Wochen gezielter Marathonvorbereitung scheine ich auf einem ähnlichen Niveau wie vergangenes Jahr nach wesentlich mehr Vorbereitungszeit angekommen zu sein. Demnach war der Test für mich erfolgreich. Die Woche lief was das Lauftraining anging insgesamt sowieso relativ rund: es gab endlich mal keine grösseren Wehwehchen, die Beine haben sich offenbar an die Laufbewegungen gewöhnt. Gesamtumfang diese Woche: 83 Kilometer (mit einigen Höhenmetern), dazu noch wenig Schwimmen als Ausgleich.

12. September 2010

Woche 2 der Marathonvorbereitung: langsam geht es aufwärts

Die zweite Woche der Marathonvorbereitung ist geschafft. Den geplanten Trainingsumfang konnte ich leider nicht umsetzen. Dienstag ging es erstmals seit Monaten wieder auf die Bahn. Schon beim vierten 2000-Meter-Intervall merkte ich wie meine Wade langsam zu machte. Nach dem fünften Intervall brach ich ab und trabte langsam heim. An der Ernährung ist dieser Tage wenig auszusetzen, deshalb liegt die Vermutung nahe, dass die Probleme ursächlich mit den doch relativ schnell gesteigerten, höheren Laufumfängen zusammenhängen. Die Regenerationsmassnahmen im Anschluss an meine Bahneinheit brachten nur temporär Besserung. Schon beim nächsten Dauerlauf am Donnerstag machten sich die Waden wieder bemerkbar. Anstatt das Training wie geplant fortzusetzen, wechselte ich an den Folgetagen die Disziplin und trainierte auf dem Rad. Es ärgerte mich zwar schon das ich meinen langen Lauf als Schlüsseleinheit für diese Woche nicht machen konnte, dafür war ich heute beim Laufen schmerzfrei. Von daher bin ich rückblickend mit der Entscheidung 2 Tage in den Sattel zu wechseln ganz zufrieden. Auch zeigt das Training im Vergleich zur Vorwoche langsam Wirkung. Gefühlt sind die Bewegungsabläufe flüssiger und die Läufe nun weniger anstrengend. So stehen als Wochenergebnis 59 Laufkilometer sowie als Ergänzung 136 Kilometer auf dem Rad zu buche.

6. September 2010

Beginn der Marathonvorbereitung

Die Sommerpause ist vorbei. Inzwischen habe ich auch ein Zwischenziel für den Herbst in Form eines Marathons im Oktober definiert. "Zwischenziel" deswegen, weil danach vermutlich noch eine längere Distanz kommt. Für's erste wird aber erstmal für den Herbstmarathon trainiert. Mein Trainingsplan steht. In der vergangenen Woche musste ich noch mit Anfangsschwierigkeiten kämpfen. Neben den Problemen mit den Schuhen war das auch ganz schön Muskelkater. Trotzdem sind 43 Laufkilometer zusammengekommen. Die fehlenden Laufeinheiten habe ich durch ein Touren mit dem Rad ersetzt, um meine Muskeln und Bänder nicht gleich in Woche 1 zu überfordern. Die konditionellen Grundlagen sind zum Glück schon da, so kann ich - sobald sich der Körper wieder an die Laufbewegung gewöhnt hat - mit dem spezifischen Maratontraining einsteigen. Im Vergleich zu den Vorjahren habe ich dieses Mal in meinen Plan mehr Alternativtraining - Schwimmen, Radfahren oder Stabi - eingebaut. Das reine Marathontraining der vergangenen Jahre empfand ich körperlich vorallem gegen Ende doch recht belastend. Mental ist es sicher auch einfacher mal ab und zu etwas anderes zu machen.

16. Mai 2010

An den Wettkampfort angepasstes Training

Noch 5 Tage und 17 Stunden. Komme gerade von der letzten Trainingseinheit in der Heimat. Es ist zwar wärmer als an den Vortagen aber - wie es so schön heisst - für die Jahreszeit noch zu kühl. Um mich nicht noch zu erkälten und mich auch an die etwas wärmeren Temperaturen am Wettkampfort zu gewöhnen habe ich das Training heute ins gut beheizte Studio verlegt: 2 Stunden lockere Grundlage auf dem Spinningrad und dem Laufband. Danach noch etwas Sauna. Ein Freund dieses Studiotrainings werde ich wohl nie, aber manchmal ist es ganz hilfreich so eine Alternative zu haben. Beim etwas monotonen Spinning musste ich an Georg denken. Ich habe ihn im Februar im Trainingslager kennengelernt. Er ist ein östereichischer Triatlonprofi und wollte eigentlich auch am kommenden Samstag starten. Bei seinem letzten Wettkampf in Abu Dhabi verletzte er sich leider schwerer. Ein Start ist für ihn heuer nun nicht mehr möglich und nun ist er zum Zuschauen verdammt. Für einen Profi sicher die Höchststrafe. Aber ich drücke ihm feste die Daumen, dass er wieder zurückkommt. Vorallem viele Frauen haben schon vorgemacht, dass eine längere Pause manchmal ganz gut ist und man dann noch viel stärker ins Profigeschäft zurückkommen kann.

23. Februar 2010

Frühjahrstrainingslager 2010 (Tage 13 und 14): ich komme wieder!

Die Nacht nach dem grossen Frust hatte stimmungsmässig bei mir keine grosse Besserung gebracht. - im Gegenteil: ich hatte sehr schlecht geschlafen. Im Ort suchte ich also morgens einen Radverleih für ein Ersatzrad - ich wollte die lange Ausfahrt nachholen .. doch vergeblich. An solchen Tagen ist es gut, wenn man Freunde hat. Besonders eine meiner Trainingskameradinnen schaffte mich davon zu überzeugen an diesem Tag mal keinen Sport mehr zu machen, sondern anstattdessen - wie sowieso schon länger geplant - mit ihr und noch einem Trainingskameraden eine Inselrundfahrt per Mietwagen zu verschiedenen touristischen Zielen mitzumachen.

Da ich einige der Ziele schon vom letzten Aufenthalt kannte, konnte ich mich gleich als Fremdenführer betätigen und war abgelenkt. Die Stimmung besserte sich schnell und mit der Zeit war ich schon wieder zu kleinen Scherzchen aufgelegt. In El Golfo besuchten wir eines der Fischrestaurants und liessen es uns gut gehen. Mein touristisches Highlight war der Besuch des Nationalparks Timanfaya. Rückblickend betrachtet war der Ausflug vermutlich das Beste, was mir an diesem Tag passieren konnte: mal mit Freunden weggehen und abzuschalten. Danke Euch beiden für einen schönen Tag!!!

Am Abreisetag machte ich morgens dann noch einen schnelleren 13-Kilometerlauf. Pünktlich als ich morgens um 8 zur Tür hinaus ging, fing es wiedermal an zu regnen. Das war mir heute egal: das Wetter hatte lange genug genervt und ausserdem war es heute nicht ganz so schlimm wie an den anderen Tagen der Woche. Der Lauf war schön. An der Uferpromenade war nur wenig los, ein paar Hotelmitarbeiter stellten Sonnenschirme auf .. im Regen. Im Mund hatte ich den Geschmack von Salzwasser - so muss ein Lauf an der Strandpormenade sein. Mit der Zeit hörte auch der Regen auf und es wurde etwas wärmer. Am Ende hatte ich einen sehr guten 5er Schnitt bei dem Dauerlauf, den ich ursprünglich nicht so schnell geplant hatte. Ein versöhnlicher Abschluss. 

Sicher ist bei diesem Trainingslager nicht alles so gelaufen wie es sollte. Aber an einigen Dingen konnte ich während der Tage doch arbeiten: ich habe nun mehr Fahrpraxis und beim Laufen habe ich versucht meine Technikumstellung voranzutreiben. Ob sich das regelmässige Schwimmen gelohnt hat, werde ich vermutlich erst in den nächsten Vereinstrainings richtig merken, wenn ich den Vergleich zu den Vereinskameraden habe. Auf jeden Fall hatte ich ein paar interessante Tage und habe ein paar nette, neue Sportkameraden und -innen kennengelernt. Und die Wettkampfstrecke konnte ich mir auch anschauen.

Frühjahrstrainingslager 2010 (Tage 11 und 12): Tage auf die man verzichten kann

Gestern war an Training draussen kaum zu denken. Es stürmte den ganzen Tag. Als zwischendurch mal wieder die Sonne rauskam, überlegte ich zumindest eine Laufeinheit an der Uferpromenade machen. Doch als ich dann umgezogen war, ging schon der nächste Wolkenbruch danieder; so ging es den ganzen Tag. Der Triathlonprofi Eneko Llanos, der sich am Ende der Insel aufhält, hat laut Facebook seine Laufeinheit kurzfristig auf das Laufband verlagert. Ich ging auch ins Studio und machte immerhin 50 Minuten Gymnastik, morgens hatte ich zudem noch ein einstündiges Schwimmtraining im Pool. Trotzdem: den Tag hatte ich mir eigentlich etwas anders vorgestellt und die letzten Tage war ja auch nicht ganz optimal was das Wetter anging. Es sollte doch irgendwann mal genug damit sein und wieder "Normalwetter" herrschen. In unserem Zimmer sind auf der Fensterseite schon dunkle Wasserflecken an der Decke erkennbar, in der "Zentrale" tropft es auch schon von der Decke. Die Nachteile der Flachdachbauweise sind diesertage bei vielen Häusern offensichtlich Morgens krachte gar ein Tisch vom Balkon über uns auf unseren Balkon runter. Die anderen Inseln hat es wohl ähnlich erwischt. In Teneriffa ist "Land unter" und wurde wohl Katastrophenalarm ausgelöst. Die Fährverbindungen nach Gran Canaria und Fuerteventura wurden temporär auch eingestellt.

Heute einen Tag danach sind die Unwetter wie weggeblasen. Anstattdessen hatten wir ideales Radfahrwetter. Die dunklen Wolken sind nun nur leider in mir. Aber der Reihe nach. Heute morgen ging es früh aus den Federn: die lange 200 Kilometertour auf Fuerteventura stand auf dem Programm - wir hatten nach dem Wetter vom Vortag kaum noch dran geglaubt. Um die Fähre zu bekommen, mussten wir früh raus. Das Frühstück konnte man in der zur Verfügung stehenden Zeit nur schlingen. Mit der Fähre klappte alles problemlos. Mein Rad war mit den anderen unten im Autodeck vertäut. Auf der Nachbarinsel ging es dann gleich los, denn wenn wir wollten bis zur 18 Uhr-Fähre wieder zurück sein. Das Tempo war zu Beginn recht hoch, aber uns machte es allen Spass mal auf der anderen Insel zu fahren. Fuerteventura ist deutlich wüstenähnlicher als Lanzarote. Schwarzes Lavagestein sieht man hier nicht so, dafür ist ein erdiges Braun die beherrschende Farbe; nur in der Bergen kommt auch grün hinzu. Unsere Gruppe war mit 11 Leuten recht gross. Nach kurzem schlossen sich sogar noch weitere Radfahrer an, so das die Gruppe 14 Leute umfasste. Nach etwas über 30 Kilometern fuhren wir in einen kleinen Hügel hinein, ich war zu diesem Zeitpunkt recht weit vorne platziert. Als ich schalten wollte ein Klackern meiner Speichen und kurz darauf ein Schlag - mein Hinterrad blockiert! Zum Glück konnten mir alle ausweichen, so dass es zu keinem Unfall kam. Das Schaltwerk war abgerissen und hatte sich in den Speichen verfangen. Das Schaltauge - das Verbindungstück zwischen Schaltwerk und Rahmen war abgerissen. Vor Ort irreparabel - Totalschaden .. die Tour war für mich beendet bevor sie richtig begonnen hatte. Als ob die letzten Tage nicht schon genug Ärger gewesen wäre .. . Zum Glück hatten wir einen Bus auf der Insel der prompt zur Stelle war. Ich lud das Fahrrad ein und wir fuhren nach Antigua - ein Nest im Inselinneren. Meine Fahrerin verabschiedete sich selbst für 3 Stunden zum Radfahren. Ich hatte für die Fähre ein paar Nike Free angezogen - ein paar Laufschuhe .. . Nach meiner gerade überstandenen Plantarsehnenentzündung sicher nicht das optimale Paar für eine Laufeinheit, aber das könnte gehen. Also lief ich aus dem Ort heraus und auf einem Trail den nächsten Berg hinauf .. meinem Frust davon. Vielleicht konnte ich dem Tag ja durch diesen Lauf doch noch etwas Gutes abgewinnen. Der Blick vom Gipfel war schön, doch beeilte ich mich schnell wieder zurückzukommen, denn jederzeit könnte der nächste einen Defekt haben und unsere Hilfe mit dem Bus benötigen. Also beeilte ich mich, damit ich schnell wieder für den Fall der Fälle am Bus war. Natürlich passierte nichts weiter und ich sass anstattdessen einige Stunden im Bus in diesem verschlafenen Nest rum und versuchte mich zu abzulenken. Leider machte sich meine Sehne nun wieder bemerkbar. Na toll, jetzt hatte ich zu dem Pech mit dem Rad durch meine eigene Unvernunft mit dem Lauf noch meine Verletzung wieder zum Vorschein gebracht. 

Ich war froh, als wir abends endlich wieder in der Fähre sassen. Ich wollte nicht bei den anderen sitzen: Mitleid wollte ich nicht hören und die tollen Geschichten von ihrer Ausfahrt noch weniger. Im Bus zurück redete ich auch kein Wort und starrte nur leer vor mich hin. Gerne wäre ich etwas weniger gefrustet gewesen, aber ich wusste gerade nicht wie. Abends fragte ich dann unseren Veranstalter nach einem Mietrad für die nächsten noch verbleibenden 1-2 Tage. Leider waren alle Mieträder vergeben. In diesem Moment wünschte ich mich nur noch heim. Was sollte ich noch 2 Tage auf dieser Insel, wenn ich weder radfahren konnte noch laufen momentan besonders empfehlenswert war?

Frühjahrstrainingslager 2010 (Tage 9 und 10): mal etwas extremer

Diese Tage sind schon etwas extrem. Gestern sollte eigentlich die Radausfahrt auf der Radstrecke des Ironman sein. Da aber Windstärke 6 und schlechtes Wetter angesagt waren, wurde der Ruhetag kurzerhand vorverlegt. Nach einem verregneten Morgen kam dann doch die Sonne raus und wir gingen mit den Neos in der Bucht schwimmen. Für mich Premiere, war ich bisher noch nie mit Neoprenanzug im Meer schwimmen. Das Wasser war angenehm und nicht zu kalt. Vom Strand weg konnte man gut schwimmen. Am Boden konnte man den Sand sehen und überall schwammen Fische - einige schimmerten hell durch das Sonnenlicht. Nach einigen Kraulzügen war man dann an den Felsen vorbei und nun den Wellen ausgesetzt, die vom offenen Meer in die Bucht hinein rollten. Der Wellengang war heftig. Von einem Moment auf den anderen wurde man zum Spielball des Meeres und parallel zu den Wellen voran zu kommen war nur noch schwer möglich. Ab und zu kamen richtige Brecher, man sah in Folge längere Zeit nichts als Weisswasser, versuchte dann die Orientierung wiederzufinden und schliesslich wieder weiter zu schwimmen, bevor der nächste Wellenberg ankam. Manchmal kündigten sich die Wellenberge auch unter Wasser an, wenn sich der Boden plötzlich schlagartig verdunkelte, bevor man Sekunden später dann vom Wasser geschluckt wurde. Einmal erwischte mich eine Welle so, dass ich mich komplett um die eigene Körperachse drehte. Vom Ufer muss das ganze Schauspiel, wie uns später erzählt wurde, auch recht spektakulär ausgesehen haben. Ich schluckte mehr als einmal Salzwasser. Am Ende der Bucht wurde es dann wieder ruhiger. Insgesamt durchquerte ich die Bucht acht mal, vermutlich mehr als die Meisten an diesem Tag - viele hatten früh die Nase voll, denn Training konnte man das kaum nennen. Mir machte das aber irgendwie auch Spass. Gegen Ende hatte ich dann aber auch genug: sei es vom vielen Salzwasser oder dem ganzen Geschüttel und Geschaukel .. so langsam beschlich mich eine leichte Übelkeit - Zeit rauszugehen.

Die Radstrecke des Ironman sollte dann heute folgen. Die Wetterberichte waren sehr uneinheitlich: von Dauerregen bis Sonne und kein Regen war fast alles angekündigt. Wir entschlossen uns die Runde trotzdem zu fahren. Wenigstens der Wind hatte etwas nachgelassen, so war es nicht mehr ganz so gefährlich. Nach ca. 30 Minuten Fahrt die ersten Regentropfen, aber das war kaum der Rede wert. Von einem anderen Guide wurden wir kurz darauf vor einem Platzregen an der Westküste gewarnt - die Wolken konnten wir schon länger beobachten. So sparten wir uns die geplante Schleife über Puerto del Carmen.
Bei El Golfo sah es schon besser aus, durch das verdunstende Wasser herrschte hier eine recht hohe Luftfeuchtigkeit. Die Brandung an den Klippen neben uns war wiedermal beeindruckend, doch die Strasser führte uns nach einigen Kilometern wieder zurück ins Inselinnere in den Nationalpark Timanfaya. Ungewöhnlich viele Kamelkarawanen zogen hier heute durch die Dünen, auch Autos waren ungewöhnlich viele unterwegs, so kamen wir am Rande des Nationalparks sogar kurz in einen Stau, der für uns mit den Rädern allerdings kein grösseres Hindernis darstellte. Über La Santa, Famara und die Berge bei Haria führte uns der Weg dann zum Aussichtspunkt Mirador del Rio. Der Ausblick auf die vorgelagerten Inseln war wiedermal grandios - alleine dafür hatte sich diese Tour schon gelohnt! Als wir dann vom Mirador los fuhren, konnte man schon erahnen, dass sich das Wetter ändern würde. Dunkle Wolken zogen im Süden durch die Berge. Bis auf auffrischenden Wind und Nieselregen blieb es dann aber erstmal erträglich. So entschlossen wir uns noch kurzfristig eine kleine Zusatzschleife an der Cueva de los Verdes vorbei dranzuhängen, um ein paar Zusatzkilometer für die fehlenden Kilometer vom Morgen zu sammeln. Der Nieselregen wurde stärker, doch immer noch war das kein Problem. Noch ahnte keiner was uns hinter Arrieta erwarten würde. Kaum hatten wir den Ort passiert, kamen wir in einen Platzregen, der nicht mehr zu enden schien. Die Wolken und der Regen hüllten das Land am helligsten Tag in Dunkelheit. Die Sicht war mitunter so schlecht, dass uns einige Autos mit eingeschalteten Nebelschlussleuchten passierten. Die Regentropfen peitschten wie tausende kleiner Nagelstiche auf uns herab, vielleicht waren auch ein paar kleine Hagelkörner dabei, so genau konnte man das nicht mehr unterscheiden. Vom Hinterrad des Vordermanns, dem eigenen Vorderrad und den vorbeifahrenden Autos spritze weiteres Wasser. Meine Augen begannen zu brennen: die Sonnenmilch und das Salz von der Stirn bildeten eine unangenehme Mixtur in meinen Augen. Nur schwer konnte ich noch die Augen offen halten und nach vorne schauen. Immer wieder versuchte ich mir das Zeug aus den Augen zu reiben, um so wieder etwas mehr sehen zu können, doch es schien, als ob immer mehr von der Stirn hinunterfloss. Das einzig Angenehme war zu dieser Zeit vielleicht, dass man trotz komplett durchnässter Kleidung nicht fror. Ab und zu hupten Autofahrer. Allerdings wohl nicht, weil sie sich behindert fühlten oder als Überholzeichen - das Hupen war wohl mehr als Anfeuerung oder Aufmunterung gedacht. Ich weiss nicht wie lange wir da kurbelten: es galt nur noch am Vordermann dranzubleiben und bloss nicht zu stürzen. Irgendwann kamen wir dann zum Abzweig nach Costa Teguise. Von hier ging es nur noch einige Kilometer über eine Strasse mit recht rauhem Belag bergab zum Meer. Etwas bange war mir schon. Wer schon einmal mit einem Rennrad bei Regen gefahren ist, weiss um die schlechte Bremskraft bei Nässe. Irgendwie kamen wir aber auch da heil runter. Am Ende hatten wir zwar keine 180 Kilometer gefahren und der Kilometerschnitt war auch nicht so überragend, aber nach der Tortour ab Arrieta hatten ein paar Triathleten wieder ihr eisernes Durchhaltevermögen unter Beweis gestellt.

Frühjahrstrainingslager 2010 (Tage 7 und 8): der unsichtbare Gegner

Wer auf Lanzarote mit dem Rad unterwegs ist, der lernt schnell, dass Kilometer hier nicht alles sind. Reisst man bspw. auf den Balearen längere Strecken noch relativ einfach runter, so hat man hier häufig den Wind als erbitterten Feind, der einem das Leben schwer und so manche erhoffte Tageskilometerzahl zunichte macht. So auch die letzten beiden Tage und zu allem Übel auch noch gepaart mit mehr oder minder starken Regenschauern. Unser gestriges Multiwechseltraining wurde deshalb kurzfristig von der sogenannten "Weinstrasse" im Inselinneren ans Hotel verlegt. Eine gute Entscheidung. Die Termperaturen hier unten am Meer waren noch recht angenehm und geschützt von den Häusern, liess sich der Wind noch gut ertragen. Pünktlich zum Zieleinlauf nach mehreren Rad- und Laufrunden fing es dann an aus allen Kübeln zu giessen. Heute dann wieder ein ähnliches Spiel. Sind wir morgens noch bei Sonne und blauem Himmel losgefahren, kamen die Wolken nach ca. 1 Stunde Fahrt in Windeseile über die Berge und brachten gleich noch kalten Nieselregen mit. Bei der Auffahrt durch das Tal bei Tabayesco konnte man dem Thermometer fast zusehen wie es mit jedem weiteren Höhenmeter weiter sank. Am Pass warteten wir bei einem Café con Leche den Regen ab und machten uns dann auf den Weg gen Heimat. Zwar schien jetzt wieder die Sonne, aber dafür hatte inzwischen der Wind noch stärker aufgefrischt und kam in starken Böen von der Seite. Das Rad war kaum noch ruhig zu halten - so machte das Radfahren nicht nur keinen Spass mehr, es wurde auch relativ gefährlich. Wie Don Quijote auf seinem Pferd gegen die Windmühlen, so kämpften wir auf unseren zweirädigen Rössern gegen den Wind. Mit Wind hatten wir ja gerechnet als wir auf die Insel kamen, aber das war dann doch etwas "too much". Ich war froh als wir - leider mit nicht allzu vielen Kilometern - wieder am Hotel waren und schloss einen Koppellauf an. Der Wind war mir nun beim Laufen relativ egal. Dafür wurde ich immer wieder von oben geduscht. Die Touristen an der Strandpromenade flüchteten unter Dächer und Palmen am Rand, während ich unbeeindruckt das Wetterpotpurri ertrug. Man kann nur hoffen, dass das Wetter sich die nächsten Tage beruhigt. Morgen steht die Ironman-Strecke mit ihren 180 km an. Bei so einem Wetter macht die Tour allerdings sicher wenig Spass. Ausserdem steht im Laufe der Woche dann noch eine 200 km Fahrt auf der Nachbarinsel Fuerteventura auf dem Plan. Aber ich will mich nicht zu sehr beklagen: das Wetter hier ist noch allemal besser als der nicht enden wollende Dauerwinter in heimschen Gefilden, in dem Rennradfahren mit ärmellosem Hemd sicher gerade so weit weg ist wie Paris von Tokio.

Frühjahrstrainingslager 2010 (Tage 5 und 6): viel Grundlagentraining

Nach dem morgentlichen Schwimmen gestern stand bei mir eine längere Radausfahrt (115 km) mit einem 26er Schnitt und im Anschluss noch Rumpfstabi auf dem Programm, dafür ist heute der zweite Ruhetag. Bei der Ausfahrt bin ich mit meinem Puls wie an den Vortagen auch meist in meinem Grundlagenausdauerbereich geblieben. Kurz vor dem Trainingslager hatte ich noch Zahnschmerzen bekommen und musste seither Antibiotika nehmen, das war auch einer der Gründe, warum ich mich mit hohen Intensitäten die letzten Tage zurückgehalten habe - Sport und Antibiotika ist eine Kombination, die mit Vorsicht zu "geniessen" ist. Dieser zweite Ruhetag ist aber gleichzeitig auch der zweite Tag, an dem ich das Medikament nicht mehr nehme und ich bin ganz froh, dass die Schmerzen bisher nicht wiedergekommen sind. Auch die Sehne im Fuss scheint nun fast wieder normal zu sein. Vielleicht alle 2 Tage spüre kurz mal, dass da etwas ist bzw. war. Morgen steht als Schwerpunkt ein Wechseltraining auf dem Programm, über die Details schweigt sich das Orgateam noch aus. Wegen des Laufens muss ich mir da nun wohl definitiv keine Gedanken mehr machen.

Was das Wetter angeht, hat sich seit der Ankunft ein gewisser Rhythmus eingespielt: morgens ist es meist grau und es kann Nieselregen geben. Gegen Mittag reisst der Himmel dann auf und die Sonne gewinnt die Oberhand. Nur heute klappt das nicht so recht. So ist die Ausflugslust der Campteilnehmer nicht gerade gross. Ich lasse es dementsprechend auch ruhiger angehen. Aus meinem Vorrat an ungelesenen Büchern habe ich von zuhause zwei mitgenommen, von denen ich eines dieser Tage angefangen habe. Heute mittag habe ich zur Auflockerung der Muskeln ein paar Bahnen in unserem 25m-Pool gezogen. Danach habe ich mir den Ort etwas angeschaut.Wenn man durch Costa Teguise schlendert, wird schnell deutlich, woher die meisten Touristen kommen. An jeder Ecke ein Pub, Namen wie "Cutty Sark", "Dolphin's Inn" oder das Abendprogramm "Chelsea vs. Arsenal" sprechen eine deutliche Sprache. Zwischendrinn aber auch immer mal wieder die ein oder andere spanische oder deutsche Enklave. Das Zentrum wirkt auf der einen Seite zwar ziemlich touristisch, trotzdem macht der Ort keinen so abschreckenden Eindruck wie manche spanische Touristenhochburg andernorts. Das Stadtbild ist recht homogen und die Strassen sauber. Augenfällig sind aber auch viele Bauruinen. Offenbar wurden die meisten Bauvorhaben auf der Insel im Zuge der Immobilienkrise gestoppt, weshalb viele unfertige Gebäude nun unbewohnt herumstehen. Es bleibt zu hoffen, dass diese irgendwann zumindest abgeschlossen werden - wenn schon mal angefangen, könnte man sie nun wenigstens beenden oder alternativ wieder abreissen.

Frühjahrstrainingslager 2010: die ersten 4 Tage

Als Vorbereitung auf dem Ironman habe ich mich für ein zweiwöchiges Trainingslager auf der Insel der Feuerberge entschieden. Heute war mein vierter Tag. Während es in Deutschland wiedermal geschneit hat, sammle ich mit der Trainingsgruppe bei wechselhaftem aber meist trockenem Wetter und Temperaturen über 20°C fleissig Schwimm-, Rad- und Laufkilometer. Der gelegentliche Nieselregen ist nicht ganz so schlimm wie anderswo. Die Strassen sind mangels Vegetation und somit auch weniger Pollen weniger rutschig aals andernorts. Lediglich der Wind macht uns mitunter etwas zu schaffen, aber das hat sich auch kaum einer anders erwartet. Zur Vegetation und dem Inselbild ist noch zu erwähnen, dass die Insel dieser Tage ein deutlich bunteres Bild abgibt, als bei meinem letzten Besuch. Nach dem Regen in den vergangenen Tagen und Wochen haben sich Gräser und andere anspruchslose Gewächse ihre Wege zwischen den Lavasteinen gesucht, so dass das Schwarz der Lava nicht mehr ganz so dominant ist wie man es sonst kennt.

Ein beispielhafter Tagesablauf im Trainingscamp sieht bei uns ungefähr so aus: morgens um 7 Uhr eine Stunde im Wasser Schwimmtraining, ca. um 9 treffen wir uns dann zum Frühstück. Die Radgruppen starten je nach Level ab 10:30 Uhr. Von der Tour kommt man zwischen 14:00 und 15:30 zurück. Dann kann man im Anschluss noch eine Runde an der Strandpromenade laufen oder etwas später ein geleitetes Gymnastikprogramm machen. Zeitlich wäre beides möglich, aber das spare ich mir dann doch, um mich nicht zu überlasten. Nach dem Abendessen gibt's dann oft noch Vorträge über Ernährung, Trainingstheorie oder dergleichen in der "Zentrale".

Die ersten 2 Tage habe ich mich bewusst zurückgenommen und bin in langsameren Radgruppen mitgefahren, dafür waren dann der Anschlusslauf oder das Schwimmen morgens etwas fordernder. Nach dem Ruhetag, an dem ich "nur" knapp 3000 Meter geschwommen bin, bin ich heute mit einer schnelleren Gruppe gefahren. Trotz einiger Höhenmeter am heutigen Tag und einem Schwerpunkt Bergzeitfahren, war mein Temposchnitt prompt 3 Kilometer schneller als an den Vortagen. Beim Bergzeitfahren habe ich mich bewusst zurückgenommen, was mir als Bergfahrer abe zugegebenermassen gar nicht so einfach fiel.
So kurbelte ich primär im Grundlagenausdauerbereich zum Gipfel; die nächsten Tage werden sicher nicht einfacher un da bruache ich auch noch Kraft. Höhepunkt der Tour war dann die Fahrt zum Aussichtspunkt Mirador del Rio. Schon bei der Anfahrt hat man eine herrliche Aussicht auf die beiden im Nordwesten vorgelagerten Inseln. In einer grösseren Schleife ging es dann wieder zurück gen Heimat. Auf dem Tacho stand zum ersten Mal in diesem Jahr eine "1" vor den Tageskilometern. Im Anschluss machte ich dann noch einen 1-stündigen Koppellauf mit ein paar Tempointervallen. Morgen wird die Tour sicher noch etwas länger, dafür spare ich mir dann den Lauf danach.

23. Dezember 2009

Auf neuen Wegen

Nachdem es in den USA in bestimmten Kreisen schon länger Mode ist einen „Personal Trainer“ zu haben, findet das nun langsam auch in Deutschland Einzug. Mir fallen spontan knapp ein Duzend Internetportale, Magazine, Firmen und Athleten ein, die eine individuelle Betreuung  anbieten. Wer davon wirklich kompetent ist und wirklich etwas vom Fach versteht, ist nicht ganz transparent. Erhebungen dazu kenne ich noch keine und Referenzen kann fast jeder Anbieter vorweisen. Ob man so einen Trainer selbst benötigt, muss jeder selbst entscheiden. Manch einer hat in seiner Region vielleicht keinen Verein mit Trainern, so macht eine solche Betreuung auf jeden Fall Sinn. Für andere ist das vielleicht eher ein Luxusproblem. Letztendlich hängt das auch sehr mit den eigenen Zielen, dem eigenen Umfeld und Wissen zu Trainingslehre, Ernährung, etc. zusammen. Ich für meinen Teil bin mit dem Vereinstraining und meinem eigenen Wissen immer recht gut zurecht gekommen – immerhin blicke ich jetzt schon auf eine Vita mit inzwischen 8 Ironman, diversen (Ultra-) Marathons, Radmarathons und anderen sportlichen Veranstaltungen zurück.  Gerade vor den Langdistanzen habe ich immer weiter an meinen Programmen gefeilt, neue Dinge ausprobiert und andere Akzente gesetzt. Gerade dieses Spiel mit den unterschiedlichen Werkzeugen ist das Salz in der Suppe, dass ein Training interessant macht. Schrittweise lernt man sich hier auch selbst besser kennen und merkt auf welche Art von Training man besser und weniger gut reagiert.

Für 2010 habe mir mit dem  Triathlon auf Lanzarote einen ersten Saisonhöhepunkt gesetzt, bei dem es aufgrund der Anforderungen des Wettkampfs einer weiteren, persönlichen Steigerung bedarf, wenn ich mein Ziel erreichen möchte. So hatte ich die Möglichkeit mein Programm noch besser durchzustrukturieren oder alternativ eben vielleicht auch mal eine individuelle Betreuung auszuprobieren. Ich habe mich nun erstmals für die externe Betreuung entschieden.  Welche Kriterien waren mir persönlich bei der Auswahl eines Trainers wichtig?
  • Erfahrung als Triathlontrainer, wenn möglich auch auf der Langdistanz
  • Kenntnisse in anderen Bereichen (Physio, Ernährung, ..) wären auch von Vorteil. Ein Plan, der nur das Training an sich umfasst, würde vermutlich nicht weit genug greifen und nicht die gewünschten Ergebnisse bringen
  • Gute Erreichbarkeit (mindestens über Email oder Telefon), so kann man sich ggf. auch kurzfristig abstimmen und eventuelle Trainingsplanänderungen vornehmen
  • Der Coach sollte meine Rahmenbedingungen in der Planung berücksichtigen und auf meine Bedürfnisse eingehen. Dazu gehören neben terminlichen Restriktionen, persönlichen Stärken und Schwächen. Wenn möglich auch Kenntnisse des Wettkampfs auf Lanzarote und/ oder von meinem Umfeld (Region), das würde die individuelle Trainingssteuerung sicher noch erleichtern
  • Der Trainingsplan sollte einigermassen flexibel sein. Gewisse Freiheiten wären nicht schlecht (bspw. sollte auch mal eine Radausfahrt mit Gruppe möglich sein, ohne dass ich immer einem streng zu befolgenden Trainingsprogramm folgen muss)
  • Wenn der Coach ggf. sogar das ein oder andere Training mit mir absolvieren könnte, um mich dann bspw. bei falschen Bewegungsmustern zu korrigieren, wäre das ideal
Die Auswahl fiel mir ausgehend von den oben genannten Kriterien recht einfach. Nach einem kurzen Gespräch hatte ich meinen Coach gefunden. Mein Coach für den Ironman Lanzarote 2010 wird Katja Schumacher sein. Unsere ersten Gespräche waren schon sehr interessant und ich kann schon jetzt sagen, dass ich wieder ein paar Sachen gelernt habe. Ihr Vorgehen schon zum Einstieg ist sehr professionell. Hier bekommt man nicht nach kurzer Zeit das komplette Trainingsprogramm vorgelegt, dass es nur noch abzuspulen gilt. Katja schaut sich sehr genau an, wo meine bisherigen Stärken und Schwächen liegen und versucht dann mit mir an den entsprechenden Stellen, wo es Sinn macht, zu arbeiten. Auf meine aktuelle Verletzung, die sich noch aus dem normalen Vereinstraining vor der Entscheidung für Katjas Betreuung heraus ergeben hat, hat sie gleich mit einem entsprechenden Regenerations- und Aufbauprogramm reagiert. Was die einzelnen Disziplinen angeht, sieht sie sich in der Betreuung auch nicht als letzte Instanz. Sie arbeitet hier mit einem Team von Spezialisten in den verschiedenen Bereichen zusammen, von denen ich zu gegebener Zeit auch noch den einen oder anderen Ratschlag bekommen werde. Meine anfängliche Skepsis gegenüber der externen Betreuung ist in kürzester Zeit der Überzeugung gewichen, dass dieser Versuch eine gute Entscheidung war. Für das Ergebnis am Wettkampftag bin ich mit dem Training letztendlich immer noch selbst verantwortlich. Aber der Weg mal ein paar mehr Ratschläge von aussen anzunehmen, scheint nach Jahren des grösstenteils selbst organisierten Trainings genau der Richtige zu sein.

18. Oktober 2009

Noch eine Woche bis zum Herbstmarathon

Es ist Zeit ein Zwischenfazit zur Vorbereitung zu ziehen.

Angefangen hat die Vorbereitungszeit mit dem extrem motivierenden Lauf im Allgäu. Sicher nicht die Art von "Vorbereitung", die ein Trainer empfehlen würde. Für mich war dieser doch etwas andere Wettkampf aber eine willkommene Abwechslung und sehr motivationsfördernd in Vergleich zu dem sonst recht zielgerichteten und manchmal auch monotonen Marathon-Training, bei dem man sich schon mal die ein oder andere Einheit verkneifen muss, um nicht das grosse Ziel zu gefährden. Den Lauf habe ich sehr gut weggesteckt und konnte so recht schnell mit dem normalen Marathon-Training beginnen. Im Kraichgau folgte dann ein erster Leistungstest, mit dem ich recht zufrieden war. Meinen genauen Stand wollte ich eigentlich noch über jeweils einen flachen 10-km Volkslauf und einen flachen Halbmarathon feststellen. Leider passten die angebotenen Volksläufe aber nur suboptimal zu meinem Trainingsplan, auch dauerte die Regeration vom Kraichgaulauf ein kleines bisschen länger als erwartet. Also lief ich nur noch den leider nicht ganz so flachen Halbmarathon im Odenwald. Mit dem Ergebnis war ich alles andere als zufrieden und dann folgten als Draufgabe auch noch einige Tage krankheitsbedingter Ausfall. Vielleicht war diese Pause aber auch ganz gut und inzwischen bin ich mit dem Training auch wieder im Soll. Heute stand nochmal ein 15-km-Tempodauerlauf auf dem Programm. Den konnte ich zwar ganz gut durchziehen, allerdings hatte ich etwas unter Genickschmerzen zu leiden, offenbar habe ich mich gestern etwas verhoben; bis zum Wettkampftag wird das wieder weg sein.

Zusammenfassend bin ich mir im Vergleich zum Vorjahr bei weitem nicht so sicher über meinen Leistungsstand. Nichtsdestotrotz glaube ich noch, dass ich meine angepeilte Zielzeit erreichen kann. Vielleicht ist diese Unsicherheit auch ein Bonus, weil ich dieses Jahr den Lauf deshalb sicher etwas defensiver angehen werde als im Vorjahr und mir so vielleicht zum Ende hin nicht die Reserven fehlen. Noch sind aber ein paar Tage bis dahin: jetzt gilt es die Form zu konservieren, gesund zu bleiben und erholt an der Start zu gehen.

1. Juli 2009

Beginn des Tapering

Noch 10 Tage bis zum grossen Tag. Diese Woche lief es bisher nicht gut. Trotz des Ruhetags am Montag habe ich mich gestern beim Schwimmtraining überhaupt nicht gut gefühlt und hatte auch kein Wassergefühl. Anstatt mich durch das Trainingsprogramm zu quälen, bin ich deshalb vorzeitig duschen gegangen; besser jetzt richtig regenerieren als nochmal durch falsches Training einen Infekt oder dergleichen zu riskieren. Hoffen wir mal, dass ich mich schnell wieder erhole. Nachher steht das nächste kürzere Training auf dem Programm, vielleicht geht es da ja schon wieder besser: ein gekoppeltes Rad- und Lauftraining teilweise im Wettkampftempo. Sollte auch da das Gefühl noch nicht stimmen, werde ich auch da wieder rechtzeitig abbrechen. Aber kein Grund jetzt nervös zu werden, bisher war das Training in Ordnung und der Zustand ist bekannt. In der Sportmedizin bezeichnet man das Gefühl nach den letzten harten Trainingswochen als periphere und zentrale Ermüdung („Overreaching“). Der Körper braucht danach seine Erholung, stellt sich aber in dieser Regenerationsphase (Tapering) auch auf die zuvor absolvierten Belastungen ein. Übertreiben sollte man es deshalb nicht mehr. Wenn das Training zuvor soweit gestimmt hat, dann sollte man die vorübergehende Schwäche nun nicht als Trainingsdefizit interpretieren. Nur die Nerven behalten und an das bisherige Trainingsprogramm und die eigene Stärke glauben!